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volle Gelegenheit haben, in den Ausschüssen, denen sie angehören, ihre Ansicht zur Geltung zu bringen. Gutem Vernehmen nach soll die zweite Kammer etwa am 3. November wieder zusammentreten. (N. Frkstr. Pr.)

Darmstadt, 26. Octbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 51 enthält:

1. Polizei- und Gebührenordnung für den Hafen zu Bingen.

2. Ordensverleihung.

3. Namensveränderung.

4 Ertheilung von Erfindungspatenteu. Se. König!. Hoheit der Groß­herzog haben allergnädigst geruht: am 6. October dem Chemiker August Breit­haupt in Hagenau, im Elsaß, auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent für das durch Beschreibung näher erläuterte Verfahren zur Aufbewahrung des Hopfens, an demselben Lage dem Victor Müller in Lobesann bei Sulz, im Elsaß, auf bcfie» Nachsuchen ein Erfindungspatent für das durch Zeichnung und Beschreibung näher erläuterte Verfahren für die kalte Anwendung von asphaltischen Steinen oder erdpechhaltigen Kalksteinen für Pflasterungen rc. und am 8. October dem Gottlieb Wilhelm Daimler zu Deutz bei Köln auf dessen Nachsuchen ein Erfindungspatent für die durch Zeichnung uuD Beschreibung näher erläuterten Verbesserungen an der Langen Otto'schen atmosphärischen Gas- Kraftmaschine, und zwar bei allen vorgenannten Patentträgern unter dem aus­drücklichen Vorbehalte, daß durch die verliehenen Patente Niemand in der An­wendung bereits früher schon bekannt gewesener Theile der Erfindungen gehin­dert werden soll, während der nächsten fünf Jahre für den Umfang des Groß herzogthums zu ertheilen

5. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller­gnädigst geruht: am 28. September dem Hofgartcn-Canzlisten Ludwig Appel gleichzeitig die Stelle eines Rechners der Hofgarten-Kasse zu übertragen; am 7. October den Lehrer an der Realschule zu Mainz, Dr. Moritz Munier, zum Lehrer an dem Gymnasium zu Maiuz zu ernennen und am 8. October dem Schulamts-Aspiranten Heinrich Luft aus Aulen-Diebach die fünfte evang. Schul stelle zu Mainz zu übertragen.

Am 1 October wurde dem Pfarrverwalter Bernhard Lasker die kath. Pfarrstelle zu Zellhausen übertragen.

6. Dienstentlassung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allerguä- digst geruht: am 7. October den Lehrer an der ersten evang. Schule zu Schwabsburg, Samuel Lclbnick, auf sei« Nachsucheu von seinem Dienste zu entlassen.

7. Versetzung in den Ruhestand.

8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zn Wolfs- Heim mit dem davon abhängendeu Gehalte von jährlich 874 ft; die erste evang. Knavenschulstelle zu Langen mit einem jährlichen Gehalte von 800 fl.; die erste evang. Schulstelle zu Wallertheim mit einem Gehalte von 500 fl.; die evang. Schulstelle zu Heimersheim mit einem Gehalte von 500 fl.; die zweite evang. Schulstelle zu Wölfersheim mit einem Gehalte von 450 fl.; die erste evang. Schulstelle zu Ober-Ohmen mit einem Gehalte von 450 fl.

Mainz, 21. October. DerGermania" schreibt man von hier:Ge­stern wurde Herr Wallau zum Bürgermeister von Mainz gewählt, die Führer der Demokraten, die ihre Sitze dem Gerechtigkeitsgefühle der Katholiken ver­danken, sind in der That zu den National-Liberalen übergelaufen. Als Gegen- leistung für ihre Wallau-Stimmen haben die National-Liberalen versprochen, Oechsner, den demokratischen Bürgermeister-Candidatcn, mit angemessenem Ge­halte zum ersten Adjuncten zu wählen; die zweite Adjunctenstclle erhält der seitherige erste Adjunct, der national-liberale Herr Reinach. Die National liberalen werden dann Nachwahl beantragen und im dritten Wahlbezirk (für Oechsner) Herrn Hillebrand, dem demokratischen Candidaten, ihre Stimme zu­wenden, wogegen die Demokraten im sechsten Bezirk (für Watlau und Reinach) ihre Stimme zu Gunsten der national-liberalen Candidalen Bamberger und Dr. Keller abgeben sollen. Das ist Alles schon ausgemacht, das Compromiß ist fertig bis aus die Personenfrage herunter, und nur Eins steht noch dahin, ob es bis zum Vollzüge der Wahl gelingt, die Mitgieder der demokratischen Partei, denen heute vor Wuth und Scham über das Gebahreu ihrer Führer der Verstand still steht, so weit zu besänftigen, daß sie sich zu Compromiß Stimmvieh hergeben. Möglich wär'S schon."

