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Anzeige- und ^(mfsßfatf für den Areis Hieben.

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Donneistog den 16. December

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Darmstadt, 13. Detember. In heutiger Sitzung der Landes-Svnode würben zunächst mehrere finanzielle Vorlagen des Ober-Eonsistoriums erledigt.

Photographieen in -weiter Vefung en bloc, das Musterschutz-Gesetz nack den ConnnissionS'Äiiträgen und unter Herabsetzung der rm § 11 erwähnten Gebüh­ren für Nachbewilligung von Schutz Fristen von 5 resp. 10 Mk. auf 2 refp. 3 Mk. genehmigt. Morgen wird die Berathung der Strafgesetz - Novelle stattfinden.

ÖClltfcfiraRd. I^rr Fortsetzung der zweiten Berathung des Gesetz Entwnrsö über das Urheber»

_ * 'Recht an Werken der bildenden Künste wurde der $ 6 mit dem bereit- bekann»

Darmstadt, 12. December. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben teil Amendement Brauns mit 136 gegen 110 Stimmen nach den Lommissions- allgnädigst geruht: am 1. Tecbr. dem ersten evanq. Pfarrer in SlSfeld Karl Anträgen angenommen. Ferner wurde der Gesetz Entwurf lum Schlitz von Müller das Ritterkreuz erster Klaffe des Verdienst-Ordens Philipps bei Orop-l'* ' - -

niüthtgen zu verleihen.

darunter zunächst die auf Annahme des von den Kammern genehmigten Kre­dites von 200,000 Mk zur Bestreitung der ersten ordentlichen Landes-Cvnode und Aufbesserung der Pfarrgebalte für 1875 gerichtete Vorlage, weiter die Vorlage, die Bewilligung von 55,800 Mk. aus dem staatlichen Darlehen zur Aufbesserung der Gehalte der Geistlichen für da- Jahr 1875 betr., sowie die 9'orLige, die Bestreitung der Kosten der crftcn ordentlichen Landes-Svnode im Betrage von 24,000 Mk. aus dem erhaltenen Darlehen betr., endlich die Vorlage in Betreff der Auszahlung eines weiteren Pensionsbetrages von 125 Mk. an jeoe geistliche Wittwe als einmalige Verwilligung aus der allge­meinen geistlichen W'ttwenkaffe für das Jahr 1875. Sämmtlicke Vorlagen gelangen z,ir Annahme.

Es folgt Berathung des Gesetz-Entwurfs, die Eintbeiluiig der evangeli­schen Dekanate betr., der mit einer kleinen, vom Kirchen-Regimenr gebilligten Abänderung gegen 2 Stimmen Zustimmung findet. Schließlich wird die zweite Vefung de« Entwurf- eines Kirchengefetzeö, die Classification ter Pfarrgehalte betr., vorgeuomineu und gelangt die Vorlage in der Faffnng, die sie »n der ersten Lesung erhalten, mit zwei von dem Kirchen Regiment gutgeheißeuen Zu­satzanträgen des Abg. Schröder und Genoffen, refp. Strack und Genoffen, zur einstimmigen Annahme. Nächste Sitzung morgen. Tage-orduung: Zweite Leiung des Gesetzes über die kirchliche Trauung. Antrag Sckröd.r's auf Auf Hebung der Stolgebühren. Antrag Wernher's, Diäten der Synodal - Mitglw der betr.

Darmstadt, 13. December. Nachdem in der heutigen Sitzung der Lande- Synode zuerst verschiedene finanzielle Fragen erledigt mären, ist tie zweite Lesung de« Gesetzes über die Classification des Dienst-Einkommen- der evangelischen Geistlichen beendigt worden, und morgen wird, so hofft man, die zweite Lesung des Gesetze- über die kirchliche Trauung und über die Accidenzien oder Stolgebühren beendigt nnd damit die diesmalige Versammlung der Lan»

