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Anzeige- und für den Kreis Hießen
Mittwoch den 3. November
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Pari-, 30. October. Das o/s^lelle Blatt enthält £eute das De'cret, durch welches die neue staaMche Rechtsfakültär in Lyon, welcher der Ober
der herzustellen und den Ausschreitungen des Differenzialsrachtwesens aus legis- latorifdiem Wege entgegenzuwirken gesucht.
Leider sind alle die glänzenden Hoffnungen, welche dieser Gong der Dinge bei Dem und Jenem erweckt haben mag, rasch m Nichts zerrönne^, unsere vor Jahresfrist ausgesprochenen Befürchtungen nur zu sehr gerechtfertigt worden. Nicht besser, nein schlechter soll es werden! Die Tariferhöhung ist, nachdem die dafür bewilligte Frist abgelausen, mit Hilfe dcs so oft erfolg- reich angewandten Kunstgriffs, einige Hauptrcclamanten durch Bewilligung von Ausnahmen still zu machen, ohne viel Redens perpetuirt worden. Don der Wiederst'llm.g der vollen Haftpflicht der Eisenbahnen ist, nachdem der erste Entwurf eineS Eisenbahngesetzrs zurückgezogen und durch einen anderen, dieses (Kapitel, wie so manches andere, gar nicht berührenden ersetzt worden ist, feine Rede mehr. Don der Tarifreform endlich sind wie weiter entfernt, denn je, ivenn die von Seiten der Eisenbahnverwaltungen der Fassung der bezüglichen Paragraphen tm neuen Entwürfe eines Eisenbahngesetzes für das Deutsche Reich gegebene Deutung sich wirklich als die dem Sinne der Gesetzgeber entsprechende erweisen sollte. Hiernach würde nämlich eine behördlich? Aussicht über das Tarifwesen in Zukunft nur noch Seiten- des Reiches geübt werden und eine Genehmigung des ReichteisenbahnamteS nur bei „Differenzialtarifen" ersorder« lich sein. Don den hinsichtlich der Höhe der Tarife in den Eoncessionturkunden ausdrücklich eingegangenen Verpflichtungen gegenüber den Landesregierungen (von deren Eingreifen zwar tatsächlich nicht viel zu verspüren war, deren Jnterven- tionsrecht aber schon an sich der Willkür gewiffe Schranken zog und den Unterthanen wenigstens die Möglichkeit eines Schutzes eröffnete) würden die Eisenbahnunternehmungen ohne andere Gegenleistung, als die Annahme der fortdauernden zwanzigprocentigen Tariferhöhung, einfach entbunden, ja, als wäre es an diesem zwiefachen Geschenke noch nicht genug, würde ihnen noch die völlige Unabhängigkeit von jeder staatlichen Instanz hinsichtlich der Tarife für den Locolverkehr — von den Landesregierungen wie vom Reichseisenbahn- imt — gleichsam als Zugabe obenein bewilligt werden. Mit anderen Worten, da, no wegen des stansindenden Mouopoles Lontrole am nothwendigsten ist, im Binnenverkehr, würde sie aufgehoben, da, wo die Concurrenz sich wirksam gezeigt hat, im direkten und Durchgangsverkehr, würden die Eisenbahnen die Intervention einer Reichsbehörde acceptiren, und zwar, wie auS dem Folgenden hervorgeht, wesentlich alS Schiedsgericht für die unter ihnen selbst über Theilung des Verkehrs, resp. der Revenuen, entstehenden Streitigkeiten, denen allein das Publikum bisher zeitweilige Eoncefsionen zu danken gehabt hat. also viel mehr zu ihrem eigenen Schutze gegen die Eventualität, sich zu solchen Eon- cessionen herbeilaffen zu müffen, als zum Schutze Les Publikums.
(Fortsetzung folgt.)
Zu jungen
für den Conferenz-Bezirk Lich Hungen Mpniag, den ft. November, Anfang 10 Uhr.
