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Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Wut- nah-- MontngS.

Expedition. Lanzletberg, At. v. Nr. i.

Mnzeige- und Mmtsölalt für den Kreis Hiessen.

lio. Ļ1 Witttuort) den 28. Octobcr is?i.

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Betreffend: Die Wahlen zum Kreistag, insbesondere durch die Höchstbesteurrten.

Das Grs tz herzu gliche K rersa mL Giehen

an

die Großherzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Allertshausen, Annerod, Bersrod, Bettenhausen, Burkhards­felden, Ettingshausen, Garbenteich, Göbelnrod, Grüningen, Hattenrod, Lang-GönS, Langsdorf, Lollar, Mainzlar, Nieder- Besstngeu, Ober-Hörgeru, Odenhausen, Oppenrod, Rodheim, Ruttershausen, Saasen, Staufenberg, Steinheim und Watzenborn.

Unsere Verfügung vom 12. (. M. (Anzeige-Blatt Nr. 240 und 241) haben Sic binnen drei Tagen bei Meldung der Zusendung eines Wariboicn zli erledigen.

I. V. d. ft.:

D r. Hoffmann, Negierungs-Rath.

Bekannt m a ch ii n g.

Nachstehende Bekanntmachung wird hiermit zur ftenntniß der Jutereffeuten veröffentlicht.

Gießen, den 22. October 1874.

Großherzogliches ftreisamt Gießen.

v. Röder.

Wiiitcrbdu,d)ulc des Lucalgewerlwermis in Darmstadt.

Beginn des Unterrichts am 1. December l. I., Dauer 3 Monate. Unterrichtszeit täglich von 812 und 1 5 Uhr, mit Ausnahme der Sonntage und Samstag-Nachmittage. Unterrichtsfächer: Bauzeichnen, Freihandzeichnen, darstellende Geometrie, Bauconstructionslehre, Rechnen, Geometrie, Ailfertignng von Bauvoranschlägen, Materialienklinde, gewerbliche Buchführung imh Mechanik. Das Schulgeld beträgt im Ganzen 18 Gulden und wird bei Beginn des Cursus vorausbezahlt. Anmeldungen wolle man baldigst au das Bureau des Laudesgewerbvereins, Rheiustraße Nr. 14 in Darmstadt, richten.

B e k a n n t m a ch u n g.

In mehreren Gemeinden des Kreises Gießen ist die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh und den Schweinen ausgebrochen.

Es wird dies hiermit unter Mahnung znr Vorsicht beim Einkauf solcher Thiere zur öffentlichcu ftenntniß gebracht.

Bei derartigem Erkranken von Thieren ist, wie es das Polizeigesetz vorschreibt, sofortige Anzeige bei der Ortsbehörde zu machen.

Gießen, den 21. October 1874.

Großherzogliches ftreisamt Gießen, v. Röder.

politischer TheiC

1872 in Darmstadt statt.

setzungspläne zu verwirklichen geglaubt, hatte in dieser Bethätigung die Regie­rung ihn bis dahin eifrig und nachdrücklich unterstützt, so war nunmehr, wenig­stens für den zunächst zur Anwendung zu bringenden Fall, die Absicht der Negierung eine andere geworden. Nicht mehr in der Erstarkung des Unter­nehmens der Oberhessischen Eisenbahnen, sondern in der Zerschlagung dcffclbeu glaubte man jetzt das Mittel zur möglichsten Entlastung des Staates finden zu müssen. Die Concession für Alsfeld-Hersfeld selbst zu ertheilen, ihre Erwirkung von Preußen zu befördern, war man nicht mehr gewillt. Verkauf der Ober- hessischen Bahnen, streckenweise, wie es gerade gehen wollte, sollte den finan­ziellen Zweck des Staates erreichen machen; und zum Verkauf, zum möglichst wohlfeilen Verkauf die Gesellschaft zu bestimmen, selbst zu nöthigen, war man Willens. Vorerst schien sich zu einer solchen Verkaufsoperation die Strecke Gießen-Alsfeld mit oder ohne Alsfeld-Fulda und wenig bekümmert um das eventuelle Schicksal dieser letzteren Theilstr cke zu eignen; die ftöln-Mindener Bahn hatte ja auf die Erbauung von Alsfeld-Hersfeld reflectirt, und Gerückte Hatten wissen wollen, daß zwischen der Oberhessischen und der ftöln-Mindener Gesellschaft Verkaufsunterhandlungen über die Strecke Gießen - Alsfeld statt­gefunden hätten und an einer zu hohen Forderung der Oberhessiscken gescheitert seien, lieber diese gerüchtsweisen Angaben nun wurde der Vorsitzende des Verwaltungsraths um Auskunft ersucht, und er ertheilte solche unumwunden

