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Vermischtes.
,r „ Trey sa, 20. Mai. Gestern büßte eine Frau, um ihre jungen Gänse zu retten, ihr Leben ein. Die Ehefrau eines Bahnwärters auf der Bahnstrecke zwischen Wiera und Treysa wurde durch den von Frankfurt kommenden Schnellzua 7, im Geleise vor dem Wärterhaus 83 gefaßt und aetödtet- Die Frau wollte kleine Gänse von der Bahn treiben und entfernte sich bei Ankunft des Zuges zu spät aus dem Geleise; wahrscheinlich hatte sie durch den entgegengesetzten Wind die schnelle Annäherung des Zuges nicht gehört und konnte trotz des vom Locomotioführer gegebenen Warnungssignals nicht rasch genug wegkommen. Möge dieser Unglücksfall vielen auf der Bahn beschäftigten Leuten zur Warnung dienen.
Darmstadt- In A- Bergsträßer's Verlag dahier ist eine kurzgefaßte Broschüre erschienen, betitelt: .Die kirchenpolitischen Gesetze in Hessen und Württemberg. Send- schreibel: eines Württemberger's an die Katholiken in Hessen," welche wir nur als eine aufrichtig wohlmeinende Friedensstimme bezeichnen können. An der Hand der That- sachen ist darin nachgewiesen, daß in Württemberg seit 55 Jahren dieselben Kirchen- gesetze, welche jüngst nach dem Vorgänge Preußens in Hessen eingeführt wurden, bestehen und daß dabei der Staat und über eine halbe Million Katholiken, Geistlichkeit und Gememden friedlich ihren Verpstichtungen und Obliegenheiten nachkommen, ohne daß, das Gesetz und der Strafrecurs in Anspruch genommen werde. Mit Würde und Gründlichkeit werden die Phrasen der Hetzkaplanpresse widerlegt, welche die Katholiken, als in ihrem Glauben geschädigt, verwirren und zum Widerstand aufreizen, und aus dem thatsächl'chen Confessionsfrieden in Württemberg wird der Schluß gezogen, oaß es in Heffen ebenso sein könnte und sollte.
Bad Driburg, 24. Mai. Gegen 10 Uhr heute Morgen erhoben sich in der Mitte der Stadt dichte Rauchwolken. Schon Stunde später brannten 5 Häuser, und zwar in größeren Entfernungen von einander, indem der trockene Westwind brennendes Stroh über die Stadt trieb. Es war unzweifelhaft, daß ein großer Theil der Stadt verloren sei, da die unter den Pfannen liegenden Strohdocken bei der großen Dürre wie Pulver zündeten. Das Feuer ist durch eine Dampfschneideret (Müller Brockmann) entstanden, bei der mit Kohlen uno Holzsägemehl geheizt wird. Augenblicklich — 7 Uhr Abends — ist der Brand als begränzt zu betrachten und liegen zwischen 50 und 60 Häuser in Asche. Die Länge der viereckigen Brandstätte beträgt 500, die Breite 400 Fuß. Menschenleben sind nicht verloren, nur ein Töpferei-Arbeiter ist gefährlich verletzt. Jndeß ist das Unglück ein sehr großes, da zum großen Theil der ärmere Stadttheil betroffen wurde, dessen Bewohner nur schlecht versichert haben. Die beiden hiesigen Bäder, das gräflich v. Sierstorpff'sche und das Kaiser-Wilhelm- Bad, so wie die zu denselben gehörigen Gebäude sind verschont geblieben. Außerordentlich verdient hat sich die Paderborner Feuerwehrum unsere Stadt gemacht; sie traf bereits 2Vr Stunden nach entstandenem Brande mit Extrazug hier ein, und ihr ist eS hauptsächlich zu danken, daß der Ausdehnung des Brandes endlich Schranken gesetzt werden konnten.
d-s Oeconom-n Frt-drich H-ß um Baunlaubniß.
ihre? Wohnhauses. $,Itmann Ww. um Genehmigung d-, Umbaue,
11. Gesuch des Metzgers Friedrich Möhr und d-s Georg Sticber um
Genehmigung des Umbaues ihrer Wohnhäuser.
t besuch des Schneidermeisters K a r l L ° t h um Genehmigung des Umbau-,
seines Wohnhauses. u 3
und mehr verschwindende Negerbevölkerung ersetzen sollen, nachdem der mit orientalischen Kulis gemachte Versuch erfolglos war. .
