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pßtr Kampf gegen den Walv war allgemein, man kannte den allgemeinen Segen und Nutzen der Wälder nicht, man betrachtete ihn nur als ein Hinderniß, welches dem lohnenderen Ackerbau protze Flächen des schönsten und besten Bodens entzog; der Wald mußte daher vertilgt werden und sogar durch Belohnungen suchte man diejenigen, welche das Geschäft der Verwüstung am eifrigsten betrieben. in ihrem schädlichen Thun und Handeln zu bestärken. Als dann im 13. Jahrhundert viele Mißbräuche eine Beschränkung des freien Nutzungsrechtes erforderten, wurde durch die Landeshoheit die Nutzung polizeilich geregelt und Rodungsverbote erlassen. Die Landesherren, die die Schirmherrschaft über die Marken erlangt hatten, errichteten Bannforsten; der Bann bezog sich ursprünglich nur auf Jagd- und Fischerei-Nutzungen, später aber wußten die Schutzherren ihre Hoheitsrechte über den ganzen Wald auszudehnen und so entstand allmälig die ganz unbeschränkte Forsthoheit der Landes-Regierungen.
Im Laufe des 13. bis 15. Jahrhunderts gelangten die Städte zu großem Ansehen und Vermögen und suchten die oft in Geldnoth befindlichen Landesbcrren dort Anleihen unter Verpfändung von Liegenschaften zu machen. Die verpfändeten Besitzungen, die zum größeren Theile aus Feldflurcn und Waldungen bestanden, konnten in der Regel nicht wieder eingelöst werden unv so erlangten einzelne Städte ganz bedeutendes Grundeigentum. Die Stadt Görlitz z. B. besitzt schon seit dem 14. Jahrhundert umfangreiche Waldungen, die sie durch derartige Verhältnisse erworben und zu erhalten verstanden hat und die jetzt über 30,000 Hektaren groß sind.
In damaliger Zeit war von einer selbstständigen Waldwirtschaft noch keine Rede; sie war ein Theil der Lanbwirthschaft, mit der sic eng verbunden war und die sich fast überall gegenseitig helfen und ergänzen mußten. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts, wo fast sämmt- liche Waldungen im alleinigen Besitz der Reichsfürsten waren und in Folge der planlosen Ausnutzung ein gewisser Holzmangel eintrat oder doch in Aussicht stand, fingen einzelne Landesherrn und landesherrliche Behörden an, die waldschädlichen Nutzungen -inzuschränken und Versuche zu machen, die entstandenen Blößen durch Saat wieder aufzuforsten, mithin den ersten Schritt zu tbun, um die stellenweise stark geschwundenen Wälder wieder zu ergänzen. Alle diese Bestrebungen gingen jedoch nicht von eigentlichen Berufsforstleuten aus, sondern die Leitung lag in den Händen ■ landesherrlicher Amtmänner und Hofvcrwalter, die sehr oft kein richtiges Verständniß für die ihnen zugcfallene Aufgabe hatten, und daher nicht in der Lage waren, dem Walde die gebührende Aufmerksamkeit, die sie gar zu gern der in ihren Augen erfolgreicheren Landwirthschaft zuwandten, zu widmen. Es erschienen eine Reihe von Forst- und Waldordnungcn, deren Zweck es war, die Verwaltung zu regeln, die vorhandenen Waldbestänve zu erhalten und eine rationelle bessere Benutzung herbeizuführen, doch von einer geordneten Walbwirthschaft waren nur geringe Spuren zu finden, das blieb späteren Jahrhunderten überlassen.
Das 18. Jahrhundert schaffte Wandel: nach und nach kam man zu der Erkenntniß, daß ' der Wald noch andere wichtigere Bestimmungen zu erfüllen habe, als blos Brennstoff hervorzubringen oder nur als Jagdgebiet zu dienen, doch c8 brauchte längerer Zeit, um die noth- wendigstcn Kenntnisse und Erfahrungen hinsichtlich einer Bewirthfchaftung der Wälder zu sammeln und zu verwerthen, und große Anstrengungen mußten gemacht werden, um die Forstwirthschaft mit den Jahren die hohe Stufe erreichen zu lassen, die sie jetzt cinnimmt. Je düsterer unser Blick auf der Vergangenheit ruht, um so freudiger können wir in die Zukunft blicken, denn Deutschlands Forstwirthschaft und -Wissenschaft stehen hoch geachtet da und sind ein leuchtendes Vorbild für andere Völker.
