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Landesverweisung sein. Da nämlich die Maigesetze lediglich preußische sind, so steht dem renitenten Erzbischof nichts entgegen, von Sachsen oder Bayern aus seine Agitation gegen Preichen nngeschwächt fortzusetzen und von seinem event. Lutz'schenAsyl" ä la Lachat seine Diöcese im Geheimen weiter zu regieren.

Straßburg, 22. Januar. Advccat-Al'.walt Schneegans, die von der elsässischen Partei ihm angebotene Reichstags-Kandidatur annehmend, erklärt, Bergmann'- Programm sei das seinige. In weiterer Ausführung tritt derselbe der zum Untergange führenden Politik des reinen Grolles und jener rück­wärts schreitenden Partei' entgegen,die eine ewige Feindin des Fortschritts, unsere Sehnsucht und unser Bedauern für ihre eigenen Jnteresien ausben- ten will."

(fjoffanö.

Haag, 22. Januar. Officiell wird aus Penang gemeldet: Die At- schinescu griffen die holländische Hauptposition an, wurden indeß zurückgeschla- gen. Die Atschineseu hatten 44 Todte, die Holländer 6. Die Holländer ver­stärkten ihre Hauptposition und ließen während dieser Arbeit dem Feinde Ruhe. Zur Wegnahme des Kraton ist eine vollständige Einschließung uothwendig, des­halb wird die zweite Reserve-Hälfte von Panang herberbeordert. Die Atschi- nesen bestehen aus der Fortsetzung des Kampfes. Der Sultan ist machtlos.

Spaiüfft

Madrid, 20. Januar. Der General Moriones steht nach den letzten Mittheilungen vom nordischen Kriegsschauplätze noch in Miranda. Es ist hohe Zett, daß ein energischer Schritt geschehe, um Bilbao Hülfe zu bringen; denn Carlisten schließen die Stadt immer enger ein. DiePall Mall Gazette" er­hält folgende Meldung ans Santander vom 11. Januar:Heute Nachmittag, als Tausende von Spaziergängern am Gestade lustwandelten, fuhren zwei ver­krüppelte Kriegsschiffe in den Hafen ein, wie verwundete Soldaten, Otc vom Schlachtselde fort kriechen. Es waren die spanischen Kanonenboote Buenaven­tura und Gaoitaua. Sie hatten die Ria de Bilbao vor dem Geschützfeuer der Carlisten, welche jetzt den Fluß ganz beherrschen und alle ihre Anstrengungen gegen die Festung Portugalete concentriren, verlassen müssen. Der Stern der Buenaventura war ganz und gar zerschossen; die Gaditana hatte acht Kanonen- kugeln in ihren Rumpf erhalten, und beide gewährten mit ihrem zerfetzten Se­gelwerk und geknickten Masten einen Mitleid erregenden Anblick. Leider brach­tet» sie auch eine Anzahl Verwundeter mit Jetzt bestätigt sich, wie ich höre, kein einziges Schiff mehr in der Rio de Bilbao." Es war das Gerücht ver- breitet, in Vera sei die Patronenfabrik der Carlisten in die ßnft geflogen, und es seien viele Menschen dabei ums Leben geiommen.

England.

London, 21. Januar. Der Western Morning News geht von ihrem Correspondenten die Nachricht zn, daß die Schiffe Encounter und Merlin die Stadt Chamah unseligen Angedenkens nun bis auf den Grund zerstört haben. Unter dem Schutze der Schiffe hatten sich die Verbündeten Englands, die gam tis, der Stadt bemächtigt. Kaum waren die Schiffe indessen anßer Sicht, als die ursprünglichen Einwohner die Fantis wieder vertriebe»!. Die Schiffe kehrten um und machten die widerspenstige Stadt dem Boden gleich.

An der Goldküste ging am 3. d., wie demDaily Telegraph" ge­meldet wird, das Gerücht, der König der Aschantis habe eine Deputation an den General Wolselcy gesandt, welche um den Frieden unterhandeln solle und eine sehr große Kriegsentschädignng anzubieten ermächtigt sei. Die Bestätigung dieser Angabe ist jedoch ebenso nöthig, wie sie erfreulich wäre.

