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Berfaiüe-, 29. März- Sitzung der Kammer der Devutirten. Bei Gelegenheit der Verification der Wahl des Deputirten Guyho (Republikaner) im Departement Finisterre macht der bonapartistische Deputirte Prax-PariS der republikanischen Majorität den Vorwurf der Parteilichkeit, da sic nur die Wahlen politischer Gegner für ungültig erkläre^ Die Wahl Guyho's wurde mit großer Majorität für gültig erklärt. Die Sitzung war sehr bewegt.

Italien.

Rom. Es ist bekannt, daß ein Sohn des Königs Victor Emanuel in die unselige Fälschungs-Angelegenheit verflochten und verhaftet worden sei. Es ist Graf Vittoria Mirafiori, der Sohn des Königs aus seiner zweiten morga­natischen Ehe; er ist Osficier und seit einigen Jahren mit einer reichen tosca Nischen Erbin, einer Gräfin Larderel. verheirathet. Wie der junge Mann dazu kam, Weichsel auf den Namen seines königlichen Vaters zu fälschen, ist ein bis­her unaufgeklärtes Räthsel. Der Haftbefebl, den der Gerichtshof von Bologna gegen ihn erlassen haben soll, ist allerdings kein Beweis seiner Schuld an dem ihm zugeschriebenen Verbrechen; jedoch muß angenommen werden, daß der Ge­richtshof nicht ohne die zwingendsten Verdachtsgründe jene Maßregel gegen den Sohn des Königs ergriffen habe.

Rom, 29. März. Biancheri hat mittelst Schreibens das Präsidium der Kammer niedergelegt. Nachdem Depretis erklärt hatte, daß Biancheri das volle Vertrauen des neuen Cabinets genieße, und nach Vertrauens-Kundgebun­gen von Seiten Minghetti's und Crispi's lehnte die Kammer einstimmig die Demission Biancheri's ab. Auf die Erklärung des Minister-Präsidenten Depretis, daß das Cabinet Zeit zur Prüfung der früher eingebrachten Regierungs-Vor­lagen beanspruche, beschloß die Kammer, sich bis 25. April zu vertagen.

Spanien.

Madrid, 28. März. Der Minister - Präsident Canovas del Castillo hat den Cortes als constituirender Versammlung den neuen Verfassungs-Ent­wurf vorgelegt und zugleich das königliche Decret verlesen, wodurch das Mini­sterium ermächtigt wird, die Verfassungs-Frage den Cortes zu unterbreiten. Der vorgelegte Verfassungs-Entwurf stimmt mit den von den Notabeln ausgearbei­teten bezüglichen Vorlagen überein. Der Minister-Präsident wies auch darauf hin, daß die Initiative für die Einbringung einer solchen Vorlage wohl der Regierung gebühre.

Türkei.

Ragusa, 29. März. Eine soeben veröffentlichte, Wassa Effendi unter­zeichnete und Ragusa, 28. März datirte Proclamation kündigt an, indem sie an den bekannten Reformerlaß anknüpft, daß die Frist, innerhalb welcher die versprochene Amnestie in Kraft tritt, auf 4 Wochen, vom 24. März an ge­rechnet, festgesetzt ist. Die binnen dieser Frist Heimkehrenden und die Waffen Niederlegenden genießen außer den in dem Reformerlaß aufgeführten Vortheilen noch Befreiung von dem Zehnt auf ein Jahr und Befreiung von allen sonsti­gen gesetzlichen Steuern auf zwei Jahre. Alle Diejenigen, welche nicht zurück­kehren, werden nicht nur der in dem Reformerlaß versprochenen Wohlthaten verlustig, sondern es wird auch ihr Besitz verkauft und der Erlös unter die Heimkehrenden vertbeilt.

Verwischtes.