Berlin, 13. December. Auf eine amtliche Anfrage au- London hat der Reichskanzler Füist Bismarck die Genehmigung ertbcilt, daß die Unter« suchui.g über die Strandung des Bremer DampfbootesDeutschland", wie beim Uuglvcksfalle d,sSchiller", von der englischen Behörde, d. h. vom Board of frade geführt werde Auch die erste Untersuchung, denSchiller" betr , wurde in gründlicher und gerechter Weise geführt; da- Board of tradc ist bekannt als eine Behörde, welche die Fahrlässigkeit mowebeß SchiffSführer- bei Unglücksfällcn nackgewiesen halt Schon setzt wundern sich Sachverständige, wie der Capuän d's DampfersDeutschland" etwa 6 Meilen von seinem nchiigen Conrse nach Westen den Dampfer vor der Themsemündung konnte stranden lasten Man muß annebmen, wie die Untersuchung e- herau-stellen wird , daß der Capitän da- Lothen unterließ und deshalb eine falsche Rich hing einschlug. Sein Verhalten nach dem Unglücksfalle wird geloht.

Berlin, 14. December. In einer gestern stattgehabten Berathung des Senatoreii-Coiivents des Reicki-taqs wurde constatirt, daß es unmöglich ist, die parlamentarischen Arbeiten noch vor Weihnachten zu beendigen. Es wird da­her nach Tnrchberathung des Etats wahrscheinlich nächsten Montag, späteften- Dienstag, eine Vertagung der Sitzungen bis zum Januar eintreten. Zwischen dem Fürsten Bismarck, Minister Delbrück und Präsidenten v. Forckenbeck hat hierüber gestern eine Besprechung stattgefunden.

Berlin, 14. December. Ter Reichstag trat heute in die zweite De rahning bet Strafgesetz-Novelle ein. § 4, (betr. die Verfolgung von Auslän­dern, die im Auslände hockverrätherifche Handlungen gegen das Reich oder einen Bundesstaat oder Münz-Verbrechen begehen, sowie von Ausländern oder Deutschen, die im Auslande eine nach den Reich-gesetzen strafbare Handlung gegen Deutsche begehen) wurde mit dem dazugehörigen § 5 nach längerer De­batte, wobei Fürst BiSmarck daS politische Moment der Paragraphen betonte

de-«Syuode geschloffen werden.

Berlin, II December. Der Abg. Kapp hat in Gemeinschaft von 86 Genoffen eine Interpellation folgenden Inhalt- an den Reichskanzler ringe« bracht.1) Welche Schritte gedenkt die Reichsregierung zu thun, um die Interessen der deutschen Schifffahrt bei der Untersuchung der Strandung de» Norddeutschen Lloyd-DampferSDeutschland" zu wahren, welcher am 6. d M btt Kentish Knock vor der Themsemündung anffuhr? 2) Wann wird dem Reichstage ein Gesetz-Entwurf, betr. die Untersuchung der See Unfälle deutscher Schiffe, vorgelegt werden? 3) Wie kommt, daß derartige in einer Entfer« mmg von etwa 17 Seemeilen von der englischen Küste sich ereignende Unglücks- fälle ausschließlich von den englischen Behörden untersucht werden?" Tie Interpellation wird sofort auf die Tagesordnung kommen.

Berlin, 12. December. Tie Postanstalten innerhalb des preußischen Staates sind durch Verfügung vom 8. b. Mts. angewiesen worden, die bei! ihnen eingehenden Eindrittelthalerstücke deutsch,u Gepräges nickt wieder auSzu-! geben, sondern an die nächste Dezirks-Oberpostkaffe abzuführen. Die erwähn-! ten Oberpostkaffen beziehentlich die Generalpostkaffcn haben diese Stücke an die Oberpostkaffe in Hamburg abzuliefern, von wo sie an die dortige Silber-Affinir- anstalt kommen.

