Frucht- und Mehlpreise in verflossener Woche von nachbenannten Orten und Fruchtmarkten.
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rrwirsen hatte — wer würde wohl noch an den zweiten ohnehin nur fast todtgeschosse- nen Correspondenten glauben? Dann erlaubt e« auch btt bisher zur Schau getragene Türkische Ueberzeugung nicht, das früher verdorbene Cencept von der „Serbischen Barbarei", vom seligen Hauptmann Schmidt u. s. w. int Türkische zu übersetzen und den wackeren Baschi-Bozuks einen Mißgriff, den sie nur in bedauerlicher Unkenntnitz der betreffenden Verhältnisse begangen hatten, nachzutragen, trs blieb also nur der eine Ausweg übrig, auch dem zweiten Correspondenten jene? Schicksal, dem der erste verfallen ist, redactionell zu bereiten und seine Lebensgefahr, sowie seine Rettung — tobtiufd)rodacn.N
Southampton, 29. Aug. DaS Postdampsschiff deS Nordd. Lloyd Rhein, Capt. H. C Franke, welches am 19. August von Newyork abgegangen war, ist heute 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und bat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 5 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Rhein überbringt 194 Passagiere und volle Ladung.
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Gottesdienst.
Morgens 9 Uhr: Pfarrer Dr. Seel.
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Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen. Sedanstier.
Samstag, den 2. September.
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Normalgewicht per Malter: Die Mainzer und Lauterbacher Preise
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18 Eichenstangen von 10—14
265 Fichtenstangen von 9—14
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Türken - Gräuel.
Der Bulgarien durchreisende Correspondent der Kölnischen Zeitung, der sich, seinem türkenfreundlichen Blatte gegenüber besonders große Verdienste um die Enthüllung der türkischen Schandrhaten erwirbt, schildert die in Panijurtschta begangenen Gräuelthaten, wie folgt: Freitag Abend begann die Plünderung Seitens der regulären Truppen, die unter Hafus Pascha das Dorf bombardirt hatten. Ueberall, wo dieses Mannes Name genannt ward, erhielt er ein lobendes und milderndes Beiwort. Auch die Panijurischtaner bemerkten ausdrücklich, daß er schon am Samstag die Einstellung jeglicher Feindseligkeit angeordnet habe. Leider aber rückten in diesem Augenblick die Baschi-Bozuks des Ali Bey aus Basardjik an. Ihr Fanatismus war auf’8 Höchste gestiegen. Gerüchte von Ermordungen mohamedanischer Frauen und Kinder liefen um; von Türken waren wirklich zwölf der Empörung zum Opfer gefallen, und so blieb Hafus Pascha der entfesselten Rachelust der Freiwilligen gegenüber völlig ohnmächtig. Seine eigenen Truppen schloffen sich ihnen an, und gemeinsam fielen Reguläre und Irreguläre über das Dorf her. Die Baschi-Bozuks scheinen nicht einmal den Ton angegeben zu haben, denn wo eine außergewöhnliche Grausamkeit berichtet wird, fällt sie auf Rechnung der Truppen. Die Plünderung dauerte bis Dienstag Abend. Panijurischta war gedrängt voll, da die Bewohner der Nachbardörfer Dinköi, Sterkowo, Jelschitza, Djumaja, Kalaglari, Popinzi, Botta, Ereli und Kjepelia hierhin schutzbedürftig geflüchtet waren. Bon ihnen wurden an 2o00 