AuS Rheinhessen, 30. März. Zum Beweise, daß ungeachtet der Kirchen­steuer die freiwillige Liebesthätigkcit für wohlwollende Vereine in den evangelischen Gemeinden unseres Landes nicht zurückzugehen scheint, dürfte die Erwähnung in ihrer Zeitung Platz finden, daß z. B. die letzte Hauscollecte für die Stiftung des Gustav- Adolf-VereinS in der 1200 Seelen zählenden Pfarrei Bosenheim, im Zweigverein Wöllstein, einen Ertrag von 164 Mark 27 Pf., an welchem sich auch die Filialgemeinde Pfaffenschwabcnheim, wie früher in sehr ehrender Weise bethetligte, geliefert hat. Wenn Gemeinden bet ihrer Opferwilligkett für ihre eigenen kirchlichen Bedürfnisse, gleichwohl der Armen nicht vergessen und ihren Liebessinn auch nach Außen durch Unterstützung segensreich wirkenden Anstalten und Stiftungen bcthättgen, so verdient daS ohne Zweifel gebührende Anerkennung, so wie andern Gemeinden zur Nacheiferung empfohlen zu werden.

-- (Auch nickt übel.) DemKurier f. 97.* schreibt man aus Augsburg: Au8 einer ziemlich verlässigen Quelle erfahre ich folgende Sensations Nachricht: Vor einiger Zeit wurde der alsexcentrisch" bekannte Dr. med. B. in das diesige Irrenhaus ver­bracht. Nachdem derselbe sich in dieser Anstalt längere Zeit fleißig mit dem Studium seiner Wissenschaft beschäftigt hatte, verlangte er, daß man ihn entlasse, um sich für den Concurs zum Staatsexamen vorzubereiten Die Direction des Irrenhauses wei­gerte ihm die Entlassung und nun sann derIrre" auf Mittel, zu entkommen. Ver­gangene Woche wurde Dr. B- auf einmal vermißt. An seinem Fenster fand sich eine Strickleiter angebracht und auf dieser hatte er das Weite gesucht. ES wurden hierauf Nachforschungen gegen den Flüchtling aus dem Jrrenhauie angeftellt, sogar soll die Polizei requirirt worden fein; doch vergeblich. Da kommt eines Tages nach Wochen Dr. B- selbst zum Director des Irrenhauses mit dem Nachweis in der Hand, daß er inzwischen das Staatsexamen als Mediciner absolvirt habe!

(Englische Justiz.) Vor den Assisen in Manchester wurde am 11. März ein Mann, Eharlos Taylor, zu lebenslänglicher! Zuchthausstrafe verurtheilt, weil er durch einen Drohbrief versucht hatte, Geld zu erpressen

(Gerichtsscene.) Sara Steele, eine junge Frau, steht vor den Assisen in Birkenhead unter der Anklage der Bigamie. Beide Gatten sind gegenwärtig. AlS sie ihren ersten Ehemann erblickt, wirft sie sich ihm an den Hals und ruft auS: Alex, bist Du eS? Ick glaubte, Du wärest in Glasgow gehenkt worden!

Wirthfchaftlichcs.

Salz dlS Dünger. Die Resultate fast aller bis jetzt auSgeführten Versuche deuten darauf hin, daß die günstige Wirkung des Kochsalzes am meisten gesichert sei auf einem humusreichen, sandigen Lehmboden von durchlassender Beschaffenheit. Je reicher der Boden an humosen Stoffen sei, desto größere Mengen von Kochsalz könnten ohne Gefahr eines nachtheiligen Einflusses Anwendung finden. Dagegen sei die An­wendung dieses Düngemittels auf einen dürren Sandboden und mehr noch auf einem rShthonigen oder einem lettigen und stark eisenschüssigen Boden immer eine sehr be­denkliche, indem unter solchen Bodenverhältnissen oftmals schon verhältnißmäßig ge­ringe Mengen von Kochsalz die Keimkraft der Samenkörner und auch die Entwicklung der ganzen Pflanzen sehr beeinträchtigen. Ein vorherrschend feuchtes Klima oder eine ziemlich nasse Witterung könne jedoch bei Bodenarten der zuletzt erwähnten Beschaffen­heit besonders auf Wiesen, die nachtheilige Wirkung des Kochsalzes hindern und selbst in eine günstige verwandeln. Auffallender Weise hat man bei der Kultur von Gerste die durchscknitllick günstige Wirkung deS Kochsalzes beobacktet-_________________________

Literarisches.

