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— In Illinois entgleiste vor einiger Zeit ein Eisenbahnzug und zwei Passagiere kamen zu Schaden; der eine fand seinen Tod, der andere verlor ein Bein. Dieser sowohl wie oic Wiltwe des erster« klagten gegen die Eisenbahngesellschaft auf Schadenersatz. Die Jury sprach der Wittwe 5000, dem Einbeinigen 15,000 Dollars zu Das war der Wittwe nicht recht, und sie fragte den Richter, weßhalb denn ein Bein drei Mal so viel Werth sei, als ein ganzer Mann? Der Richter antwortete: „Die Sache ist ganz in der Ordnung. Der Mann, Dein jetzt sein Bein fehlt, bekommt selbst für 15,000 Dollars kein neues wieder, aber eine Wittwe mit 5000 Dollars findet sehr leicht wieder einen Mann, der nicht nur so gut wie neu ist, sondern vielleicht sogar noch besser als der andere "
— Eine höchst interessante Ordre vom Jahre 1624 enthält folgende Verhaltungsmaßregeln für die zu einer erzherzoglichen Tafel geladenen Junker, jüngsten Officiere und Fähnriche: „Sintemalen Ihre K. 5t. Hobeit geruheten, mehrere Offie'ere an Höchstdero Tisch zu invitiren, item ich alldiewetlen in Okkasion bin gewesen; mit männiglicher Kenntniß und Persuaston wie sich allemalen die der meisten Officiere als Cavaliers ritterlich und manierlich untereinander und männiglich tractiren thun und contentiren, alsdann muß ich doch vorweg den Junkern, so nicht ordentlich gehobelt sind, aufmerksam machen auf die inensurc regulaire, als
Amerika.
, 25. November. Nachrichten ans der Havannah melden von eifrigen Vorbereitungen zur Vertheidignng der Stadt. Die Bevölkerung 'st entschlossen, keine Concessionen zu machen. In den Vereinigten Staaten beeilt man sich, die Rüstungen zu Ende zu führen, obwohl die KricgSlust sich vermindert hat.
Frankreich.
Paris, 24. November. Die Correspondenz „Havas" meldet: „Der Sohu des Grafen von Bismarck und ein gewisser Goldschmidt aus Essen sind in Marseille angekommen. Die geheime Polizei ließ ihnen überall zwei Agenten nachfolgen, so daß diese Herren, wenn dem „Messager du Midi" zu glauben ist, sich auf dem deutschen Consulate beschwerten."
— Der Graf von Chambord ist nach Frohsdorf zurückgereist. Der König von Hannover fuhr gestern mit seinem Gefolge in das Boulogner Wäldchen, wo er von der Menge vielfach begrüßt wurde. Mehrere hiesige und ausländische Journale waren erstaunt, zu hören, daß der König von Hannover die Archive, Gefängnisse, Forts, Ruinen und Museen besichtigte", da derselbe ja bekanntlich sein Augenlicht fast verloren har. Wir müssen daher erklären, daß dem Könige Georg beständig ein Begleiter folgte, der ihm auch die geringsten Details der. „besichtigten" Gegenstände beschrieb.
Paris, 26. November. Der „Agence Havas" wird aus Madrid vom heutigen Tage gemeldet: Das in den ostspanischen Gewässern starionirte deutsche Geschwader erschien gestern vor Cartagena. Der Commandant desselben erließ, nachdem er den Befehl gegeben, zum Gefecht fertig zu machen, an die Insurgenten die Aufforderung, 25,000 Pesetos, welche diese deutschen Staatsange hörigen abgenommen, ihm zurückzustellen, widrigenfalls er zum Bombardement schreiten würde. Die Insurgenten erboten sich, diese Summe in cantonalen Duros zu bezahlen, was der deutsche Commandant indeß zurückwies, worauf die Insurgenten in spanischem Golde zahlten. Das italienische Geschwader hat als Entschädigung für die durch italienische Staatsangehörige erlittenen Verluste eine Quantität alten Kupfers angenommen. Eine spanische Fregatte wäre beinahe in den Hasen eingedrungen; der Jnsurgenten-Dampfer „Darra", welcher versuchte, die Blocade zu brechen, wurde von ihr beschossen.