Berlin, 24. October. Der Kronprinz von Dänemark, der gestern Abend mit Gemahlin mcoguito hier eintraf, besuchte heute Mittag den Kron­prinzen in Potsdam und begiebt sich morgen zum Besuche des Prinzen Friedrich der Niederlande nach Schloß Muskau in Schlesien.

Berlin, 25. October. Der Kaiser stattete Mittags 123/4 Uhr dem dänischen Krouprinzenpaar einen Bestich im Hotel de Rome ab und empfing

Der Herzog Tecazes kommt am Montag nach Paris zurück.

_ Der Generalrath von Nizza hat in gestriger Sitzung gegen die sepa­ratistischen Tendenzen einstimmig protestin imb seine Aufopferung für das Land unter dem Rufe:Es lebe Frankreich!" betheuert. Wahrscheinlich wäre ohne diesen Act die Auflösung des Generalraths erfolgt.

Tas osficiöseJournal de Paris" sagt, die Rede des Ministers Decazes in Bordeaux beweise, daß das Gerücht, die Regierung wolle auf Ea simir Perier'S Antrag zurückkommen, vollständig unbegründet sei.

Paris, 24. October. Die Erzbischöfe von Paris, Bordeaux und Be> Janson haben den unter ihnen stehenden Geistlichen verboten, für die Zeitungen >zu schreiben. Dieses Verbot wurde erlassen, weil die Abbös Guichetcau unt Manry Briefe veröffentlichten, worin sie sich gegen die Unfehlbarkeit ausspre­chen und die Abschaffung der Ehelosigkeit für die Priester verlangen Beide Abbös haben jedoch Frankreich verlassen und sich nach Gens begeben.

DasSiede" theilt mit, daß die Gemeindebehörde eine Inspektion aller in den Pariser Kirchen aufbewahrten Kunstgegenstände angeordnet habe Der Aysang ist schon mit der Kirche Saint Sulpice gemacht worden.

Der Schranben-Aoiso Ducouedie ist am 20. d. in Toulon von feinet Mission an der Ostküste Afrikas zurückgekommen, wo er in Massaua der fran­zösischen Flagge Genngthuuiig für ihr im Monat December 1873 geschehene Beleidigung verschaffte.

Paris, 26 October. Der spanische Consul in Bayonne reclamirt kraft des Auslieferungs-Vertrages vom Jahre 1862 die Matrosen derVieve" als Deserteure. DasJournal de Paris" hält die Reclamation dem Geiste des Vertrages von 1862 für widersprechend, da die Matrosen von Spanien als politische Verbrecher behandelt werden würden, und hebt hervor, im gleichen Falle würden alle europäischen Mächte, Spanien eingeschlosseu, die Auslieft- riing verweigern.

Paris, 26. October. Die katholischen Sonntagsblättchen haben aucd ihre Vedenklichkeireu für den Clerus. Die eifrige Thätigkeit der Pfarrgeistlick feit in Frankreich für diese Blättchen hat die Köpfe der Streithähne so erhitzt, daß, wie bereits erwähnt, die Erzbischöfe von Paris, Bordeaux, Lyon, Br- sanson u. s. w. ihrem Clerus streng verboten haben, fernerhin^an Sonntags blättchen mitzuarbeiten.

Die Akademie fram-aife hat in ihrer Donnerstags-Sitzung die Daten der Aufnahme der drei neuen Unsterblichen festgesetzt, nämlich Herrn Mezivrcs für den 3. December, Herrn Alex. Dumas für den 14. Januar und Herrn Caso für Ende Februar.

England.

London, 22. October. In Bezug auf die von deutschen Schiffen vor genommene, durch New-Porter Telegramme abermals gemeldete Zwangsvoll streckung in Samoa bemerktPall Mall Gazette" : sei zu verwundern, daß dergleichen nicht schon längst geschehen sei, da der ganze dortige Handel nebst dem der übrigen Inseln der Gruppe sich in deutschen Händen befinde Das Hambiirger Hans Godesroi zumal besitze nahezu ein Monopol daselbst Amerika habe zeitweilig ein Auge auf den herrlichen Archipel geworfen, scheine jedoch nach dem Besitz von mehr Farbigen vorerst nicht weiter lüstern zu fein.

London, 24. October. General Daly telegraphirte officiell an das indische Amt: Nena Sahib ist von dem Maharadjah von Scindia persönlich ' verhaftet worden. Er gestand feine Identität ein und gab Aufschluß über fern ! 17jähriges Umhertreiben."

Die Annexion der Fidschi-Jtiseln betrifft nur einen Theil der Insel-1 Gruppe.

London, 26. October. Der Strike in Northumberland ist durch eine . Uebereiukunft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beseitigt, in Folge bereu statt ber 20procentigen eine 14procentige Lohn-Rebuctioii eintritt.

Spanien.

