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(eine Demission wegen einer Meinungs - Verschiedenheit in der Heimathsrechts- Frage der griechischen Unterthanen der Türkei.

Zsien.

Calcutla, 25. Cctober. Bei dem in Midnapoor stattgehabten Or­kane sind gegen 2000 Menschen umgekommen.

Lelegeaphische Depescheil.

Berlin, 26 Oct. DerReichs-Anzeiger- publicirt eine Verordnung Des Reichskanzler-Amtes vom 16. October, durch welche der Umlauf gewisser finnisch r Silbermünzen, der Zweimirkka-, der Emmarkka-, der Fünszig-Penmae- unb der Fünfundzwanzig-Peuniae-Stücke verboten wird.

Würzburg, 26. Oct. Dr. Rittler, Redacteur des dentalenFrän­kischen VolksblatteS", wurde wegen eines gegen die Juden aufreizenden Artikels voin Schwurgerichte zu einmonatlichem Gesänzniß verurtheilt.

Bern, 26. Oct. Der Natioiial-Rath hat beschlosien, seine Sitzungen bis zum 16. November zu vertagen.

Paris, 26. Oct. Gelegentlich eines Bankets hielt der Minister des Auswärtigen, Herzog v. Decazes, in Bordeaux eine Rede, in welcher er ans- (übrte: Der Friede müsse auf einer Grundlage ruhen, die mit unserer Würde und unsern Interessen vereinbar sei, welche nicht von einander getrennt werden dürfen. Dadurch haben wir das Recht Frankreichs und die Achtung vor den gegenwärtig bestehenden internationalen Verträgen unter doppelten Schutz und Sicherheit gestellt. Auf diesem Boden findet Frankreich feine Sicherheit und der europäische Friede seine Garantie.

Vermischtes.

Wiesbaden, 18. Oct. DerRh. Kur." schreibt: Dem Vernehmen nach wird dahier m dem neu ernannten Direckor des Gelehrten' Gymnasiums, Dr. Pähler , eine umfangreiche Urteriuchuna gegen die Schüler der beiven hiesigen Gymnasien geführt, wegen der Grunduna unc. Theilnahme an verschiedenenVerbindungen" ES sollen dahier verschiedene.wesentlich aus Gymnasiasten zusammengesetzte Verbindungen bestanden haben, welche nach Art der Earps ou- Aochicbukn eingerichtet, ebenso vollständig geordnet waren und mit abnlichen Verbindungen m Gymnasiasten an anderen Gymnasial--Orten Verkehr unterhielten. (Irrt man sich nicht in len Namen der Stadt? Anm. d. Setzers.) ' J

DieMainzer Industrie - Ausstellung" ergab em sehr befriedigendes Resultat, indem bet Ueberschu» nach Abzug aller Unkosten noch mehr als 16,000 fl. beträgt.

Meiningen, 17 Oct. Der Wasunger Brand hatte bekanntlich auch das Gebäude der Telegrarben-Station zerstört; da nun ein anderes für setzt nicht zu beschaffen war, hat der Licicks'Telcgraph bis auf Weiteres seinen Dienst in Wasungen einstellen muffen

Gau-Algescheim, 17 Oct. Bis jetzt wurden hier für mehr als 30,000 fl. Fleisch- tie ibCnu7rU)ftein, 18. Oct. Unsere Gemeinde wurde heute Nacht durch die Sturmglocken auS ihrem Schlafe geweckt. In wenigen Minuten standen 3 große Hofraithen, dicht am Pfarr- tine in Steuer, ^n der ersteren konnte die arme Bewohnerin, die durch dieses Unglück ganz clcnv' geworden ist, kaum ihre 5 Kinder retten; in der zweiten gelang e8 dem Großh. Distrlcts. emnchmer nur mit Roth, Kasse und KassebÜcher ins Pfarrhaus zu schaffen; in der dritten ver- hamntc ein reicher Erntesegen eines der wohlhabenderen hiesigen Bürger^ Von Nachbargemeinden kam die erste Feuerspritze aus Stumpertenrod (H/2 Stunde von Ulrichstein entfernt), die, bc Wt» in H--idclberg gebaut, sich durch ihre Leistungsfähigkeit auszeichnete. Der Brand blieb bet günstigem Südwind auf diese 3 Hofraithen beschränkt. Eine unserer Glocken zersprang beim Sturmläuten.________ _____

Eingesandt,

Zur Bürgermeisterwahl.

