N
5571)
mit
schon bei dem Unterzeichneten in Empfang genommen werden.
lU IU XUlllJlll yyUUUH |*v w (J ' / I • w ,~*rX . . n i
Wie UNS aus Paris qcschrieben wird, hem Bemerken, daß die Verzinsung am 31. Decvr. o. ausyorr.
Briefliche Anzeigen werden ebenfalls berücksichtigt.
Hnngen, 1. December 1873.
Abr. Heß
Vorfall, der hier seiner Zeit viel reden machte. Die handelnden Personen waren die Prtnci- pessa Borghese, eine Verwandte der Herzogin von Rochefoucauld und der preußische Gesandte am römischen Hofe, Geh.-Rath Bunsen. Dieser und seine Frau besuchten an dem gewöhnlichen Empfangsabend den Salon des Principe Borghese. Als er eben abfuhr, sagte mir einer seiner Freunde: „Ich wollte, er wäre nicht gegangen." Am nämlichen Tage war die Nachricht von vcr Verhaftung des Erzbischofs Droste von Vischering eingetroffen; die ganze mit dem Vatican zusammenhängende Aristokratie gerieth in die höchste Aufregung, und Bunsen galt ihr für den Urheber des Unheils. Als er mit seiner Dame in den Salon cintrat und zur Begrüßung auf die Principessa, eine geborene Rochefoucauld, losging, erhob diese sich von ihrem Fauteuil und wandte ihm den Rücken. Alle Augen richteten sich auf die Gruvpe, doch der gewandte Bunsen wußte den Eclat schnell durch eine Seitenbewegung zu zerstreuen und sich geschickt zu entfernen. Die alte Principessa Borghese lebt heute noch heute, wie der eingewurzelte ultramontane Haß wider alles preußische Wesen in den Familien Rochefoucauld und Borghese fortlebt.
Die Rückzahlung von Einer Million Gulden 5 % Darmstädter Obligationen vom 1. October
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 23. December. Die Speculation scheint vor den Feiertagen aus ihrer bisherigen Reserve nicht heraustrcten zu wollen, weshalb auch der heutige Verkehr im Ganzen ein recht luftloser war. Das Geschäft beschränkte sich meist auf das spekulative Terrain, während Bahnen und Banken vernachlässigt blieben Bezüglich der Tendenz riefen Berliner Notirungen eine Ermattung gegen gestern hervor. Die Vorbereitungen zu der, durch die Feiertage näher gerückten Liquidation nehmen die Börse heute schon vielfach in Anspruch. Credit- actien bedangen einen Deport von ca. 36 kr. — Für Prolongationen wurden ca. 5 o/o Zinsen bewilligt Credttactien wichen von 2451/2 uuf 244,,?, Staatsbahnactien von 350'2 auf 350, Lombarden schloffen 1741/2- Oestcrr. Bahnen geschäftslos. Buschtiehradcr Lit. B zu 165 um 12 fl. gegen gestern matter. Prag-Duxer und Ungar. Norvost ca. 3—4 fl. niedriger. Banken sind wenig verändert. Deutsche Handelsgesellschaft, namentlich junge, beliebt. Württemberger Vereinsbank abermals matter. Anlagefonds fest. Von Amerikanern 1881er matter. Von Looseffecten Darmstädter 50 fl. - Loose und Bayerische höher. Oesterretchische und Ungarn, sowie Holländ. Communal-Loose matter. Stadt Barletta-Loose für Privatanlagen gefragt. Von Wechseln Amsterdam fest.
Stollvverk’sche
Brust-Bo n b o n s
aus der Fabrik von
Fran? SlollwrrK, Hoflieferant in Köln.
Alle, welche an Hals- und Brustübeln leiden, bedienen sich des einfachen Mittels der Stollwerck'fchen Brust-Bonbons. Dieselben sind nach der Komposition des Königlichen Geheimen Hofraths und Professors Ur. Harle ß in Bonn bereitet, und haben in ganz Europa in mehr als 30 Jahren einen so außerordei tlichen Ruf erlangt, daß dieselben mit Recht als das beste und angenehmste bis jetzt bekannte Hausmittel gegen Hals- und B»ustleiden, trockenen Reizhusten, sowie überhaupt gegen alle katarrhalischen Affectionen, auf das Gewissenhafteste zu empfehlen sind.
