Einzelbild herunterladen

Gicßmcr Anzcigtr

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.

Sonntag den 17. October

1*7»

»o. 2^2

Gießen, am 12. October 187.5.

politischer Theis

?rial für Zimm

ersrode in ®:.

Nidda und Schotten und im

wegen Loosholz Angelegenheit gerichtet.

Preis vierteljahrliä' 2 Maik 20 Pf. mit Vringerlohn. Durch die Post bezogen einrd|5btlid)

1 Mark 60 Pfenntg '

ÜT<d .int tdiihcb, mit Aut, nebme Montag-.

Expedition: Lanzletberg, Lit. v. Rr. 1.

jetzt sestgehaltenen U.berzeugung ausgegangei. sei, daß die Abhaltung der Pre- digt zu Oggerebeim einer staailicken Genehmignug nicht bidurfte. Die Ver­ordnung vom 20. Juni 1851 spreche vonaußerordentlichen Feierlichkeiten"; tic)elbc sei praktisch bisher nur aus Missionen angewcndet worden. Das Og- gersheimer Jubiläum sei aber keineaußerordentliche Feierlichkeit". Die Fir- mungeii des Jansenistischen Bischoss Loos von Utrecht in Bayern seien gewiß außerordentliche Frierliäkeilen giwesin, aber nicht verwehrt worden. Endlich ,ei der Bijchos von Mainz nicht als Ausländer anzusehcn. Dies wird durch Art. 3 der Reichsverfassung und durch die lebhaften Wechsel-Beziehungen zwi­schen den Diöcejen Mainz und Speier zu begründen versucht. Der Umstand, daß der Biichos gleichwohl die ministerielle und königliche Genehmigung nach-

nach dem § 3 der Reichs Verfassung mit dem gemeinsamen Reichs-Jndigenat und beansprucht aus Grund desselben, alsbayerischer Inländer" behandelt zu werden, auch aus dem weiteren Grunde, weil Oggersheim nahe an der Grenze liege rin Bischof von Worms.daS jetzt zu Mainz gehört" (!). die Wallfahrt in Oggersheim eingeführt habe, Bischof Colmar (18101817) auch dort Bischof gewesen sei, welche Gläubige aus der Mainzer Diöcesedorthin beten gehen" u. s. w. Im Bewußtsein einer Gesetzes - Uebertretunz, versichert dann der Bischof, habe er in Oggersheim nicht gepredigt, über die Berechtigung, zu predigen, glaube er vielmehr vorher im Klaren zu sein, worin der Bischof von Speyer ihn bestärkt habe Schließlich wird gebeten, die entwickelten Gründe

zur Kenntniß des Königs zu bringen.

Berlin, 13. October. DerGermania" zufolge hat der (vormalige) Fürstbischof von Breslau mittelst eines Decrets von Johannesberg vom 12. Octo­ber sämmrliche bischöfliche Behörden seines preußischen Disthums-Antheils auf­gelöst und verfügt, daß von dem gedachten Tage ab alle Verhandlungen mit demselben aufhören sollen

Berlin, 13. October. Ein weiterer Fortschritt auf der Bahn der Münzreform ist die Anordnung, daß die Staatskaffen angewiesen worden sind,

mau "würde irre gehen, wollte man glauben, daß die Ereignisse selbst ihren Ab­schluß gesunden haben; noch glimmt der Ausstand in der Herzegowina unter d<r Asche fort, freilich, wie es scheint, beichrä, kt iiud, wenn nicht kraftlos im Einzelnen, doch machtlos im Ganzen. Von allen Seiten verlasicn und auf sich selbst angewiesen, sind die Aufständischen kaum mehr »in Factor, mit welchem die europäische Politik zu rechnen hat. Nur die Türkei selbst wird lange genug ihrePacificirungs Versuche- fortsetzen müssen, ebe sie in den insurgirten Pro vinzen einen modiis vivendi wird schaffen können und lange Zeit wird vergehen, ehe selbst nur der frühere Kriegszustand mit friedlichen Allüren, wie er bislang zwischen den türkischen Herrschern und den christlichen Beherrschten existirte, wieder hergestellt sein wird.

