Ausgabe 
31.12.1875
 
Einzelbild herunterladen

25,000 Mark Erhöhung) für die Errichtung einer Botschaft (statt der bishen- gen Gesandtschaft) in Rom wird dem Reich-taze, derWeser-Ztg,- zufolge, noch nachträgliche Mehrforderung von 100,000 Mark für Errichtung eineS Perfammlungshanses für die Weltausstellung in Pbiladelpdia juzehen.

Man schreibt derAz- cm." nul Brüssel. 25. Decbr ^Dic Arbei« terbewaffnung uimmt ihren ßortgang. In Antwerpen, n Glent, überall wer­ten fortwährend die besten Waffen zu den niedrigsten Preisen verkauft. Große Flinten, neu, oder so gut wie neu, gehen }u 4 frei, da- Stück fort; gute neue Musketen mit Bajonnett werten für 6 Frcs. 50, Remington Gewehre mit Baionnett für 7 Frcs 50 los geschlagen. Die Dorrätbe, aus denen diese Waffen kommen, scheinen unerschöpflich, denn es werden jetzt sogar Reisende und Wiederverkäuscr für riese Artikel gesucht. Such werten fortwährend Metallpatronen zu Hunderten und Tausenden verkauft. Die Regierung stehl dem Allem glk'chgiltig Die Aufregung steigt mit jedem Tage.

Jtid) einer Mittheilung de- karserltch deutschen Eonfulats zu Batavia ist der Postdampfer der Linie Lmgipsre-Datavia, welchem bie qm 4. October fing Vrindist abgegangene deutsche Poft für Riederländifch«Indien (Bata­via u. s. iv.) überliefert worden war, untergeganzen. Paffagiere und Mann­schaft sind gerettet, die Rettung der Post tst nicht möglich gewesen.

Berlin, 28. December. Die Direction der Weltausstellung m Phila- delphia hat, durch vielfache Anfragen veranlaßt, ihren Beschluß dahin bekannt gemacht, daß der Verkauf und die gleichzeitige Ablieferung ausgestellter Gegen- stäute während der Ausstellung nickt gestattet werden wird, weil verhütet wer­den soll, daß das Ausstellungsgebäude, wie da- in Wien der Fall war, vorwiegend zum DerkaufSlocal werde. Die Commission »erlangt daher aus­drücklich, daß alle Gegenstände bl- zum Schluffe der Ausstellung verbleiben. Eine frühere Entfernung ist nur bet solchen Gegenständen gestattet, welche dem Verderben au-gesetzt sind.

Berlin, 2R. December. DerReichs-Auz." faßt die Urthetle der Rechtskundigen über die Strafbarkeit der Bremerhavener Untbat nach dem be­stehenden Strafgesetze dahin zusammen, daß dabei eine tode-würdige Ltrafthat nicht vorliegt, und schreibt dann weiter: Wenn man davon auSgehe, daß das Gesetz der gemeinsamen Rechtsüberzeugnng des Volkes Ausdruck geben solle, so werde im Hinblick auf den allgemeinen Abscheu vor tem Uebelthäter, der um betrügerischer Spekulation willen Hunderte von Menschen einem gräßlichen Tode preiSzugeben bereit war, gefragt werde,, muffen, ob da» geltende Straf­recht für Fälle wie der Bremerhavener auf der Höhe de- öffentlichen Bewußt­seins stehe. Werde diese Frage verneint, so sei auch die Verpflichtung anzu­erkennen. das Strafgesetz mit den sittlichen Gefühlen und der Rechtsansckauung des Volks in Einklang zu setzen.

Berlin, 29. December. DieProv.-Eorresp." wirft einen Rückblick auf das ablaufende Jahre, worin sie sagt: Angesichts der entschiedenen Durch, fübrung der Staatsgesetze seien weitere Anzeichen dafür hervorgetreten, daß die »traft zum weiteren ttampfe in der katholischen Geistlichkeit und Bevölkerung erlahme und die Sehnsucht nach dem kircklicken Frieden wachse, sowie unter den bisherigen streitbarsten Vorkämpfern der katholischen Sache ter Wunsch nach Frieden immer mehr Boden gewinne. Die Erfüllung dieses Wunsches werde freilich nur dann möglich fein, wenn die leitenden Äreife die Überzeu­gung gewännen, daß die Voraussetzung des Frieden- die allseitige und that sächliche Anerkennung der Staat-gesetze sei.