Nach dem oben erwähnten Prospekte müssen die Auswanderer vor ihrer Einschiffung eine Erklärung unterzeichnen, mit der sie „für immer jedwelcher Reclamation oder Hülfe an und von der brasilianischen Regierung entsagen, außer dem Schutze, den die Lckndesgesetze jedem Fremden sichern" ; ferner müssen sie anerkennen, „daß sie kein Recht haben, von der Associa^äo mehr als die freie Passage zu verlangen." So liegt es denn auf der Hand, daß diese bedauernswürdigen Leute bezüglich der Löhne und sonstigen Engagements-Bedingungen der Willkür der der Associated angehörigen Plantagenbesitzer anheim gegeben sind, und zwar um so wehrloser anheimgegeben, als das brasilianische Gesetz über die Dienstverträge vom 11. September 1837, gegenüber ausländischen Dienstboten und nur solchen, körperlichen Zwang behufs Jnhaltung des Dienstverhältnisses während der Contractsdauer, bezw. darüber hinaus, bis zur Abzahlung der von dem Dienstherrn geleisteten Vorschüsse gestattet und unter Anderem den Dienstherrn auf die Ergreifung eines entlaufenen Knechtes, wenn er Ausländer ist, eine Prämie auszusetzen berechtigt.
Bei dieser Sachlage halten wir es für eine Pflicht der Presse, auch ihrerseits — wie dies Seitens der Behörden wiederholt schon geschehen, — die auswanderuugslustige Bevölkerung vor den Gefahren wiederholt und eindringlich zu warnen, denen sie durch die Speculation gewinnsüchtiger Auswanderungs-Unternehmer und Agenten entgegengeführt wird. (Karls. Ztg.)
Karlsruhe, 29. Mai. Die zweite Kammer hat eine Petition der Altkatholiken Durlachs um Mitbenutzung der dortigen Schloßcapelle an die Staatsregierung überwiesen mit dem Wunsche, die Birte bei der Reichsverwaltung als Eigenthümerin thunlichst zu unterstützen.
IlranLreich.
Paris, 28. Mai. Am 15. Mai begannen die Vorlesungen in der neuen Ober-Kriegsschule. Die Zahl der Osficiere, welche die Prüfung bestanden, beträgt 130; 340 hatten sich zur Prüfung gemeldet. — In Toulouse und Umgegend wüthete seit dem 25. d. Mts. drei Tage lang ein furchtbarer Sturm mit Regen und Schnee; die nächste Erndte ist stark beschädigt.
Paris, 29. Mai. In der Deputirten-Kammer antwortete der Minister des Aeußern, Herzog v. Decazes, auf eine betr. Anfrage Naquet's, er verzweifle nicht, die Uebereinstimmung unter den Mächten hergestellt zu sehen. Diese Erklärung wurde von allen Seiten der Kammer beifälligst ausgenommen.
Paris, 29. Mai. Das an der Börse verbreitete Gerücht von einer Auflösung des Syndicats, welches sich seiner Zeit unter Betheiligung des Comptoir d'Escompte behufs Berathschlagung über die ägyptischen Finanzen constituirt hatte, wird für unbegründet erklärt. Das Executiv-Comitä dieses Syndicats hat mit Blignieres conserirt, welcher morgen nach Aegypten abreist. Seitens des Syndicats wird Laury als Repräsentant delegirt, welcher sich am Freitag nach Aegypten begeben wird.
13. Gesuch des Heinrich Schäfer um Bauerlaubniß.
14. Gesuch k>es Georg Konrad Simon um Angabe eines Zufuhrwegs seinen Grundstücken zwischen Seliersthor und Neustadt. u
15. Versteigerung von Waldculturarbeiten.
16. Weganlage auf dein Friedhof.
17. Decretur von ärztlichen Gebühren._______
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England.
London, 29. Mai. Die englische Regierung ist offenbar bestrebt, gegen jedwede Möglichkeit gewappnet im Mittelmeer auftreten zn können. Der Bau unfertiger Kriegsschiffe wird dem Vernehmen nach beschleunigt, die Arbeiterzahl vermehrt. Die Festungen Gibraltar und Malta werden verstärkt und theilweise in einer den modernen Bedürfnissen besser entsprechenden Weise ausgerüstet. Schon am Freitag sollen die Marinebebörden, einer Mittheilung der „Times" zufolge, in Portsmouth sich über die Zeit und Kosten vergewissert haben, welche die Ausbesserung und Fertigstellung der Kriegsschiffe Thunderer, Inflexible und einiger andern in Anspruch nehmen würde. — Die deutschen Panzerfregatten Kaiser, Deutschland, Kronprinz und Friedrich Karl setzen, nachdem sie Kohlen und Proviant eingenommen, ohne Verzug ihre Fahrt von Plymouth aus fort.