Es läßt sich nicht läugnen daß in keiner seiner Phasen das traurige Schicksal der hcrzegowinischen Insurgenten seine Aehnlichkett mit dem der auf­ständischen Polen von vor 12 Jahren verläuguet. Dasiclbe heuchlerische Koket tiren, dasiclbe Ausstacheln zu fruchtlosen Anstrengungen, derselbe schließliche Perrath hier von Belgrad, wie dazumal von den Tuilerien aus. Aber nicht nur in Belgrad, auch in den übrigen europäischen Cabinclen hat man nicht eben edel an den Südslaven gehandelt. Die Hoffnung der Insurgenten sah nach Rußlandwie nach dem Pole sieht die Radel", und cs war ein gewisses Maß der Berechtigung in dieser Zuversicht Rußland hat Jahre lang mit dem PanslavismuS kokettirt; Czechen und Slaven glaubten, daß die messianische Erlösung ihrer Rationalitäten ans Petersburg kommen müsie Run endlich werden sich die Alt-Czcchen und die Jung Ezechen in Prag, werden sich die Rnsiensreunde in Galizien und Ruthenien, in Belgrad und anderswo überzeugt udpvii, was sie von dem gepriesenen Rußland zu erwarten haben der in Todesznckiingen liegende Aufstand der Herzegowina wird sie darüber belehren.

"Darmstadt, 13. October Gestern Abend wurde Seitens der frei­sinnigen Katholiken eine stark besuchte Wahlbesprechnng in Winter's Brauerei gehalten, in welcher sich über die künftigen Montag stattfindenden Commnnal- Wahlmännerwahlen eine völlige Übereinstimmung geltend machte. A" tornfch. Ministerium des Innern haben 55 Gemeinden in d

hervordebcn: - a,------ ------ . .

an Volksschulen soll in Gemeinden bis 6000 Seelen 1000 Mark und m Ge meindcn über 6000 Seelen 1200 Mark betragen. Nur in kleinen Landgemein­den nut t bi- 2 Lchrerstellcn, die nach ihren VermögenS-Verhättniffen und den Vermögens - Verhältnisien ihrer Einwohner ohne empfindlickcn Druck nicht im Stande sind, die Mittel zur Bestreitung der Lehrer-Gehalte aufzubringen und deshalb Beiträge aus Staatsmitteln nach Maßgabe der Bestimmung im Art. 1 < d^ses Gesetzes in Anspruch nehmen müssen, kann von Unserem Ministerium des Innern der Gehalt einer Lehrerstelle auf 900 Mark festgesetzt werden. Vergütungen, die ein Lehrer für Ertheiiung von Unterricht an der Forkbil- dungsschule oder für seine Functionen als Oberlehrer z« beziehen hat, bleiben bei Berechnung der Lehrer-Gehalte außer Betracht, ebenso bleiben bei dieser Bercchnung die einzelnen Lchrerstellen zufllcßendeu Beiträge aus dem Manchen Legat ausgeschlosien. Art. 2. Bei gewisie,ibafter und tadelloser Drenstfuhrung hat jeder definitiv angestellte Lehrer an Volksschi.len nach zehnjähriger Drenft- zeit einen Gehalt von 1100 Mark, nack fünfzehnjähriger Dienstzeit einen Ge­halt von 1200 Mark und nach zwanzigjähriger Dienstzeit einen Gehalt von 1300 Mark zu beziehen. Die Dienstzeit wird vom Tage der ersten drenstl.chen Verwendung nach bestandener Schulprüfung gerechnet. Art. 7. Autzer^dem^m

Ließen.

16. 0*' haben ;,»*>* j unb brt f' it R-U». erd«

«SSnS igsss SZE w

' b

' ®ene*i mir li«

Betreffend: Die Ausführung des Dolk-schulgef.tzrs vom 16. Juni 1874

und die Instruction für die Schulvorstände.

Dir Großhcrzoglichc Krcls-Schnl-Com>iliss:oil Gieyc»

an die Schulvorstände des Kreises.

Nach Verfügung Großherzoolichen Ministeriums des Innern, Abtbeiluna für Schulangelegenheiten, vom 29. September d. I. sollm für die Vorsitz'nden der Schul­vorstände das Volksschulgeietz vom 16. Juni 1874 und die Instruction für die Schulvorstände vom 21. September 1874 in besonderen Exemplaren auf Kosten der Gemeinde­kassen angeschafft werden

Sie wollen dafür Sorge tragen, atz die Vorsitzenden baldmöglichst in den Besitz derselben gelangen.