Wenn in der Grtra - Beilage zu Rr 249 drSGießener Anzeiger" behauptet wird, daß nach unserer Meinung in Nr 246 d. Bl. nur ein Jurist zum Bürgermeister gewählt werden könnte, so müssen wir dies ganz entschieden alS eine unrichtige Auffassung bezeichnen, denn unser Artikel enthält über diesen Punkt wörtlich Folgendes:Obschon nach der neuen Städteordnung mit wenigen Ausnahmen jeder Bürger, welcher das Recht hat, sich bei der Stadtverordnetenwahl zu betheiligen, von den Stadtverordneten zum Bürgermeister gewählt werden kann, so ist man voch auch hier allgemein der Ansicht, daß ein Rechtskundiger am Besten sich zu dieser Stelle eignen würde." Aus diesem Satze gebt doch gewiß klar und deutlich hervor, daß auch Männer aus dem Vürgerstande zum Bürgermeister gewählt werden können, und wir begreifen daher nicht, wie es möglich ist, uns diese einseitige Deutung des Gesetzes unterschieben zu wollen. Wenn ferner gesagt wird, daß Herr Drainm sich bisher in keiner Weise mit der Verwaltung befaßte und demnach darin ganz unerfahren sei, so müssen wir auch dies mindestens als einen kleinen Irrldum bezeichnen, denn, wie allgemein bekannt, müssen ja alle GerichtLaceessisten sich einem halbjährigen Acceß bei einem Krelsamte umerziehen, und da Herr Bramm von dieser Verpflichtung nicht entbunden wurde, so hat er auch wie in seinen andern Fächern sicherlich im Verwaltungssache keine einseitigen, sondern gründliche Studien gemacht. Vorstehendes glaubten wir zur Berichtigung noch sagen zu müssen, denn da wir in unserm Artikel vollständig zugestanden haben, daß die Wahl des Bürgermeisters nur Sache der Stadtverordneten ist, so legen wir unsere Feder jetzt ganz bei Seite und bemerken aber auch kein Wort mehr über diesen Gegenstand, und überlassen ruhig diesen hochwichtigen Punkt der Weisheit verchrlicher Körper­schaft, denn diese weiß gewiß besser wie wir, daß die erste Mag'.stratsperson einer Uniterm sitäts - u. Pro v. Hauptstadt vielmehr wissen muß als Dinge zu vertreten und zu ver- walten, wie sie in benannter Extra-Beilage angegeben sind.

Eingesandt.

In Nr. 245 dieses Blattes hat endlich wieder einmal Einer die wichtige Angelegenheit welche schon längst von der Main-Zeitung und ähnlichen Blättern, die an der Spitze dcs Culturkampfes fechten, discutirt worden ist, zur Erörterung gebracht die Frage nämlich wegen Beseitigung der Mitprediger. Der Verfasser jenesEingesandt" hat die Abkömmlichkeit, fast könnte man sagen Schädlichkeit der Mitprediger mit so ungewöhnlich schlagenden Gründen bewiesen, daß ihre Entfernung jedenfalls nur noch eine Frage der Zeit ist. Eins nur hat unS gewundert, daß seinem Scharfsinn entgangen ist, wie man die Mitprediger auf eine noch weit wohlfeilere Weise, als durch seminaristisch gebildete Lehrer ersetzen könnte. Man darf nur ge­prüfte Lehrerinnen an die betreffenden Stellen setzen und die Stadt macht eine noch viel bedeu­tendere Ersparntß, als die in Aussicht gestellte. Ein älterer Lehrer erhält hierorts 1400 fl., Lehrerinnen sind in ihren Ansprüchen noch viel bescheidener; die Dienstälteste derselben erhält in Gießen, soweit uns bekannt, 650 fl. Versehe man also zunächst nur einmal die beiden Ober- claffen der hiesigen Mädchenschulen und etwa noch die Fortbildungsclasse der höheren Mädchen­schule mit Lehrerinnen, so können an den betreffenden 3 Stellen nicht 600, sondern 2250 fl. erspart werden. Damit wäre aber nicht bloß einbeträchtlicher" Theil, sondern wohl so ziem­lich die ganze Besoldung der dritten Pfarrstclle beschafft. Ja, wenn man sich entschließen wollte, noch einige der älteren Lehrer an den hiesigen Mädchenschulen durch Damen zu beseitigen, und der Einsender hätte wieder die Freundlichkeit, seine jedenfalls vernichtende Polemik zurückzuhalten, so könnte man getrost an die Fundirung einer vierten Pfarrstelle denken. Man sage nicht, dieser Vorschlag sei unausführbar! Die Zeiten sind vorüber, wo die Volksschule als alleinige Do­mäne der männlichen Lehrer angesehen wurde. Schon wirkt ^he beträchtliche Zahl von Damen in den verschiedenen Schulen mit dem besten Erfolg als Lehrerinnen in den modernen Sprachen, Deutsch und Literatur und, um mich der so bescheidenen Stylwendung jenes Einsenders zu be­dienen, Niemand wird behaupten wollen, daß der übrige Unterricht besser aufgehoben sei in den Händen eines seminaristisch gebildeten Lehrers, als in denen einer tüchtig gebildeten Lehrerin

Es ist aber gerade in unseren Tagen um so mehr anzurathen, diese Frage in ernstliche Erwägung zu ziehen, als bekanntlich nickt bloß Theologen-, sondern auch Lehrermangel herrscht, der voraussichtlich noch zunehmen wird, da bei der rapid vorschreitcnden Culturentwickelung eine massenhafte Verwendung elementarer Kräfte an höheren Lehranstalten außer Zweifel steht. Schon jetzt konnten seit geraumer Zeit mehrere Stellen an der hiesigen höheren Mädchenschule nicht besetzt werden.

So möchten denn auch wir die Beherzigung unseres Vorschlags allen hiesigen Einwoh­nern, insbesondere den Vertretern der Stadt, aufs Angelegentlichste anempfehlen.

Und hiermit drücken wir unserm pädagogisch so einsichtigen, für den Stadtsäckel so rüh­rend besorgten Culturmitkämpfer vcrständnißinnig die Hand; möge sein und unser Vorschlag die gebührende Beachtung finden.

Allgemeiner Anzeiger

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Bekanntmachung.

^Bom 1. November er. ab tritt zwischen unserer Haltestelle Ehringshausen und der Station Z'mmersiode der M am-Weser - ßkahn ein directer Frachtsatz für Etsmstein- ' ttansporte in Wagenladungen von 200 Ctr.

in Riaft, welcher incl. des Aufschlags um -20 Procent 16 Thlr. 4 Sgr. beträgt.

Giehen, im Oct- 1874- i

Die Dircction.__ '

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