Berlin, 13. December. Reichstag. Auf die Interpellation Kapp, betr. die Untersuchung über die Strandung des DampfersDeutschland , erklärt Ministerial - Tirector Philippshorn : Die Regierung , welche den Unfall tief beklage, habe keinen Schritt ungethan gelaffe», der zur Wahrung der Jnterenen der deutschen Schifffahrt bei der Untersuchung führen könnte. Man habe um so weniger Anstand genommen, der englischen Negierung die Untersuchung zu überlasten, als man der Objectivität und Unparteilichkeit derselben unbedingt vertrauen dürfe. Tie englische Regierung habe bezüglich der Untersuchung lediglich nach den Landes - Gesetzen verfahren, auf Grund deren man mit der englischen Regierung eine bewährte Vereinbarung getroffen habe. Von dem Aufgeben der deutschen Justiz-Hoheit m dieser Frage sei nicht entfernt die Rede gewesen; es habe sich nur um die Lösung einer Aufgabe der internationalen Humanität gehandelt. Was den von den Interpellanten verlangten Gesetz- Entwurf über die See-Unfälle deutscher Schiffe angehe, so hätten frühere Ver­handlungen nicht zu einem Resultat geführt, dock sei zu hoffen, daß der Wunsch des Erlasses eines derartigen Gesetzes bald erfüllt werden könne. Im weiteren Verlaufe der an die Interpellation geknüpften Debatte, an welcher sich Moßle, Schmidt und Zimmermann betheiligen, hebt Philippshorn hervor, daß es lieb nur um die Feststellung von Thatsachen durch die englischen Behörden gehan­delt Habe, wobei kein anderes Motiv DorgeiDultet, als die gegenseitige Unter­stützung. Uebrigens sei auch der deutsche Auswanderungs Coinmistar Weickmani^ zu der Untersuchung gezogen worden. Der Gegenstand ist damit erledigt. Bei

und HervorHob, daß die Würde des Reiches eine derartige Bestimmung er­heische, die man nicht vertagen möge, da es sich hierbei um unaufschiebbare Dinge handle, abgelehnk. Lasker hatte auf die Nothwendigkeit einer späte­ren Total-Revision des Straf-GesetzbucheS hingewirsen; die Verweisung an eine Commission war vorher wiederholt abgelehnt. § 24, (betr. das Bestrafungs- Verhältulß zwischen dem versuchten und vollendeten Verbrechen) wurde gleich falls abgelehnt; § 25 mit einem Zusatze Struckmann's, wonach in Folge einet Beschlusses der Vorrnundsckafts-Bchörde Kinder unter 12 Jahren, die strafios ausgeben, in Btsterungs'Anstalten untergebracht werden können, angenommen. § 68, wonach auch jede Handlung des StaatSanwaltS die Strafverjährung unterbrechen soll, wurde, obwohl wiederholt vom Justizminister Leonhardt be­fürwortet, abgelehnt.

Bremen, 13. December. Dem BöSmann'schen Telegraphen-Bureau wird von glaubwürdiger Seite versichert, daß der Paffagier Thomas, welcher den Sebstmord Versuch mochte, ewgestarden habe, am Bord desMosel" be­finde sich eine zweite Kiste mit einem Uhrwerk, welche- nach acht Tagen eine Explosion beibe,führen sollte. Thomas beabsichtigte in Southampton abzusteigen.

Bremen, 13. £ ecember, Abends Eine von der Polizei aus dem DampferMosel" vorgenommene genaue Untersuchung des gesammten Pasta- gier-Gepacks hat ergeben, daß die Gerüchte über eine zweite Kiste mit Dynamit ganz unbegründet sind

Dresden, 14. Detember. Der in den Bremer Telegrammen Hber die Tynamit-Eppleficn erwähnte Thomas ist ein Amerikaner, welcher 6 Monate in Strehlen bei Dresden gewohnt hat.

Defterreictj.

speflb / 13. December. Des Abgeordnetenhaus bat in zweiter Lesung den Gesetz-Entwurf, betr. das Renten-Anlehen, mit einem Ziisatz-Antrage deS Finanjmmistcrs genehmigt, wonach der entfallende Zinsen-Betrag nachträglich m das Budget pro 1876 eingestellt werden soll.

Dänemark.

Kopenhagen, 13. December. Privatnachrichten zufolge ist der schwe­disch-norwegische Gesandte in Washington Stenersen, auf der Rückreise nach Washington plötzlich in Paris am Schlagfiuffe gestorben.

Schweiz.

Basel, 13. December. TieBaseler Nachr." melden: Das Volk von Solothurn hat gestern die Staats-Verfaifimg mit einer Mehrheit von 2082 Stimmen angenommen.