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reit» berichtet hatte, verlangte er auch hier Aufschluß über die Vorfälle. Es stellte sich nun herauS. daß Soldaten, namentlich kränkliche oder verletzte, statt von St. Ludwig zu Fuß über badische- Gebiet an den Bahnhof nach Leopolds­höhe zu gelangen, es vorgezogen hatten und dazu beurlaubt waren, den Bahn» zug über Basel an ten hiesigen badischen Bahnzuz zu benutzen, und daß sie die- in voller Ausrüstung thaten. Daß sie aber commandirt und von Ofßcie- ren geführt waren, ist nicht richtig. Osficiere, hohe und niedere, machten frei­lich einzeln oder zu mehreren den Weg auch, aber in kleiner Tenne, ohne Eommanbo, wie man denn dieser Tage täglich Officiere und Soldaten aller Waffengattungen in der Stadt und an den Bahnhöfen sehen konnte. Es sollte nun allerdings ein Durchmarschiren mit Sack und Pack, sei es auch vereinzelt, nicht stattsinden, und e- sollten für AuSnahmSfälle, wie die letztwöchigen waren, besondere Uebereinkünfte gepflogen werden. Uebrigen- wird solches von selbst nicht mehr Vorkommen, wenn die deutsche Verbindungsbahn vom Elsaß nach dem Badischen unterhalb Hüningen hergestellt ist, was nicht mehr lange dauern wird. Solche Dinge machen in Basel, wo Viele glauben, ein große- Werk -u thun, wenn sie den Deutschen und der Polizei etwa- anhaben zu können glauben mehr als gebührliches Aufsehen.-

Bern, 26. September, lieber die Ursache der neulichen Katastrophe auf der Züricher linken Seeuferbahn vernimmt man heute Näheres. Das in den See versunkene Bahnstück zog sich über ausgesüllteS Terrain, das auf einem unterhöhlten Felsen ruhte, welcher, für das Gewicht der Bahnzüge nicht stark genug, plötzlich abriß und selbstverständlich alles darauf Befindliche mit in die Tiefe rch Vorgestern Abend ist bei Glarus in Folge anhaltenden Regens die Linth ausgetreten und hat das Waffer eine Höhe und Ausdehnung erreicht, wie seit vielen Jahren nicht. Daffelbe soll noch erheblich höher stehen al- im Jahre 1868. Zwischen Ha-len und Leuggelband ist die Verbindung- brücke hluweggeriffen. Glücklicher Weise führt die Sernft verhällmßmäßig wenig Waffer.

(joffanö.

Haag, 27. September. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer theilte der Minister des Innern mit, daß er und der Finanz-Minister wegen Annahme deS Van Twit'schen Antrages in der ersten Kammer am 24. Septem­ber ihre Entlastung eingereicht hätten, daß aber ihr Gesuch vom König ent­schieden abgelehnt worden sei, und daß sie demzufolge bis auf Weiteres auf ihren Posten blieben.

Zrünhrcut).

Pari-, 27. September DerMoniteur Universel" klagt über die un­geheuren Opfer, welche in Folge der Ereigniste von 1870 und 1871 der be­waffnete Friede Europas erheische; Oesterreich mache in diesem Augenblicke die traurige Erfahrung dieser gebieterischen Anforderungen, die armen Steuerpflich tigen der österreichischen Monarchie müßten rote die vieler anderer Länder in den sauren Äpfel beißen, so lange, um Vaterlandsliebe zu beweisen, kein befferes Mittel gesunden werde, alS unaufhörlich sich zum Kriege vorzubereiten. Wenn daS officiöse Blatt sich in Oesterreich gut Kind mit diesen Auslastungen machen will, so Härte es wenigstens nicht verschweigen sollen, daß die Ursache dieses Zustandes eben die Franzosen sind, die nut ihrem Kaiser lb7ü ten Krieg vom Zaune brachen und seitdem keinen Tag verloren, ohne Rachegelüste zu zeigen, ja, die sich im Wahne, mit den Ultramontanen in Europa ihre Siegesgelüste zu stärken. den Jesuiten mit Haut und Kragen verschrieben. Die uliramonta- nen Gelüste und Tücken sind, wie ThierS wiederholt richtig kund gethan, der schwarze Punkt, der die Ruhe des Welttheiles bedroht und in dieser Richtung ist das Eabinet Buffet als die vorgeschobenste Position zu betrachten