Paris, 27. November. Das „Journal officiell" veröffentlicht die Liste der neuen Minister, welche mit der heute früh gemeldeten übereinstimmt. Das Cabinet ist also folgendermaßen zusammengesetzt: Herzog v. Broglie: Inneres und Vice-Präsidentschaft des Conseils; Herzog v. Decazes: Aenßeres; Four- tou: Unterricht; Desseiligny: Handel; Larey: Arbeiten; Depeyre: Justiz; Magne: Finanzen; Barrail: Krieg; Dompierre d'Hornoy: Marine. — In Fontaineblau hat ein Pistolen-Duell zwischen Prinz Soutzo und Prinz Ghika stattgefunden, in welchem Letzterer getodtet wurde.
3 knien.
Lokal-Notiz.
Gießen, 28. November. Seit einigen Tagen producirt sich auf dem Vrandplatze die berühmte Familie Knie. Herr Franz Knie, aus früheren Jahren in Gießen wohlbekannt, läuft noch stramm auf dem hohen, an das Dach der Zeughaus-Kaserne, befestigten Seile und entlockt oem Beschauer Bewunderung und gelindes Grausen über den halöbrechenden Marsch. Da die Familie Knie beabsichtigt, kommenden Sonntag den 30. d. Mts.' ihre letzte Vorstellung Hierselbst zu geben, so machen wir das Publikum auch auf dem Lande aufmerksam, die Gelegenheit nicht unbenutzt vorübergehen zu lassen und die Leistungen der Künstlerfamilie in Augenschein zu nehmen.
vestanden, von
< 11 r xa , ", , — —begrüßt. Sie würden Schmerz
und viel Uebcls zu erdulden haben, aber wenn sie muthig und standhaft blie- ben, wurden die Wölfe besiegt werden und der christliche Gliche siegreich nu3 bem Kampfe hervorflehen. An dem gläubigen Volke, au feinen Priestern und den ruhmreichen deutschen Bischöfen hätten sie glänzende Vorbilder; bereu Bei- fpirfai sollten sie folgen, mib der liebe Gott werd- sic dafür nut der Unsterb- uchkcit belohnen. Die amerikanischen Seminaristen machte Pins auf die Gefahren der übermäßigen Freiheit aufmerksam, die üi ihrem Leben herrsche und gegiii die man sich mit doppelter Tugend »offnen müsse.
, , Madrid, 26 November. Das Bombardement auf Cartagena wurde heute früh 7 Uhr eröffnet und bis 3 Uhr Nachmittags fortgesetzt. Die Pau- zer-Fregatte „Numaucia" ging Nachmittags 2 Uhr in See.
England.