DiePall Mall Gazette" veröffentlicht ein Schreiben Earl Russel's, welches sein Ausbleiben von dem Meeting am 27. d. wegen Krankheit bestimmt ankündigt. Earl Rüssel beantwortet zugleich schlagend Erzbischof Manning's Brief, welcher die Suprematie der Kirche beansprucht. Sein Leben lang habe er die geistige Emancipation gefordert, erst der Katholiken, dann der Dissenter, dann der Inden; deshalb müsse er auch heute einer Verschwörung widerstehen, welche das Deutsche Reich aus immer tu despotische Fesseln schlagen wolle. Seine Liebe zu bürgerlicher und religiöser Freiheit zwilige ihn, mit der Majo­rität des englische»! Volts seine Sympathie für Deutschland auszusprechen. Deutschlands Siche sei die Sache der Freiheit, des Papstes Sache sei die Sache der Sclaverei.

DieTimes" theilt mit, daß die deutsche Negierung zwei Millionen Pfund Sterling in Fünf - Frankenstücken verkauft habe, was die Ursache der gegenwärtigen Goldausfuhr sei.

Lokal-Notiz.

Gieße»», 22. Januar. Der Schwurgerichtshof der Provinz Oberhessen vom 1 Quar­tal b. I., welcher seine Sitzungen in der vorigen Woche beendigte, hat in den nachfolgenden Antlageiachen erkannt:

Den 5. Januar gegen Margaretha Köhler von Frcien-Stcinau, wegen Urkundenfälschung, auf Gefängniß von 1 Wochen.

Denselben, 1) gegen Peter Gvid von Stockbeim, wegen schweren und einfachen Diebstahls, auf Gefängniß von 1 Jahr 9 Mo»»., an welcher Strafe 2 Monate der von demselben erlittenen Untersuchungshaft in Abzug kommen; dagegen wurde

2) Jobonnes Loos von Ober Nosbach, auf Grund des von den Geschworenen abgege­benen, aufNichtschuldig" lautende»» Nerdiets von der Anklage wegen Hehlerei freigesprochen.

Den 7. Januar wurde Ionas Stern von Fauerbach v. d. H. in Folge des von den Geschwornen abgegebene»» Vcrdicts von einer angekiagten Urkundenfälschung freigesprochen; da­gegen vernrtheilt:

1) wegen einer weiteren Urkundenfälschung, sowie wegen Meineid- auf 3 Jahr und 6 Mo»». Zuchthaus, an weicher Strafe jedoch 3 Mon. der erlittenen Untersuchungshaft in Ab­zug fommen,

2) gegen Samuel Stern vo»» da, Wege»» Meineids, auf Gefängniß von 1 Jahr, woran ebenfalls 3 Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Aufrechnung kommen.

Endlich wurde Beide»» die Fähigkeit abgesprochen, fernerhin als Zeuge oder Sachverstän­dige vernommen zu werben.

Den 8. Januar, gegen Caroline BöSwald von Ulfa, wegen einfachen Diebstahls, au Gefängnis» von 3 Monaten.

Denselben, gegen Johannes Groth von Burkhards, Wege»» Verbrechens wider die Sitt­lichkeit, auf Gefängnis» von 6 Monaten.

De,» 9. Januar, 1) gegen Ludwig Schmidt vo»» Nidda, wegen Unterschlagung, auf Zucht­haus vo»» 4 Jahren, an welcher Strafe jedoch 3 Monate der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung kommen, sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 4 Jahren,

2) gegen Elisabeth« Petermann vo»» da, wegen Urkundenfälschung, auf Gefängniß von 1 Jahr.

Den 10. Januar, gegen Christian Fritz von Schwickartshausen, wegen schweren Dieb­stahls, auf Gefängniß von 1 Jahr.

Den 13. Januar, gegen Johannes Jung von Endbach, Königlich Preußischen Amtsgerichts Gladenbach, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, auf Gefängniß von 8 Mon., an welcher Strafe 2 Mon. der erlittenen UntersuchungSbakt in Abzug kommen.

Den 14. Januar, gegen Philipp Jockel von Melbach, wegen Versuchs der Notbzucht, auf Gefängniß von 9 Monaten, an welcher Strafe 2 Mon. der von demselben erstandenen Untersuchungshaft in Abzug kommen.