Grundsatz aufgestellt, daß der Staat dahin trachten müsse, sich von der Zinsengarantie möglichst zu entlasten. Hatte der Verwaltungs­rath diese Tendenz stets im Auge gehabt, hatte er sie eben durch seine Fort-

vorwaltenden Abneigung des Gouvernements ihm die Durchführung so bedeu- UcUipujimiU. tender Pläne, welche der ausdauerndsten und kräftigsten Unterstützung bedurft

j- Aus Oberheffen, 27. Oct. VII. Neue Persönlichkeiten, neue hätten nicht möglich fei; er erklärte daher, auf die fernere Bewerbung um die Ideen! Die Confcrenz, zu welcher die Vertreter des Verwaltungsraths der ^Concession für Alsfeld-Hersfeld zu verzichten. Damit war selbstredend auch Oberhessischen Eisenbahnen sich behufs näherer Verathung über die Concessioni-" ' ~ ~ '

rnnq der Strecke Alsfeld - Hersfeld berufen glaubten, fand am 5. December

das Project einer Verbindung mit Frankfurt a. M. gefallen und den Ober- hessischen Bahnen ein Element von höchster Bedeutung für ihre Zukunft ent­zogen. Es blieb noch übrig, der Linie Gießen - Gelnhausen durch die natur- gemäße Fortsetzung bis Partenstein einen Verkehr, der ihr unfehlbar zufallen mußte und jedenfalls sehr erheblick zu werden versprach, zuzuwenden. Für diese Linie sckien ein Verkaufsproject nicht angezeigt; es mochte also Aussicht sein, hier Hülfe und Unterstützung bei der Regierung zu finden, in deren allei­nigem Interesse dies Unternehmen lag.

Darmstadt, 26. October. Im Laufe des Jahres 1875 wird zu Sant-Jago, in Chili, eine internationale Industrie-Ausstellung stattfinden, für welche der Consul der Republik Chili, Herr Christian Krauß zu Stuttgart, mit der Vertretung der Jntereffen der Aussteller aus dem Großherzogthum Hessen, insoweit solche nicht zu den amtlichen Functionen des von dem Reichs­kanzler-Amt des deutschen Reichs bestellten Commissärs, des Kaiser!. Minister­residenten zu Sant-Jago, gehört, amtlick beauftragt worden ist.

Darmstadt, 26. October. Während man sich bisher mit der Hoff- nuug trug, es könne die in Aussicht stehende nächste Session der zweiten Kam­mer noch vor dem Zusammentritt des Reichstages zu Ende gebracht werden, ergiebt es sich jetzt, wo der 29. d. M. zur Eröffnuiig des Reichstags bestimmt ist, daß dies unthunlich ist. Bis jetzt sind nämlich die Arbeiten der Ausschüffe nicht soweit gediehen, um die abzuwickelnden Angelegenheiten mit einem Male erledigen zu können, und dock soll bei der nächsten Zusammenkunft alles beendigt werden, was bei der letzten Session noch im Rückstand blieb. Dahin gehören namentlich folgende Gegenstände: Die Aufbesserung der Gehalte der Main- dieckar - Eisenbahn - Beamten, die Regierungsproposition wegen verschiedener o , Bauten im Main - Neckar - Bohnhof dahier, der Gesetzes-Entwurf über

dahin: es "habe niemals eine derartige Unterhandlung stattgehabt, gesprächs-jdie imfreiwillige Versetzung in den Ruhestand von Mitgliedern eines weise sei gelegentlich zwischen ihm und dem Vorsitzenden der Köln - MindeneriJustizcollegs, die Vorlage wegen Erbauung eines neuen Gymnasiums in Gießen, Direction die Sache zur Sprache gekommen, nie aber bis zur Erwähnung der Gesetzes-Entwurf über die Errichtung des Verwaltungsgerichtshofs, endlich eines Preises gediehen, und es habe nicht den Anschein, als ob die Köln-Min-die zweite Lesung desjenigen Theils des Berggesetzes, bezüglich deffen eine bener Direction zu einem Ankauf geneigt sei. Wie später verlautete, soll hier-zweite Lesung vorbehalten wurde. Schon diese Auszählung ergiebt, daß es un- auf das Ministerium einen Versuch, direct mit der ftöln-Mindener Bahn Ver- thunlich wäre, die Erledigung dieser theilweise sehr eilenden Gegenstände bis kaufsUnterhandlungen einzuleiten, gemacht, jedoch eine ablehnende Antwort er- nach der beendigten Reichstags-Session zu verschieben. Ohnehin werden die halten haben. Der Verwaltungsrath aber mußte sich sagen, daß bei der nun wenigen Landtagsmitglieder, welche gleichfalls dem Reichstag angehören, noch

Als Ausgangspunkt der Erörterung wurde der