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Gießener Anzeiger.

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Anzeige- und Zünisßlntt für den Areis Hießen.

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He». 267. Dienstag den 16. November 1N75.

Amtlicher Th eit.

Bekanntmach u n g.

Nachdem durch Allerhöchste Entschließung vom 1. l. M. der Großherzogliche Polizeirath Nover auf sein Nachsuchen penfionirt und der Polizei- Eommiffär 1. Elaste bei Großherzoglichem Polizeiamte Darmstadt Wilhelm Fresenius zum Polizei Commissär 1. Elaste bet der Polizeiverwaltung der Provinzial.Hauptstadt Gießen ernannt worden ist und letzterer seinen Dienst dahier am 13. l. M- angetrcten hat, so wird die- hierdurch zur öffentlichen tkcnntntß gebracht.

Gießen, am 15. November 1875.

Großherzogltches Kreisamt Gießen.

__v. Röder.

Gießen, am 12. November 1875.

Betreffend: Die Rechenschaftsberichte der Wtesenvorstände pro 1875.

Das Großherzogltche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Beltershain, Burkhardsfelden, Garbenteich, Göbelnrod, Lauter, Londorf, Mainzlar, Nieder- Besstngen, Ovenhausen, Rabertshausen, Reinhardshain, RüddingShausen, Saasen und TreiS a. d. Lumda.

Wir erinnern Eie an die Erledigung unserer Verfügung vom 15. October 1875, im Anzeiger Nr. 243, binnen 8 Tagen.

____________________v. Röder._____________________________________________

Gießen, am 13. November 1875.

Betreffend: Den (Sntnnirf eines Gesetzes über die gewerblichen HülfSkassen, hier statistische Erhebungen über die Verhältnisse der Sterbe-, Invaliden- und Wittwen-Kassen, sowie der sonstigen Anstalten ähnlicher Natur.

Das Großberzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme Großherzoglicher Bürgermeisterei Gießen.

Wir beaustragen Sie alsbald und länaftenS innerhalb 5 Tagen nach Empfang dieser Verfügung zu berichten, wa« für Kassen der oben genannten Arten in Ihren Gemeinden bestehen, welchen Namen dieselben führen, wie viele Mitglieder sie zählen, wie hoch sich daS Vermögen der Kasse beläuft, ob sie bestimmt sind für die Arbeiter eivtelner gewerblicher Etablissements, oder für Mitglieder gewisser Vereine oder Gesellschaften, oder ob leine derartige Beschränkung des Mitgliederkreises besteht.

(Soweit Sie in der Lage sind die Statuten dieser Vereine einzusenden, wollen Sie dieselben Ihren Berichten beilegen.

____________________ ____________________________________________v. R ö d e,r. _______

Gießen, am 15. November 1875.

Betre ff end: Die Aufnahme de» Erndteertrags im Jahre 1875.

Das Großherzogltche Kreisamt Gießen

an die (Hrvßherzoqlichtn Bürgermeistereien.

Wir erinnern diejenigen unter Ihnen, welche unsere Verfügung vom 20. v. Mts. noch nicht befolgt haben, an Erledigung derselben mit Frist von 3 Tagen.

v. Röder.

politischer (Etjeii.

Jahresbericht der Großherzoglichen in Gießen für das Jahr 1874.

Handelskammer«einer Zweigniederlassung der mit dem 1. Januar n. I in's Leben tretenden Reichsbank zu veranlassen. In Folge dieser Eingaben ist uns ein von uns be­reits veröffentlichtes Schreiben des königlich preußischen Hauptbankdirectoriums zugekommen, worin uns mitgetherlt wird, daß die Einrichtung einer Agentur

(Fortsetzung auS Nr. 266 d. Bltts.)

8) Oesfentliche Lasten und Abgaben.

Hier beschränken wir unS diescS Mal darauf, uns für die von einer Reihe von Handelskammern bereit- beantragte anderweite und unserem neuen Münzsystem bester entsprechende Normirung der Wechselstempelsteuer, sowie wiederholt für die schleunigste Beseitigung deS Handel, Industrie, sowie den Verkehr im Allgemeinen sehr belästigenden OctroiS au-zusprechen.

dahier in Aussicht genommen sei, wenn es gelinge, eine zur Uebernahme der Agenturgeschäfte geeignete Persönlichkeit zu finden und schließen wir hiernach den gutachtlichen Theil unseres Jahresberichtes mit dem Wunsche, daß eS der Bankdirection gelingen möge, einen tüchtigen Agenten für unseren Platz zu fin­den, und daß demgemäß die zu errichtende Agentur der Reichsbank recht bald in'S Leben treten möge).

