Kreis
Muster A. ter Wahlbezirk.
Protokoll
über die
(Ernennung von Bevollmächtigten zur Wahl des Kreistags.
Gemeinde
Geschehen den............
Anwesende f
Da die Gemeinde . . . Seelen zählt, dem Gemeinde-Vorstand also nach Artikel 20 des Gesetzes vom 12. Juni 1874 zukommt, Behufs der obenbemerkten Wahl .... Bevollmächtigte aus seiner Mitte zu ernennen, so sind deshalb auf die anliegende, von Großb Kreisamt erlaßene, Aufforderung sammtliche Mitglieder des Gemetnde-Vorstan- dcs zur heutigen Versammlung eingeladen worden und bie zur Seite bemerkten erschienen.
Es wurde beschlossen, daß ... .........................
zur Abstimmung für die Wahl des Kreistage in oben bemerktem Wahlbezirk von dem Gemeinde-Dorstande hiermit bevollmächtigt sein sollen.
Unterschriften:
Po litischer iE (j c t(.
Deutschland.
Darmstadt, 23. November. Nach der jetzt ausgestellten Berechnung des Neichshauöhalts.Etats für 1875 wird unser Großherzogthum 1,863,108 Matricular Beiträge an's Reich abzuführen haben. Es sind dieS 464,421 Mark mehr, als Hessen 1874 zu leisten hatte.
Berlin, 23. November. In der Petitions-Commission wurde heute über die mecklenburgische Petition um Gewährung einer constitutionellen Ver- faffung in Mecklenburg verhandelt. Der mecklenburgische Bundesbevollmächtigte, Legationsrath v. Bülow, gab die Erklärung ab, daß die Großh. Negierungen in Schwerin und Strelitz im Januar nächsten Jahres dem Landtage noch ein- mal die Verfaffung zur Berathung vorlcgen werden, voraussichtltch mit besserem Erfolge, als cs bis jetzt geschehen. Die Commission beschloß hierauf die Petition durch den im Reichstag eingebrachten Antrag der Abgg. Baumgarten und Genossen als erledigt zu erklären und bei Berathung des Antrages im Reichstage durch den Referenten, Abgeordneten Haupt, darüber Bericht erstatten zu laßen.
Berlin, 23. November. Die Opposition gegen die neuen Verwaltungsreform-Gesetze in Kurheßen, so schreibt die „Voss. Ztg.", scheint noch lange nicht gebrochen zu sein. Die neuliche Anwesenheit der national-liberalen Parteiführer in der ehemaligen Residenzstadt hat nur aus kurze Zeit beschwichtigend gewirkt. „Als man im Lande erfuhr, daß Friedrich Oetker, dem man noch immer ein allgemeines, unserer Ansicht nach während der letzten acht Jahre wenig gerechtfertigtes Vertrauen entgegenträgt, mit den Verhandlungen zwischen den Regierungs-Vertretern und den Vertrauensmännern nicht zufrieden sei, regte sich der alte Unwille gegen Versuche, an der Gemeindeordnung von 1834 zu rütteln, wieder aller Orten. Selbst die „Heß. Morg.-Ztg", welche sonst nicht so leicht den Intentionen der Berliner Führer zuwiderhandelt, trägt der veränderten Stimmung Rechnung." .f,
Kassel, 24. November. Der Kronprinz ist soeben angekommen uiid im vormaligen kiirfürstlichen Palais abgestiegen. Officieller Empfang sand nur Seitens der Kriegcrvereine statt. Heilte Abend Fackelzug.
AuS Bisden, 23. November. In Constanz ist nunmehr, und zwar vom 6. d. an, die Spitalkirche der kirchlich coustituirten und staatlich anerkannten altkatholischen Gemeinde zum ausschließlichen Gebrauch überwiesen worden, ebenso die Spitalpfründe. Auch in der Thiengeuer Kirchenfrage ist die Entscheidung erfolgt. — Ein Ministerial-Erlaß vom 7. d. spricht den Klosterfrauen in Offenburg wegen der „plötzlichen und eigenmächtigen Schließung der Mädchenschule", in der eine „Verletzung nicht nur der natürlichen Pflichten, sondern auch einer ausdrücklich und positiv übernommenen Verpflichtung liege", entschiedenen Tadel aus und warnt vor der Anstrengung eines im Ausgange sehr zweifelhaften ProceßeS; die Lehrfrauen sollten sich in zehn Tagen des Weiteren erklären.