Den 17. Januar, wegen gewerbmäßiger Hehlerei wurden freigesprochen:

Katharina, Adam Heim 11. Wittwe von Holzheim, Christine Mack von Hörnsheim, Christine, Conrad Burks Ehefrau von Garbenteich; dagegen wegen desselben Verbrechens verurtheilt:

1) Elisabetha, Heinrich Jung's Ehefrau von Holzheim zu Zuchthaus von 1 Jahr 6 Monaten,

2) Katharina, Heinrich Reinhard I. Wittwe von Groß Linden, y» Zuchthaus von 1 Jahr,

3) Katharina Gilbert von da, Zuchthaus von 1 Jahr 2 Monaten,

4) Marie, Heinrich Keßler's Wittwe von do, Zuchthaus von 1 Jabr 2 Monaten,

5) Eki'abetha Schneider ledig von da, Zuchthaus von 1 Jahr 2 Monaten,

6) Katharina, Johannes Velten V. Ehefrau von da, Zuchthaus von 1 Jahr 2 Monaten,

7) Marie Christine Größer von da, Zuchthaus von 1 Jahr 8 Monaten,

8) Conrad Müller XIX. -von Lang-Göns, Zuchthaus von 1 Jahr 4 Monaten, sowie Ab­erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren,

9) Elisabetha, dessen Ehefrau, Zuchthaus von 1 Jahr 3 Monaten,

10) Katharina, Conrad Ruhl IV. Ehefrau von Garbenteich, Zuchthaus von 1 Jahr 3 Monaten,

11) Margaretha, Philipp Viehmann's Ehefrau von Groß-Linden, zu Gefängniß von 2 Monaten,

12) Marie, Johannes Velten X. Ehefrau von da, zu Gefängniß von 1 Monat.

Vsruriscbte-.

Friedberg. 21. Januar. Soeben durchläuft die Trauerkunde unsere Stadt, daß der allgemein beliebte Kreisthierarzt Born heute Nacht verunglückt ist. Born fuhr gestern Abend auf die Praxis nach Altenstadt und Umgegend. Als Holzarbeiter heute früh durch den Alten- lädter Wald gingen, fände,» sie Born unter seiner umgestürzten Chaise tobt liegen. Ein Mann spannte eins der Pferde aus und ritt sogleich hierher, um die Nachricht zu überbringen. Die Beerdigung wird Freitag Nachmittag stattfiuden.

" In dem Dorfe Münchhausen, Kreis Marburg, fand sich der protestantische Pfar­rer K. veranlaßt, einem dortigen Einwohner, der für die Wahl des soeialdemokratiichen Candi- daten Schuhmacher V. Schneider in Marburg agitirte, eine Slrafpredigt zu halten und die Drohung damit zu verbinden, wenn er noch ferner für Den soeialDemokratischenSchuster" agi tire, weroe er (der Pfarrer) ihm kein Kino mehr taufen und ihn auch aus der Kirchen Gemeinde auSstoßen! Es ist dies nicht etwa eineMüuchhausiade," sondern eine wahre Geschichte, die Id) zugetragen hat im Jahre des Heils 18711!