Karlsruhe, 29. December Die Handelskammer von Mannheim hatte beim Handels-Ministerium Maßregeln zum Schutze de- Publikums gegen Lchä digung diirch die mit dem 1. Januar m Wirksamkeit tretende Wertbloserklä rung ter auf Gulden und Tbaler lautenden Roten mehrerer Rotenbanke,, beantragt. Da- Handels-Ministerium hatte die- jedoch unter Hinweis auf die $$ 6 und 60 deS Reichsbankgesetzes mit dem Bemerken abgelehnt, daß die Handelskammer ibrerseits durch geeignete Bekanntmachungen einem drohenden Schaden deS Publikuinö vorzubeußen sich angelegen sein lasten könne. Dies hat, wie mitgetheilt, bereits die hiesige Handelskammer gethan, und auch die Eonstanzer, indem sic wiederholt eine ernste Warnung in obigem Betreff er gehen ließ.

den Gebern ihren Tank ans. Im Ganzen liefen 575 L 18 Sh für die Ver- unglückten ein, abgesehen von einer Menge Kleidungsstücke Bettzeug u. s. w. und mehreren Flaschen Lignac Ter größie Theil ter Gaben gelangte vor ter Abfahrt deS .Salier" in Southampton zu, Snihedung; was zu fpix kam wird nach Rew-Hork nachgesandt unt von dem dortigen deutschen General- Lonsul vertbeilt werden

London, 28. December. lieber den Untergang de- Ledrschiffes ,Go- liath" bringen die Blätter böchsi betrübeuda Einzelheiten, welche die Folgen des Unglücks v.el schrecklicher erscheinen laffen, als die ersten R'ckrichten. Es steht ziemlich fest, daß gegen 20 Knaben das Leben emgebüßt haben einige unter sehr beklagen-werthen Umständen. An dem Unfälle, der einen neuen düsteren Schatten auf das Weibnachtssest wirft, wird im großen Publikum ter regste Aulheil genommen z^WaS tie Entsiebung des Brandes betrifft. so stimmen die Angaben allerdmzs dann überein, daß das Umwerfen einer Petro­leumlampe ibn verursacht Habe. Vielleicht ob*r hätte do- wettere Hmntbtfrtreni der Flammen verhütet werden können, wenn nicht wie wenigsten- .Daikv Rews" zu berichten weiß buchstäblich Oel in s Feuer gezoffen worden wäre: ein Ai-.g stelltet auf dem Lckiffe soll nämlich einen Aiibel voll Del ins Feuer gcgostei. Haben, in dem Glauben, das Gefäß sei mit Wasser gefüllt. Wie tcm auch sei, das Feuer verbreitete sich mit fürchterlicher Schnelligkeit und die Anstrengungen der kleinen Matrosen, die wacker an den Pumpen arbeiteten, erwiesen sich bald als nutzlos. Man mußte an ihre Rettung denken und daS Lckiff aufacben. Als nun die Boote in's Waffer gelassen wurden, schlugen einige derselben um, obwohl die Mehrzahl d-r Suaben vortreffliche Schwim­mer sind, so gelang es dock nicht allen, da- Land zu erreichen. 2ehr unwillig äußerten sich Leute vomGoliath" darüber, daß vorbeif,beende Schleppdampfer, deren Namen man nicht kennt, keine Hülfe brachten, obwohl sie darum anze- rufen wurden. DerGoliath" war ein altes Linienschiff und seit dem Krim- kriege außer Verwendung gestellt; er hatte 70 Tonnen Sohlen an Bord, die dem Feuer Nahrung boten, und im Delbehälter befanden sich 40 Gallonen. Es wurde jedoch kein Knall einer Explosion vernommen).