niedergemacht, während von Panijurischtaner nur etwa 900 umkamen. Auch das Dorf als solches hatte ein besieres Schicksal denn Perustitza, Batak und Klisiura: es ward nur zum dritten Theile zerstört, darunter Kirchen, Schulen und Bazar. Mit unendlicher Ausdauer stacken die Türken den Heiligenbildern der Kirchen die Augen aus; ämmtliche Frescos, sowie die Titelblätter der heiligen Bücher zeichnen sich aus durch die fehlenden Augen der auf ihnen dargestellten Köpfe. Den weiblichen Heiligen schnitt man hier und da die Brüste ober andere Körpertheile ab, welche das Zartgefühl der Baschibozuks beleidigten. Die Säulen übergoß man mit Petroleum und Schwefel und füllte sie mit Pulver, um sie niederzusprengen. Leider beschränkte sich der Vandalismus nicht auf die Bilder. Dondje Strigjelow, ein blinder Greis, der sich als Wohlthäter um das Dorf verdient gemacht, ward in sein Haus eingeschloffen und verbrannt. Einem Andern, Zwatko Boradji, wurden die Augen ausgestochen; ein Dritter, Theodor Hadjipeof, ward erst auf dem Altar selbst geschändet, ehe man ihn mit Petroleum anstrich und anzündete. Ein kleines Blumenkreuz vor dem zertrümmerten Altar bezeichnet seine Grabstätte. Kinder nöthigte man, die Köpfe ihrer getödteten Gespielen herumzutragen, Säuglinge spießte man auf Bayonnette und ließ sie zappeln; es kam sogar vor, daß ein Hund mit dem eben abgehauenen Arme eines Kindes das Weite suchte, lieber die Schändung und Nothzucht, die hier vollführt wurde, ließen sich gräuliche Capitel schreiben. Sie erstreckte sich nicht allein auf das weibliche Geschlecht vom Mädchen bis zur Mattone, sondern auch auf das männliche ohne Unterschied der Jahre. Die Sünder, welche Dante in Gesellschaft seines Lehrers Brünette Latini in die Hölle versetzt, sind wabre Heilige gegen die türkischen Helden von Panijurischta. Oben wurde der Fall des greisen Theodor Hadjipeof schon erwähnt.
Der jetzige Mudür des Dorfes ist ein achtungsbedürftiger Trunkenbold. Bei unserer Ankunft lag er in schwerem Rausche und erschien erst am folgenden Morgen mit allen Anzeichen der acuten Alkoholvergiftung, stierem Blicke und schwankem Schritte. Die „Königin" der Bulgaren hatte vor ihrer Abführung nach Basardjik eine Nacht in seinem Konak zubringen und sich feinem Willen fügen müssen. Die ganze Gemeinde wußte darum, auch die Zaptiehs, über die er jede Gewalt verloren und die jetzt noch sein Beispiel nachahmen und jungen Mädchen am Hellen Tage mit Gewalt nachstellen. Weinend kam eine Mutter mit ihren beiden Töchtern zu uns welche sich vor der Gier der Zaptiehs nicht zu retten vermochten, und bat um Fürsprache bei dem Mudür. Die Töchter aber waren schon bei der Plünderung wiederholt geschändet worden. Man kann mit größter Sicherheit behaupten, daß zwei Drittel der noch lebenden Weiber der Nothzucht unterlegen sind, von den Getödteten gar nicht zu reden._________________