Döpüts genannter Brust-Bonbons sind in allen nainhaften Städten Deutschlands, sowie in den größern der übrigen Staaten Europa's er- rtchtet-
Verkaufsstellen in Gießen bei I. A. Busch Sohne, C. W. Dietz, LouiS Frohnhäuser, Christ. Kraemer am Bahnhof. (5534)
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medici»» und ohne Kosten.
„Ilevalesciere Du Barry von London.“
Keine Krankheit vermag der vorzüglichen Revalesciere du Barry zu widerstehen und bewährt sich dieselbe ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen -, Nerven- Brusl-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberculose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — Auszug aus 80,000 Certificaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden:
Ccrtificat Nr. 79,810. Düsseldorf, 9. November 1872.
Meine Tochter litt seit mehreren Jahren periodisch an sehr heftigen Kopfschmerzen und Erbrechen. Nach kurzem Gebrauch Ihrer Revalesciere ließen beide Uebel nach und erfreut sich meine Tochter seither einer ganz beneidenswerthen Gesundheit. Bei einer anderen Dame, die an gänzlicher Appetitlosigkeit litt, reichten einige Pakete Revalesciere hin, um sie in den Stand zu setzen, alle Speisen zu genießen und zu verdauen. Ich kann daher diese köstliche Nahrung mit bestem Gewissen empfehlen
C. A Klemm, Wwe.
Certificat Nr. 73,800. Mohücs, 20. December 1871.
Ihre berühmte Revalesciere drei Monate lang genossen und dadurch mein viel- jährig gehabtes Dämorrhoidal-Leiden gänzlich gebellt, hat m-ch veranlaßt, dieses ausgezeichnete Heilmittel einem meiner guten Freunde, der an Schwindsucht leidet, zum Gebrauch anzuempfehlen. Jos. U l l e i n, Baun,elfter.
Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalesciere bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speileu.
In Blechbüchsen von Vr Pfund 18 Sgr., 1 Pfund 1 Thlr. 5 Sgr., 2 Piund 1 Thlr. 27 Sgr., 5 Pfund 4 Thlr. 2u Stzp-, 12 Pfund 9 Thlr. 15 Sgr., 24 Pfund 18 Thlr. — Revalesciere Biscuiten : Büchsen ä 1 Thlr. 5 Sgr. und 1 Thlr. 27 Sgr., — Be vale sei öre Chocolatee in Pulver für 12 Tassen 18 Sgr., 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr., 120 Tassen 4 Thlr. 20 Sgr., 288 Tassen 9 Thlr. 15 Sgr., 57b Tassen 18 Thlr.; in Tabletten für 12 Tassen 18 Sgr., 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tassen 1 Thlr. 27 Sgr. — Zu beziehen durch Barry du Barry & Comp. in Berlin, 178 Friedrichsstraße, und in allen Städten bei guten Apothekern, Droguen-, Specerei- und Delicatessenbändlern. In Gießen bei Müller L Schwager. (2036)
1868 betreffend.
Die Beträge des vorbenannten Anlehens können von heute an
Zahlun^auszugeben. y|)m 16 December: „Während noch vor einigen Tagen
die Blätter berichteten, der Guß der Kaisera locke in Frankenthal sei vollständig gelungen, wird nun das Gegentheil behauptet. Schreiber dieses hat sich unlängst durch Augenschein von der Sachlage überzeugt. So weit die Glocke bloß gelegt war, zeigte sich ihr Körper vollstand,g schön geformt; die Ornamente, die kleinen Bogcnfriese und die Buchstaben der Inschriften sind ausgezeichnet gelungen, aber da, wo im oberen Theile der Krone das nachgegossene Metall beginnt deutet eine feine schwarze Linie an, daß nicht die wünschenswerthe innige Vereinigung der beiden Metall-Formationen Statt gefunden hat. Mit Einem Worte: die gewaltige Glocke ist nicht aus Einem Guß. Ist dies schon bei einem monumentalen Werke, wie die Kaiserglocke, sehr störend, so mochten vielleicht noch technische Einwendungen dazu kommen. Es konnte scm, daß nach längerem Gebrauch und unter dem Einfluß vielfachen Tempcraturwechse s sich die Glocke nach jener erwähnten Linie spalten würde. Bei der projectirten soliden Aufhangungs- weise würde dadurch allerdings keine Gefahr für das Läutepersonal entstehen, allein die Glocke würde ihren Ton verlieren." Nach der Kaisers!. Ztg. will Meister Hamm sich nächstes Früh- iabr noch einmal an die schwierige Aufgabe wagen. fW'" A"a ipk-n w'rd
freut das Univers sich kindlich über die „bonne petite nouvelle,“ daß der Guß ^r Kayerglocke zum zweiten Male mißlungen sei: Der Finger Gottes, wie sich von selbst versteht, hat den Ausgang dcs^ Die Erzählung von der Unannehmlichkeit, die dem Grafen von
Arnim neulich beim Diner im Hause Mac Mahon's begegnete, erinnert an einen ähnlichen >
Vermischtes.