Spanien.
Gibraltar, 28. Mai. Ein deutsches Panzergeschwader, aus 4 Schiffen bestehend, passirte ostwärts längs der marokkanischen Küste steuernd, am Donnerstag Abend zwischen 9 und 10 Uhr die Meerenge, ohne hier anzulegen.
Türkei.
Konstantinopel. Die Regierung läßt in ihren Blättern erklären, die Besorgniß der Staatsgläubiger, daß eine Herabsetzung des Capitalwerthes ihrer Rententitel in Aussicht genommen sei, entbehre jedes Grundes. Die Regierung denke nicht an eine solche Maßregel und werde derselben niemals zustimmen. — Es bestätigt sich, daß die französische Regierung für die Wittwe und die Hinterbliebenen Kinder des ermordeten Consuls Moulin 600,000 Frcs. verlangt.
Konstantinopel, 29. Mai. Ein türkisches Geschwader unter Hobart Pascha wird zu Uebungs-Zwecken nach dem Archipel absegeln. In der Gegend von Novibazar sollen Truppen concentrirt werden. Es ist die Auszahlung des rückständigen Soldes für die Truppen beschlossen. Amtliche türkische Telegramme bestätigen die Unterdrückung des Aufstandes in Bulgarien. Die Vorschläge der Mächte werden demnächst der Pforte osficieü mitgetheilt. — Die Nachricht, daß neuerdings die Verpachtung der Zehnten in Bosnien ausgeschrieben sei, beruht auf Mißverständniß; die Pforte hat erst vor Kurzem die entschiedene Erklärung abgegeben, daß sie die betreffs dieses Punktes den Mächten gegenüber eingegangenen förmlichen Verpflichtungen auch genau einhalten werde.
Konstantinopel, 30. Mai. Amtlich wird gemeldet: Auf einstimmigen Wunsch der Bevölkerung ist Sultan Abdul Aziz entthront und der präsumtive Thronfolger Murad zum Sultan proclamirt.
Salonichi, 29. Mai. Gestern sind vier weitere Urtheile gefällt wor- den, und zwar eins auf Tod und drei auf Zwangsarbeit.
Lokal-Notiz.
Gießen, 29. Mai* In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag, den 1. Juni 1876, Nachmittags 4 Uhr, im Rathhaussaale folgen:
1. Die Wahl der Einschätzungs-Commission für die Einkommensteuer.
2. Definitive Besetzung der Lehrerstelle an der dritten Elasse der höheren Mädchenschule.
3. Die Oberhessischen Eisenbahnen betr.
4. Vergütung für abgetretenes Straßengelände.
5. Fristgesuche auf Rückstände zur Stadtkasse pro 1875.
6. Bedürfnisse für^die städtischen Schulen.
7. Die städtische Sandgrube am Schiffenberger Weg.
& Die Bewässerung der Wiesen am Rödger Weg.
Bonn, 18. Mai. Auf heute waren 140 Personen vor das hiesige Zuchtpoltzei- gericht geladen, um sich wegen der Beschuldigung, in der Braunschweiger Lotterie gespielt zu haben, zu verantworten. Der Collecteur wurde zu 100, die Spieler zu je 3 M. und Tragung der Kosten verurtheilt.