London, 28. December. Eni amtliche« Telegramm vom Gouverneur von Malakka bestätigt einen glänzenden Sieg, den am 22. Decbr eine eng­lische AbtHeilung von 450 Mann hauptsächlich Ghurkas über die im Engpaß stark befestigten Malayen davongetragen. Euglischerseitö hatte man nur einen lobten und einen Verwundeten; der eigentliche Kamps scheint beendigt-

Lokal» Notiz.

Gießen , 30 Dec. Als Rechner der Mewei bedank wurde der seitherige Rechner Herr CHr Wallenfels I. wieder «ewtihli

--Prinz Karneval hat mit dem gestrigen Abend feinen Einzug in unsere Mufenilabt wiederum aebalien Die Klänge eine« närrische" Trompeter« riefen geaen 8 llbr Abends die Mitglied r jur Fabu per rramm-BaHn zusammen, um in dem prachtvoll ausge'tatteten Tinungsfaak her Zürfen in der 1 Wochenstuung ,u tagen. Schön ist das Local im Wenzel'ichen (Marien ju solchen festlichen itzelegenheften und athmet der Mensch viel freier, al« in dem früheren flauartuni beim ebeobor Die Borträae waren gut, da« Bier auch und hie Musik leistete ibr Mögllchstr« in getra­genen Stücken * la Lorelei Wir wollen Hoff'N, daß die Vorträge sich mehren^ da« Bier ronftant bleibe und daß es der Bauerneaprlle geMrgen möge luftigere Melken zu spielen.________________________________________________________________________________

V rt n b n n r f b f cb n f H i cb c Li.

Hticksel Mafchinen Die durch ihre oorziigtichen Dresch. Mafchinm rühmlichst bekannte Firma P H. M a v i a r i b ck <r o m p in Frankfurt n ff? bat eine neue Häcksel.Maschine für yanb« und Wöpdbetrteb conftruirt. welche alle diiberigen Systeme bedeutend flbertiifu Diese Maschine, die größte uni leiiiung«fLb>.sie Htickiel- Maschine für an betrieb hat eine Schnittlläche von 32 Zentimeter breü und 8Vi Zentimeter hoch, eine Vr.ite und ^>She. wie sie hd einer {Stiefel Maschine für ftanb« betrieb bisher nie erreicht worden ist, dabei gebt sie Io !eich', daß ein Jfnabe sie an« ballend drehen kann Das Schwungrad, an welchem 2 Messer angeichronbt sind, hat H>5 Zentimeter im Durchmesser und roten II.' Piund. Durch tiußerit einfache yer« siellun' schneidet sie 5 verichiedene Längen Häckiel. ohne Unterfchied ob Heu, Ritt ober ($ra« Leistung per Stunde ca. 600 Pfuni» Häcksel Die M t'chine ist mit Hulnabme der (Jtnlaaelabe aanj au« Stahl und Eifen gebaut da« Fußgestell au« Schmiedeeisen.

Mehrere zauknh Eretnplare wurden von obiger Firma abgesetzt, welche« genü flenber Äewei« für vor,ügliche Qualität und Preisrotirdiakeil

Die Fabrikanten Pb Maysarth <t Eomp. In Frankfurt a M erlheilen jede weitere Auskunft gerne, man «chreibe nur babln

/rnnhrpid).

Pari-, 28. December. Eine einschneidende Erinnerung au die Tage der Eommune wurde heute aufgefrischt, indem die Seichen der am 18. März 1871 erschossenen Generäle Lecomte und Element Thomas nach feierlicher Messe in der Iuvalidenkircke auf den Pure la Ehaise überbracht wurden, wo auf Staatskosten eine Gruft für sie brrgerichtet worden ist. 15,000 Mann Trup ven gaben das Geleite. Groß war auf den Straßen die Menschenmenge; doch fand nirgends die geringste Kundgebung statt.

Pari», 28. December Ein in dem .Tempo" veröffentlichtes Schrei­ben von ThsirS bestätigt seine Weigerung, für den Senat eine andere Eandi- dafür, als die für Belfort, anzunehmen. In einem durch die Blätter veröffentlichten Schreiben des Herzogs Äumale lehnt derselbe die Annahme jeder Kandidatur sowohl zum Senator als auch zum Depntirten ab.