Mittheilung.
Französische Mühlsteine werden hiermit den Herren Mühlhesitzern aus der Fabrik aus Nordhausen zu entnehmen empfohlen, wo ihnen die drei- bis fünffache Dauer derselben gegen die Accord-, oder gar der feilen französischen Herstellung girantirt wird. Das beste Existirende bietet denn auch wirklich das größte aller Lager, das größer ist, als die einzelnen Laqeroorräthe der Bruchbesitzer in Frankreich und dem alle Brüche steuern, namentlich die von Süd-Frankreich, die das feurige, starke Gestein liefern. Wir empfehlen so aus Uebcrzeugung und au8 Dankbarkeit j für unsere in einer ungekannten Mahltüchtigkeit uns erfreuenden und die größtmögliche Dauer versprechenden Steine, nachdem wir Alle der meist aus Frankreich i bezogenen Mühlsteine nach nur kurzer Benutzung verlustig gingen. Wendekind's Fabrik bietet uns in Nordhausen bequem die Prüfung unserer Mühlsteine ohne Decke unb im Rohbau- Und dazu rathen wir. Man weiß seine guten Steine dann auch I non der inneren Sorgfalt und Güte, also der wohlthätigen Bcstündigkeit.
Die Namen der Einsender und Referenzen sind in der Exp d. Zig zu erfahren.
Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Vom 22. bis 29. Sept. 1876.
Eheschließungen.
Am 27. Sept Der Großh Professor der Theologie Dr. Bernhard Wilhelm Stade mit Helene Luise Buff. — Der Metzger, Hermann Zoll mit Pdilippine Marie Katharine Hilgardt. — Der Bäcker Johann Karl Zimmer mit Elise Löber.
Geborene.
Am 17 Sept. Albert, S. des Kaufmanns Ehristian Wallenfels III. — 24 Marie, T. des Schuhmachermeisters Martin Nagel. — 20. Elise, T- deS Schuhmachers Konrad Waldschmidt. — 18. Johann Konrad Wernhard Wilhelm Emil, S. deS Schmiedmeisters Emil Euler. — 22. Friedrich, ein unehelicher Sohn von Auswärts. — 25. Carl Fritz, ein unehelicher Sohn von Auswärts — 23. Ludwig, S- der Hülssbremsers Heinrich Schwarz. — 26. Marie, T- des Gastwirths Peter Kirchner. — 24. Karl, D- deS Kutscher? Johann Ludwig Armotz. — 24. ? , S. des WagennotirerS Karl Hüttenberger.
Gestorbene.
Am 24 Sept. Der Schneider Justus Wißner, alt 27 I. — 25. Louise, T. des Poltzeidieners Emil värrn, alt 6 I. 6 Di. — 25. Lina, Ehefrau deS Kaufmanns Gustav Windeckrr, geb. Motz, alt 37 I. 7 M- — 28. Margarethe, Ehefrau deS Bremsers Johannes Kuhl, alt 35 I. 4 M.
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Auszug LUS den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 27. Sept. Hermann Zoll, Metzger in Nieder-Ohmen, b:6 MetzgerS zu Elpenrod Adam Zoll, ehel Sohn; und Philippinc Marie Karoline Katharine Hilgardt, des Seilermeisters dahier, Daniel Hilgardt, edel. Tochter.
Denselben Johann Karl Zimmer, Bäcker in Nteder-Gemünden, des Bäckers zu Ltch, Heinrich Zimmer, ehel. Sohn; und Elise Löber, des verst. Schuhmachers dahier, Heinrich Löber, ehel Locher.
Den 28. Sept. Der Großh. Professor an hiesiger Universität, Dr. Bernhard Wilhelm Stade, dci fürstl. Schwarzburgischen Musikdirectors Heinrich Bernhard Stade zu Arnstadt, ehel- Dhon; und Helene Louise Buff, des Großh- geh. Finanzraths Professor Dr. Heinrich Buff, ehel Tochter.
Getaufte.
Den 24. Sept. Dem Kaufmann, Johann Friedrich Zöller, eine Tochter, Isabella Wilhelmine Auguste, geb. den 14. August.
Denselben. Dem Bahnarbeiter, Heinrich Enders, ein Sohn, Karl Konrad, geb. den 24. August.
