Samstag, den 1. April
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Ailfeige- iinb Amtsbliit für ben Kreis Gieße«
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20. April vertagt.
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Dänemark.
die
Abgeordneten-Kammer, bezw. der linke Vereinigung bilden werde, ist dem Vcr-
hcutigen General-Versammlung der Actio-
ein Theil der liberalen Fraction der Flügel derselben, eine besondere freie
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am L April. - Ml i ;.i seiner Wohnung - l
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Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags.
Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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ächsiscken Negierung zu überlassen.
Aus Elsatz-Lothringen, 28. März. Zu welch bedauerlichen Con- cquenzen das zähe Festhalten an der französischen Gesetzgebung in der Verwaltung von Elsaß-Lothringen führt, zeigt die Thatsache, daß der Gcmeinderath eenes kleinen Ortes jüngst nicht in der Loge war, Maßregeln zum Schutze gegen die Hochflut!) zu berathen, weil die nach jener Gesetzgebung erforderliche Erlaubuiß zur Abhaltung einer außerordentlichen Sitzung ausblieb. Es mag ein, daß sich, wie ein Correspondent der „Voss. Ztg." bemerkt, mit den französischen Verwaltungs-Einrichtungen leichter und bequemer regieren läßt, als mit deutschen und preußischen Institutionen — auf die Bequemlichkeit der Behörden aber kommt es denn doch nicht an.
Hegerreich. *
Wien, 29. März. Tie „Neue Fr. Pr." erinnert an die früher vom Finanzwinister im Abgeorduetenhause abgegebene Erklärung, daß die Regierung die Prioritäten der garantirten Bahnen nicht in nothleidendem Zustande lassen werde, und will erfahren haben, daß die Negierung sich mit dem Plane trage, diesen Prioritäten eine Art von Titres-Garantie zu gewähren und stch überhaupt ernsthaft mit der Fortsetzung der Action zur Sanirung der Bahnen befasse.
Pesth, 29. März. Die Minister werden morgen nach Wien abreisen. Die Eonserenzen beginnen dort am Freitag. — Im Deputirtenhause beantwortete Tisza die Interpellation wegen eventueller zwangsweiser Heimsendung der Flüchtlinge aus der Herzegowina dahin: Die bisher geübte Gastfreundschaft könne Ungarn nicht verpflichten, auch dann noch schwere Opfer zu bringen, wenn den Flüchtlingen die Heimkehr möglich geworden. — Die Sitzungen sind
Deutschland.
Berlin, 28. März. Die öffentliche Aufmerksamkeit wird durch die von der „Allg. Ztg." mit großer Sicherheit gebrachte Nachricht beschäftigt, der Kaiser Alexander II. von Rußland beabsichtige, sich aus Gesundheits-Rücksichten nach einem südlichen Klima auf längere Zeit zurückzuziehen und die Regentschaft dem Thronfolger zu übergeben. Tie hiesigen Blätter wagen nicht, ein Unheil über die Richtigkeit dieser Nachricht anszusprechen, sind aber einig darüber, daß dieser Schritt für Deutschland sehr zu bedauern sein würde, das in dem Kaiser seinen ausrichtigsten Freund besitzt. Der Großfürst Thronfolger ist allerdings nicht so deutschfeindlich, wie man behauptet hat. Als vor einiger Zeit der Kaiser bei einem Trinkspruche den Wunsch aussprach, daß die Freundschaft der gegenwärtigen Herrscher Deutschlands und Rußlands auf die Nachfolger übergehen möchte, hörte man den Thronfolger sagen: Gott gebe es!
Berlin, 28. März. Im Abgeorduetenhause ging vorgestern Nachmittag vom internationalen Post- und Telegraphen-Bureau in Bein folgende telegraphische Anweisung ein: „Telegraphische und postalische Verbindung mit Mexiko durch Revolution unterbrochen. Keine Telegramme mehr annehmen."