- Das Deutsche Dampfschiff „Göthe," Capt. I. A. Wilson, von der „Adler-Linie" in Hamburg, welches jüngst die schnellste directe Reise, die bisher von Hamburg nach NewAort vvn Stabt zu Stadt gemacht, in nur 11 Tagen und 21 Stunden öurucklegte, ist trotz sturmu schen Wetters in 9 Tagen und 10 Stunden am 19. December, 11 Uhr Mittags, in Plymouth wohlbehalten angekommen und hat nach Landung der Vereinigten Staaten-Post. und de, für England bestimmten Passagiere die Reise via Cherbourg nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt 96 Passagiere, volle Ladung und eine Post von 17 Briefsacken.
— Die Union zu San Diego in Caltfornien schreibt .unterm N. November. „Vor Kurzem wurde Azsuppecahwypah, eine alte Zauberin, dicht bei Smith s Ranch im Pmenut- ThaU im Staate Nevada zu Tode gesteinigt uno wurde das Opfer eines 4erlichen^Aber^ glaubens. Dieses Weib, welches zwischen 40 und 50 Jahre alt war und einen hatten und einige Abkömmlinge hinterließ, war angeschuldigt, einige Todesfälle durch -3^veranlaß z haben. So sollte etwa vor 5 Jahren ihr Schwiegersohn an den folgen eines Traurnes ge^ storben sein, indem die Genannte ihm erschien, und wären Johnson Stbes und einige Andere nicht dagegen eingeschritten, so wäre sie schon damals von einer hohen Klippe herabgesturz worden. Vor einem Jahre sollte eine Nichte Sam Fappio's an einem Traum vcn ihr gestorben sein, und der Indianer würde ihr den Garaus gemacht haben, hätte sie nicht die Flucht ergriffen. Noch einen anderen Indianer sollte der Tod in Folge ihres verhangnchvollen Emflusies >c- troffen haben, und man suchte sie zu fangen, aber sic entwischte abermals. Jetzt wurde dis Sache wieder ausgenommen und im großen Rath im Pinenut-Thale Gericht über sie gehal en. Das Resultat war ihre Verurtheilung zur Steinigung, was an demselben Tage ausgesulr wurde. Das unglückliche alte Weib wurde in den Mittelpunkt eines Ringes gestellt und form-
ö jrarlöruhe, 19. December. Vor dem Schwurgerichte in Constanz spielte sich vorgestern wieder eine Verhandlung wegen Kanzelmtßbrauchs ab. Der Angeklagte, Pfarrer Siebert von Hemmenhofen, hatte sich am Sonntag den 14. September m der P"^igt über die damals bevorstehenden Wahlen ausgelassen und u. A. gesagt: „Wer liberal (oder roth) oder gar nicht wähle, dem sollen, wenn er nach Hause komme, die Frauen und die Kinder gegcnuberstehen und sollen zu ihm sagen, er sei ein Verräther, ein Judas, er gebe die Mutter dem Ehebruch, die Töchter der Schändung preiS; die Frauen und Kinder sollten ihren Mannern resp. Vatern in das Gesicht speien." (I) Aehnliche Proben aus früheren Predigten erfuhr man bei der Verhandlung aus dem Munde der Zeugen; auch ist der Angeklagte schon 1869 wegen eines ähnlichen Vergehens, Majestätsbeleidigung mit Mißbrauch des Amtes u. s. w., mit vier Monaten Festung bestraft worden. Die Geschworenen bejahten im vorliegenden Falle die Thatfrage und der Angeklagte wurde zu einer Festungshaft von sechs Monaten sowie zur Tragung der Kosten
— Die neuen Münzen sind bereits in größerer Anzahl ausgeprägt und werden dem Verkehr übergeben. Es wird deßhalb an der Zeit sein, daß sich das Publikum mit denselben vertraut mache. Die Zwanzig-Pfennigstücke haben einen Durchmcffer von 16 Millimetern, also nahezu den der süddeutschen Groschen; sie sind im gerippten Ringe geprägt und tragen auf der ReverSseite oben die Umschrift „Deutsches Reich" nebst der Jahreszahl, m der Mi'te in deut, ließen arabischen Ziffern die Zahl „20" und darunter die Umsckrift „Pfennig.
