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erd« »krtefj^Tig 1 |L 12 ft. mit Bd»gerlohn D»vch di« Pag Sezagen »intelji^rig 1 fL 29 ft.

Gießener Anzeiger.

täglich, mit*«. nähme feonntegl.

Erpedititn «anzletbera.

tu. v. Är. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Str ,2.

Mittwoch den 26. März.

1873.

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auf den

1 ff scheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in derStadt Gießen vierteljährlich

i !» rr., frei «n s «yaus gcltcferf.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbcstellung"crfolgt, das Blatt auch im II. Quartal 1873 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen. " 9

Diejenige», welche den Anzeiger Abends bei der Erpedilion abholen lassen, erhalten fctnfdbtn'iiT 1 fi. prcsOnartal. au6ert,aJb wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige AbonncmentSpreiS 1 fl. 29 fr. incl. Pofiaufschlaqs können nur b« der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun in den Stand gesetzt stnd, die Auflage dcS BlatteS besttmmen zu können, ersuchen w.r Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen ^ostanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Ercmplare zu liefern.

----- ----------------------- Die Redaction.

Deutschland.

Darmstadt, 24. März. Die Motive zu dem Gesetzentwurf über das Dolks- f(t'uin>c|<n im Gkoßherzo^thurn kennzeichnet vor Allem den Standpunkt, den die Regierung zu dieser Krage eingenommen Hot, bah es nämlich bas Staatsinteresse gebiete, doß die Leitung des Volksschulwesens in Den Händen des Staate« liege, wenn auch t«n in hohem Grabe dubii intmfftricn Gemeinden und Kreisen eine gewlffe Mitwirkung etngeräumt werden solle. Was bas im Entwurf adoptirte ©pßem der gemeinsamen Schulen b< trifft, so wirb darauf hing-wiesen, daß die politische Gemeinde die Schulbetursniffe zu bestreiten habe, daß gemeinsame Schu­len neiliger kostipielig seien, nut bessere Eintheilung Der Kinder n».ch Zahl und Alter ermöglichen, urd doh die seitherigen Erfahrungen, Die man mit solchen gern.infamen Schulen in Gemeinden gemischter Eonfession gemacht, sowohl bezüg­lich der erzielten Leistungen, als auch der «ufrechterhaltong des eoafesflonellen Friedens für dieselben sprechen. Hinsichtlich der KortbilvungSschulen, bezw. ihrer Einrichtung, den Lehrplan u. s. w., unterlassen er die Motive, nähere Bcstim- wungen an Händen zu geben, da die gemachten Erfahrungen noch zu neu seien, sie stellten jedoch den allgemeinen Grundsatz auf, daß es die Aufgabe dieser Schulen ist, die Jugend in denjenigen Kenntnissen und Fertigkeiten weiter zu führen, die für dos bürgerliche Leben vorzugsweise von Nutzen find. Auf Die Verwendung und Heranbildung weiblicher Lehrkräfte scheint man mehr Gewicht als früher zu legen und verbreitet sich über diesen Gegenstand wie folgt:Die Anstellung von Lehrerinnen an reinen Mädchenschulen hat in Dem dazu geeigneten Falle, namentlich in Orten mit einer größeren Anzahl Schulen, manche« Ernpseh- ienswerthe. Die Möglichkeit der Anstellung tüchtiger Lehrerinnen möchte um so mehr zu fördern fein, al« einmal hierdurch einem Mangel an tüchtigen Lehrkräf­ten mehr vorgebeugt wird, und al, ferner unsere heutigen socialen Verhältnisse e« im Allgemeinen geboten erscheinen lassen, Dem in Der Möglichkeit des Erwerbe so vielfach beengten weiblichen Geschlecht Die Gelegenheit zu geben und bezw. zu erweitern, sich solchen Berufsarten, für Die e, geeignet erscheint, zu widmen. Zur Gewinnung tüchtiger weiblicher Lehrkräfte wird auch Die Errichtung eine« Semi- nar« von Lehrerinnen nicht umgangen werbe» können." Wa« den Ausschluß der geistlichen Orden und orbensähnlichen Eongregationen von Den Volksschulen be­trifft, so sprechen sich Die Motive in die er Beziehung einfach dah'u au«:Dn Staat muß von den Lehrern und Lehrerinnen an Den Volksschulen mit Zuversicht erwar'en, daß sie den staatlichen Anordnungen über das Volkschulwisen" in jeder Hinsicht Folge leisten und b.zm. Folge leisten können. Bei Personen, Die tu Folge ibn« Eintritt« in einen geistlichen Orden, in Folge des Geiüboe«, das sie hier- bei zu leisten haben, in ein volle« Al hangigkeitsverhältniß zu ihrem Ordens- Oberen getreten stnd, kann diese Zuversicht nicht in vollem Maße vorhanden s.in. Zur Zeit werden 4050 Schulstellen von englischen Fräulein oder Schulschwe- stern verwaltet. Auf thunlich baldige Lösung dieses Verhältnisse« und Ersatz dieser Lehrerinnen durch andere Lehrkräfte wild Bedacht genoms-en werden müssen." An einer anDern Stelle wird anerkannt, d^ß in gar manchen Gemeinden noch Schul- Häuser vorhanden sind, die weder Den Bedürfnissen de« Unterricht« noch der Ge- sundheit genügen, wo aber die Besscrung wegen Mittellosigkeit nicht möglich ist. In solchen Fallen ist eine Subvention au« Staatsmitteln in Aussicht gestellt.