II. Berichte über Thatfachen.

9) Locale Anstalten und Wünsche, s. Lagerhaus.

Die Lage der einzelnen hauptsächlichsten Industriezweige unserer Stadt ergibt fick auS nachstehender Darstellung.

Hier haben wir in erster Linie die immer dringlicher werdende Lagerhaus, angelegenheit zu erwähnen. WaS den Stand derselben betrifft, so fanden hierüber im vergangenen Jahre sowohl wie tm laufenden wiederholt Conferen- zen zwischen einem hierzu besonders abgeordneten Vertreter der Großh. Regier rung, unter Zuziehung des Großh. Hauptsteueramts Gießen, sowie Vertretern unserer Stadt, der Handelskammer und der Ecsenbahnverwaltungen statt. Zu nnem definitiven Resultat konnten dieselben aber bis jetzt um deswillen nicht gelangen, weil die Entscheidung über den Platz, auf welchem daS allseits er- strebte Lagerhaus errichtet werden soll, nicht eher endgiltig getroffen werden kann, biS auch über die in den diesigen Bahnhöfen dringend nöthig gewordenen baulichen Veränderungen und bezw. Vergrößerungen Beschluß gefaßt ist. Da diese Beschlußfaffung wohl kaum mehr lange anstehen kann, außerdem aber alle Interessenten über die absulute Nothwendigkeit der Herstellung eine- Lagerhau­ses einig sind, halten wir uns zu der Annahme berechtigt, daß die in dieser Angelegenheit in unfern beiden vorjährigen Berichten geäußerten Wünsche einer baldigen Erledigung entgegensehen und die sowohl von Seiten des Hauptsteuer, amts, der Stadt Gießen wie auch unserersetts in dieser Richtung ftattgehabteu Bemühungen somit von Erfolg begleitet sein dürften.

b. Errichtung einer Agentur der Reichsbank zu Gießen.

Wir haben durch Eingaben an das Reickskauzleramt, da- Großh. Mini­sterium des Innern, sowie auch an das Hauptbankdirectorium der preußischen Bank die erforderlichen Schritte gethan, um am hiesigen Platze die Eröffnung

Tabak- und Cigarrenfabrieation.

Das die Lage dieses bekanntlich ältesten und bedeutendsten Industriezwei­ges unserer Stadt betrifft, so hatte hie Cigarrenfabrication 1874 im Allgemeinen mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Insbesondere stieg ein großer Theil des Rohmaterials in Folge von Mißernten und kleinen Zufuhren während des vergangeiien Jahres fast anhaltend, jo baß schließlich die gewohnten Preise des Fabrikats in keinem richtigen Verhältniß mehr dazu standen. Letztere in die Höhe zu setzen war aber nicht durchführbar, weil die Nachfrage nach Fabrikat im Allgemeinen abgenommen batte. Der Grund hiervoit dürfte wohl im Taniederlwgen manches anderen Geschäftszweigs zu suchen sein. Die Arbeiter jvieler anderer Branchen waren durch Lohnherabsetzungen genöthigt, sich in ihren Ausgaben Beschränkungen aufzuerlegen und so mag für die Cigarre bei Manchen kein Geld übrig geblieben sein. Diese Annahme dürfte um so mehr gerechtfer« tiflt erscheinen, als der Absatz von Sch*eidtabaksfabrikaten gerade in den Haupt- diftricten der Arbeiterbevölkcrung em ßotterer war als vorher, woraus der Schluß gezogen werden muß, daß der Arbeiter vielfach statt zu der Cigarre, zu der billigeren Pfeife gegriffen hat.

Der vorstehenden allgemeinen Lage dieses Industriezweigs entsprechend war denn auch, wie wir aus den uns von einer Rei. t von Firmen dieser

*) Nack Abschluß uifere8 Berichts vernehmen wir privatim, baß die Stelle eines Agenten der Reichsbank besetzt worden und hiermit die Errichtung einer Agentur defi­nitiv gesichert ist.