— Aus Mannheim wird über den seit 1. August bestehenden neuen badisch-pfälzer Taris geklagt, der so hohe Frachtsätze für den Verkehr zwischen Mannheim und Ludwigshafen enthält (früher eine Wagenladung von 200 (Jtr. 6 fl. 40 tr., jetzt 1 5 fl. 35 fr.), daß der Eisenbahnverkehr zwischen den zwei in so nahen Beziehungen stehenden Nachbarstädten förmlich aufgehoben wurde und der Handelsstand genöthigt ist, zur Beförderung seiner Waaren zum Fuhrwerk zurückzukehren.
Oesterreich.
B)irn, 24. November. Abgeordnetenhaus. In Beantwortung der an ihn gerichteten Interpellationen in Eiscnbahnsachen erklärt der Handelsminister : 1872 wurden 10 Millionen an Subventionen gewährt und waren 245 Meilen Eisenbahnen im Bau begriffen, wovon pro 1873 123 Meilen zum Ausbau verblieben. 1874 kamen 95 neue Meilen hinzu. Für 1875 wird der Staat liahezu 50 Millionen verausgaben. Eine größere Belastung des Eisenbahn BitdgetS hält die Regierung mit Rücksicht auf die obwaltenden Umstände für inopportun. Für 1876 ist der Bau von 100 Meilen Eisenbahn bereits gesichert. Der Minister verspricht die Vorlage eine- detaillirten Programms, sowie eine Reform der Eisenbabnbau-Gesetze und glaubt in Folge dieser Erklärung der detaillirten Beantwortung der einschlägigen Interpellationen überboben zu sein. (Lebhafte- Bravo.) Hierauf wird die Debatte des Actien - Gesetzes weitergeführt.
Sdhueij.
Bern, 24. November. Bei den ui Genf stattgehabten Nachwahlen zum Großen Rathe siegte die libeial radicale Liste. — Auf sämmtlicheu Alpen Pest- vonten Graubündens, ausgenommen dem Albula-Paß, ist der Verkehr wieder hergestellt.
/TflnktTtd).
Paris, 22. November. Ans der amtlichen Statistik deS Handels- Ministers geht hervor, daß Frankreich gegenwärtig 123,000 Fabriken besitzt,
die 1,800,000 Aibeiter beschäftigen. Die in diesen Etablissements angewendete mechanische Kraft beträgt 502,000 Pserdekräfte. Paris fabricirt jährlich für 1690 Millionen Waaren, ungefähr den fünften Tbeil der Production des ganzen Lande- ; die Umgebung von Lille für 700 Millionen dt( von Lyon 600 Millionen, die von Rouen 440 Millionen, die von Marseille 271 und die von Saint Etienne 240 Millionen.
Paris, 23. November. Daß die Franzosen die Wahrheit noch nicht vertragen können, beweist folgende Exkommunikation, zu welcher sich der Moniteur bewogen findet: „In der politischen Welt wird viel von den maßlosen Angriffen gesprochen, welche eine der letzten Pariser Times-Correspondenzeii gegen Frankreich enthält. Man tadelt streng das Auftreten des Urhebers dieser Correspondenz, der, lange Zeit in engster Beziehung mit Herrn Thier-, ohne Unterlaß die feindlichen Gesinnungen gegen unser Land während des Krieges sowohl als seit dem Frieden ausdrückte. Die Pariser Preße muß aushören, diesen Correspondenten als einen Collegen zu betrachten. Nie hatten die detitschen Journalisten in Paris eine ähnliche Haltung."
— Ter „Gaulois" zeigt die Abreise des Herrn Rouher nach Chiselhurst an. Dasselbe Blatt meldet, daß der Marine-General der Artillerie, Pelissier, sich in Bordeaux uack dem Senegal elngesckifft habe, um die Militärkräste dieser Colonie zu inspicireu. Gewiße Symptome, die sich unter den Eingeborenen gezeigt hätten, ließen Unruhen befürchten und man wolle jeder Evcnttta- lität zuvorkommen.
