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Frankreich.

Paris, 3. Jul». Da- heutige Gabeuvtizeichniß de- cfncieQrn Blatte» beträgt 182,b23 An- , wozu der Herzog v Aumale 25.000, Fürst Hohenlobe 1000, Lord Lyon- 1000, die Herzogin v. Chartres 3000 Frc»., der Jockey Elub 12.000, die Südbahn 25,000, Rothschild au- London 1000 Frc». beige steuert bibtn. Vauivibertr" bar der kaiserliche Prinz 6000, die Kaiserin Luzerne 4000 Are- und laut .Union" der Graf Chambord 5000 Frc». ar zeichnet Der Oemeinderath wird am nächsten Montag 100,000 Frc-. für die Ueberjchwemmten bewilligen.

Der Appellation-Hof bestätigte da- Urtheil erster Instanz, durch wel ches das .Unwer-" zu 4000 Frc- Schadenersatz an einen Händler veeurtheilt wird, da e- die Gläubigen aufgejordert hatte, bei demselben nicht- zu kaufen, weil er Sonntag- feinen Laden nicht schließe.UmvcrS" ist sehr grimmig und will die Sache vor den üasiationshos bringen.

Paris, 4. Juli. In der Vorstadt St Cyprien findet man, den letzten Berichten zufolge noch fortwährend Leichen. Dieselben sind schon halb verwest Ls ist selten, daß man eine einzelne Leiche findet, e- sind gewöhnlich Gruppen von Leichen, die sich einander umschlungen halten. ES ist die Mutter, die ihre Kinder, der Mann, der seine Frau zum letzten Male umarmen wollte. Tag­täglich hört man neue Thaten dcö Muthes unb der Aufopferung. Der Cor- respondent de-PariS-Iournal", welcher sich im Gefolge de- Marschall- befindet, meldet au- Agen, Mitternacht:In Agcn bedeckten die Wasier 36 Stunden lang die ganze Stadt; sie erreichten die Höhe des zweiten Stocke-. Während 36 Stunden waren die Einwohner von Ägen auf den Dächern ihrer Häuser; jeden Augenblick hörte mau schreckliches Krachen, dem dumpfer, fernen Donnerschlägen ähnlicher Lärm folgte: e- waren die Häuser, die einstürzten. Da- Schrecklichste war, daß im Augenblicke, wo die Garonne au-krat, sich nur drei bis vier kleine Kähne in Agen befanden, und mit diesen alle Rettungs­versuche gemacht werden mußten. An Nahrungsmitteln fehlte eS gänzlich. Die jungen Mädchen, welche in dem Kloster de Notre Dame de NeverS erzogen werden, wären beinahe verhungert; während 36 Stunden blieben sie auf dem Dach des Kloster-, ohne auch nur ein Stück Brod zu haben. Die Haltung der hiesigen Bevölkerung ist eine höchst niedergeschlagene. Sie macht nicht die frohen Gesichter, welche man in Toulouse und Castelsarrazin sah. Mau ist düster und rocint. Heute Nachmittag um 1 Uhr stiegen wir zu Wagen und besuchten die benachbarten Dörfer auf einer Strecke von 50 Kilometer. Dieser Taz war vielleicht der traurigste unserer Reise. Das erste Dorf, welche- wir besuchten, war Sauveterre. Weder in Fcnouillet noch selbst m Toulouse habe ich so Trostloses gesehen. Nichts ist niehr vorhanden, selbst nicht einmal ein Stück Mauer. Bleiche, fast vor Hunger sterbende, halb nackte Leute, die sich kaum auf den Beinen halten können, empfangen den Marschall mit den Zeichen der höchsten Achtung und de- tiefsten Schmerze-. Hier ist daS Elend furchtbar. Man hat Hunger. Aber der Schmerz ist ein würdiger; Keiner streckt die Hand auö. Die Kirche de- Dorfes steht noch halb unter Wasier; der Bischof von Agen, der un- begleitete, führte den Marschall in dieselbe ; um zum Chor zu gelangen, müsien wir 1'/, Fuß hohes Wasier durchwaten. Eine rührende Scene trug sich hier zu. Alle Anwesenden warfen sich auf die Aufforderung de- Bischof- auf die Kniee und beteten mit lauter Stimme für die Todten und den Marschall Mac Mahon. Der Marschall weinte. Wir besuchen nun die Ruinen; unter den Trümmern zieht man gerade eine schwarze unförmliche Ge­stalt hervor: e- ist die Leiche de- Kinde- de- Adjuncte-, der un- begleitet. Da- Dorf Magistore, nach dem wir un- hierauf begeben, ist ebenfalls furcht­bar zugerichtet. Man hat dort erst feit zwei Tagen wieder Nahrung-mittel. Im Augenblicke, wo wir durch die Hauptstraße de- Dorfe- kommen, stürzt ein Kind in ein mit Wasier gefüllte- Loch und verschwindet. Lin Soldat stürzt ihm nach und es gelingt ihm, e- zu retten. Der Marschall gab ihm die Mil^ tärmedallle. Wir besuchen Golfech und St. Jean Dieselben e^istiren nicht mehr. In St. Jean sah ich vielleicht die traurigste Scene. Eine alte Frau lag auf einer Matratze; neben ihr stand ihre Tochter, ein bildschöne- Weib, mit einem kleinen Kinde auf dem Arme. Dicke Thränen liefen ihr über die Wangen; sie sah bald ihr Kind, bald ihre Mutter in tiefster Verzweiflung an. Deo Morgen- hatte man ihren Mann und am Abend vorher ihren Vater be graben. Gegen Abend kamen wir nach Agen zurück. Der Marschall speiste auf der Präfectur nut den Behörden Die Stadt lag in tiefem Dunkel, da e- keine Ga-lainpen mehr gibt. Viele Leute schlafen auf den Straßen, um ihr noch dort liegende- Eigenthurn zu schützen. Wie ich Ihnen schon sagte sind die Landstreicher, wahre Raubmörder, sehr zahlreich. Heute brachte die Garonne eint Leiche, die man beraubt hatte und welche Verwundiingen irug. Au- Tou­louse erfährt man, daß in der Vorstadt Saint Cyprien mehrere Personen er mordet wurden."