Paris, 28. September. Bei einem Banket in L'Jsle Adam erörterte der Finanzmin.ster die glückliche Finanz Lage Frankreichs, indem er hervorhob, daß der diesjährige Ertrag der indirecten Steuern den Voranschlag um 70 Millionen übersteige.

yhififit

Rom, 27. September. Der Vatican hat gestern an den Runcius Si- meoni eine Eopie der Rote abgesandt, welche EanovaS de Castillo aii den Vatican gerichtet hat und in welcher die Wiederherstellung des ConcvidatS von 187! zugesagt wird für den Fall, daß die Curie einen Runcius nach Madrid entsende.

«Eiiflliinö.

London, 28 September. DieTime-- meldet aus Sbangai vom 27. September: Die chinesische Regierung sucht augenscheinlich der Aussüh« rnng d<S Vertrags von Tientsin auszuweichen und unterläßt namentlich die durch Vereinbarung bestimmte Bestrafung des Mörders Margary's. Ter eng­lische Bevollmächtigte Wade gedenkt Peking am 13 October zu verlassin. wenn diese Angelegenheit biS dahin nicht zur völligen Befriedigung der englischen Regierung erledigt sei.

Darlington, 27. September. Der fünfzigste Jahrestag der Eröff- linng der ersten Eisenbahn wurde heute hier mit großen Festlichkeiten begangen.

JdiiU, 2s. September. Ter Dampfer Adler, ans der Fahrt von Bre« men hierher, ist nicht weit von dem Leuchtthurme von Spurn Head mit dem schwedischen Dampfer König Oskar II.. der von Grimsby nach Stockholm fahren wollte, zusammengestoßen und unter Verlust des BugS hier eingetroffen. Der schwedische Dampfer sank in weniger als fünf Minuten und 14 von 21 daraus befindlichen Personen sind ertrunken.

Spanien.

Santander, 27. September. Hervorragende carlistiscke Persönlichkeiten und ans Fremden gebildete Eomites bemühen sich, Don Carlos zu bestimmen, daß er den Kampf aufgebe. In diesem Sinne sind auch die gueriflen von Viscaya und Gnipuzcoa thätlg. Die Provinzen Navarra und Guipuzcoa sind zur Versöhnung geneigt.

Rouen, 27 September. Der Empfang Mac Mabon's dierselbst war ein sehr svmpatdischer. Einen auf ibn ausgebrachten Toast erwidernd, sagte der Marschall > Präsident:Sie haben Recht, in mich Vertrauen zu setzen. Ich werde, soweit e- in meiner Macht liegt, die Ordnung ausrechterhalten.- Um 5 Uhr Abend- kehrte Mac Mahon nach Paris zurück.

ZhnrrifttL

Rew ' Aork 27 September. Präsident Grant hat die Demission des Staatssecr-tarS Delano angenommen. Die Nachrichten von der Wieder- Herstellung der Ruhe m Columbia bestätigen sich. Der Belagerungszustand vos Panama ist wieder aufgeboben nnt die Kriegserklärung zurückgenommen. Hier veröffentlichte Nachrichten melden. Spanien habe von Guatemala die An» nullirung des Decrets verlangt, welches die Unabhängigkeit Cubas anerkennt. Die Verhandlungen darüber dauern fort.

^tewt $orf, 27. September. Die Fabrikbesitzer am Fall River haben beute ihre Webereien wieder geöffnet. Die Arbeiter lednten indeffen die Arbeit-- Bedingungen ab. rotteten sich zu großen Haufen zusammen und verlangte. Hülfe von den Behörden, welche abgelebnt wurde. Darauf brach derAusstind l,i bellen glommen ans. Die Polizei wurde angegriffen und konnte dem Aus. stände gegenüber Rich?- ausrichten. Cs sind in Folge besten zwei Compagmee, Militär ang«kommen. Die L'ge ist sehr ernst

Rio be Janeiro, 25. September. Die Deputirtenkammer hat ihre Zustimmung dazu enbeilt, daß der Kaiser eine auf 18 Monate berechnete Reise ui das Ausland antrete.

