BemckW.
ehcken-
Florenz hat nun über den Streit zu entscheiden.
Mir W 3“ alten W jtaaä zu R.
Jahrhundert an.
— um vom Sedlnitzky nicht zu reden
in Wetzlar internirt werden kennte, dem „Frkftr. Journ." zufolge, wegen des Widerstandes, den derselbe bei seiner letzten Verhaftung in Niederberg den beiden Polizeibeamten entgegensetzte, von Neuem vou der Criminaldeputation des hiesigen Kreisgerichts zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt und sofort verhaftet worden.
bösartig durch c*ne>' andern » ttsehen.
könnte besser halten sein. " 5in dritter Bull st iinmn noch nicht vorhanden.
®emc«nu8tu.
Deulfcfjlanb.
Darmstadt, 27. August. Das hiesige Kreisamt ist von der ihm seither übertragen gewesenen Verwaltung der Local-Polizei in hiesiger Stadt enthoben und diese Verwaltung unter Aufsicht und Leitung des Kreisamts einer besonderen Behörde mit der Benennung „Polizei-Amt Darmstadt" übertragen worden. An der Spitze des Polizei-Amts fleht ein Pvlizeirath, welchem die erforderliche Anzahl von Polizei-Commissären beigegebcn wird. Die neue Orga- nisation tritt mit dem 1. September in Kraft.
— Wie wir vernehmen, ist Herr Haas, seither Kreisassessor in Fried-
Vermischtes.
Groß-Linden, 29. August. Der kurzen Notiz über das Wahlcrgebniß in der hiesigen Gemeinde ist noch hinzuzufügen, daß unsere Arbeiterklasie durch ihre Abstimmungen das vollste Vertrauen der großen Mehrzahl der hiesigen Bevölkerung erworben hat.
— Unter dem Titel „Tas Personal des Vaticans" lieft man in der „Correspondance Franco-Jtalienne" Folgendes: Jetzt, wo die Aufmerksamkeit auf das traurige Loos des „freiwilligen Gefangenen des Vaticans" gerichtet ist, mag das Publikum daran erinnert werden, daß das „Gefängniß des Vaticans" größer ist als die ganze Republik San Marino, größer als das Fürstenibum Monaco und die Republik von Andorra. Das „Gefängniß" enthält 2 Capellen (Sistina und Paolina) , 15 große Salons, 20 große Hofräume, 218 Corridore, 8 breite monumentale Treppen, 228 kleinere Treppen, 11,500 Zimmer, ohne der prachtvollen Gärten, ver Sammlungen, Kunstmuseen u. s. w. gedenken zu wollen. Eine specielle Telegraphenlinie zwischen Frankreich und Italien steht zur Verfügung des „Gefangenen." Außerdem besitzt derselbe den Lateran und andere glänzende Paläste auf dem Lande, wo er von Pontificatsgeschäften ausruhen kann und in der „Gefangenschaft" Wechsel und Zerstreuung findet.
Glogau, 22. August, lieber ein längst vermißten Soldaten berichtet der „Nd. Anz." Folgendes: Im Kriege gegen Frankreich war der Kanonier Druschke von der 5. leichten Batterie des Niederschlesischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 5 verschwunden; man nahm an, daß er getödtet worden sei und zählte ihn unter die Vermißten. In der vorigen Woche meldete sich sedoch Druschke bei der Commandantur in Schlettstadt an und erzählt, er sei von Franc- ttreurs gefangen genommen und von diesen gezwungen worden, mit ihnen zu ziehen. Später wäre er in die Fremdenlegion in Algier eingestellt, und nachdem er mit einem Theile derselben
Telegraphische Depeschen.
Mainz, 28. Aug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hatten beute die in den Provinzen Starkenburg und Dberhessen wohnenden größeren Industriellen, welche s Z. die Wiener Welt-Aus ellung beschickten und in Folge davon von Seiner Königlichen Hoheit deeorirt worden sind, zur Tafel gezogen.
Wien, 28. Aug. Auf Anfrage der artilleristischen Commission erwiderte der Vertreter Krupp's: er verzichte lieber auf die Lieferung von Gußstahl-Ge- schützen, als daß er die ihm angesonnene Mittheilung des Fabrikations-Geheimnisses annähme.
Perpignan, 28. Aug. Die Angriffe der Carlisten auf Pnycerda waren gestern sehr heftig, ebenso führten die Belagerten einen erbitterten Ver- theidigskampg. Die Breschen in den Mauern wurden von den Frauen der belagerten Festung mit Erdsäcken ausgefüllt. Die Nacht verlief ruhig. Heute früh waren die Frauen abermals bei Ausbesserung der Schäden an den Wällen beschäftigt.