Ron», 17. Januar. DieDoee della Veritü" erzählt:Der ConsistoriumS - Saal im Vatiean bot diesen Vormittag ein herzerhebendes Schauspiel dar: Guirlanden und Blumen schmückten ihi» und über 250 Kinoer aus den gewähltesten Kreisen der römischen Bürgerschaft erfüllten ihn mit ihren Eltern und Geschwistern; sie waren gekommen, um den heiligen Vater zu besuchen u»»d ihm nach der Feier des Epiphaniafestes ihrerseits ihre Gabe darzubringen und seinen apostolischen Segen dafür z», empfangen. AlS der heilige Vater in den Saal trat, klatschten die Kleinen mit den Händchen und begrüßten ihn mit ihren kindliche», Evvlvas, und nachdem Seine Heiligkeit auf den» Thron Platz genommen hatte, trat ei.» kleines Mädchen an den Thron, sagte einige Verse her und überreichte Pius IX. die Gabe nebst einem Lilienstrauße. Der heilige Vater sagte darauf, daß ihm die Gabe sehr lieb und angenehm sei, daß er aber den kindlichen Ausdruck ihrer Liebe und Verehrung viel höher schätze, weil er aus unschuldigen Herzen komme; sie möchten aber ihre Unschuld recht sorgfältig bewahren. Hierauf empfabl er den Kindern die Keuschheit und setzte hinzu, daß Gott diese vor allen anderen Tugenden liebe, so daß er sie schon bei den alten Heiden ganz besonders belohnt habe, wie die Geschichte von der Vestali,» beweise, die zum Beweise ihrer Unschuld ein fdnvcr bcladeneS Schiff rückwärts den Tiberstrom hinauf gesteuert habe. Daun führte der Papst eine ganze Reibe von römischen Jungfrauen an, die den Glauben an Jesum Christum mit ihrem Blute besiegelt hätten. Er thne dieses aber nicht, setzte er hinzu, weil er wünsche, das, seine kleinen lieben Gäste auch Märtyrerinnen würden, sondern well er ihnen auch diese christliche Tugend wünsche, wie über­haupt alles mögliche Liebe und Gute, und zum Beweise dafür gebe er ihnen und ihre»» Familien seinen apostolische»» Segen. Nachdem hierauf ein paar andere Kinder einen Dialog Tccitirt und mehr als fünfzig den sublimen Chor aus Moses mit Harmoniumbegleitung gelungen hatten, verließ Se. Heiligkeit den Saal unter dem Beifallsklatschen und Eovivarufen der Kleinen und der Großen, der Jungen und der Alten."

........ n im 11

Kirchliche Anzeige

der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

05 o t t e 6 b i c n ft.

Sonntag hen 25 Januar 1874: Morgens: Pfarrer Landnrann.

Nachmiltags: Mitpred'ger Frcienschner.

(Sonntag den 1. Februar soll das heilige Abendmahl gefeiert werden.)

Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 25. bis 31. Januar 1874 besorgt Pfarrer Landmann

Auszug aus den Kirchenbüchem der Stadt Giesse».

Evangelische Genreinde.

(Gelauste.

Den 1 9. Januar. Dem Bürger zu Romrod, Kreis Alsfeld, und Schriftsetzer dahier, Gustav Stock, ein Sohu, Karl, geböte»» den 23. November 1873.

Denselben. Dem Bürger zu Spotten und Magazinsdiener an der Ober- hessischei» Bah»» dahier, Karl Hüttenberger, em Sohn, Johann Heinrich Eduard Her- »nann, geboren b i» 21. Decembre 1873.

Denselben Dem Bürger und Sattlermeister, Christian Horcyscck, ein Sohn, Karl Christian, geboren den 8. Dcc»»nber 1873.

Derr 2 2. December. Dem Bürger zu Büdingen und Heizer auf der Obcrhessischen Bah»» dabier, Heinrich Waag, eine Tochter, Elise Clara Louise Marie, geboren deir 18. Dece»nber 1873.

Denselben Dein Bürger und Loh»»kutscher, Heinrich Huhn, eine Tochter, Wilhelmine Sophie, geboren den 5. December 1873

Denselben Dem Bürger und Bierbrauenneister, Cbristian Lovy, eine Tochter, jtaioliiie Hermine Apollonie, geboren oen 24. December 1873.

Beerdigte.

De»» 19. Januar. Konrad Jacob Uhl, Musketier im II Grosth. Hess. Jnf.- Regiinent Nr. 116 dahter, aus Unterschmitten, alt 22 I. 11 T., gest den 17. Januar.

D e i» 21. Januar. Marie Elstabcth Schmidt, geborene Kretschmer, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Taglöhners zu Lich, Johann Konrad Schmidt, alt 67 I. 3 T-, gestorben den 19. Januar

.*. (rin amtlich beglaubigtes Schreiben aus der Feder eines Arztes ist »ins, wie folgt, zur Veröffentlichung zugegangen und empfehlen wir besten weiteste Ver­breitung: ,

Wenn eS die Pflicht jedeS gewistenhaften Arztes ist, bas Publikum »m Allgemeinen vor Iben» Gebrauch ber von unwistendei, Charlatanen angefertigten Geheimmittel zu warnen, ins­besondere vor denjenigen, die alö sogenannte Universalmittel gegen alle nur benkbaren, meist schweren, Krankheiten ganz verschiedener Natur angepriesen werden und Hülse leisten sollen; so