— Der General-Secretär des Landwirrhschaftlichen Provinzial-VereinS in Münst er richtet folgende beherzigenswerthe Warnung an die Forstwirthe: „Die zahlreichen und heftigen Stürme im Monat März haben bekanntlich in unseren Waldungen große Verwüstungen angerichtet; zahlreiche Lücken sind gerissen; viele Stämme vereinzelt geworfen oder doch in ihren Wurzeln so gelockert, saß ihr Wachsthum gestört ist. Diese Schäden treffen die Forstbesitzer um so schwerer, als durch die Ueberfüllung des Marktes auch die Preise gedrückt wurden, so daß jetzt Mancher in Unmuth das geworfene Holz int Walde liegen läßt. Hierdurch entsteht aber eine außerordentliche Gefahr. In den Kiefern-Waldungen nämlich legt in solchem tobten und kranken Holze der Borkenkäfer seine Brutstätten an. Schon sind dieselben zahlreich vorhanden, und wenn sie nicht vor Mitte Juni zerstört werden, so wird eine ungeheure Vermehrung dieses gefährlichen Feindes Statt finden. Der Käfer wird zunächst in den tobten und kranken Stämmen weitere Brutstätten suchen, findet er aber dort kein Unterkommen mehr, so bohrt er auch die ganz gesunden Hölzer an und vernichtet dieselben. Auf diese Weise sind vor einigen Jahren in Folge von Windbruch in Böhmen, Preußen und Posen Forstschäden entstanden, die für viele Millionen Werth vernichtet haben, ganze Quadratmeilen hoffnungsvoller Waldungen zerstörten und zuletzt durch die schärfsten und kostspieligsten Maßregeln bekämpft werden mußten. Die Gefahr ist sehr groß und dringend. Die Maßregeln dagegen müssen, wenn sie überhaupt helfen sollen, vor Mitte des Monat? Juni durchgeführt werden. Bis zu dieser Zeit muß sämmtliches Kiefernholz, sowohl das tobte als das kranke, aus den Waldungen ober beren Nähe entfernt sein, ober ti müssen die tobten unb kranken Stämme wenigstens sorgfältig entrindet und bie Rinde verbrannt sein. Wer biefe Maßregeln versäumt, ber schäbigt nicht nur feine eigenen Walbungen, sondern bringt auch bie seiner Nachbarn unb schließlich bas ganze Land in Gefahr. Die guten Wirthe wissen das und haben längst Maßregeln ergriffen; Mancher aber zaudert, weil er denkt, es könne ihm doch nicht helfen, so lange der Nachbar nicht räumt. Leider ist auch die Zahl derer sehr groß, welche gleichgültig ober nachlässig bleiben. Möge daher Jeder nach seinen Kräften dazu beitragen, die drohende Gefahr abzuwenden."
München. 15. Mai. Eine thurmhohe photographische Aufnahme. Jener Spenglergehilfe, welcher die Abnahme des Kreuzes vom Thurme ber Petcrskirche vollzogen hat, erkletterte gestern mit großer Waghalsigkeit die äußerste Spitze des Pcters- thurmes unb ließ sich, nur mit ber linken Hanb an bei Spitze festklammernd unb bic Rechte auf das Herz gelegt, in biefer Stellung abphotographiren. Die photographische Abnahme erfolgte vom Thurme ber benachbarten hl Geistkirche aus. In solcher Höhe und unter solchen Umständen hat sich wohl Niemand noch photographiren lassen.
— Amerikanische Zeitungen erzählen: Die Centennial-Ausstellung in Philadelphia wirb den Besuch ber 116jährigen Frau Mella Dobd aus Bowling Green, Kentucky erhalten. Die alte Dame würde sich den Beschwerden der Reise vielleicht nicht aussetzen, aber ihre Töchter, zwei Jungfern von 83 resp. 94 Jahren haben es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, nach Philadelphia zu gehen unb sie kann bie „Kinber' boch unmöglich allein ben dort brohenben Gefahren unb Versuchungen ausfetzen.
Wirthschaftliches.
Rothe Tinte zum Zeichnen der Wäsche läßt sich nach Th. Wegler, (Bayer. Jnb.- unb Gewerbeblatt) in folgenber Weise darstellen: Man verdünnt Huhn- eiweiß mit etwa dem gleichen Volumen Wasser unb rührt bie Flüssigkeit mit einem Glasstab so lange lebhaft um, bis sie gehörig Schaum bildet. Dann filtrirt man durch feine Leinewand und mischt fein zerriebenen Zinnober auf bas Innigste mit bent Filtrat, woburch man bei genügenbem Zusatz be§ Zinnobers eine bickliche Flüssigkeit erhält. Diese trägt man auf die zu zeichnende Wäsche mit einem Federkiele auf unb überfährt nach dem Trocknen die Rückseite der bcfchriebenen Stelle mit einem heißen Plätteisen, wodurch das Eiweiß coagulirt und die Schriftzüge auf dem Gewebe dauerhaft fixirt werden, so daß sie von Seife, Alkalien und Sauren nicht angegriffen werden- Obige Tinte läßt sich in gut verschlossenem Glase lange aufbewahren, ohne den suspen- direnden Zinnober abzuscheiden. ____
Landwirthschaftliches.
Klee oder Kleegras? Zur Frage, ob es besser sei. reinen Klee oder Klee unb GraS im Gemenge zu bauen, schreibt die Wiener landwirthschaftlichc Zeitung, bafe
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