Paris, 4. Juli. Der Federkrieg zwischen den hiesigen Blättern steht in Hellen Flammen. DieRevublique Fran«.'aise" nennt Paul de Easiagnac den Sohn de- König» der Narren, rote Gmzot Paul - Vater, Gramer au- Casiagnac, einst bezeichnet hatte. Paul de Casiaznac lehnt die Verantwortlich- len für die Handlungen seine- Vater- ab und behandelt Gambetta al- Dieb und Mörder. Debrousie. Director de- Journal»La Presie", schreibt au Pillemesiant, ten Herau-geber de-Figaro" ; derFigaro" fragt nun, wer der Verfasser de- Briefe- mit deii Initialen J. D. fei Debrousie antwortet: Ich bin e» der entschlossen ist, einem elenden Narren da- Handwerk zu legen der seit 20 Jahren Alle- deruiiterreißt, wa- anständig ist, und der ganz Pari- zum Ekel ist ES ist Ihre Sache, zu beweisen, daß m Ihren Ad ern

nicht nur Koth fließt. Man will wisien, ob Sie endlich die Verantwortlichkeit für die Infamien übernehmen, mit denen Sie Sich seit 20 Jahren in den Höhlen de-Figaro" besudeln."

- General Sauisier hat in ter National Versammlung ten Bericht über tie Befestigungsarbeiten von Grenoble nietergelegt; die Dringlichkeit wurde be» willigt. Die Listen de-Temp-" für die Ueberschroemmten betragen jetzt 102,356 Frc»

Spanien.

Madrid, 4 Juli. Die .Gaceta" meldet, daß General Iovellar die Beschießung von Cantavieja begonnen hat. Bi-her sind 400 Bomben verfeuert worden. Die Ankunft schwerer Geschütze wird erwartet. ES scheint, al- ob die Carlisten nur eine Besatzung in der Festung zurücklasien und einem weiteren Kampfe au-zuwelchen beabsichtigen. DieCorretpondencia" enthält einen Artikel, welcher au-führt, daß die katholische Religion die Staats-Religion SpmteuS bleibe und ter Staat die Kosten de- Cultu- übernehme. Fall» die ui RegierungSkreisen vorherrschenden Ansichten maßgebend würden, werde kein Spanier wegen feiner religiösen Ansichten beunruhigt, aber al» öffentliche Reli» giou- = Handlungen nur die Gebräuche der katholischen Religion anerkannt werden.