Berlin, 29. März. Zum Director des Reichsgesundheits-Amts ist nunmehr deffnitiv der Ober-Stabsarzt Dr. Struck berufen.
Berlin, 29. März. Wie man hört, beabsichtigt das Directorium der Berlin-Potsdam-Magdeburger Eisenbahn demnächst einen um Mittag von hier abgehenden besonderen Eilzug, jedoch mit zwei Wagenklaffen, einzurichten, welcher Abends bei guter Zeit in Frankfurt a. M. eintreffen und über Gießen rc. auch den Anschluß nach Ems erreicht, wo er gleichfalls Abends anlangen soll.
— Die nächste Sitzung der Reichs-Disciplinar-Kammer findet, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, voraussichtlich Anfangs April oder Anfangs Mai statt; in ihr kommt die Anklage wider den Grafen Harry v. Arnim zur Verhandlung. Der Zutritt zur Sitzung wird nur gegen speciell auszugebende Einlaßkarten gestattet werden.
Berlin, 29. März. Nachrichten aus Madrid zufolge haben sich viele Freiwillige gemeldet, die sich noch den nach Cuba zu schickenden Verstärkungen anschließen wollen. Neuerdings wurden wieder zwei Eavallerie-Regimenter nach der Insel geschickt. Seit der Besiegung der Carlisten ist die Beendigung des Aufstandes nur noch eine Frage der Zeit, und es gibt keine cubanische Frage mehr. Die Budget-Vorlage in den Cortes wird im Lause dieser Woche
ehmen nach vollständig unbegründet.
Leipzig, 29. März. In der , näre wurde der von der Regierung für die Bahn cfferirte Kaufpreis von 9 pCt. Rente zu eimm Courewerth von 700 Mk. cbgelehnt und beschlossen, die Bahn nur gegen eine lOprocentige Rente bei einem Courswerthe von 1000 Mk. der
Kopenhagen, 29. März. Das Folkething nahm in heutiger Sitzung Amendements der Linken zum Wehrgesetz mit 56 gegen 39 Stimmen an. Bei der Abstimmung über die solchergestalt abgeänderte Vorlage wurde dieselbe sodann mit 47 gegen 37 Stimmen abgelehnr und der Reichstag darauf durch
erwartet. r f
Berlin, 29. März. Es ist wahrscheinlich, daß die große Eisenbahn- ( Vorlage erst nach Ostern im Abgeordnetenhause zur Berathung gelangt. Mau ist nämlich entschlossen, keine commissarische Vorberathung eintreten zu lassen, sondern alle drei Lesungen im Plenum vorzunehmen; dies aber würde bei den Vorberathungen, deren die Fractionen bedürfen, schon an sich vor Ostern nicht mehr thunlich sein. Die Ferien sollen am Freitag den 7. April beginnen und bis 24. April währen. Schon in dieser Woche werden wahrscheinlich noch zwei Tage (morgen und Samstag) für die Commissionen freigelassen werden müssen, und auch in der nächsten Woche sollen nur drei Plenarsitzungen statt finden, weil jetzt Alles daran liegt, die Commissions-Arbeiten so zu fördern, daß in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten sämmtliche Berichte im Plenum zur Verhandlung kommen können. Jedenfalls sollen die Vorlagen in Bezug auf die Eisenbahnstrecken Halle-Sorau-Guben und Halle-Kassel noch vor den Ferien auf die Tagesordnung gesetzt werden.
— Von einem angeblichen Attentat auf den Kaiser wird in süddeutschen Blättern erzählt. Die Sache ist, laut der „Tribüne", aus einen thorichten Knabenstreich zurückzusühren, welchen ein auch sonst übel angeschriebener Schüler in Heilbronn ausgesonnen hat. Derselbe hat, nachdem ihm die Aufgabe eines Telegramms mit der Nachricht von einem beabsichtigten Attentate verweigert worden war, verworrene Angaben über eine Verschwörung gemacht, welche gegen das Leben des Kaisers gerichtet sei und der er selbst, ohne dies zu ahnen, als Mitglied angehört habe. Die Angaben haben sich in keiner Weise bestätigt. Auch existirt in Berlin gar kein Süddeutscher, welcher den Namen des angeblichen Attentäters führt. Die ganze Geschichte hat der Knabe offenbar nur ausgesonnen, um von sich reden zu machen.