Zu (Hrofi Buseck:
für den Conferenz-Vezirk Groß Buseck Donnernag den 11. November, Anfang 10 Uhr.
Die Schulvorstände wollen die betreffenden Lehrer von Vorstehendem in Kenntnih setzen.
Gießen, den 31. October 1875.
Büchner, Kreis-Schultnspector.
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Veutschtanv.
Berlin, 31. October. Das schriftliche Erkenntniß des Obertribunals
t'iatich, mit Kni» natmr Vtontags.
LrpedUon Laozleiberg, LH. V '.1r. 1.
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gegen den Grafen Arnim ist vorgestern dem hiesigen Stadtgerichte zugegangen. Daffelbe ist bedeutend weniger umfangreich, als die erstinstanzlichen Erkenntniffe und umfaßt nur eilf enggeschriebene Seiten.
Aus Baden, 30. October. Die Schuhmacher Berlins haben an ibre Geschästsgenoflen im Reiche das Ersuchen gesandt, dem Reichstag eine Maffenvetitivn |iir Durchi/tzirng eives g^setzUchev Ar beitrage- ton zehv- Kunden und Abschaffung der Zuchthaus« unt GesÄrgofßarbelt als einer erdrückenden Gomurnnt lür Has Schechmachergeschäft ^ugeßen zu lasten. .,
Di «neben, 29. October. . £ et Atm man typ der ^Diwsiop, General- Lieutenant Rudolf Frhr. v.^d., Tavn. chu^pe m Genehmigung seine- Abschieds- geluches, mlk^Penflön M Dt-pofiUon gesellt.
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lur Folge gehabt, dgß die Reinerträge der Eisenbahnuuteriiehmungen in schrcckendem Mecke henmNrgi/igcx« Man suchte noch einem Eorrectiv hterg und fart te nrLt etwa im Aufheben des verkebrren SvstemS — gerade wie
er die 6iltk gleichem Hebel leidenden Engländer — in einer zwanzig-l procentigen Tariferhöhung.
Tariferhöhungen konnten zeither in Deutschland von den Eisenbabnver. Wallungen nicht ohne Genehmigung der politischen Gewalten in'e Werk geletzt werden. Sie mußten zuvor die Genehmigung der betreffenden Staatsregierum gsn erläsi^än. 3m üoÄieqend« Falle, wo es sich um eine allgemeine deutsche Maßregel handelte, batte der Bundesrath darüber zu entscheiden. Er gab auf Befürwortung des Reichseisenbahnamtes seine Zustimmung, aber nur für einen kurz bemeffenen Zeitraum, um den Eisenbahnen über eine augenblickliche Der- legenhest binwegznhelfen, und unter der ausdrücklichen Voraussetzung, daß die Zwischenzeit benutzt werden sollte, um eine allgemeine Reform des Tarifwesens durchzuführen. Daß es mit dem Eisenbahnwesen nicht so fortgehen könne, wie zeither, war für die öHMtche Meinung nachgerad^ ein feststehender Satz ge« Worden, denn wem auch die Mißbräuche der Verwaltungen nicht vor Augen getreten waren, den hatten die Scanvalc der jüngsten Eisenbahngründungen !>on her 'Refonnbedürstigkeit des Eisenhohnwesens in Haupt und Gliedern über
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die erdrückende Wirkung, welche das System der Differenzialtarife, die gegenüber der direkten Fracht bis zu 50 pEt. höhere Bemessung der Fracht für die Summe der Theilstrecken, auf die Concurrenzsähigkeit der an den Zwifchenplätzen angesiedelten Industrien und Handelsunternehmnngen ausübt. Sie wisten, wie Wir seit einer langen Reihe von Jahren an dieser Stelle, der einzigen, die uns keine Mißgestaltung der Preffe, keine Verfälschung des Repräsentativ- Systems streitig machen kann, die Gefahr signalisirt und die Bedrohten zur Abwehr ausgerufen haben.
