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120. Januar 1874. |
Hubenthal.
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Erscheint täglich, mit Ausnahme SonntagS.
Expedition: Canzletberg, At. D. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.
9h?. 20 Samstag den 24. Januar 88V4..
Brodprerfe vom 23. bis 30. Januar 1874,
nach eigener Erklärung der Bäcker:
2 Kilo gemischtes Brod 24 fr. 1 Kilo gemischtes Brod 12 fr. 2 Kilo Noggenbrod: erste Sorte 21 fr., zweite Sorte 17 fr.
zu
Berlin, 17. Januar 1874.
(gez) Wilhelm.
gen
Sie erinnern
Berlin, 22. Januar.
An den fatholischen Bischof Herrn Dr- Joseph Hubert Reinkens in Bonn.
Düsseldorf, 23. Januar. In der engeren Neichstagswahl in Solin-
Gotha, 22. Januar- Dr. Petermann hat Berichte des Afrika-Reisen- den Rohlfs vom 5. d. Mts. erhalten, wonach dieser mit einer Expedition von 90 Mann und 100 Kameelen in der Oase Farasreh in der lydischen Wüste, 35 Meilen westlich vom Nil, angekommen ist.
Wiesbaden, 21. Januar. Den: „Katholik" wird aus Bayern ge-
marmora mitgetheilten Depeschen Govone's von Anfang bis Ende gefälscht oder gar völlig erfunden seien. In Folge dessen sei an die italienische Negierung Die Anfrage gerichtet, ob die fraglichen Depeschen sich in deren Besitz befinden und ob sie an der Hand der Originale das Maaß Der Fälschungen in dem Lamarmora'schen Buche eonstatiren wolle.
Berlin, 22. Januar. Bis zum 28. December v. I. waren in den Münzstätten des Reichs in Zwanzig-Markstücken 818,879,420 Mark und in Zehn-Markstücken 196,957,600 Mark ausgeprägt worden. An Reichs - Silber- münzen, und zwar in Ein - Markstücken waren bis zum 28. December v. I. 1,167,733 Mark und in Zwanzig-Pfennigstücken 1,182,562 Mark ausgeprägt worden An Reichs-Nickelmünzen, und zwar in Zehn-Pfennigstücken waren bis zum 28. L ecember v. I. 307,838 Mark 10 Pf. ausgeprägt worden. An Reichs-Kupfermünzen waren bis zum 28. December v. I., und zwar in Zwei- Pfennigstücken 26,257 Mark 90 Pf. und in Em-Pfennigstücken 2794 Mark 30 Pf ausgeprägt worden.
Berlin, 23. Januar. Das Abgeordnetenhaus nahm heute bei nochmaliger Abstimmung den Petri'schen Antrag betreffs Einführung der vollstän- Digen Ehescheidung anstatt der seitherigen Scheidung von Tisch und Bett wegen des Religionsbekenntnisses eines oder beider Ehegatten an, und genehmigte in definitiver Schlußabstimmung bei namentlichem Aufruf mit 284 gegen 95 Stimmen das ganze Civilehe-Gesetz. Gegen das Gesetz stimmten das Centrum und- die Polen.
Berlin, 23. Januar. Die 7. Deputation des Stadtgerichts verur- theilte heute den Redacteur der „Germania", Majunke, wegen Majestäts-Beleidigung und Beleidigung des Reichskanzlers, des Staatsministeriums und des Reichs-Anzeigers" als öffentlicher Behörde zu einjährigem Gefängniß und 200 Thlr. Geldbuße. Es lagen 11 einzelne Anklagefälle vor. Der Staatsanwalt hatte dreijähriges Gefängniß, 500 Thlr. Geldbuße und Verlust des Reichstags-Mandats beantragt.
Bonn, 21. Januar. Bischof Reinkens hat von dem Kaiser das nachstehende huldvolle Schreiben erhalten:
Hochwüidiger Herr Bischof!