Berlin, 29. März. Der „Prov.-Corresp." zufolge wtrd der Besuch des Kaisers bei der Königin Victoria in Baden-Baden am 3. oder 4. April stattfinden. - Der Director des hiesigen Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums, Ranke, Bruder des Historikers Leopold v. Ranke, ist heute Mittag gestorben.
Kiel 28. März. Das Kanonenboot erster Klasse, „Nautilus , welches vor Kurzem nach fast zweijährigem Aufenthalt in den spanischen Gewässern Meder in den hiesigen Hafen eiugeiaufen war, wird gegen ben 3 Apr.l nach Ostasten in See gehen, nm, vereint mit dem an ben Mf&n ßnften geM- beten internationalen Geschwaber, dem überhandnehmenden chinesischen P raten- chum ein Ende zu machen. Die Besatzungs-Mannschaften hat der ''Nautilus bereits gewechselt, und seine Ausrüstung wird m den nächsten Tagen so weit vollendet sein, daß er in See gehen kann.
München, 29. März. Die Mittheilung einiger Zeltungeii, wonach
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königliches Decret geschlossen.
Schweiz.
Bern, 28. März. Die Gotthardbahn-Directiou bezeichnet die Nachricht, daß sie dem Bundesrath erklärt habe, sie halte sich gegenüber seiner osficiellen Controle des Gotthardbahn-Baues für dessen gegenwärtige Krisis nicht verant- wörtlich, für ungenau.
Bern, 29. März. Der Bundesrath hat Deutschland und Italien em- geladen zu einer vorberathenden Conferenz in Bern in der ersten Maihälfte, )eren Ergebniß bei den Verhandlungen über Erledigung der Gotthardbahn-- Krisis als Grundlage dienen soll.
Irankreich.
Paris, 29. März. Wie amtliche Nachrichten aus Madrid besagen, hat der Einspruch des Vaticans gegen die Religions-Freiheit die spanische Regierung keineswegs überrascht; denn ein solches Auftreten konnte von dem Overhaupte der katholischen Kirche nur natürlich erscheinen. Die Negierung wird daher gegen diese Beschwerden weiter keinen Schritt thun; sie wtrd vielmehr, wenn der Zeitpunkt zur verfassungsmäßigen Lösung der religiösen Frage dämmen ist, nur die staatlichen Rücksichten in's Auge fassen, welche ihrer hohen Aufgabe entsprechen, den ausschließlich geistlicher Quelle entsprecheiiden Rücksichten aber keinen Einfluß auf ihr Handeln gestatten.
Paris, 29. März. Der französische Episcopat, der zur Gründung der katholischen Universität in Paris einen Verband geschloffen, wird sich morgen im erzbischöflichen Palast zu Paris versammeln und unter Cardinal Guibert s Vorsitz sich mit den Maßregeln zur Entwickelung dieses Werkes, zugleich aber auch mit Waddingtons Gegenwart beschäftigen. Der „Culturkampf" ist einstweilen nur noch ein Kampf um die Verleihung bei Universitätsgrabe, es hab aber ganz den Anschein, als solle er zu einem Kampf zwischen dem Episcopat und der liberalen Regierung und im letzten Grunde zu einem Kampf zwischen dem Episcopat unter Leitung des Jesuiten Ordens und der franzdstschcn Ne- publik gesteigert werden. n. „
Paris, 29. März, Abends. In der Sitzung der Amnestle-Commlffion des Senats haben die Minister Ricard und Dufaure die allgemeine Amnestie , bekämpft und sich mit Begnadigungen in einzelnen Fällen einverstanden erklärt.