Madrid, 4. Juli. In der letzten Zeit hieß e- allgemein, daß ter carlistische General Lizarraga in einer sehr wichtigen Mission zum Papst ge­sandt worden sei nämlich um ten Segen de» Papste» zu holen und Letzteren zugleich zu bitten, daß er den üarlisten mit Geldunterstütziing unter die Arme greife. Den Segen erhielt Lizarraga, Geld aber nicht. Komisch war e» . daß der General die Reise gemeinschaftlich mit einem anderen Spa­nier machte, welchen die spanischen Republikaner an Garibaldi ezpedirt hatten, um an denselben em ähnliche» Verlangen zu stellen (sie verlangten natürlich keinen Segen, sondern nur Geld), wie Lizarraga an den Papst. Aber auch dieser Reisegefährte mußte unverrichteter Sache heimkehren.

Jtummucn.

Bukarest, 3. Juli. Mittelst fürstlicher Botschaft wurde in der gestri­gen Sitzung der Depiilirteti Kammer derselben die Handel- Oonventlon mit Oesterreich Ungarn vorgelegt. Die Vorlage wurde nut lebhaftem Beifall auf» genommen. Der bereits gemeldete Antrag von 41 Deputaten, betr. den Bau der Eisenbahnlinie Plojeschti-Pcedeal, wurde abzelehnt.

Türkei.

Konstantinopel, 5. Juli. Da- Budget ist vom Sultan genehmigt roorben. Die Einnahmen sind auf 21,711,761, die Au-gaben auf 26.299,178 veranschlagt, sonach sich ein Deficit von 4,587,412 ergibt.

Lokal- 9t otiz.

9? a cb r t d) t c n

au» der Stadtverordnetenversammlung am 1. Juli d. I.

In bn Sitzung der Stadtverordneten vom 1. Juli l. I wurde die Stelle eines - in Ludwig Magen übertragen, kiann fcrid)k'ii«n, l't iLnbanllunam mit IS ar l Becker wegen Abtretung eine» Stück Landes zur Erweiterung des .liefenwrgs" abzubrechen seien. Die übermäßig hohe Forderung de» Genannten gab zu diesem Be chluß 6it Veranlassung. Dem Kaufmann 15 Fischbach wurde dagegen eine Entschädigung für Otlinb«, ras er zur ILrweiteruag des Selterswegs herqeqeden, bewilligt, danach Anlage eines Tret» totti an den H uuern der vtrlinqmtn Ludwtqsstraße der krlhonm

Genehmigt wurde die Dekretur einiger Rechnungen, u A 61« für bas Fertigen von Zeich­nungen zur (^tradlegung der Flankfurier Landstraße. von welcher wieder die Pflasterung der Trottoir» abhängt.

ü,ne Zuschrift des Stadtverordneten Baist, in welcher wiederboN betont ist, da» die Loealpoltzei dem Bürgermeister zu unterstellen fr», kam zur Vorlesung. Ueder ein anderes Schreiben, die städtische Polizei detr, schritt man zur Tagesordnung.

Verschiedene Bauqesuche, u. 8. auch da» des Hrch Dedus wegen cirdauung eine» neuen Haui' an dem Sch:ffenbergrr Dege, fanden keine Beanstandung, ebenso wenig ein Gesuch des 122. Hofmann von Heuchelheim w.-q,n Senkung c?n Grenzstein en.

Ehristian Zinker, der lernen Möbelwagen trotz oller Madnungen auf der verlanget» ten Lubwigsstraße stehen läßt, wird zunächst einer Polizeianzeige nöthigenfalls einer Klage vor dem Eivilrichter sich außsetzrn. Nuch wegen Uedrrschreitungen der Baulinte bei verschiedenen Neubauten ist Anzeige bei der Polizeldehörve be'chlossen

Das Tränken und Schwemmen der Pferde in der Lohn, namentlich an Sonntagen, hatte tu Beschwerden Veranlassung gegeben Um denselben gerecht zu werben, wurde ein Regulativ in Vorschlag gebracht und genedmiat. dost I) an Sonn und Festtagen das Weiten durch die Stadt in die Lahn nur dis* Uhr Morgens zalässtg lei; 2) 6aH die Pferde nur lei Schritt mitten werden dürfen und nicht von Kindern unter 14 Iihren; 3) dah dir Stellen, wo das Schwemmm statthaft ist, durch Plakate anzugeben Inen

Äeckit kölnisches Wnsscr ton 3can Maria Darina.

Meine Niederlage davon m der E veditton des (Mirhenn Anzeiger» em ichlc ich zu ll- h per Dutzend. 4 rt per balde» Duner? und 45 fi per <*lai arbedem# 3nba "N larina «e lu.______

miHMEUE liir IllsiTille

eben Inbalt» in rlle au>wäri gen unb diesigen Zeitungen zu Originilprdfen in der Ännoneen-Ervedition von

iiiuioir n<>N#e (G. Tollia) Giessen.

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