Paris, 28 December. In einer gestern gehaltenen Arbeiferversamm- lung wurde der Sckueidergeselle Godsrin für die Senatorenwahl iu Paris als Eandidat der Arbeiter ausgestellt. Seine Mitbewerber waren ein Sckuster und ein Scklossergeselle.

Versailles, 28. December. Rational - Versammlung. (Schluß ) Die Art. 3 und 4 des Preßgesetz Entwurfes, welche diejenigen Preß Vergehen, die vor die '^iichtpolizei Gerichte zu verweisen sind, aufzählen, werden angenommen, nachdem der Iustizminister Duf iure dieselben gegenüber der Linken, welche die Gerichtsbarkeit der Zuchtpolizei Gerichte bekämpfte und verlangte. daß jimmt» litte Preß-Vergehen ausschließlich vor die Schwurgerichte verwiesen werden sollen, befürwortet hat. Durch den Art 4 wird ausgesprochen, daß auch die durch die Preffe begangenen Vergehen der Beleidigung gegen den Souverain ober das Überhaupt eine- fremden Staate# vor die Zuchtpolizei - Gerichte ge­hören. Die Berathling wirt morgen fortgesetzt.

Uonion, 28. December Das Ikriegsgencht bat den Kommandanten des verbrannten Kriegsschiffes .Magenta' einstimmig freigesprochen.

M a I N j Ne, bee beute morgen auf bee Ami«'tiibe de« Hen. ^otae« flvpalb stattgehabten Versteigerung her Irauben-(rre«ccn| der, der Heft Lubw g« Sifeiibatzn Sesellfchast pebörtaen cn 1UUU Älafler ^-inberge an der S»tadelte »urre bei einem teigpreife von 1735 DL fein Herrn D H ^ickenheimei, Fabrikant bei bekannten Tiauben ^ruit-Honi.« bierfelbü. ber Zuschlag eith ilt und solcher von bem anroefenben Herrn Piäsibemen ber sellf.daft foTorl genehmigt fluch auf ber vor einigen Tagen in Kostheim ftattgefunbene Weinberg fluctton de« Herrn iÄuts'xstaer« Reulanb war Herr Zickenbeimer Steigerer eine« gröberen Lomplere« (M rlnz'r jagMatt )

/ r i I d) b d dx r r ) u (fiirftrn.

Sonntag, ben .< Januar 1876 (Tb WoQ Ww in ber Reuftabt, L. Atim. merer auf bem 5<lta«roeg. G tiger am Vinbewploli

1S76

Lchlosier.

INou

r Suchhold.

iD c Vfarrgefchtifte

Woche

Zfachmlttag« (GoQ<cte für

(^otteSdi

Samstag, ben 1

B r i e f a ft e n.

Herrn Jacob R hier Der uns mitgetbetlte Fall ist kaum glaublich Richt allem be* t^e'ed. worauf die Hebammen ihren O-ib ii-leiftel. fonrnr auch da« pure t'?enschlichkert«aefüdl gebietet e«. daß dieselben ihre Psiicht thmr fB/nbm <Me sich an

iEiiarqnö.

London, 27. December. In einem Schreiben an die ,Times^ theilen die Mitglieder des AusfchuffeS, der sich an die Spitze der Sammlungen ge- stellt hatte, welche hier für die überlebenden Paffagiere des DampfersDeutsch land" veranstaltet wurden, das Ergebnis der Sammlungen mit und sprechen.

b f vorgesetzt, tte* cmelbet. rbe welche e« gewiß nicht versäumen wird, pu unter­suchen, od e« statthaft ist. daß stimm tliche Hebammen mit einer einzigen rühmlichen flu«neb >e in tieftger Stab: -m<r Muller von * x nbern in schwerer Stunde ihre Hülfe versagten und ihr Leben dadurch auf da« Höchste gräbrMen

Dem 't»sßer Awick iuer mr Rachricht, daß roh fein ge-hne« Schreiben erbalten Mehr Wirkung wäre damit erreicht, roe n die 5 Pfg Paria als Peters« Pfennig gefpenbet aerben rotier».