stücke haben einen Durchmesser von 24 Millimetern, also ungefähr den der Einhalbguldenstucke ; auch sie sind im gerippten Ringe geprägt und tragen auf der Rcvcrsselte ole Umschrift „Deutsches Reich," sodann innerhalb einer Kranzverzierung die Bezeichnung „1 Mark, unter der Kranzschleife die Jahreszahl. Auf der Aversseite beider Münzgattungen befindet sich der Reichsadler. In süddeutscher Währung ausgedrückt, beträgt der Werth des Zwanzigpfennigstuckes sieben Kreuzer, jener des Einmarkstückes fünfunddreißig Kreuzer. Nach den Vestlmmungen des Reichsmünzgesetzes vom 9. Juli 1873 müssen diese Münzen sofort nach ihrer Ausgabe, al o schon vor Einführung der Reichswährung, von den öffentlichen Kassen in jedem Betrag in Zahlung angenommen werden; auch im Prtvatverkchr haben dieselben sofort als gefetzliches Zahlungsmittel zu dienen, jedoch unter dem Vorbehalte, daß Niemand verpflichtet ist von diesen Reichs-Silbexmünzcn auf einmal mehr als zwanzig Mark (elf Gulden vierzig Kreuzer) in
flmerißa.
New - Nork, 22. December. Die über Madrid gemeldete Nachricht, daß der Präsident Grant oder nach anderer Angabe der Kongreß der Verei- niaten Staaten dem Virginius die rechtliche Eigenschaft eines amerikanischen Schiffes abgesprochen habe, findet in einem heute aus Washington emtreffeiiden Telegramm ihre Aufklärung. Der General-Staatsanwalt hat nämlich im Einklänge mit den von Spanien vorgelegten Nachweisen die Entscheidung gefallt, daß der Dampfer Virginius nicht das Recht zur Führung der Unionsflagge gehabt habe, weil die Schiffspapiere vermittelst falschen Zeugnisses erschlichen worden seien. Die Washingtoner Negierung, setzt das Telegramm hinzu, „übernimmt daher die Folgen dem Protocolle gemäß." 9M dem Wortlaute des erwähnten Protocolls fällt also zunächst die Verpflichtung für Spanien ort . die amerikanische Flagge in Santiago de Cuba zu salutnen, und sodann liegt es der Washingtoner Negierung ob, gegen das Schiff und die Personen, welche die amerikanischen Gesetze übertreten haben, das Strafverfahren enizuletten. Wie aus Madrid berichtet wurde, hatte die spanische Negierung die Ab ficht, nunmehr die Rückgabe des Virginius und der Mannschaften von den Vereinigten Staaten zu verlangen; jenes Protokoll aber flieht ihr dazu feinen
anteTifani^e Schiff Jumita ist gleich nach New-Pork abgegangen, nachdem es die am 18. d. Mts. ihm übergebenen Ueberlebenden desVir- ginius ausgeschifft. Der Virginius ist von den Tortugas-Inseln itn Schlepptau des Ossipee nach New-Iork abgegangen.
New-Uork, 22. December. Der New-Porker „Times zufolge hatte der britische Consul in der Havannah die Weisung empfangen, die Capitane des englischen Geschwaders sofort in die kubanischen Gewässer zu berufen, weil England die Bestrafung Burriel's, des Gouverneurs von Santiago, fordere.
1 New-Uork, 23. December. Von zuverlässiger Seite wird mitge- theilt: In Folge des gestern gemeldeten Ausspruchs des General-Staatsanwalts soll die überlebende Mannschaft des „Virginius^' bei ihrer Ankunft Hierselbst gerichtlich verfolgt werden. Von der Begrüßung der Unions - Flagge durch die spanischen Behörden ist abgesehen.
rit Sr
Dornii von Gtl
unb bei
WWh
Localen 1
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
Ord.: .Nr
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
Redaction, Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.


