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Mit größter Bereitwilligkeit waren sämmtlich« Fuhrwerksbesitzer een Bremer­haven Geestemünde und Lehe dem Wunsche de- Bremerhavener »mM nach- gekommen. ihre Gespanne jur Verfügung zu fle«env so daß genügend Wagen vorhanden waren. Auf den mttfen derselben befanden sich zwei, auf einigen nur ein Sarg, die meisten einfach unb prunklos, da der Inchalt gar Mancher derselben von Freunden und Verwandken nicht re<agnosc»rt worden. Tie Särge waren mit fortlaufender Nummer versehen. Gegen 8'/, Uhr stellten sich die Leidtragenden ein, au» allen Schichten der Bevölkerung. Arm und Reich, Jung und Alt eilten herbe», um den Tovten die letzte Ehre zu erzeigen. Ta- Bre­merhavener Amr, der Gemeinderath und Ausschuß, da» Lehrercolleglum, das Officiercorp» des m Lehe garmsomrenden Artillerie Reg,ment- Rr. 9. tit Bre­merhavener Prediger christlichen und jüdischen Glauben». Officiere de« Nord» deutschen Llovd, der Kampfgenossen, der Krieger- und der Turnverein, Niemand fehler. Um Uhr jetzt« sich der Zug von der Ecke der Grünen- und Son- veustraße au-, wo Herr Pastor Hashigen von der lutherischen Gemeinde ein kurze- Gebet gesprochen, unter dem Läuten der Kirchenglocken in Bewegung. Stetig anwachsend bewegt« sich der Zug nach dem in der WulSdorfer Gerechtig- fett belegenen Friedhöfe der Bremerhavener. Das Gefolge zählte nach Tau­senden ; in Gliedern von 8 bis 10 Mann war der Zug, den eine Abtheilung Artilleristen nnb eine Anzahl Kutschen beichloß, etwa eine halbe Stunde Luu. Mr in Bremerhaven, so hatten auch in Geestemünde alle Schiffe nnb viele Häuser Halbstock geflaggt, die Läden waren fast sämmklich geschloffen, die Straßen standen gedrängt voll Alle Fenster waren besetzt Beim Eintritt in das Geestendorfer Gebiet wurde der Leichenconduct mit Glockeng,läute empfan- gen. Die ersten drei Leichen wäre», diejenigen der Herren Baumgarten, Lüder Stells,s und Zahlmeister Bomhoff, die nicht von dem Leichenhause, sondern von der Stadt au« beerdigt wurden und von denen die letzteren beiden erst gestern Abend ideulificirt sein sollen. Auf dem Kirchhofe waren dieHarmonie-" und die Militär-Eapclle ausgestellt, von denen die erstere einen jeden Gagen mit einem Choral empfing, während die andere dem Zuge nach den am Hin­teren Ende des Friedhofes belegenen Maflengräbern voraufschritt. In langer Reihe waren fünfzig Gräber neben einander aufgeworfen, jedes nur durch eine etwa einen Fuß breite Erdwand von dem andern getrennt.

Die Einsenkung nahm fast eine Stunde in Anspruch; dabei spielte die Militärmusik den Choral:Jesus, meine Zuversicht." Manche Särge wurden noch von liebender Hand mit Kränzen geschmückt; u. a empfing die Leiche eines ehemaligen Soldaten von seinen Kampsgenofien einen Lorbeerkranz mit in die Gruft. Nachdem sämmtliche Leichen in die Erde gelassen waren, svrach Herr Pastor Wolff in der Mitte der Gräberreihe die Leichenrede über die Gorte Jesaias :Gebe hin und tröste mein Volk" unddes Herr» Wort bleibt ewig­lich." Nachdem dann die Einsegnung stattgefunden, verließ die Trauerver- sammlung den Friedhof, während die Militär-Capelle das alte herrliche Lied:

ist bestimmt in Gotte» Rath" zum Schluß der Feier intonirte.

Frankreich.

Paris, 17. December. Die Vendome - Säule, welche am 16. Mai 1871 von der Commune »mg'stürzt wurde, trug bekanntlich auf ihrem Gipfel das Standbild Napoleon» I in Eäsarentracht. eine auf einer Klippel schwebende Victoria in der Hand haltend. Durch den Sturz von einer Höhe von medr als 40 Metern wurde dieses Standbild tn Trümmer geschlagen. Die Regie- rung war im Begriff, bei der Kammer einen Credit von 40,000 Frc» bebnf» Herstellung einer neuen Statue nachzusuchen, als der Bildhauer Penelli, Restau­rator der Antiken des Louvre, und der Kunstgießer Charnand nach einer auf­merksamen Prüfung der Verstümmlungen sich anheischig machten, da» Urdenkmal vollkommen wieder herzustellen. Nach fünfmonatlicher Arbeit »st dies nun den beiden Künstlern in der Tdat auf eine ganz erstaunliche Weise gelungen. Und

e« steht nun be, der Regierung, den Litern Cäsar Napoleon auf die Säule wieder emporzubisten, -?ea der er schon zweimal, 1815 und 1871 , h^bge- schleudert worden ,st. Da ein von der N«'0Aal-Dersammlung beschlossenes Gesetz ausdrücklcch bestimmt, daß di« Vendome Ssvle genau wie fie mr. der aufgerichtet werden soll, »ft die Regierung zv diese« Acte, welchen bi» Bonapartlsten ohne Zweifel für ibre Varltizwecke r.eb«ut«n werden, fegar ver» pfi'chtet und in der That sah man schon heute Arbeiter damn befchattigt. an dem valcone der neuen Säule die geeigneten Apparate zur Emporbeförderuna de« Standbilds zu befestigen.