Denselben. Dem Kutscher, Heinrich Pfannkuchen, ein Sohn, August Karl, geb. den 19. August.
Denselben. Dem Expeditionsgehülfen, Heinrich Schalch, eine Tochter, Wilhelmine, geb. den 16. August.
Den 26 Sept- Dem Kaufmann, Karl Richard Textor, et» Sohn, Karl Richard, geb- den 9. September.
Denselben. Dem Kaufmann, Georg Wilhelm Weidig, ein Sohn, Heinrich Otto, geb. den 22. August.
Beerdigte.
Den 26. Sept. Justus Wißner, Schneider dahier, alt 27 I. 3 M- 5 T-, gest. den 24. September.
Den 27. Sept. Karolinc Windecker, geb. Motz, Ehefrau des Bürgers und Kaufmanns, Gustav Windecker, alt 37 I. 7 M- 5 T-,.gest. 25. September.
Für die Abgebrannten in Brückenau sind ferner bei unS eingegangen:
I S- 1 M.; I. H. Fuhr 5M-; aus Griechenland 50 M.; A. F. 8M-; M. E. 3 M-; Gesellschaft Aurora 2 M- 70 Pf.; Frau Hensel 20 M- und Rudolf Ww- 6 M
Um weitere Gaben bittet dringend
Die Expedition dieses Blattes.
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Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntviß, daß vom 1- k- M- ab Billete nach Scbiffenberg für dieses Jahr nicht mehr ausgegeben werden.
Gießen, den 27. September 1876. (5071 Großherzogliche Direction der Oberhessischen Eisenbahnen.
_________Mohn.___
Montag den 2. Oct. d. I.,
Nachmittags 2 Uhr, werden im Haufe des G g. Spruck auf dem Marktplatz Möbeln, Bettzeug, Kleidungsstücke, fowie eine einfpännige Chaife, meistbietend versteigert.
Gießen, 20. Sept. 1876. Großherzogl. Ortsgericht Gießen.
Lüdeking. (5073
Aeilgeöotenes.
Astrachau-Caviar, Elb-Oaviar, (5075
empfiehlt _________Emil Fischbach.
Eine Wasserbütte,
von 54 Hektoliter — cu. 34 Ohm Inhalt, noch in fluteni Zustande befindlich, ist billia abzugeben vom (5069
______________Gießener Gaswerk.
Saure jjurlien
empfiehlt (5067 Emil Fischbach»
Gebrochene Aepfel verkauft (4999
_______K. Simon a. d. Schoor.
Holländer Rahmkäse, Hasen, Gänse, sowie sonstiges Geflügel, empfiehlt
5073)_______________H. Knrth.
Feinstes Schweineschmalz, per Psd. 70 Psg-, empfiehlt 5076)Emil Fischbach.
J. Ch. Retter
5071
Fertige Regenmäntel
sowie Regenmantelstoffe, empfiehlt^ ___ _
I Kalligraphie I
für Damen und Herren.!
Montag, den 2. Oktober beginnt der zweite und vorletzte I Curfus meines achtstündigen Schnell-Schön-Schreib-Unterrichts. Re- ■ fuftait Hiesiger, worin der Beweis geliefert ist, daß selbst schon nach ■ vierstündc^m Unterrichte schlechte Handschriften vollständig in ihr Gegen- theil umgewandelt sind, liegen in der Ferberfchen Umv.-Buchhandlung ■ ans. Honora. 15 oder 30 Mark je nach dem Zirkel. Auf Wunsch I unterrichte auch in Privathäusern. Sprechstunden nur 8 und 1 Uhr. |
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A. Lang, _________________Katharinengasse 154.
5053) Brand Nr. 1 ein möbtrteS Zimmer mit Cabinet zu vermiethen.
Montag den 2. October nimmt meine Schule wieder ihren Anfang. Zugleich erlaube mir ergebenst anzuzeigen, daß ich Unterricht in den Elementarfächern in und außer dem Hause ertheile.
5029) Lina Rahn.
sehr schlecht.
L. Köhler
8071) Die Schreibweise meines Artikels war eine gesuchte, mag sie nun Herr O- Weidig nennen wie er will. Ich beharre ans meinem Ausgesprochenen. Das Feuerlöschwesen Gießens ist vom Grund aus fchlecht.