Ich danke Ihnen für die herzlichen Glückwünsche, welche Sie Mir aus Anlaß des Jahreswechsels ausgesprochen haben. Möge Gottes Segen das in Seinem Namen von Ihnen begonnene Werk auch im neuen Jahre fördern I Möge die von Ihnen getheilte, unzweifelhaft richtige Ueberzeugung in immer weitere Kreise dringen, daß in Meinen Staaten die Achtung vor dem Gesetz mit der Religionsübung einer jeden Gemeinschaft wohl vereinbar ist, welche keine irdischen Zwecke, sondern nur den Einen verfolgt: des Menschen Frieden suchen mit Gott.
erhielt der Redacteur Klöppel (Fortschrittspartei) 9525, v. Schorlemer- Älst (ultramontan) 6063 Stimmen. Die Social - Demokraten stimmten größ- tentheils mit den Ultramontanen.
Deutfd) Canö.
Darmstadt, 20. Januar. Auf Grund einer entsprechenden Vorlage der Regierung und verschiedener Anträge hat der Finanz-Ausschuß der zweiten Kammer beantragt: „Die Kammer wolle zu Verhülfen für bedürftige Jnvalrden und Hinterbliebene im Kriege gefallener oder in Folge des Kriegs verstorbener Militärpersonen, soweit das laufende Bedürfniß es erheischt und in so lange von Seiten des Reichs für dieses Bedürfniß nicht ausreichende Vorkehrungen getroffen weiden, vom 1. Januar 1874 an einen jährlichen Betrag bis zu 10,060 fl. und außerdem bewilligen, daß die von jenem Zeitpunkt an sich ergebenden Ueberscküsse des Staatsverlags hierzu verwendet werden." — Tie Annahme dieses Antrags im Plenum der Kammer ist zweifellos.
Aus Rheinhessen. Wir entnehmen öffentlichen Blättern die Nachricht, daß der jetzt — und zwar glanzvoll — Durchgefallene clericale Candidat bei der Neichstagswahl für den Wahlbezirk Friedberg rc., Oberrechnungsrath Backe zu Darmstadt, wegen verschiedener Auslassungen bei seinen Wahlversammlungen zur Untersuchung gezogen werden solle. Wir finden dies nicht nur ganz in Ordnung, sondern halten es als eine Pflicht der Staatsbehörde- Hier zu Laude, in der hessischen Nheinprovinz, sind wir im höchsten Grade empört über eine Aeußerung von Backe in der Wahlversammlung zu Rocken berg bei Butzbach, „die Civiltrauung sei nichts anders als ein Vieh Han del." Seit fast 3/4 Jahrhundert ist die Civiltrauung bei uns eingeführt und in Uebrmg, eine vom Staat augeordnete, überwachte mit) geschätzte Institution. — Wir, alle Verheiratheten dieser Provinz, sind civiliter getraut worden. Und nun kommt Herr Vack6 und bezeichnet uns als verhandeltes Vieh; die Schließung des heiligsten, ehrwürdigsten Bundes, Der jedem vernünftigen, christlichen Menschen so unendlich wichtig und achtungswerth erscheint, wird mit den verächtlichsten Namen belegt. Dürfen wir nicht mit Recht verlangen, daß Die Staatsbehörde solche Angriffe auf eine öffentliche Institution, die Der Staat anordnet und darum schützen muß, streng ahndet? — Schon wurde an mehreren Orten Der Vorschlag gemacht dieserbalb Massenbeschwerden an Großherzogliches Ministerium zu richten. Wir hoffen inDeß von seiner Gerechtigkeit, Daß es auch ohne solche Anregung uns Genngthuung verschaffe.
(Neue Frkftr. Pr.)