Chemnitz, 18. «lug. Die „CH. Fr. Pr." berichtet über ein Opfer, das die .llalcn Verhältnisse gefordert- Am Freitag hat sich nämlich hier eine innge Arbeiterin Sckloßieiche ertränkt- lieber die Veranlassung ihres Selbstmordes und über ihre «Ii-bältnisse wird dem genannten Blatte mitgetbeilt: „DaS Mädchen suchte vor eini- n Wocken aus Ermangelung anderer Arbeit solche in der Strumpfwaarenfabrik von f«, Esche hier und wurde auch angenommen. Sie verdiente die erste Woche 80 Pf., aber 1 M, die zweite Woche verdiente sie 1 M 60 Pf, und die dritte Woche »M 60 Pf, wovon ihr 20 Pf. wegen ZuspätkommenS abgerechnet wurden- Um nun '»en Logiswirih wenigstens einigermaßen befriedigen zu können, verlangte sie vom »irector, Herrn Hähle, am Tage der Ausführung ihres Selbstmordes 3 M. Vorschuß, Dicken sie nach und nach wieder zurückzahlen wollte, wozu auch Aussicht vorhanden da sie es mit dem Verdienste jede Woche höher brachte; der Herr Director wies s, aber mit ihrem Ansuchen einfach ab. Das Mädchen war elternlos. Au» dem Brief, «.Ilben sie hinterlass-n hat, geht hervor, daß sie sich ohne Geld in ihr Logis zu gehen Übt aetraut hat und somit den Entschluß faßte, sich zu ertranken. Am Tage der ijsfübrung soll sie noch von einem Werksührer der Fabrik mit der von ihr gefertigten L„re um den Kopf geworfen worden fein, während sie ein anderer grob behandelt y.i. Man ist überzeugt, daß der Besitzer der Fabrik keine Kenntniß von dem Vor- Lae hat " Die „CH. Fr- Pr." bemerkt dazu: „Ob da« hier über gabrlfbearnte Laote seine volle Richtigkeit hat, lassen wir vorläufig dahingestellt sein, und bitten, i-ll; etwas zu berichtigen ist, um Berichtigung von betheiligter Seite; e« ist uns Kiialtd) um die Feststellung der Wahrheit zu thun, und falls in Obigem Unrichtigen wären, gibt die Veröffentlichung allein den Anlaß zur Richtigstellung." Ueber in» Gemüthszustand deS unglücklichen Mädchens und über die Motive ihrer traurigen Hat gibt der nachstehende Brief, den sie zurückließ, hinreichenden Ausschluß. Wir »nicken ihn wörtlich ab. „Liebe Freunde und Bekanntei Ich stehe allein und bin ui lassen, denn mir ist hier ja kein Glück mehr bestimmt. O theure Verwandten, ver- ..k.f mir diesen Fehler, fo wird Euch Gott auch vergeben. BiS zu meinem zwölften Ute war ich überglücklich; aber da---Meine Kleider und mein Belt gebt
mitner Schwester, von meinem Erbtheil bezahlt Ihr meine Schulden. Mein Logis- Mih bekommt 3 Thaler 7 Ngr. 5 Psg-, dessen Frau 8 Ngr. 5 Pfg-, deren Tochter ’i Rar. 5 Psg- Laßt mich aber nicht fortschaffen, sondern begrabt mich wie eine andere keicbe- vergebt mir und rechnet mich nicht als wie eine Selbstmörderin! Ich kann M nicht weiter finden. Kleidet mich weiß wie eine Fee und denkt, sie ist unschuldig, oenn ich gleich in den Wellen meinen Tod suche. Meine Pflegmutter, Frau T—, Wommt noch 20 Ngr. für eine Lade. Lebt wohl, Ihr theueren Verwandten und ver- ledi mir tausendmal, denn ich traue mich nicht nach Hause, denn vor Spuk und Spek- -kel kann ich es nicht aushalten; dies ist der Grund, denn immerwährend nur : „Das die Mensch, das alte liederliche Mensch" und mehr, wieder muß ick mich wieder über lie Achseln ansehen lassen, überall bin ich verachtet. Lebt wohl auf ewig, lebt wohl, i(b sehe Euch niemals wieder. Ich scheide gern von hier aus dieser Welt, denn dort Ift mir ein Glück bestimmt. Ich sehne mich nach besserer Heimath und freue mich auf 5 Wiedersehen; dort sehe ich meine Eltern wieder und meine ganzen Verwandten. Ich uiiß nun schließen, denn ich kann vor Thränen nicht weiter schreiben. Unterzeichnei u mit verzweifeltem Herzen Marie Günther aus Nieder-Rabenstein."
