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wordene Reform des indirecten Steuer»S

ystems ist durch das mit Ihnen ver­

mäße Regelung erhalten. Die Entwickelung der land- und forstwirthschastlichen Cultur wurde gefördert durch das Gesetz über die Ausübung und Ablösung der Waide- und Landstreurechte. Außer den genannten Gegenständen haben noch zahlreiche andere Vorlagen ihre Erledigung gefunden. Für den Elfer und die Hingebung, womit Sie Ihre Arbeiten tum Ziele führten, spreche id) meinen

das jetzige Gesetz nicht zu Stande, nach den neuen Besoldungen pensioniren. Dadurch werde man jedenfalls in keine schlimmere Lage kommen, als durch den Antrag des Ausschusses. Letzterer wurde darauf mit 13 gegen 24 Stimmen abgelehnt. ebenso der Antrag Edinger Greim's, dagegen der Antrag Möüin- ger's mit 26 gegen 16 Stimmen angenommen. Franck erklärt, daß für den Antrag keine Mehrheit von zwei Dritteln erlangt worden sei, wie dieses für Verfastungsabänderungen nöthig, daß also die ganze Vorlage abgelehnt sei. Nach einer zwischen Goldman«, Dernburg und Dumont geführten erregten Debatte über letztere Ansicht wird die Verhandlung auf eine halbe Stunde

königlichen Dank aus. Die Ergebnisse Ihrer Verhandlungen werden dem Lande zum Segen gereichen. Möge unser geliebtes Württemberg und das ganze deutsche Vaterland sich mit Gottes Hülse des Glückes ungestörten Friedens, steigender Wohlfahrt und Gesittung dauernd erfreuen! Ich erkläre den Land­tag für geschlosien.

Aeußerungen Dernburg's, List verliest einige vergleichende Zahlen, Dumont Iwiederholt zu Theil gewordene Gebaltserböbung. Dem volkswirthsch. Bedürfnifle als Berichterstatter empfiehlt den Ausschußantrag unter Recapitulirung der ver- einer weiteren Ausdehnung des Eisenbahn - Netzes ist meine Regierung im Ein- jchiedenen für denselben sprechenden Gründe und sucht die Zahlenangaben klang mit vielfach kundgegebenen Wünschen bereitwilligst nachgekommen; durch Möllinger's und Dernburg's zu widerlegen. Der Antrag Möllingrr's führe die von Ihnen gefaßten Defchlüsie haben Sie das Ihrige zur gedeihlichen Ent- zu Ungerechtigkeiten, Schaum habe sich aus den Standpunkt der grasiesten ma- Wickelung dieses wichtigen Verkehrs-Mittels beigetragen. Die unabweisbar ge- teriellen Jnteresien gestellt, dadurch werde man zur Corrumpirung des Beam- wordene Reform des indirecten Steuer-Svstcms ist durch das mit Ihnen ver-

tenstandes gelangen. Auch der Antrag Greim Edmger's, obwohl bester als der abschiedete Gesetz in umfastender Weise eingeleitet. Durch die neue allgemeine Möllinger'sche, sei nicht zu empfehlen. Die Kammer habe unbedingt bas Sech- ,Bau-Ordnung hat das Verfahren in Hochbaujachen eine durchgreifende zeitge* stel Gehaltszulagen bewilligt, die Regierung könne also unbestritten, komme mäße Regelung erhalten. Die Entwickelung der land- und forstwirthschastlichen

vertagt.

In der fortgesetzten Sitzung der zweiten Kammer erklärt der Minister­präsident Hofmann, daß die Regierung unter den obwaltenden Umständen den Gesetzesentwurf über die Ruhegehalte zurückzieht und sich vorbehält, das Gesetz in veränderter Fassung demnächst abermals vorzulegen. Buff bittet dann, Vor­lage von genauen Berechnungen über die dem Land erwachsenden Pensions- lasten zu machen. Schröder wünscht dabei die Verhältnisse der seither roiber ruflich angestellten Beamten geordnet zu sehen. Die Erhöhung der Minimalge- halte der evangelischen und katholischen Geistlichen auf den Betrag von 100U.fi. wird ohne Debatte genehmigt, ebenso eine Vorlage über anderweitige Verwen­dung einer für bauliche Zwecke verwilligten Summe. Eine Abänderung des Gesetzesentwurfes, welcher den Uebergang zum Reichsstrafgesetze regelt und da­hin geht, daß die Uebertretungen der Forst- und Feldstrafgesetze, welche von Kindern begangen werden, die Eltern strafbar sind, wird von Schröder befür­wortet und zugleich die Frage angeregt, ob nicht Besserungsanstalten für Kin­der von Staatswegen gegründet werden sollen. Die Vorlage wird darauf an­genommen , der Zusatz wegen der Besserungsanstalten dagegen abgelehnt. Schröder und Landmann bringen einen Antrag auf mögliche Beschleunigung der Ordnung der Verhältniffe der widerruflichen Beamten ein und werden darauf die Mittel zum Ankauf des dermaligen Kreisamtsgebäudes in Worms, welches der Stadt gehört, nach einer Befürwortung durch den Referenten, einer längeren Erörterung der einschlagenden Verhältnisse durch den Abg. Edin­ger, der die Vorlage abgelehnt und das Gebäude nur gemiethet haben will, einer Entgegnung deü Ministerialdirectors v. Starck und einer Bemerkung des Abg. Möllinger über die bezüglich der Amtswohnungen bestehenden Ungleich« heiten mit großer Mehrheit bewilligt. Die diesmalige Session der Kammer wird darauf geschlossen und werden die Sitzungeii voraussichtlich erst im Sep­tember, nachdem die Ausschußanträge über die neuen Kirchengesetze vorliegen, wieder aufgenommen werden.