Darmstadt, 25. März. Zur Eröffnung Der Synode fand heute Morgen feierlicher Gottesdienst in Der Stadtkirche statt. Die Prcdigl hielt Superintendent Schmitt von Mainz üder^ Ephes. 4, 15. 16. Die Mitglieder der Synode bega- den sich hierauf in das StändchauS, wo MiNistertal-Dtrcctor v. Starck Namens des Goßherzog« die Versammlung eröffnete. Der Namens - Ausruf ergab 56 Mttgl.eker, welche den vorgeschriebenen Erd in Die Hand des Regierung« - Com-

missärs leisteten. Da« Alter-Präsidium übernahm Superintendent Schmitt, wel­cher die Vorlagen der R^icrung in Empfang nahm. Morgen findet die Wahl der Präsidentschaft«.Eandidaten statt, worauf Die Wahlprüsungen vorginommen HnD die Ausschüsse gebildet werden.

Darmstadt, 25. März. Die LandeSsynode schlug Dem Grcßhlrzog zu Prä- sidenten vor: Küchlcr, Eigenbrodt, Seel, Schmitt, Bonhardt und Königen

Darmstadt, 25. März. Bei der Berathung des Gesetzentwurfs über die Beschränkung der Eomperenz der Bezirksstrafgerichte wird dir Antrag gestellt werken, verschiedene zur Compctenz der Schwurgerichte gehörige Verbrechen unter gtrifen Voraussetzungen Den Bezirksstrafgerichten zur Aburtheilung zu überwei­sen und eine Erleichterung Der über Gebühr belasteten Schwurgerichte herbeizu- führen. Man hat hierbei hauplsachlich die Fülle de« schweren Diebstahl« und der Urkundenfälschung im Auge, in welchen die Angeklagten Der ihnen zur Last ge­legten Verbrechen vollständig geständig sind. Bei solcher Sachlage soll mit Zu­stimmung de« Beschuldigten, bezw. Des Vcrtheidiger«, Da« um zwei Richter zu »ernubrenDe B zirksstrafgericht al« Afsisenhof erkennen, wie Da« auch in Preußen lianoaft ist. Man erwartet, daß auch Die Regierung auf einen solchen Vorschlag eingehen werde.

Darmstadt, 25. März. Die Synode Der evangelischen Kirche De« Groß- Herzogthums H.fftN wurde heute durco den Ministerial-Direetor v. Starck eröffnet, nachdem ein Gottesdienst vorausgegangen war, bei welchem Der Superintendent Schmidt au« Mainz Die Predigt hielt.

Aus Lbcrhcsfcu, 21. März. In Nr. 77 de«Fr. I.» erxehi stch ,in v»rr,spondeni au« Darmstart über die b!»»rstehende LandeSsynode, insbiscndere die Ernennung Der sieben Mitglieder, welche al« Seiten« Der Regierung ernannte außerordentliche Mitglieder an d.rstlben Theil nehmen sollen, und berichtet dabei: L-re zwei Letzten von DenSieben" aber zählen zur äußersten orthodoxen Rich- tung, zu den Angehörigen der Nirderwöllstätter Conferenz,Nuderknechte Christi," wie sie sich selbst zu nennen pflegen." Diese Bemerkungen bedürfen Der Richtig- Reflung und Abwehr. E« bestehen im Großherzogthum vier verschiedene Psarr- Conferenzen, in denen sich eben so viele Richtungen spiegeln: 1) Die Ulrichsteiner in Oöerhlffen, welche Die Bekenntnisse wohl zu buchstäblich nehmin und keine Union wollen, 2) Die Nltdfrwöllstädter, welche Die Bekenntnisse in Consöderation festhalten, D. h. das Gemeinsame für Da« Löcsentliche halten und darum Union wollen, 3) Die Friedberger, welche zwar Union wollen, aber diese für eine fac- tifdje erklären, zu Den Bekenntmssrn feine entschied-ne Stillung nehmen und in neuerer 3dt mit Dem Protsstantenverein Fühlung haben, endlich 4) ein Verein in Rheinhessen, dessen strengere oder laxere Organisation wir nicht genauer ken­nen, Der aber, so weit wir untemäiet sind, noch freier zu Den Bekenntnissen steht, al« Die Friedberger. Die Nrederwöllstädter Conferenz aber besteht au« 59 Mitgliedern, Geistlichen, Theologen und Laien, alle« Männer, Die in angesehener Lebensstellung und anerkannter Wirksamkeit stnd, und unter Denen sicherlich auch aufgeklärte unD liberale Männer im rechten Sinne sich befinden. Wa« wird mit solch allgemeinen Angriffen genützt? (Fr. Journ.)

Berlill, 23. März. Unter den Motiven, Die vorgestern Seiten« Der Mehr- h.it Der Bundesrsths Ausschüsse gegen die Tabakssteuer im Princip angeführt wurDen, gehört auch, daß bet Den kommenden Wahlen der Cleru« in EÜD- DkutschlanD uns Elsaß kothringen Die neue Steuer für ferne Interessen ausbeuten konnte. Die Ausschuß-Mitglieder hatten übrigens großdNtheils keine bindende Instructionen ihrer Regierungen. Die Opposition Der Süddeutschen gegen Die preußischen Vo:schläge ist anDtrerfetid keine geschloffene. Württemberg ,oll für 'dieselben sein, Daher Die Wahrscheinlichkeit, Daß Der BundeSrarh im Plenum Die