Bayonne, 28. Aug. Nachrichten aus carlistischer Duelle melden, daß die^Carlisten Haro, Calahorra und Alcocer besetzt und die resp. Besatzungs- troppen gefangen genommen haben. Don Alfonso ist in Alcaniz eingerückt.
vor Kurzem nach Frankreick zurückgekehrt sei, wollte man ihn dort veranlassen, in die Armee
ves Don Carlos einzutrctcn. Eine passende Gelegenheit benutzend, sei er desertirt und melde
sich nunmehr bei der preußischen Commandantur in Schlettstadt. Die ganze Erzählung ist augenscheinlich ein Märchen; Druschke ist im Kriege jedenfalls desertirt und hat sich seitdem in
Frankreick aufzehalten. Er wurde deshalb auch in Schlettstadt sofort verhaftet und nach
Glogau befördert, von hier aber nach Posen transportirt, weil das betreffende Regiment jetzt in Posen seinen Gerichtsstand hat.
Kohlfurt, 20. August. Die „Nied. Ztg." meldet: Als am vorigen Sonnabend Nachmittag die von Altwasser kommende Locomotive über die Drehscheibe hinausfuhr, ist glücklicherweise gar kein Unglück verursacht worden, aber ein Malheur gab es dock. Die Locomotive rannte nämlich unter Üebersprinaung eines Steindammes gegen die Damentoilette und ver- barrikadirte die Thüren, so daß zwei Damen, welche fick im Innern dieser Räumlichkeiten befanden, — um sic nicht warten zu lassen, bis die Locomotive weggeräumt werden konnte — zum Dache herausgeholt werden mußten. Der Locomotivführer ist sofort verhaftet worden.
— Florentiner Blätter erzählen: „Der Kriegs-Commissar Emilio Tanfant wollte dieser Tage ein Kind taufen lassen, und da Frau Tanfani (eine Deutscke von Geburt) mit der Familie des deutschen Reichskanzlers seit Jahrcn in frevnd'ckaftlicken Beziehungen steüt, hatte der Fürst Bismarck eingewilligt, Taufpatbe zu werde" und dem Kinde seine Vornamen zu geben. Aber man hatte die Recknung ohne den Täufer gemacht, der sich hartnäckig weigerte, das Kind
~ r !* .....” ,f ,!rjr rDer Erzbischof von
legte, unb Geistliche waren es, bie bamals an ben Fürstbischof bie Bitte um Reformen stellten. In Württemberg, in Baben, wie in ber Diöcese Trier haben 1831 Hunberte von Geistlichen sich für bie Befestigung des priesterlichen Zwaugscölibats ausgesprochen. Der würbe sich sehr irren, ber da meinte, jenes Geschlecht von Geistlichen unb jene Gesinnungen wären heutzutage völlig ausgestorben. Zurückgebrängt finb sie, bas ist wahr; der blinde Zelotismus füllt ben Vordergrund, aber Katholicismns nach denlscher Art ist noch nicht tobt, unb bei* römische Jesuitismus hat ihn zu umstricken nicht vermocht.
Wohl ist feit der Unterdrückung des HermesiamsmuS im Jahre 1835 Alles geschehen, was man vermochte, um ben Geist wissenschaftlicher Forschung, der von ber katholischen Kirche in Deutschlaub bis dahin unabtrennbar gewesen war, zu unterdrücken unb die unbulbjame Unwissenheit, die Finsterniß ^des Aberglaubens um so ungehinderter wuchern zu lassen. Aber die deutsche Forschung lebt and) innerhalb der Kirche noch immer fort. An Döllinger braucht nur erinnert zu werden. Hefele und Haneberg sind Vertreter der Wiffenschafl
in bischöflichen Würden.
Der böse Geist des übereifrigen Finsterlings regiert manchen Bischof und vorzugsweise die überwiegende Zahl der jungen Capläne vom allerneiusteu Datum; aber die Schicht dazwischen, so mancher würdige Geistliche von reicher Lebenserfahrung und in der Seelsorge ergraut, lebt noch in den Traditionen einer besseren Vergangenheit. Die Ungunst der Zeiten hat diese machtlos ge macht oder leise umgestimmt; aber es wäre verkehrt, sie verloren zu geben. Schon mehren sich die Zeichen, daß ein besserer Geist, daß Einsicht in D-as, was der Kirche Noth thut, sich in ihnen regt, und wenn ihnen Luft geschaffi wird, so daß sie die Arme frei bekommen,, jo wird sich zeigen, daß es mit wahrhaft geistlichem Sinn unter den katholischen Geistlichen in unserem Vater : laude noch nicht so gar aus ist.
Aber auch unter den deutschen Bischöfen selber soll man die großen Un ■ terschiede nicht außer Augen lassen Mit unbarmherziger Disciplin regiert sie ein gemeinschaftliches System; ein eiserner Reifen umschlingt sie Alle, und es hat den Anschein, als folgten sie Alle den gleichen Ansichten mit gleicher $reu- digkeit. Und dennoch — was hat Fürstbischof Förster, der beredte unb fromme greunb eines Diepenbrock, mit dem Grafen Ledochowsky gemein. was Bischof Hemrick von Passau mit dem Freiherrn v. Ketteler? was der Bischof von Rothenburg nut Martin von Paderborn? Mitten in dem heißen Streit des Tages kann man sich des wärmsten Mitgefühls mit mancher edlen Peisoillich- feit in dieser Zahl nicht entschlagen. Wohl war es ein bekiagelisnierther ^all, als der deutscke Episcopat auf dem vaticauischen Concil dem Andrang dieser aus Abendland und Morgenland, aus der alten und neuen Welt zusammengewürfelten Uebermacht erlag und beschämt und betrübt in die Heimath zog mit ber traurigen Aufgabe, fortan der Unfehlbarkeit in deutschen Landen Raum zu gewinnen und allen den Schwierigkeiten zu trotzen, die sie nut Sicherheit vorauserkannt hatten. Es sind wohl herzlich fromme und dem Vaterlande horzUch ergebene Männer darunter; es ist nicht daran zu verzweifeln, daß sie sich zurechtfinden und als ein Sauerteig die Kirche durchdringen werden, bis sie
bessere Tage Wiedersehen. t .
Gewiß, manchem von ihnen, und gerade von den Bischöfen, blutet tav Herz nicht über die Blüthe, den Ruhm, die Einheit des Vaterlandes, sondern über die Verwüstung der Kirche, die von ihren Oberhäuptern preisgegeben wird, um der eigenen Herrschsucht zu fröhuen. Das kann unv beruhigen, wenn wir den Schaden beklagen, den der Trotz des Hirten der Heerde iiifygr- Mit dem Jesuitismus werden wir fertig werden, auch da, wo er den bischos lichen Hirtenstab führt; die inneren Lebenskräfte der Kirche, die nicht erloschen sind, werden dem strengen Walten des Gesetzes allmählig zu Hülse kommen, damit nicht die gesammte Kirche eine Stätte des Greuels und der Verwüstung werde. Unter der Halle, die sie verdeckt, wird die katholische Gesinnung wieder erstarken, und die Kirche wird wieder werden, was sie dereinst war. eine Erzieherin zu friedfertiger christlicher Gesinnung, zu Andacht unb
ine ervw
ti
..ich- o
mit t«**
■£* 'g
«ul'
i tracht' u
. ui
Erinneruna zu erfreulicheren Bildern der Vergangenheit hin, wo nicht jesuitische eine seltene Ausnahme, wenn einmal eine geistliche Stelle auf gesetzlichem Serrlchsucht hierarchische Ueberhebung, pharisäischer Düukel. wo innige Fröm-i Wege besetzt worden ist. Die AnSnahme wird zur Regel werden, so gewiß miakeit lief'aewnrzelkcs und lebendiges Christe.ithum, wo eine milde unb fr.ed- als im Katholicismus in deutschen Landen der alte christliche Geist noch sort- settige Liebesgesinnung in der katholischen Kirche und selbst aus ihren Bischofs-'lebt, und wieder die Uebermacht zu erlangen berufen ist. stühlen nicht die seltene Ausnahme war.