fcürftcL

Belgrad, 27. September. Ristics ist zu Coiiferenzen mit dem Fürsten unb den diplomatischen Vertretern emgeiroffen. Fünfzig Deputiere wollen, daß keine Sitziingen abaehalken werden

ffiieflen, 29 Sevt. Die verschiedenen Brandan'önge, welche sich In letzter Seit ^ebäust haben binnen 16 tag.n fünf ermähnen dringend daran, die Vorsicht wegen möglicher Feuersgefahr Net» auf nerfiam zu wahren Ram<ntlich jetzt, da bie Scheuern gefüllt sind, kann man hierin n cht ftren i genug fein. (Wanj beionders aber wollen wir darauf aufmerksam micben, daß beim Honigkochen, für welche» nunmehr Me Zeit gekommen ist. alle Vorsicht beobachtet roeoen tollte, bie dabei erfahrung-, wäß g nur zu oft außer Augen gelassen wird Endlich halten wir uns noch veranlaßt zu bemerken, daß bie s. g LicherbeitszündHölzer nicht ungefährlicher, wie man glaubt wndern in der tbal weit feuergefährlicher sind, al» die anderen Streichhölzer - mit Paraffin getränkt erlöschen sie schwerer unb Inbem auch nach ausgeblasrne. Klimme bas Holz lange sortglüht bleibt es noch eine ganze Zeitlang fähig, anbere, leicht Feuer langende (Me«enftänbe zu entzünden- Man werfe allo em solchesoch glühendes Holz nicht unachtsam weg.

«iesien, 29 S<pt. Unsere Notiz von gestern, daß auf dem Neuenweg ein Äa nm brand ftattetfonbm, müsse» wir dahin belichten, daß es ein blinder Värm gewesen, veranlaßt durch einen Harfen Rauch, welcher durch den heftigen Wind retourgeschlage» wurde.

DeruriscdteS.

Marien bad. 21. Sept Der zkasino Park steht seit heute Nachrnittazs in Flammen; bie angrenzenden Halbungen sind a<fäjrbet; alle nur möglichen Höschaor, kehrungen wurden ausgeboten; die H indwehrmannschast wurde mr Hülseleistung beue> zogen. Eines der reizendsten Etablissements in unserem idyllischen Eurorte. das st. lich eingerichtete neue H tel .Easi io Pi k', ist ein Raub der Flam neu gewaiden. DaS Feuer brach gestern Abend gegen !1 Uhr im (Siedel bleies ^»e »äades aa» unb es war trotz der angestrengtesten rhätigkeit der hiesigen Feuerwehr nicht möglich. Herr deS feindlichen Eleni nts zu werben

Darmstadt. Au zug au» dem Rechenschaftsbericht der Renten» und Vebeni» oersicherungS Anstalt zu Daimftabt für I874

Rach den Ergebnissen der Rechnung für 1874 erzielte die Anstalt auch in diesem Jahre recht günstige E«folge.

Der reine Vennögensstand der Rent.enoersicherten (Einleger), welcher Ende 1973 betrug 1,586.20(1 st 50 fr., bat |tch in 1874 um 92,863 st. 42 fr vermehrt unb ist so» mit auf 1,679.064 st 3i fr aestiegen.

Der hierunter begriff.ne Reservefonbs beiräat *217,708 st 4 fr. unb hat eine» reinen Uederickmß von 105,cwo st il fr über bie statutenmäßige Höhe hinaus ergeben.

Don biesem Ueder schuß sollen n ich Antrag der Verwaltung

n fünf Proeent be» berechneten Courswerthes den Effecten zur Deckung fünf» tiger R ckgänge diese' hkitbee mit 44.311 st. 15 fr zurückdehalten.

b. zur Ausbesserung der im laufenden Jahre auszvzrhlenden Rente 2934 st. 31 fr. verwendet.

o bie hiernach vei bleibenden 57,843 st 25 fi. aber aus,bie Rentenfapltalle» vertheilt werben. e

Die Summe der bei brr Anstalt hinterlegten (Melber (Spareinlagen war Ende 1874 1,040.519 st 55 fr, im Vergleich zum Voi|ahr 100,391 st. 26 fr mehr

Im Vaute des Jahre» 1874 wurden 538 von pebensversicherungs Anträge auf 793,268 st 40 fr Aap tat lautend angenommen-