Paris, 23. November. Die gestrigen Gemeinderathswahlen sind ohne Ruhestörungen vorübergegangen. Ungeachtet nach Sectionen gewählt wurde, siegten die Republikaner in saft allen größeren Städten. In Marseille erhielten die Radicalen 18,115, die gemäßigten Republikaner 7496 Stimmen
— In Rennes gehört der Handels-Minister Grivart zu den durchgefalle- neu Candidateu. In Nimes siegten die Katholiken.
— Die Regiernngs - Listen gingen durch u. A. in Soißons, Nancy, Toni, Luneville, Verdun, Boulogne und in den meisten kleineren Städten.
— Nach osficiellen Quellen siegte in dem größten Theile der großen Städte das radikale Element mit Ausschluß des linken Centrums. In den Landgemeinden sollen die Gemeindevertretungen wenige Aenderungen erlitten haben, da es den repulikanischen Agenten nicht gelungen fei, die politischen Leidenschaften wachzurufen. Einige Departements, wie Calvados und Cote du Nord, wählten alle Maires wieder und ergaben konservative Mehrheiten.
— Die vom Miinsterrath gebilligte Antwort des Herzogs v. Decazes ans die spanische Note soll in zwei Tagen Übergeben werden.
— Thiers ist heute Morgen von Nizza abgereist.
— Diese Woche halten alle parlamentarischen Vereine Versammlungen. ' Die Linke tritt am Mittwoch, die gemäßigte Linke am Freitag zusammen. Die gemäßigte Rechte soll jetzt für den Plan einer Regierung Mac Mahon'S ohne konstitutionelle Gesetze gewonnen sein, während der größte Theil des rechten Centrums noch fortwährend auf die Organisation des Septenniums drängt. „Temps", das Hauptorgan deS linken Centrums, erklärte heute feierlichst, daß die couservativen Republikaner auf Proklamation der endgültigen Republik bestehen.
Paris, 23. November. Der Herzog v. Laroche-Foitcauld-Basaccia hat 1 mit dem Grafen Chambord eine Entrevue gehabt, um mit demselben die ; Schritte zu berathscklagen, welche von den Legitimisten unternommen werden j sollen. Es beißt, Graf Chambord werde ein neues Manifest veröffentlichen. — l Der Präfekt Nadaillac «ft in sein Departement zurückgekehrt, es beißt jedoch, i daß er demnächst wirklich abberufen werden soll, wogegen sich die spanische Regierung verpflichtet, ihr Consulat in Bayonne anderweit zu besetzen.
Paris, 24. November. Drei Matrosen des spanischen SchiffeS „Nieve", welche in der Gegend der Loire untergebrackt waren, sind jetzt an die belgische Grenze gebracht und freigelaßen worden, weil die spanische Regierung eine bezügliche Reklamation des spanischen Consuls in Bavonne nicht unterstützt j bat. - Thiers ist beute früh bierber zurückgekehrt. — Die Kaiserin von Rußland trifft heute Abend hier ein und wird einen Tag verweilen.
(Eiißfnnö.
London, 23. November. Die Kaiserin von Rußland geht nicht nach Mentone, neck nach Cannes und Nizza, sondern nach San Remo.
London, 24. November. „Reuter's Büreau" meldet aus Pernambuco vom 20. d., daß der Aufstand in Buenos - Avres beendet und Mitre auf der gludjt befindlich ist Dasselbe Bürcau meldet aus Para in Brasilien vom 22. d., daß dort große Mißstimmung gegen die Fremden herrscht und eine all- , gemeine Erhebung gegen dieselben befürchtet wird. Der Gouverneur der Provinz erbat von der Regierung Verstärkungen.
London, 24. November. Sir Thomas Chambers hielt gestern in Excter-Hall eine Vorlesung über die englische Constitution und »rklärte, deren I protestantischen Charakter hervorhebend, daß der Deutsche Kaiser und Fürst Bismarck die herzlichsten Sympathieen aller Protestanten wegcn der unerschrockenen Dertheidigung der staatlichen Rechte gegen die Anmaßungen Roms verdien- 1