Berlin, 22. Januar. Wunder und Zeichen. Ans Breslau, 21. Jan. berichtet Die klerikale „Schles. Volks ztg.: Heute in der 10 Morgenstunde fand sich wiederum ein Executions-Jnspector mit 2 Exekutoren in der für ft- bischöflichen Residenz ein, stellte zunächst Seiner fürstlichen Gnaden einige Schuldscheine und Actien, Die bei der Execution am vorigen Donnerstage im Geldschrank vorgefunden worden waren, im Gesammtbetrage von mehr als 7000 Thlr. zurück und suchte für diese Summe Deckung. Sofort ging man nun an Die Aufzeichnung sämmtlicher Sachen, die noch die erste Execution verschont hatte; kein Raum des Palais blieb unbesucht; das Schreibpult des Herrn Fürstbischofs wurde einer sehr genauen Revision unterworfen, und daselbst auch die Börse, die Der Herr Fürstbischof, Der gerade unpäßlich war, vorher im Sekretär hatte liegen lassen, und die er sonst in der Tasche zu tragen pflegt, ihres Inhalts entledigt. Auch Die Muttergottesstatue aus gebranntem Thon, die im Treppenhause auf einem Postamente steht und vor welcher Tag und Nacht eine Lampe brennt, wurde für die Pfändung notirt; bei der Abschätzung derselben klopfte der eine Execntor mit seinem Mützenschilde daran, nm zu untersuchen, ob dieselbe hohl sei. Bereits batte sich die Executions-
Commission aus dem Treppenhause entfernt und Niemand befand sich in diesem
Raume, als die Statue plötzlich von Dem Postamente, auf dem sie mehr als schrieben: „Gelegentlich der' Neichstagswahlen wurde dem unerfahrenen Volke ein Decennium gestanden hatte, herabstürzte und in tausend Stücke zerschellte, insbesondere Die Civilehe als das Schrecklichste der schrecklichen Dinge vor- Ein Diener äußerte: „Die Mutter Gottes läßt sich nicht pfänden." gemalt. Tie Einsegnung, sagte jüngst ein Pfarrer, der jährlich schon an
Berlin, 21. Januar. Tie Nachrichten über das Befinden des Kaisers Zehentrenten mehrere tausend Guldei? einheimst, höre nun ganz auf, von einer lauten andauernd günstig. Wie die „N. Pr. Ztg." hört, macht Die Wieder- Kindstaufe sei künftig keine Rede mehr u. s. w. Mir wundern uns Angesichts genesung regelmäßige Fortschritte. Seit mehreren Tagen hat Der Kaiser wieder Der lendenlalmien Haltung der Negierung und der Thätigkeit Der Reichsmaul-
Uniform angelegt. Mittags finden in der Regel Spazierfahrten statt. Doch würfe gar nicht, wenn das Centrnm ansehnlich verstärkt wird. Aber möge die
werden, zumal bei dem ungünstigen Wetter, noch fortdauernd Schonungsrück- Negierung durch diese hohlen Erfolge sich nicht täuschen lassen. Sie erinnern
flchken empfohlen. uns an jene Sorte Schwämme, die ihrem Aeußern nach etwas vorsteüen, aber
uns an jene Sorte Schwämme, die ihrem Aeußern nach etwas vorstellen, aber
Das Befinden Kaiser Wilhelm's ist jetzt wie- in eitel Staub sich anflösen, sowie man sie kräftig packt." Hierzu bemerkt die der völlig befriedigend. Es haben sich nicht nur alle Krankheits-Ersckeinungen - Redaction des „Katholik": „Das einzige durchschlagende Mittel gegen solchen verloren, sondern seine alte Arbeitskraft und Arbeitslust haben sich wieder ein- Negierungstyphus dürfte wohl Die Uebernahme Der Kultussachen aufs Reich gestellt. Seine Thätigkeit ist fast ununterbrochen, und wenn auf irgend einen bilden. Hierauf deutete vor Kurzem auch eine officiöse Berliner Notiz, daß Regenten, so paßt aus ihn das Wort Friedrich's des Großen, er sehe sich der Bundesrath geneigt sei, die Ordnung der kirchenvermögensrechtlichen Ver- nur für Den, ersten Beamten seines Staates an. AllerDings verlangen Die hältuisse mit Dem jetzt übernommenen Civilrechte vor Den Reichstag zu bringen. Aerzte noch Vorsicht und Schonung, und es ist mit Rücksicht auf das Befinden Zu diesem Ausgange drängen auch die vielfachen Schwierigkeiten, welche auf Sr. Majestät geschehen, Daß Die Hoftrauer um 14 Tage verlängert wnrDe. Diesem Gebiete Die ersten Kammern Den Regierungen zu machen pflegen, sowie Berlin, 22. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt officiös: Tie^die notorische Zaghaftigkeit mancher Staatsmänner vor der Scheinmacht des Discussion über das Buch Lamarmora's in dem Abgeordnetenhause habe zur Ultramontanismus. Was jedoch die deutsche Hauptmacht geradezu zwingen Prüfung jenes Buches Anlaß gegeben. Dabei sei constatirt, daß die von La- wird, das ganze Reich gegen Rom zu engagiren, dürfte Ledochowski's eventuelle