Das Vefammtvermögen der Anst It bat 1874 um 218.617 st. 52 fr. zugenommen unb betrug am cbl: he b»4 Iah . , 4 st. 15 k

Tie zur alsbaldigen Derihellung verfügbaren Reingewinne aus 1874 belaufen sich zusammen auf 25,<4>4 st 17 fr unb gestalten, nach Zurechnung ber unter L. vor« erwähnten 2934 st. 31 fr in ben meisten Altersklassen eine abermalige Erhöhung ber im laufenden Jahre zur Auszahlung gelangenden Renten-

Zudem wird bie unter r vorbedachte Dertheilung von 57,843 st. auf bie Renten» Kapitalien bie letzte'en beträchtlich erhöhen unb hierdurch auch künftig zur Aufbesserung der nach der (Miöße jener Äapilalie zu bemessenden Zinsen, Efewinnantheile unb Qapb taloustölu' gs:(Leid )R nlen wesentlich beitragen

Der Zweck de» Rentenverfichei uug aebt dahin, durch Ersparnisse In jüngeren Jahren, durch C* fd.äft: fleroii n und OrbunfäUe steigende und hohe Renten im Alter zu gewähren; daß oder diefer Zweck erreicht wird, beweisen die Renten, welche bie Mit­glieder der ältesten Riaffen der Zahresgesell'ch ist von 1844 feit längeren fahren, io» wie die von I»«j6 sei: dem vorigen Jabre beziehen.

Tiefe Rente.' haben nän lich aus jeder vollen Einlage von 100 st. in der Job» resgefellscha't 1M4 bel ogen: 1Hi7: Ä) st 4 fr.; IW: 27 st 32 fr.; 1869: 32 |L 37 fr.; 1870: 46 st 18 fr ; 1871: 53 st fr.; 1872: 62 p 20 fr.; 1873: 77 st. 57 fr; 1874: 78 st 12 fr.; sie werben in 1875 sich stellen auf: 144 M. 36 Ps. (84 st. 13 fr! unb müssen alljährlich noch immer mehr steigen.

Tie hüben ältesten Klassen von 1846 aber ftnb fett 1874 in den Bezug brr höch­sten Rente von jährlich Kjü st getreten.

Auch die übrigen Iuhr ^«refellschaften unb Altersklassen können mit ben Rech» nungseraebnisien o m 1874 zufri.ben sein ; renn es beziehen im laufenden Jahre bie läng­st en zum haaren Bezug br Tiv'der be brrerbt sten Allersklasten der ^ahresgefellichaft:

1814: 16 M 54 Bf.; 1845: 16 M 47 M ; 1846: 16 M 48 Bf.; 1847; 16 M-7 « ;

1850. 15 M 76 Vf., 1^52: 16 M 9 Pr ; 1854: 16 Dl 4 Pf ; 1855 15 M 24 Df :

1857: 14 M 10 P .; 1560: 12 M 52 Ps ; 1866: 10 M 83 Pf ; 1872: 9 M 24 Pf.

an Renten aus einer vollen Einlage von ursprünglich 1U0 st

Die Be sicherung steigender Renten bei ber Anstatt ist besonbers portbeilbaft, weil den Versicherten (rinlrgan) nickt nur die Zinsen aus ihren Renten und Reserve» fapttalien, sondern auch die Erträgnisse aus dem Depositen- und Lebenooeisicherungs» gischäft zu gut kommen.

Jn ben enien 12 Jahren ihres Bestehens hatte bie Anstalt ein Ledensversiche» rungsgeschäft nicht betrieben, konnte sie m'tbin auch Gewinne daraus nicht dezietze»; da» Depositengefchäft war im Anfang unbedeutend und deßdald wenig eintia. lut; ebenso waren die Zinsenüberichüste wegen Riedrigkm de» Zinsfußes unb wegen gerin­geren Vermögen-hetra s unbedeutend; Erdanrälle traten naturgemäß anfangs nur fetten ein. au» allen diesen (Gründen konnten die Rentencapitatten, iowie die IaHres- renten in jenen ersten 12 Jahren nur in sehr geringem Ettade sich heben. Jetzt Haden jene Perbaltniffe särnrntlich zu (dunsten der Anstalt sich geändert und findet oeßhald ein viel rascheres Steigen der Renten und Rentenkap talien statt-

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