v. R ö d e r. w

ffrfir n Lehrer an Volksschulen eine angemesiene Wohnung, wo möglich mit Garten,

DCUlJuJlQIlO. oder eine Mietheutschädigung auzusprechen

Gießen, 16. Octo^er. Seit qeraiimer Zeit fließen die Nachrichten Mainz, 14. October. DasMainzer Journal" veröffentlicht ein län- über die Lage der Tinge im Norden der Türkei kann, mehr tropfenweis, geres Schrelben des Bischofs von Mainz vom 13. d. Mts. an den Cultus- Brachtc bis'dahin jede Stunde irgend eine neue Nachricht vom Schauplatze Minister v. Lutz; der Bischof erklärt, daß er an der von ihm schmerzlich der Iusurrection, so sind plötzlich alle Nachrichten so ziemlich verstummt. Aber,empfundenen Mißbilligung des Königs unschuldig, und daß er von der noch "* ... ......_____ .!.>.c. v.L.iun sufi. ietit fpft.iphnhenni 11.berreuauna ausaeaanall. sei. daü die Abbaltuna der Vre-

;ii **

gesucht, lasse nicht die Folgerung bewußter Gesctzesübertretung zu. Von der Ueberzeuguiig ausgehend, daß die Genehmigung unnöthig sei, habe er Angesichts der gegentheiligcn Regierungsäußerung für bester gehalten, ohne die Rechtsfrage zu erörtern, sich an den Minister und dann an den König zu wenden. An die Möglichkeit eines abschlägigen Bescheides sei nicht gedacht worden. Nach dem Eintreffen der Antwort deS Ministers habe der Bischof die Rechtsfrage näher erwogen und, über seine Berechtigung vollkonimen klar, vom Bischöfe von Speyer bestärkt, und da er in dem Nichteintreffen einer Antwort des Königs iiichl eine abschlägige Entschließung, vielmehr dcffen stillschweigende Zustimmung gesunden, sich zur Predigt entschlossen Der Bischof sieht von den gewöhnlichen Verkehrsformcu ab, indem er das Schreiben gleichzeitig der Oeffentlichkeit über­gibt, wie es der Eultusminister mit dem an ihn gerichteten Schreiben gcthan.

Mainz, 14. October. In der Oggersheimer Affaire hat auch der hie­sige Bischof wie der von Speyer eine Correjpondenz mit dem Eultusminister v. Lutz in München eröffnet, und unter der Annahme, daß auch die Schreiben des Ministers an die Bischöfe gleichzeitig mit der Absendung veröffentlickt wor­den seien, macht Herr v. Ketteler auch seinen Brief sofort bekannt. Der Haupt- Inhalt dieses für die neueste Stellung der römischen Bischöfe zur weltlichen neu »iuu^iv An Großh- Macht in Ton und Wendung höchst bezeichnenden Actenstückes windet sich zuerst orll ... ben Rorftämttrn Romrod, lang unb breit um eine Wort klauberei, inb.m der Bijchos unter ber Stelle

früheren Sorftaml 'Siira (Setnünben eme Beschwerbe der Verorbnuug vom 20. Ium 1851, baß füt tie Belhelligung nichtbayerischer »».»nae.eaenyer. - Zur Bcrathunq über eine Petition Gesuchen bei .kirchlichen °ußer°rbe.,tlichen 8««l>chkeiten bre Entschetbung

an"bie demnächst >5sammentrelenbe LanbeSsynobe ist auf ben 15. Cctobei vom des tiönigs emznholen je,, nach der Analoqie gelegentlicher Antworten früherer Porfitzenben bes evangelischen Kirchenvorstanbeö eine Versammlung anberaumt bayerischer Minister nurMissionen verstanden haben will. In zweiter Lmw morden Anlaß baiu^aab ein Antrag von 78 Mitgliedern ber evangelischen sührt Bstchos Ketteler bte angebliche Erklärung deS Ministers hutz vor , durch K.rchc.iaemeinb^ertte.una Der dVi. Ständen vorgelegte Geieß-Entwurf, d,e welche vor 3 Jahren dem al,katholischen Bischof Loos, von Utrecht die Vor- Gehalte der Volksschulleh?er betr., enthält 18 Artikel, aus denen wir folgende nähme der sirming in Mehrung als nW gegen bie staatÄ=®e|ege BerMenb hervorheben i Art. 1. Der geringste Gehalt eines defiiiitiv angestellten Lehrers ohne Weiteres gestattet worden sei. Weiterhin greift dann Herr »^ Ketteler M ... 9. . 9 , ~ rx» . .. .k. fix. R A hör 'VrirfiÄ mit brm flrmpinfnmpn « Xnt acnat

er.

BodcAnstoll

1 !>nb gkhesit.

</er.

Caffel -

Z u. Cie. (537 rbrauer Erfahrung grlun.'e lißrathenes oder ee naturgetreues W nfbar und verkäuir

Honorar, ohne'^ ttbtilt unter W J (jb

irnkn

lallen vollstanch nfl und überrag »ekeHerrnI.V-^ ,8I?X

Theater