Darurstadt, 19. Juni. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 34 enthält:

1. Gesetz, die landständische Geschäftsordnung betreffend.

2. Uebersicht der für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Bestrei­tung der Bedürfnisse der israelitischen Religions - Gemeinden des Kreises Darnistadt.

Berlin, 20. Juni. DerBörsen-Kurier" schreibt: Von der am 1. Juli eintretenden Gütertarif-Erhöhung bleiben vorläufig (wahrscheinlich bis Ende des Jahres) Frachtsätze in directem Verkehr mit österreichischen, holländischen, eng­lischen und französischen Stationen ausgeschloffen, nicht dagegen im Verkehr mit der Warschau-Wiener Bahn.

Posen, 19. Juni.Kuryer Poznans!!" veröffentlicht ein Schreiben des Posener Domcapitels, in welchem gegen die Aufforderung, einen General- vicar für die Erzdiöcese zu wählen, protestirt wird, weil das Capital die Sedisvacanz des erzbischöflichen Stuhles nicht anerkennen könne, ohne sein Ge- wiffen zu belasten und meineidig zu werden, und zur Wahl weder schreiten könne noch wolle.

Fulda, 19. Juni. Wie verlautet, werden die preußischen Bischöfe am 23. d. MtS. hier zusammenkommen.

Stuttgart, 20. Juni. Der König hat den Landtag mit folgender Thronrede geschlossen: Liebe, Getreue! Der Landtag, welcher heute abschließt, hervorragend durch Wichtigkeit und Zahl seiner Ergebniffe, hat in denkwürdi­ger, von weltgeschichtlichen Ereignissen bewegter Zeit begonnen! Schon bei seiner Eröffnung konnte ich die bedeutendste Frucht der nationalen Elemente die Verträge, abgeschloffen zur Herstellung eines durch Kaiser und Reich neu geeinigten Deutschlands als den wichtigsten Gegenstand Ihrer Berathungen bezeichnen. Sie haben in patriotischem Sinne diesen Verträgen Ihre Zustim­mung ertheilt. DaS hierdurch begründete neue staatsrechtliche Verhältnch gab verstärkten Anlaß, die früher begonnene Verfaffungsresorm auf einige weitere Punkte zu erstrecken, welche einer zeitgemäßen Abänderung zunächst bedürftig erschienen. Das erzielte Ergebniß berechtigt zu der Hoffnung, daß es im Wege des stetigen und besonnenen Fortschrittes geling-n werde, künftige weitere Re­formen in gleich befriedigender Weise durchzuführe«. Der Stellung Württem­bergs im deutschen Reiche hatte auch die Staatsverwaltung in verschiedenen Beziehungen sich anzupaffen. Die Einführung reichsgesetzlicher Einrichtungen erforderte manche zum Theil tiefgreifende Aenderungen des bestehenden Rechts, welche Ihre Mitwirkung in Anspruch nehmen. Die Ordnung des Staatshaus­halts war bet den erhöhten Anforderungen an die Staatskaffe mit Schwierig- keiteit verbunden. Durch die Zunahme der ordentlichen Staats-Einnahmen und durch den Zufluß der Kriegs Entschädigungs-Gelder kam die Finanzverwaltung in die günstige Lage, ohne Erhöhung der Steuern über ausreichende Mittel auch für eine Reihe von außerordentlichen StaatS-Ausgaben, insbesondere für die Herstellung der Kriegstüchtigkeit meines Arniee-Corps, zu verfügen. Mit einer Bereitwilligkeit, welcher ich gerne meine Anerkennung zolle, haben Sie die Befriedigung des Staatsbedarfs die Mittel verwilligt und dabei die In­teressen des Unterrichts und der Bildung in reichlichem Maße bedacht. Ihrer gerechten und einsichtsvollen Würdigung der Vorschläge meiner Regierung zur Verbesserung der Lage ter öffentlichen Diener verdanken dieselben die ihnen

/ranireidj.

PariÄ, 19. Juni. Der Akademiker Jules Janin ist gestorben. Die Agence Havas" dementirt die Nachricht von der Ankunft der Herzogin von Madrid in Paris und fügt hinzu, die Herzogin halte sich bei ihrem Gemahl in Navarra auf.

Schweiz.

Basel, 20. Juni. DenBasler Nachr." wird aus Gens gemeldet: Heute ist hier die erste Nummer von Henn RocheforterLaterne" erschienen. Dieselbe, bei Veresoff gedruckt, wird in den Straßen massenhaft verkauft.