Die „CH. Fr. Pr." knüpft hieran folgende Betrachtung: „Dieser rührende Brief Ist geschrieben von einer Unglücklichen, die ein Thaler Vorschuß hätte vom Tode retten launen. Wie klein sind die Summen, um deren Willen sie verzweifelt, und wie ge- Mnhaft sorgt die Arme dafür, daß ja Niemand durch ihren Tod um einen Groschen -e'chädiqt werde! Wie tief empfindet sie die Mißachtung, die ihr entgegengebracht oirden, weil sie arm war und weil man sie deshalb wohl für schlecht hielt! Man hn sich dieses Ehrgefühl und diese erhabene Ehrlichkeit, die selbst für die Zeit nach Im Tode noch sorgt, in den „besseren" Kreisen der Gesellschaft zum leuchtenden Vor- W nehmen^ fd6rejbt b(c bortige „Pr.-. „Ein hiesiges Blatt hat verhängniß- Mes Malheur mit seinen Kriegs Correspondenten. Es schickte deren zwei aus; den trjtm — einen phaniasievollen und selbstbewußten jungen Mann — um über die Nie- kuaaen der Serben, den anderen — einen sachkundigen Milstarr — um über Dte eieae der Türken zu berichten. Dieselben waren nun so eifrig und pfltchtgetreu tn k Erfüllung ihrer Mission, daß Beide in Lebensgefahr genethen — der Erstere aller dinss nur in seiner eigenen regen Phantasie, der Zweite jedoch in bedenklicher Wtrk- Ilchkeit. Für ihre Redaction ergab sich aber aus diesem Zusammentreffen eine fatale Roktm&ble. Der phantasievolle junge Mann — man erinnert sich ja noch des famo- stn Histörchens — trieb die Aufopferung so weit, daß er sich selbst von den Serben er. Ließen liefe — natürlich nur auf dem telegraphischen Wege; gleich darauf prasen- thte er sich aber wieder frisch und gesund dem Publikum, obwohl es seine verdammte Micht und Schuldigkeit gewesen wäre, nun schon einmal maustodt zu bleiben und mdarb seinem Blatte das schon fertige Concept von der Serbischen Barbarei, vom (tilgen Hauptmann Schmidt u. s. w. Ein so unabhängiges Organ der Türkischen öffentlichen Meinung kann sich indessen über einen so kleinen Zwischenfall leicht hin- veahelfen, es schweigt einfach seine wieder lebendig gewordenen Correspondenten selbst tobt, da — wäre ihm fast die chicanöse Affaire zum zwettenmale und leider ernstlich laifirt. Sein militärischer Berichterstatter im Türkischen Hauptquartier wagt sich bet einem Recognoscirungsritt zu weit vor und begegnet dabei einigen jener Vareler des lücktschen Heldenthums, welche in seinem Blatte als Muster der Rltterlichkett und Hochherzigkeit geschildert werden — nämlich einigen Baschi-Bozuks. Lerder kannten dieselben die schätzbaren Connexionen deS vereinzelten Reiters nicht, sondern benutzten oit günstige Gelegenheit zu dem scherzhaften Versuche, ihn — vom Pferde zu schießen, dieser Versuch wäre auch im wahren Sinne des Wortes bet einem Haare gelungen, indem eine der Kugeln dte Kopfbedeckung des Correspondenten durchbohrte, der glücklicherweise durch befreundete Intervention der fatalen Lage entzogen wurde. Zn der tebaction empfing man wohl die Nachricht von seiner Rettung aus so naher Todesr ftfahr mit lebhafter Freude, konnte aber leider die interessante Meldung nicht »fffentltcy MVerthen. Nachdem sich der erste ganz todtgeschossene Correspondent als ein Humbug
Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffeln 200, Mehl 140 Pfund.
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Holzversteigcnmg im Lichcr Stadtmaid.
Es tomnien in den Distrikten Eichwald, Mönchköpfe unb Langenbuchen folgende fetogorttmente zur Versteigerung: ,
I. Bau- und Werkholz.
Mittwoch den 6- unb Donnerstag ben 7. September d. I.:
bis 130 Elchenstämme von 15—47 Ctnr. Durchm. und 2—16 Mtr. Lange-
590 Ficktenstämme von 15—42 " ~ 18-35
Äorn
Auf dem Markt
II. Brennholz.
Freitag den 8- September.:
80 Rrn. Bnchen-Sckeitholz,
100 Rm. Buchen-, Eichen-, Nadel- und Weickholz-Prügel,
282 Rm. Buchen-, Eicken- und Nadelholz-Stocke,
4000 Buchen-, Eichen- und Nadelholz-Wellen.
Der Anfang und die Zusammenkunft ist am Hattenröder Vicinalweg im Eich- mald. jedesmal Morgens 9 Uhr.
Gegen genügende Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis Martini 1877 gestattet.
8 ich, den 28. August 1876. (4505
Grobherzogliche Bürgermeisterei Lich.
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