Wohl ist dieser Ruf nicht ungehört verhallt, denn schon vor anderthalb Jahrzehnten vereinigten sich die Fabrik- und Haiidel-stände von nahezu Hundert größeren und kleineren deutschen Städten, um von der damaligen höchsten ge- se-gebeiiden Instanz Schutz gegen den Despotismus der Eisenbahuverwaltungen zu erlangen. Schon glaubten sie ihrem Ziele nahe zu fein, als das unconlro« Urbare Spiel hinter den Eouliffen eine plötzliche Wendung im entgegengesetzten Sinne herbeiführtL. Der hoffnungerweckende Abschnitt „vom Frachtgeschäft" im Entwürfe deS deutschen Handelsgesetzbuches wurde bet der letzten Lesung (welche auch in den Abschnitt „von den Handelsgesellschaften" einige, das unverantwortliche Walten deS später zu so verhängnißvoller Freiheit gelangten anonymen EapitalS einleitende Modificationen hineinbrachte) urplötzlich so gründlicher Umarbeitung unterzogen, daß dadurch die Mehrzahl der mißbräuchlich im Frachtgeschäfte der Eisenbahnen aufgekommenen Uebungen erst ihre ge- setzltche Sanction empfing.
Die Haftpflicht der Eisenbahnen war und blieb in den meisten Fällen eine illusorische, und die Tariswillkür nahm unter dem Anreize verschärfter Concur« renz erst recht chren Fortgang. Sie hat schließlich auch die noch am längsten bei dem einfachen Grundsätze der Preisbemeffnng nach der Länge der zu durchfahrenden Strecke verharrenden PersonenverkehrStaris«! erfaßt und daS Publi' tum schließlich derart an die Regellosigkeit in diesen Dingen gewöhnt, daß man heute kaum noch em Wort darüber verliert. wenn auch hier die kürzere Route höher tarifirl wird, ccks di^ länaeic. der Thcil höher, alS das Ganze, also beispielsweise für e'i'n Billet von Dresden nach Lindau mehr zu zahlen ist, als für ein Blllet, welche- zur Reise von Dresden über Lindau bis Ebur berechn tigt. Es würde wohl noch länger ruhig so sortgegongen Jem, hätten sich die Folgen deS tollen Treibens nicht in den Kaffen der Eisenbahnen selbst unangenehm fühlbar gemacht. Die Eoncurrenzjagd um den Besitz der allerdireclesten Routen hatte eine solche Vermehrung des sizen Capitals in Form von Parallel- Innen für die Hauptrichtungen des großen Verkehrs tritt großartigen und luxu Tiöfen Bahnhofsanlagen aus, dem last unerschwinglich theuren Boden der Haupt- verktzbrsplätzc und zugleich eiwe folkbe Preisschleuderei in den Durchgangsftachteri
Rückblicke und Dorblicke tm Kampfe gegen ©ifetli -kugt Ein Eisenbahngesetz sollte nach allen Richtungen hin Abhilfe schaffen, btihntDiHfiir und der mit der Ausarbeitung desselben Beauftragte hatte seine.Ausgabe in
* der That auch in so umfassendem Sinne verstanden, hatte insbesondere, waS
(Fortsetzung.) nicht »ergeben werden darf, sich bemüht, die durch die endgiltige Faffung der
Die Leser dieser Berichte kennen meist aus eigener Erfahrung zur Genüge Bestimmungen des deutschen Handelegesetzbuches über das Frachtgeschäft jo die Zustände, aus die wir anspielen, so daß es für sie einer langen Erlänte- jillusorijch gewordene Hastpfl cht der Elsenbahi en in ihrem vollen Umfange wie-
rüng des gebrauchten Bildes nicht bedarf. Sie empfinden großentheilS selbst '
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