Otafien.

Nom, 17. Juni. Die amerikanischen Pilger haben dem Präsidenten des Vereins für katholische Interessen, Cardinal Borromeo, geloben müffen, überall in den Vereinigten Staaten Zweigoereine zu gründen und dafür zu sorgen, daß regelmäßige Dampfschiffs-Wallfahrten von Amerika nach Italien organisirt werden. Diese werden den Photographen sehr zu Statten kommen. Die schlauen Dankees haben beinahe alle Photographieen von Pio Nono in Rom angekauft, um sie in den Vereinigten Staaten mit Gewinn wieder zu verkaufen. Sie haben überhaupt ausfindig gemacht, daß Wallfahrten nach Rom zu herabgesetzten Paffagepreisen auch aus öconomischen Gründen zu em* pfehlen sind.

Das disciplinarische Vorgehen der deutschen Regierungen wider reni­tente Eleriker, zumal wider den Erzbischof von ©liefen und Posen, macht dem Papste trübe Stunden. Er äußerte sich eben gegen einen fremden Cardinal über die Haltung des Erzbischofs Ledochowski eingehend und schloß mit der Bemerkung, er wünsche nur, daß der verfolgte Prälat fortfahre, den Künstlern der Staatspolitik mit der schlichten, einfältigen Währung wie bisher auch fer­ner zu begegnen, dann würden sie mit allen ihren großen Stücken Fiasco machen. Er habe nicht Hochverrath an der Kirche üben wollen, nur deshalb hätte man de- Hochverraths am Staate ihn bezüchtigt. Da- war eben so drastisch als absolut gesprochen.

(EnoCunD.

London, 19. Juni. In der Sitzung des Unterhauses antwortete Unter- staats-Secretär Bourke auf eine Anfrage O'Brien's, daß weder Brasilien noch die argentinische Republik die Vermittlung Englands in Anspruch genommen hätten, daß aber England bereit sei, die Vermittlung zu übernehmen, wenn seine guten Dienste verlangt würden.

Türkei.

Konstantinopel, 20. Juni. Der Großvezier übergab heute früh unter Entfaltung einer ansehnlichen bewaffneten Polizeimacht die Kirche des heiligen Erlösers den Kupelianisten.

Lwerika.

Washington, 19. Juni. Der Präsident der Republik ernannte den Consul Kreißmami in Berlin zum General Consul des dortigen neu errichteten General-Consulats. Seitens des Senats wurde die Ernennung bestätigt.

Vermischtes.

Mainz, 15. Juni. In einem Hause in der Nähe der Xtntengafle spielte sich heute Morgen ein interesiantes Schauspiel ab. Ein Ehepaar gerieth in Streit, wobei der Mann seine Frau so schlug, daß sie in Ohnmacht siel. Die Nachbarweiber ließen sich jedoch solche Verunehrung ihres Geschlechts nicht gefallen, fielen zu sechs über den ungalanten jungen Ehe­mann her, zerzausten und zerschlugen ihm derart bas Gesicht, daß er bluttriefend in seine Schlaf» stude flüchten mußte.

Mainz, 17. Juni. Am Montag sprang in der Mittagsstunde tin hiesiger Schreiner an der Brücke in s Wasier. Der Mann hatte sich einen tüchtigen Kausch angetrunken und schien »n diesem Zustand das Leben nicht mehr als derGüter höchstes" anzuieben. Ein Arbeiter I. N. band sofort einen Nachen los, und es gelang ihm, den mit ven Dellen Nmgenden dem Lode tu entreißen Nach vollbrachter Rettung, wofür der Schreiner nicht nur nicht dankt«, sondern tüchtig schimpfte, suchte N. dem den Wellen entriffenen dadurch einen richtigen Begriff von dem Werthe des Daseins beizubringen, daß er ihn tüchtig durchblaute, und dann nach Hause schaffte, wo die Frau des Lebensmüden sich durch Wort und That dankbarer erwies, als derGerettete.-

Schreiben der Eonfecttonsdame Paula Erbswurst an die Frau Arbeiter­frauenvereinspräsidentin Stegemann.

(Ulf.")

Berlin, 18. Juni 1874.

Liebe geehrte Frau!

Also der Herr Staatsanwalt hat bn Sie eine HauSbesuchung anbefohlen! O, wenn er mir doch auch dieses würdigte!

Wenn man noch so wenig ist, oder auch zu bedeuten hat, und das Ganze eigentlich nur Spielerei und Nicht» dahinter, und nur wir Frauen- und Madchenspersonen unter sich und sonst Niemand, und aar fern Aufhebens werth, und es würde kein Hahn über Einem krähen, und Alles b'.os man so thun, und weil es Mode ist, und die Manner lachen Einen aus, und man ärgert sich, ad), dann ist es doch eine wahre Herzensfreude, wenn einem der Herr Staats» anwalt das Haus durchsuchen, und nach Papiere, und es steht den andern Lag in allen Zeitungen, und jeder liest es und denkt bei sich: Ei, das muß dach eine dolle Person sein, deck ich will nicht vorgreifen.

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