, 25. November. Die bisherigen Nachrichten über die Ereignisse
telegraphisch hieher gelangt; nunmehr aber liegen auch aus- fuhrliwe Zeitungsberichte vor, und aus diese,, läßt sich die ieidenschaflliche Entiustung des amerikanischen Volkes leicht begreifen. Diesen Darstellungen ^^kgsgericht in Santiago von der Havannah aus telegraphisch zur Elle angetrieben, eine Depesche des amerikanischen Consuls dagegen absichtlich zurückgehalten worden. Mit der Absicht, irgend welcher Ein- imschnng vorznbeugen, hätte man die Hinrichtungen so beschleunigt, daß sie binnen vierundzwanzig Stunden St^tt fanden. Die Berichte beziehen sich überhaupt vornehmlich auf „Absichten"; sie haben in den Vereinigten Staaten große Aufregung verursacht, sind aber jedenfalls noch mit Voisicht aufzu- nehmen. — Die Jagd des Tornado auf den Virgiuius beschreibt ein Correspoudent des Herald recht lebhaft. Das Rebellensclnff erkannte zuerst den Feind nicht und dampfte ruhig weiter, wurde dann aber, näher gekommen, der gefährlichen Nachbarschaft gewahr, machte Kehrt und eilte, was es konnte, auf Janiaica los. Allein seine Kohlen wurden knapp. In der Noth wurde mit Speck, Fett, Petroleum und anderen brennbaren Stoffen geheizt und das Schiff durch Ueberbordwerfen von Pferden, Geschützen, Waffen und anderen schweren Gegenständen erleichtert. Es half Alles nichts; der Tornado kam heran, und nun erst gab der Virginius, der fortwährend die amerikanische Flagge trug, auf seinen Verfolger einige Schüsse ab. Der Jubel ob der Gefangennahme war in Cuba groß, dem General - Capitän in der Havannah wurde eine Serenade gebracht und den Hinrichtungen in Santiago wohnte eine unzählbare Menschenmenge bei. Sonst ist von Thatsachen noch nicht viel nachzutragen.
London, 26. November. Die „Amtliche Zeitung" veröffentlicht Depeschen des Generals Sir G. Wolseley, welche berichten, daß ohne genügende Ltrertmacht von ausschließlich europäischen Truppen ein entscheidender Schlag gegen die Aschantis nicht ausführbar sei.
London, 27. November. Telegrammen der „Times" und der „Daily News" aus Philadelphia vom 26. d, zufolge hat der amerikanische Gesandte in Madrid, General Sickles, die officiöse telegraphische Mitthcilung an seine Regierung gemacht, daß die spanische Negierung eingewilligt habe, den Vir- gini'us" zurückzugeben.
5Wnm 9S SVnKomttflr c n cxx-L'ii - -(xl 3tcm mit blanken Zeuge, säubern Rock und Stiefeln, und nicht angetrunken Jbre K. K.
r , « . ‘ c ^klla Verlta erzählt von einer Au- Hoheit zu ineomplimentiren. 2) Item bei der Tafel den Stuhl nicht wackeln und die Füße
spracye, Die der Papst neulich an die Zöglinge des deutschen und englischen nicht lang ausspreizen. 3) Item nicht nach jedem Bissen trinken, alsdann man zu frühe voll Collegs in den Loggien des VaticanS gehalten hat. Den deutschen jungen toirD| bcn Humpen aber nach jeder Speis einmal Halbert ausleeren, vorhinein aber den Priestern sagte $iu< sie würden bei ihrer Rückkehr „ach Deutschland durch “nb ',»8 fa"h,r °bwsich-n. 4) mit der Hand nicht in di- Vorl-g-icküss-l
eine -> vnof-hn ™ cv < »a s. a'nxc. - - U langen oder die abgeklefcrlen Beine zuruck oder hinter den Tisch werfen. 5) Item nicht an
g so gung, welche lebhaft an die Zelt Julians des Abtrünnigen den Fingern mit der Zunge schlecken, auf das Teller speien oder in das Tischtuch schneitzen.