Von Hallberger'S Prachtausgabe Shakespeare's sämmtlicher Werke, illustrirt von Sir John Gilbert (Verlag von Eduard Hallberger in Stuttgart), ist soeben der 3. Band vollständig erschienen. Nickt nur die Pracht der markigen Illu­strationen und die gediegene Eleganz der äußeren Ausstattung zeicknen diese Ausgabe vor allen anderen au§, ein ebenso großer Werth liegt in den Einleitungen zu jedem einzelnen Werke, die klar und eingehend geschrieben, das Verständnitz wesentlich fördern und zugleich in ebenso objektiver, als geistreicher Weise die Werke kritisiren. Was

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Sw« $etanu* -Forderungen an farbenen Schulütt'e M Heuchelheim fl® een geltend zu M«h M Reguli« kem

Heuchelheim, 3U ssroßherzoglichcs^O

speciell die Illustrationen von Sir John Gilbert anbetrifft, so sind dieselben ein»* in ihrer Art, wahre Meisterwerke im Geiste des großen Dichters ausgefübrt «Ä W 9«»«« «faeinen biejmtgm SDtamen, w-Ich- Schlei bctannlll» unlw-r! trefflich übersetzt hat, tn einer neuen Revision von Friedr. Bodenst edt die ieda^ mit größter Pietät gegen den Meister der Übersetzung durckgeführt ist.' Um dem Prachtwerk auch äußerlich em würdiges Gewand zu geben, ließ die Verlagsbuchhand­lung sehr elegante Einbanddecken Herstellen, welche zu einem billigen Preise ru berieb-» sind. Die Ausgabe des Werkes soll übrigens jetzt so beschleunigt werden, daß d..si>lbe bis Ende Marz vollständig vorliegt. Wir können unfern Lesern die Anschaffung dieser Prachtausgabe, die die warme Anerkennung, welche ihr von allen Seiten ru Tbeil wird, im vollsten Maße verdient, nur angelegentlichst empfeblen.

Ein praktischer Arzt, Dr. medicin. A. Groy en Stabsarzt a D in Hamburg gibt nach einem Redactions-Artik. d. Brest. Jnt.-Bl. über Dr. Tiedemanns vielfach empfohlene chinesische Pen-tsao-'Bräparate gegen Schwächezustände nachstehender medicinische Urtheil ab: Die schwere Aufgabe, gegen Schwächezustände ein sicher wir­kendes Mittel zu erfinden, bat Herr Dr. L. Tiedemann in Stralsund in glänzendster Weise gelöst. Ick kann der Wahrheit gemäß attestiren, daß ich die Dr. Tiedemann'schen ?6n-t8L0-Mittel, bestehend au5 einem Elixir und Balsam*), für die weitaus besten wirksamsten und zugleich nützlichsten aller bis jetzt oorkommenden gleichnamigen Prä­parate halte. Es finden sich nämlich keine Stoffe, welche momentan reizen, scheinbar bte Schwache beseitigen, sondern solche, welche in der That im Stande sind, durch Verbesserung der Blutmasse und Stärkung des Nervensystems indirect eine rasche und sickere Wirkung herbeizusühren. Diese beiden Präparate verdienen somit in den ersten Rang aller bis jetzt bekannten und bewährten Mitteln dieser Art gestellt zu werden und sind besonders den Patienten, welche nutzlos andere Mittel gebraucht haben als ein heilbringendes und fast unentbehrliches Kraftmittel mit Recht zu empfehlen.

*) In Betreff der Bezugsquelle verweisen wir gleichzeitig auf den Jnseratentheil dieses Blattes. D. Red.

Alle» Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Gesundheits-Mehlspeise: HUM» KL.