Wir brauchen nicht in frühere Jahrhunderte zu gehen, um einer katholischen Gesinnung zu begegnen, die dem Frieden und nicht dem Streit, der Wissenschaft und nicht der Unbildung, der Frömmigkeit und nicht der Selbstsucht diente. Ja, im Hinblick auf die Vergangenheit ber katholischen Kirche in Deutschlanb dürfen wir erst recht sagen: Gesinnungen, wie die des Zreiherrn v. Ketteler sind ein fremder Tropfen in unserm Blut. Von den Auswüchsen des Katholicismiis in den romanischen Ländern hat sich derselbe in Deutschland immer verhältnißrnäßig frei gehalten. Es ließ sich dem deutschen Gewissen nicht bieten, was man anderswo wagen durste. Wie man im 13. Jahrhuii- dert, als der Versuch gemacht wurde, auch in Deutschland die Jnguisttion mit ,
oller ihrer Gehässigkeit und ihrem blutigen Frevel einzuführen, solch aufdring- berg, mit dem Titel Polizeirath zum Vorstand des hiesigen Polizei-Amts er- lickes Getreibe sich bald vom Hals zu schaffen wußte, so ist es in Deutschland nannt worden.
nie gelungen, unter dem wüsten Schutt des hierarchischen Wesens und äußer- Darmstadt, 27. August. Nunmehr ist auch der Bericht des Finanz- licher Ceremonieen den Kern der Religion und des ächten Glaubens zu begra- Ausschusses der zweiten Kammer über die Rechcnsckafts Ablage über die großh. ben, oder im Aberglauben und bloßen Werk- und Formeldienst das Volk zur Hess. Militär-Berwaltuiig für 1869 erschienen. Wie bei der Nechenschafts- blinden Uuterthänigkeit unter die falschen Propheten eines alles Heilsinhalts Ablage von 1668, so befürwortet der Bericht auch hier, die einschlägigen entleerten Kirchenthums heranzuziehen. Deutsche Priester waren immer noch Posten für gerechtfertigt zu erklären. Es formte dies um so leichter geschehen, etwas anderes, als italienische oder spanische Priester, und die besonderen als bie Nechnungsablage für 1869 eine nicht unerhebliche Ersparniß gegenüber Gnadengaben, die das deutsche Volk empfangen hat, haben sich in der deut- der Bewilligung nachweist. Bewilligt war für 1869, 1870 unb 1871 jährlich scheu Kirche niemals verleugnet. , 'eine Pausch-Summe von 3,066,918 fl. 45 k., ferner zur Errichtung bes Zeug-
Die Dalberg, Wessenberg, Jvh. Mich. Sailer gehören noch unserem'Hauses zu Gießen als Kaserne 90,742 fl. 46 kr. und zu Herstellungen in ber Erzbischof Graf Spiegel, Fürstbischof Melchior Diepenbrock, ^Militär-Strafanstalt zu Babenhausen unb in ber Kloster-Kaserne zu Friedberg vV ...Lr 0.. . i — stehen noch unserer Epoche nabe.f 1800 fl., zusammen also 3,159,511 fl. 31 kr. Verausgabt wurden aber nur
Die Zahn, Lochcrer^ Hug/ Theiner haben den Ruhm katholischer Wissenschaft^3,053 fl. 31 kr., so daß die Ersparniß sich auf 105,754 fl. 28 fr. beläuft, noch in naheliegenden Zeiten aufiecht erhalten. Wessenberg, der Generalvicar i, Darmstadt, 27. August. Um den Großh. Beamten die Theilnahme des Bisthums Constanz, stand nicht allein, als er 1815 auf dem Wiener Con-^an der dahier besichtigten öffentlichen Feier des Jahrestages der Uebergabe von greß den Antrag stellte auf Begründung einer deutschen Nationalkirche, als er'^Sedan zu ermöglichen, haben die Großh. Ministerien, wie wir hören, auf den reformatorische Tendenzen in Bezug aus den Cultus verfolgte. Joh. Anton Mittag bes hiesigen Loealeomites angcorbnet, daß die Ministerialbureau's an Theiner fand 1826 zahlreichen Anhang, als er die Uebelstände der Kirche bloß-^iesem Tag geschlossen sein werden. Den Vorständen der übrigen Behörden “ " ' L " «A-acicx-c ...... ist die Ermächtigung zu einer gleichen Maßregel ertheilt worden.
Neuwicd, 26. August. Pfarrer Wehn von Niederberg ist, bevor er
Aber wegen ftlnfi k'
Alins demMi NWK
Frömmigkeit.
Den bösgesinnten Hierarchen gilt der Kampf; mit den verleiteten, von
Schwierigkeiten umgebenen, nach Frieden sich sehnenden Hirten ihrer D ioc^ien yber mah $atte Dlc 2Kecönung ogne oen xaufei gcmuiyi, vti pu; yannuui ist bie Versöhnung immer möglich, sobald sie sich auf den Boden des GejctzeS auf ben Namen des Reichskanzlers zu taufen, weil er nicht katholisch sei. ju stellen sich entschließen können. Noch melden die öffentlichen Blätter es als Florenz hat nun über den streit zu entscheiden."