wiffen wollen, die einzelne Minister dem Kaiser gehalten, sind als irrthümlichi-rümere, das Oberste zu nnterst gekehrt finden. Sie sollten sich deshalb mit
Posen, 23. November. Gestern begab sich der hiesige Executions-Jn-den Kampfsbe^'nun^cinm^ >wt> Festigkeit, um
sp^tor, von zahlreichen Polizeibeamten begleitet, nach dem erzbischöflichen Pa- könnten nur dann siegreich aus dem Streite be'rvoraeben "iwinT'i’ laiß, um eine Pfändung vorznnehmen. Es handelte sich um die Beitreibung Lämmer führten, wie Christus einst seine ^finnpr in hi? grr.r? 3'le
von 600 Thalern, welche gegen den Erzbischof in der Excommunications-Ange- sie würden ihn auch siegreich bestellen wll> Khr fh.a s nVf’
legenheit gegen den Geistlichen Schröter* erkannt waren' 300 Thaler betrug Joha dem Tänfe L s La^ Welt^ 5 rüü^^" ^standen von
noch ein Ueberschuß der versteigerten Pferde und Wagen, so daß noch 300 Thlr "V?m ^r.Welt begrüßt. Sie wurden Schmer
und an 20 Thlr. Kosten beizutreiben waren. Der Executions-Inspektor ließ drei verlassene Salons im ersten Stock ausräumen, wobei der bischöfliche Hauswart stets angab, welche Gegenstände Privat-, welche Kircheneigenthum seien. Hauptsächlich nahm der Executor Schränke, Sopha, Sessel rc., zwei vom Hauswart dringlich als Prwateigenthum bezeichnete Bilder des Kaisers und der Kaiserin ließ der Executor indessen hangen. Vor der Pfändung brgab sich der Cxecutions-Jnspector zu dem Herrn Erzbischof, welcher sich auf seine früheren Proteste bezog und Zahlung verweigerte. Die Nachsuchuug nach Werth objecten in den Privatgemächern wollte der Erzbischof nicht gestalten, als ihm indessen die Eröffnung gemacht wurde, daß derselbe eventuell mit Gewalt durchgeführt werden würde, protestirte er und fügte sich. Wie die „Ostd. Ztg." hört, ist nur noch eine Mobiliar-Execntion möglich, da der Werth der noch vorhandenen Gegenstände gering ist. Während des Aufladens der Möbel versammelte sich eine große und zum T,hetl erregte Volksmenge vor dem erzbischöf lichen Palais und den Beamten wurden die Worte: „Spitzbuben I Räuber !" in polnischer Sprache zahlreich zngerufen. Trotz dieser bedenklichen Volksstim mutig ist doch kein Tumult vorgekommen.
Posen, 28. November. Der „Kuryer Poznanski" meldet: Der Erzbischof Ledochowski erhielt vorgestern ein Schreiben des Ober-Präsidenten, worin Letzterer den Erzbischof auffordert, binnen acht Tagen sein Amt niederzulegen, widrigenfalls er vor den Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten in Berlin citirt werden würde. Dasselbe Blatt veröffentlicht ferner ein Schreiben des Papstes an den Erzbischof, worin der Papst den Erzbischof zum Ausharren ermuntert. — Der Weihbischof Janiczcwski ist vor das hiesige Gericht und vor die Polizei citirt.
Aus Sachsen, 25. November. Die „Spen. Ztg." schreibt: Endlich, nach siebentägigem Besinnen, hat sich das „Dresd. Journ." zu eineck telegraphisch verbreiteten Dementi der Mittheilungen aufgerafft, welche wir aus Leipzig und Dresden über das Tragen des „Eisernen Kreuzes" brachten. Das Dementi ist indeß nur ein scheinbares. Denn indem das Blatt vorgibt, daß es sich bei unserer Leipziger Correspondenz um eine „vollständig mißverständliche Auffassung einer fast 21/2 Jahre alten Anordnung handeln könne, welche weder den Zweck noch die Folg, gehabt habe, das Tragen des „Eisernen Kreuzes" zu erschweren oder gar zu verhindern, und indem es zum Beweis dessen anführt, daß jenes Ehrenzeichen „von den höchsten und hohen Führern des 12. Armeecorps täglich getragen werde" — so übersieht es, daß wir auSdrück lich von dem „Eisernen Kreuze" II. Classe, sowie von einem (mündlichen) Parolebefehle gesprochen hatten, welcher die Anlegung desselben außer Dienst indirect verbiete. — Diese Behauptungen halten wir der Ableugnung des Dresdener Blattes gegenüber ausdrücklich mit dem Bemerken aufrecht, daß die Mit theilung unseres Leipziger Correjpondenten sich auf ein vor Zeugen erfolgtes authentisches Zugeständniß stützt.