Seit 30 Jabren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheitsspeise widerstanden and bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-. Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Biutauf. Iteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. Ein Auszug aus 80,000 Certificaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Certisicate vom Professor Dr. Wurzer, Geh. Medicinalrath Dr. F. W. Benecke, ordentlicher Profesior der Medicin an der Universität Marburg, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Ded6, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brehan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.

Abgekürzter Auszug aus 80,000 Certificaten.

Brief von der hochedlen Marquise de Br 6Han.

Neapel, 17. April 1862.

Mein Herr! In Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furcht­baren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder ;u schreiben, hatte ein Zittern aller Nerven im ganzen Körper schlechte Verdauung, fort­währende Schlaflosigkeit und war in einer steten Nervenaufrequng, die mich hin und her trieb und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ, dabei im höchsten Grade melancholisch. Viele Acrzte, sowohl Engländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung meiner Leiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre Revalescicre versucht, und jetzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage ick dem lieben Gott Dank. Die Revalescicre verdient das höchste Lob, sie hat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, meine >esellschaftliche Stellung wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner innigsten Dankbarkeit und vollkommenen Hochachtung.

Marquise de Bröhan.

Nr 75,877. Florian Köller, K. K. Militärverwalter, Großwardein, von Lungen- und Luftröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75,970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels-Lehranstalt Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenzerrüttung.

Nr. 65,715. Fräulein de Montlouis von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.

Nr. 75,928. Baron Siamo von lOjähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.

Die Revalescicre ist vier Mal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.

Preise der Revalescicre V2 Pfund Mk. 1,80 Pf., 1 Pfd. Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd. Ml. 5,70 Pf., 12 Pfd. Mk. 28,50 Pf.

Revalescicre Chocolalee 12 Taffen Mk. 1,80 Pf., 24 Taffen Mk. 3,50 Pf., 48 Tassen Mk. 5,70 Pf. u. s. w.

Revaiesciere Biscuiten 1 Pfd. Mk. 3,50 Pf., 2 Pfd. Mk. 5,70 Pf.

Zu beziehen durch Du Barry & Co. in Berlin, W. 2829 Passage (Kaiser-Gallerie) und 163164 Friedrichsstraße, und bet vielen guten Apothekern, Droguen- Specerei» und Delicateffenhändlern im ganzen Lande.

In Gießen zu haben bei Müller L Schwager. (24

Eingesandt.

Der Theaterdirector Herr Leopold Püschel gab in dieser Woche, von Mar­burg kommend, wieder zwei Vorstellungen, die von dem leider an beiden Abenden sehr spärlich versammelten Publikum recht beifällig ausgenommen wurden. Die ausgezeich­neten Kräfte über welche berfelbe verfügt, befriedigten allgemein, und eS bliebe nur zu wünschen, daß das hiesige Publikum deren Leistungen, durch zahlreichen Besuch der Vorstellungen, mehr als bisher würdigen und dem um die Theateroerhältnisse unserer Stadt sich sehr verdient gemacht habenden Herrn Director Püschel damit die Beweise seiner Theilnahme und Sympathieen geben wollte, welche allein denselben zu ferneren Anstrengungen gewiß veranlassen würden.

Mehrere Theaterfreunde.

Frilchbäckcr ?u Gießen.

Sonntag, den 2. April 1876. Hermann Spieß in der Wallthorstraße, K. Plank in der Wolkengasse, A. Noll aus der Mäusburg. iiiMiiiiinTiiiüiiiHiTi'iWiBiiBiniMiiiiBimi iiiiiiihmi in i nun iriwaMMT I Kirchliche Anzeigen I dcr cvlingclische» Gemeindc zu Gießcu. I

Gottesdienst.

Sonntag, den 2. April.

Morgens: Pfarrverwalter Schlosser.

Nachmittags: Pfarrvicar Schöner.

(Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 2. bis 8. April besorgt Pfarrverwalter Schlosser.)

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Dienstag bett Vorrniiü Mn auf dem hiesig! «erben:

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