Pari», 17. December. Die französischen Bvtschafter in Berlin und Petersburg, Marquis de Gontanl Biron und General Lesto, werden sich gegen Ende dieses Monats auf ihre Posten jurückbegeben.

Versailles, 17. December. Die Rastcmal Versammlung genehmigte d»e Dringlichkeit für das Uebereiukommen, betr. die agypkischr Sencht« Reform. An der Senatoren Wahl betbeillgten sich nur 629 Mitglieder. Der zahl­reiche Rest der anwesenden Deputirten enthielt sich der Abstimmnng.

Versailles, 17 December sRar,onal-n^es<»mmlung ) Der Kriegs« Minister de Clffey 'st der Einzige, der heute zum Senator prodamirt melden könnt«. Derselbe erhielt 396 Stimmen. Ihm zunächst kommen, der Stimmen- zahl nach, Gallon, Dupanloup, Montacgnac und Snisict von der Rechten.

kchmeiz.

Bern, 18. December Zu Yuudesrlchtira wurde»» Dubs und Hans Geber, Retacteur« derZüricher Zeitung-, gewählt Zum Präsidenten des Bundesrath« sind Roquin, zum V'ce Präsidenten Morel gewählt ivorben.

Bern, 18. December. (Sitzing ter Bundes Versammlung.) Heer. Anderwertb u* Hammer erklSren sich für de Annahme der Wahl in den Bun. desrath. Für Ruchounet wird im ersten Gablgrnge Eftoppev gewählt, der dankend ablebnt. und im zweiten Wahlgange durch Droz mH einer Mehrheit von 85 Stimmen ersetzt wird. Rognin erhielt 20 Stimmen.

Cnafanö.

London, 18. December. Der Staats-Secretär des Auswärtigen. Lord Derbv, dielt in Edinburgh eine Rede, woru» «r äußerte, daß «r nicht glaube, daß bis zum Anfänge de» neuen Jahres bic Orient Frage geregelt sein werde; jede dabe, mteressirte Regierung scheine von ter größten Mäßigung beseelt zu fein, aber die Frage sei für alle Machte eine sehr schwierige Der Ankauf der Suez Actien würde, wenn er die fälschlich ihm beigelegte Bedeutung eines Protektorates über Aegypten wirklich hätte, nicht ehrlich itin. England hab« damit aber nur eine weitere Sicherheit für die Nicht-Unterbrechung feiner Ver- binbung mit Indien erlangt. Er sei glücklich glauben zu dürfen, daß von der vorausgesagten Eifersucht der übrigen Mächte imjRuslande s«hr wenig zu spüren »ei.

Southampton. 18. December Ein höherer deutscher Ertmittal Be­amter »st bifr einqerroffen, um etwaigen Lomplicen des Amerikaner» Thompson bei dem in Bremerhaven verübten Verbrechen nachznspüren.

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Rio be Janeiro, 18. De ember. Der Kaiser wird sich am ?'*> Mär, nach New Pork einschiffen

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S»>csen, 20. Ter Am 3. Meihn-chl.?iat»e, den 1. Ircemder, rokb r.orafn* um 9 Uhr ,n der hiesigen H o s p , l a l k , r ch e der erst, attkatbollsch« ^c-ikr». dienst von Herrn Psarrer Ricks zu Heidelberg abgehalten werden. Auch der iurx Vsarrer Ste ' nn» achs ,u Offenbach wir> sich baiu einsinden Mu» bt« VBrtrAq« btt dieser Gelegenheit kann man gespan. t sein Alle läre >nde der Lache sind k>a,u eilig lade". Lein ffeinen An'an», ".nid d"r illch ein große» (»nbf enisorechkii

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Bei der am 10. DcccnWcr ftattgefunbenen Gcneralvcr sammlung rrhirltrn bei gchcimcr Abstimmung über dir für dir WM zur Hundclskamincr vurzlischlaqcudrn Mitglirdrr, dir Hcrrcn Hofg.-Advocut Dierv,

Adolf Roll,

CommcrzikNlUtl) (*nrl tonil dir übrrnnrqcndk Stiinmriimchrbcit, und ivrrdrn birst zuClin- ditatrn für dir brvorstrhrndrn Handklskainincr-Wiihlrn hiermit rmpfohltn |

Der Vorstand.