Madrid, 24. October. Das Gerücht, daß Don Alfonso des Obei- befehls über die carlistischeti Truppen in Catalonien, Araganieu und Valencn enthoben worden sei, findet in einem von dem Berichterstatter derPall Mal Gazette" erwähnten Briefe aus Valdcrrobles eine Bestätigung. In genannten Orte fei der carlistische General Velasco durchgereist mit dem Auftrage bd Prätendenten, an Don Alfonso's Stelle das Commando über die carlistische: Streitkräfte im südlichen Spanien zu übernehmen. Diese Truppen sollen reot» gauisirt und unter neue Befehlshaber gestellt werden.

Madrid, 25 October. DerCorrespondencia" zufolge passirte To Alfonso mit etwa 400 Mann den Ebro, in der Absicht, sich von Don Carlol

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darauf dessen Gegenbesuch. Das dänische Kronprinzenpaar reiste nach Muskau weiter. Das Diner nahm der Kaiser bei dem Kronprinzen in Potsdam ein; vorher batte der Staatssecretär v. Bülow Vortrag.

Posen, 23. October. DieOstd. Ztg " schreibt:Der heilige Petrus ist in Sionä erschienen und hat den Kirchenschlüfiel mitgenommen; so versichern allgemein die einfältigen Bauern daselbst. Petrus wird die Schlüssel erst wie­der herausgeben, wenn Probst Kubeczak nicht mehr amtire. Daß solche Ge schichten geglaubt werden, illustrirt am besten die von den lUtramontanen lang jährig mit Erfolg durchgesetzte allinählige Verdummilng des Volkes. Herr Probst Kubeczak hält übrigens, wie man uns mittheilt, seine Andachten unge stört ab, und wenn auch der Besuch der Pfarrkirche gering ist, so ist doch fast täglich ein Fortschritt bemerkbar. Am Sonntag fanden sich bereits vier bisher protestirende Besucher aus dem Kirchspiel zur Andacht ein."

/raakreich.

Paris, 23. October. Der Prinz von Wales frühstückte heute im Elvsee und ging um 1 Va Uhr mit Mac Mahon und den Ministern des Krie­ges und der Marine nach Marlv »uf die Jagd. Der Prinz bleibt noch einen Theil der nächsten Woche in Paris. Der Jockey-Club gibt chm zu Ehren ein großes Fest.

Die osficiösePresse" ist sehr erbost, daß dieTimes" bei Gelegen­heit des hiesigen Aufenthalts des Prinzen von Wales gesagt bat, er sei ohne allen politischen Einfluß. - Sie sucht darziltbuii, daß, da sogar der Prinz. Gemahl Einfluß auf die Politik gehabt und da die Königin verhindert habe,' daß England während des letzten Krieges ans der Neutralität herausgetreten! sei, die englischen Sonveraine ihren Willen doch zur Geltung bringen können. Der Zweck des Artikels ist augenscheinlich, den Glauben zu verbreiten, daß Frankreich, wenn der Prinz von Wales den Thron besteigt, auf England zählen könne.

zu trennen und Spanien zu verlassen. Die Bedeckungs-Mannschaft Don A fonso'S hatte bei der Uebcrschreitnng des Ebro einige Todte und Verw nutete.

flnitiifta.

New-Uork, 26. October. Tie Zählung der Wahlberechtigten i Louisiana ergab deren 165,000, wobei die Neger in einer Majorität vo 60u0 Stimmen sind.

San Francisco, 30. September. Den Goldbezügen der Münze ji folge scheinen die kalifornischen Goldminen von Jahr zu Jahr ergiebiger z- werden. Im letzten Monat erreichte der Prägungsbetrag die vorher noch nick' dagewesene Höhe von 4,320,000 Gold-Dollars und in den letzten acht Mona ten wurden im Ganzen für 17,372,000 Dollars Gold ausgeprägt. Di Aufregung über die neu entdeckten Ouecksilberlager dauert noch fort. Am um fangreichsten sind die in Napa und Lake County. Doch ist kaum anzv nehmen^ daß bei der außerordentlichen Nachfrage der Preis desselben Hera! gehen wird.

Türkei.

Konstantinopel, 24. October. LautTimes" hat die Pforte dei Commandeur deS 4. Armee-Corps den Befehl ertheilt, da die persische Regn rnug keine wirksamen Schritte gegen (bre Unterthanen, welche die Grenze über schreiten und Acte der Plünderung gegen ottomaniscke Unterthanen oerüber ergriffen hat, türkischerseits von nun an diese Missethäter verfolgen zu lasser bis sie eingefangen sind, auch wenn die Verfolgung auf persischem Gebiet fort­gesetzt werden müßte.

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Athen, 26. October. Ter Justizminister Nicolopulos hat das Finanz- Ministerium übernommen. Der Minister des Aeußern, Delyannis, verlang: