Einzelbild herunterladen

H,

IM» Willi«,

6*e«6.

^ngen.

W"

nuntntjt b Hi« jllt Jjj; rMast ober jt ufietbem 6tbt >, 6e L Hyl>°lbüi

Vorstand, iiiftsifli.

eil

-75, 18:5,

e9

Hugo Hcermai eichquarlellf

leethoven.

[endelssobn.

chubert. aydn.' d) Vivace.

Hark, und Sperr ; Zu haben

Oo

ist hr oib

E'W11 Sw»! t («{i"

[Ihr.

-O»30' 1

Gießmer Anjtigtr

"Anzeige- und AmlsKlatt für den Kreis Hießen

nniftnfl Den 27. Fcbniar

Sie bürgerlichen Gesche, welche zwischen der Krone Preußens und der Landes

Es hieße

derselben die Untert anenpflicht beschränken und sich über einen Theil der Ge-

in Preußen Souverain ist! Weiter aber gewinnt durch das Auftreten des jetzigen Papstes die vom Fürsten Bismarck schon früher angeregte Frage in Betreff der Stellung der Regierungen zur künftigen Papstwahl noch größere Bedeutung. Mehr als zuvor noch ist es klar, daß die Negierungen, ehe sie einem neuen Papst eine solche Stellung einräumen, wie sie nach dem vaticani- schen Concil beansprucht wird, sich fragen müssen, ob die Wahl und die Person desselben die Bürgschaften darbieten, welche sie gegen den Mißbrauch geistlicher

Preit 6lrrit(|SbrItd) 2 Mark 80 Pf. mtlBringerloha. Durch tzL. Poft bezogen vlareLtährUch 1 Mart 60 Pfennig.

Beziehungen des päpstlichen Stuhles zu den weltlichen Negierungen durch die neueste Entwickelung von Grund aus verändert sind. Aber der Papst geht noch weiter; er versucht, so viel an ihm ist, das Volk gegen die Negierung in Preußen aufzuwiegeln. Welchen andern Sinn können die Klagen im Munde des Papstes über den mit Waffengewalt erzwungenen Gehorsam, über die Knechtschaft der Katholiken, über den eines edlen Volke- unwürdigen Zustand haben, wenn vollends hinzugefügt wird, daß in solchem Falle auch der Gewalt und Uebermacht gegenüber der Gehorsam aus Menschenfnrcht nickt zu entschul­digen sei. Das Schreiben des Papstes ist ein Aufruf und eine Aufmunterung revolutionärer Leidenschaft; das von katholischer Seite so geflissentlich in Zwei­fel gezogene Wort des päpstlichen Nunciu- Meglia, dcß die katholische Kirche sich nölbigensalls auf die Revolution stützen müsse, findet jetzt in dem Auftreten deS Papstes selbst thatsächliche Bestätigung. So beklagenswerth diese Verwir­rung der geistlichen Gewalt an und für sich ist, so wird es doch für die un­erläßliche weitere Auseinandersetzung des Staates mit der römischen Kirche ein Gewinn sein, daß die Stellung Noms zur weltlichen Macht jetzt so klar, so

AuS dem Großherzogthum Hessen, 24. Fcbr. Bischof v. Ket- gerlichen Gebiete unumwundener als je bisher hervor. Der Papst wagt eS, feier war gestern in Darmstadt und hatte eine längere Unterredung mit dem " ,:'L mft*-k kA*

Minister-Präsidenten. Gegenstand der Besprechung waren wohl die Kirchengcsitze.

Dem Vernehmen nach wirb Bezirksstrafrichter Wiener in Gießen an

'Vertretung vereinbart sind, einfach für nichtig zu erklären. Die Thatsache .'dieses unverhüllt hervortretendeii Anspruchs läßt keinen Zweifel mehr, daß die

Stelle des in'S Reichs Oberhandelsgericht berufenen Hofgerichtsrath Buff zum HofgerichtSrath in Gießen ernannt werden.

Verschiedene hessische Blätter wollen wegen Errichtung von Reichsbank- Filialen Schritte thnn.

In Bensheim ist dieser Tage der Kreiswundarzt Br. Bernhard Krauß mit Tod abgegangcn. Ter Verlebte war s. Z. eifriges Mitglied des deutschen ReformvereinS und Mitglied der zweiten hessischen Kammer. In den letzten Jahren schloß er sich der hessischeii Fortschrittspartei an und wurde sein Name hi dem in Bensheim wogendenCulriirkampfe" viel genannt. Da sowohl die katholische Kranß war Katholik wie die evangelische Geistlichkeit die Begleitung zu seiner letzten Ruhestätte abgelehnt hatte, so wurde der altkatho­lische Pfarrer Rieks von Heidelberg telegraphisch berufen, der denn auch die Leichenrede hielt.

- Berlin, 24. Februar. Der Erbgroßherzog von Oldenburg, welcher sich bekanntlich auf einer Reise im Orient befindet und vor Kiirzcm seine Fahrt aus dem Nil zur Besichtigung der Denkmäler Aegyptens und Nubiens bis Wadi Holsa hinauf angetrcten hat, ist nach den letzten Nachrichten am 2. Februar von einem eben so beschwerlichen als nur von wlnigen Europäern unternomme- nen Ausfluge nach der großen Oase im Westen glücklich znrückgekehrt. In seiner Begleitung befanden sich die Herren v. Phllippsborn, Hauptmann im königl. Generalstabe, Graf v Bismarck Bohlen, Lieutenant im Kulraisier'Ncgi ment Königin, Dr Lüttge aus Beilin, sowie der osficielle Reisebegliiter des Erbgroßherzogs, Professor Dr. Brugsch-Bey. Vierzig Kameele und ebenso viele Beduinen vom Stamme der Beni Wassal unter Anführung ihrer SänichS bil-

örfdxint täglich, mit Kalk nahmt Montag-.

Expedition 7 (SanjUibexe, filL v. «t. 1.

El Khargeh, erreichte. Die Fracht hat, zeichnet auch der Negierung die Wege unverkennbar vor, welche sie ~ ' "* gegen die revolutionäre Anmaßung weiter zu betreten hat; es muß für die

katholische Kirche in Preußen zum allseitigen klaren Bewußtsein kommen, wer

welche dieGermania" als Endziel üi's Auge faßt; es kann also nur die Vernichtung des selbstständigen Staates gemeint sein. Die Offenheit, mit wel­cher diese Tendenzen durch das päpstliche Schreiben feierlichst proclamirt wer­den, verdient alle Anerkennung. Alle Freunde der Freiheit und Selbstständig­keit des Vaterlandes aber erwarten von der Staatsregierung, daß sie aus diese äußerste Kriegserklärung die gebührende Antwort ertheilen werde. TieGer- mania" fragt verwundert, was der Staat denn nochSchlimmeres" zu thun die Macht habe. Es wird dem clericalen Blatte nicht unbekannt sein, daß die Kriegserklärung einer Macht an die andere die -wischen beiden bestehenden Verträge aufhebt. Wie nun, wenn der Staat das ganze Vertragßverhältniß mit dem Papste von 1821 für aufgehoben erklärte? Wenn er wenigstens den gesammten, der katholischen Kirche bisher gewährten Staatszuschuß zurück- behielte? Eine Unbilligkeit könnte nach dieser Encyklica wahrlich nickt darin gefunden werden. Und daß ein solcher Schritt doch noch etwasSckllmmeree" sein würde, als das bisher Geschehene, dürfte selbst den kampflustigsten Heiß- spornen nicht zweifelhaft sein. Die Regierung und eventuell die gesetzgebenden Factoren werden zu erwägen haben, welch« Maßregeln zu ergreifcn sind; daß aber der verwegene Versuck zur Aufreizung prenßiscker Staatsbürger gegen den Staat nicht ungeahndet bleiben darr, darüber herrscht nur eine Stimme. Die Frage, ob die^Bischöfe die Encyklica amtlich publiciren oder nicht, dünkt uns irrelevant für die Maßnahmen des Staates. Die Veröffentlichung ist geschehen in der denkbar würdigsten Weise durch die clericale Presse. Ob die osficielle Publication nachfolgt oder nicht, ist lediglich eine Formfrage; für die Wirk­samkeit der Encyklica ist sie bei der gegenwärtigen rein absolutistischen Ver­fassung der katholischen Kirche ohne jede Bedeutung." Wir stimmen der Nat.'-Lib. Corresp." darin bei, daß die Veröffentlichung der Encyklica in Deutschland zu bedeutungsvollen Entscheidungen namentlich innerhalb der ultra- montanen Partei wird führen müssen, aber nicht darin; daß die amtliche Ver­kündigung durch die deutscken Bischöfeirrelevant" sei.

ganz richtig so versteht:Man muß dem Papste mehr gehorchen als den LandeS-Fürsten und ihren Regierungen, als den Staatsversassungen und den Gesetzen beweist der altkatholische Bischof durch zahlreiche Aussprüche Christi, daß diesermit seiner Kirche keine politische Herrschaft verbinden wollte, daß ihre Repräsentation durch die Oberen und ihre Leitung der Regiernngs- weise der irdischen Königreiche gänzlich unähnlich sein solle." Von einer Dar­stellung der göttlichen Majestät in sichtbaren Stellvertretern zur Entgegennahme von Huldigungen und zur Ertheilung von Herrscherbefehlen sei bei Christus keine Rede. Wer die Sache der Kirche mit dem weltlichen Schwerte vertreten wolle, der richte sie zu Grunde.Es ist eine Erdichtung ohne jeden Anhalt" sagt Reinkensja in grellem Widerspruch mit der Lehre der heiligen Sckrift, daß der Bischof von Rom von Gott die souveräne Macht erhalten habe, die Grenzen der Souveränetät der Kaiser und Könige, des Staates und seiner gesetzgebenden Körperschaften zu ziehen und unfehlbar zu bestimmen, mit allerhöchst r Autorität zu befehlen, welchen Gesetzen Gehorsa n. - leisten sei und welchen nicht, und ausAmtspflicht" den Unterthanen eines fernen Staates und dem ganzen katholischen Erdkreis«" zu erklären :jene Gesetze si> d un­gültig!" Es ist Menschenwitz, welcher Gottes Majestät zu Rom auf die Erde herabziehen will, um, wie im alten Bunde, die Erscheinung der anbetungswür­digen Herrlichkeit des Herrn ausschließlich an einen Ort zu bannen, und es ist heidnisch, sie in einem Menschen zu verkörpern." Reinkens weist ferner nach, daß Jesu- die völlige Unabhängigkeit des Staates gelehrt habe, wie denn auch die Apostel den Bischöfen nirgendwo gestatteten, nach politischer Macht zu streben. Selbst zu den Zeiten eines Tiberius und Nero bezeichneten die Apostel die Obrigkeit als Gottesunmittelbare Anordnung", eine von den Kirchen-Oberen

P 0 f 11 i f cf) e r Theif

ffrfifBerlin, 25. Februar. DieProv.Corresp." jchrclbt:In dem neuen DCUl|u)UlllOe Schritte des Papstes tritt zunächst die Anmaßung der Herrschaft auf dem bür-

1W55

bbSTnuxtsnuMi

unwiderleglich hervorgetreten ist, daß alle die Verhüllungen, mit welcken die deutschen Bischöfe und die parlamentarischen Führer der Ultramontanen so eben noch den Standpuiikt RomS zu beschönigen luchten, durch den unfehlbaren Papst selber hinweggerissen sind. Was die besonnenen Dischöft vor dem Concil und während des Concils mahnend und bittend vorhergesagt, das wird jetzt r unabweielichen Thatsache; die Stellung des Papstes, wie Pius IX. sie auf Grund der vaticanischeu Bischöfe auffaßt und zu handhaben versucht, tritt in unlöslichen Widerspruch mit den Rechten aller weltlichen Herrschaft. Die Klar- detendeii eiqentlichenKarawa.itiljug, der in 4 >/,tägigem Marsche durch die Iybisch«!hnt, welche der Papst jetzt in die Beziehungen zur preußischen Regierung ge- Wüste die Oase und den Hauptort derselben, Reisenden besuchten und studirten vor Allem die Ruinenstätten aus pharaonischcr Zeit, und namentlich war Professor Brugsch, der erste Aegyptologe, welcher die Oasis und ihre Denkmäler sah, so glücklich, eine ungemein reiche Erndte an Inschriften zu machen. Nach seinen Studien rührt der große Tempel von Hibe aus den Zeiten des Perserkönigs Darius I. her, während der kleinere Tempel von Nadurah in die Epoche des römischen Kaisers AntoninuS fällt. Eme be­sondere Schrift wird die interessanten Ergebnisse dieser kleinen wissenschaftlichen Expedition, zu welcker der Erbgroßherzog die unmittelbare Veranlassung gab, sehr bald der Oeffentlickkeit zugänglich machen. _ : ... . , - .... ...

Berlin, 24. Februar. Jubelnd hat d>'eGermania" verkündet, aus derjGewalt zu fordern berechtigt sind.

Encyklica sei zu lernen, daß auf ultramontaner Seite gekämpft werden wird' Bonn, 24. Febr. Bischof Reinkens veröffentlicht einen Hirtenbrief, bis zur Vernichtung!" DieNat.-Lib. Corresp." antwortet:Dis zu wessensdessen Inhalt sich gegen die letzte Encyklica des Bischofs von Rom richtet.

Vernichtung ? Jedenfalls ist eS nicht die Vernichtung der päpstlichen Hierarchie, jAnknüpfend an das Stickwort der Ultras:Man muß Gott mehr gehorchen welcke die Germania" als Endziel in's Auge faßt; es kann also nur die als den Menschen", welches man mit Reinken's in dem Munde jener Partei

unbedingt unabhängige Rechts-Ordnung. Eine Prüfung und Controle der auniiaiicii unci ivuv « .............. __________7_ Staatsgesetze nahmen di» Apostel nicht in Anspruch." Ihre Ermahnung zum

kündiguna 'durch die" de^chen Bischöft 'irre7evant" sei. " In wie weit der Gehorsam gegen die Gesetze sei ohne jeden Vorbehalt geschehen. Die Christen

Absolutismus" in der Verfassung der katholischen Kirche geht, darüber find seien allerdings Freie. Aber ihre Freiheit sei nur eine religiöse.Es hieße

L deutschen Daticaner i B. etwa v. Ketteler und die Jesuiten. Reichensperger die Freiheit znm Deckmantel der Bosheit gebrauchen, wollte man auf Grund

und Molitor noch di'rchaus nicht ganz einig. derselben die Untert anenpflicht beschränken und sich über einen Theil der Ge-