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fort eingerückt. Die Belforter Festung wird erst nach der Räumung Verduns

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aus? Lasse» wir 'die Justicia Federal darüber reden, das Organ des Abge-

pen von

die sie zum Reden veranlaßt hätte. Wo erst das Bewußtsein der juristischen Verantwortlichkeit verloren, verschwindet allmählig auch das Gefühl der sittli chen Verantwortlichkeit. Es gehört zum guten Ton unter den Eisenbahn- Directionen, zu jedem Angriff der Presse mit höhnischem Lachen die Achseln zu zucken, und sich darüber zu beschweren, daß Leute, welche keine Sachkenntniß haben, sich um so untergeordnete Dinge, wie ihre heile Haut und ihre unver­letzten Gliedmaßen kümmern. Was speciell das Unglück bei Fröttstädt anbe­trifft, so rückt dies unabweislich einer Betrachtung nahe, welche schon früher die Presse mehrfach beschäftigt hat. Rach der eigenen Darstellung der Thü­ringer Eisenbahn ist das Unglück durch einen Achseubruch herbeigeführt worden. Dieser Achsenbruch ist unmittelbar nach der Abfahrt von Fröttstädt erfolgt; die Insassen des Wagens, dessen Achse gebrochen war, haben den Unfall bemerkt, hatten aber kein Mittel, denselben zur Kenntniß des Zugführers zu bringen. Wäre der Zug gebremst worden, ehe mau die verhängnißvolle Curoe erreichte, so hätte der schadhafte Wagen ausgesetzt werden können; es wäre keine Ent­gleisung erfolgt, kein Menschenleben zu beklagen gewesen Der Umstand, daß in den Wagen keine Vorrichtungen angebracht sind, vermittelst deren die Pas­sagiere sich verständlich machen können, hat ben Verlust von Menschenleben herbeigeführt. Unseres Erachtens liegt hierin der Reat der fahrlässigen Tödtung gegen diejenige Direction, welche es unterlassen hat, derartige Vorrichtun­gen auzubringen. Diese Unterlassung allein hat den Tod der beiden Opfer zur Folge gehabt. Die Direction kann zu ihrer Entschuldigung nichts Anderes anführen, als daß bisher noch keine einzige Bahn derartige Vorrichtungen ge­troffen. Diese Entschuldigung aber ist ohne Werth. Die Nachlässigkeit aller Bahnen darf kein Schutz für die eine sein, denn sonst läge darin geradezu eine Aufmunterung für alle Bahnen, sich zu gemeinsamer Nachlässigkeit zu verbinden. Daß Vorrichtungen der bezeichneten Art angebracht werden können, ist durch eine Reihe von Versuchen dargelegt. Die Nothwendigkeit derartiger Vorrich­tungen ist gleichfalls außer Zweifel; es ist wiederholt vorgekommen, daß ein­zelne Passagiere die halsbrechende Wanderung über die Trittbretter beginnen mußten, um ein Bremsen des Zuges herbeizuführen und einem Unglück vorzu­beugen. Wenn trotzdem solche Vorrichtungen bisher noch fehlen, so liegt dies darin, daß den Eisenbahn Direktionen jedes Bewußtsein ihrer rechtlichen und sittlichen Verantwortlichkeit mangelt. Es ist eine unentschuldbare Fahrlässigkeit

übergeben.

Versailles, 22. Juli. In der heutigen Sitzung der Nationalversamm-

verhängten harten Maßregeln ein. Der Minister des Innern verlangte, da die Regierung ja gestern über diese Angelegenheit hätte befragt werden können und

mehr ein Almosen.

Alle: So kann man nicht mehr leben!

Das ist das Bild, welches ein konservatives Blatt von den gegenwärtl-

Paris, 21. Juli. Aus Vouziers sind am Samstag die deutschen Trup- abgezogen. Das ebenfalls schon geräumte Clermont en Argonne wurde französischen Truppen besetzt. Der Präfect hatte dort jede Kundgebung verboten. Zweihundert Mann französischer mobiler Gensd'armen sind in Bel-

das Land schon durch die gestrigen Debatten hinlänglich erregt wäre, die Ver­tagung der Verhandlung über die Interpellation auf sechs Monate. Die Ver­sammlung gab dem Wunsche des Ministers Folge, indem sie die Vertagung bewilligte. Bei der dann folgenden Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend diedem öffentlichen Nutzen dienende" Errichtung einer Kirche auf dem Mont­martre erklärte der Cultus- und Unterrichts-Minister Batbie:Man sucht Er­innerungen an die Zeiten der Intoleranz wachzurufen und uns als clericale Regierung darzuftellen. Wahr ist, daß wir die religiösen Interessen zu schützen

suchen, aber die religiöse Freiheit ist für uns das erste Interesse.

Spanten.

Madrid, 19. Juli. Vergnüglich ist es zwar nicht, aber lehrreich, die Stiminen aus verschiedenen Lagern anzuhören, welche sich über die traurigen Verhältnisse der Gegenwart vernehmen lassen. Ein Beobachter von conservati- ücn Neigungen stellt im Diario Espanol den allgemeinen Ruin des Landes in folgender Reihe kurzer Monologe dar:

Gutsbesitzer : Pacht gehr keine ein; wir sind überbürdet mit Steuern, und die Grundstücke, welche die von den Gemeindebehörden beschützten Commu­nisten sich ungeeignet haben, sind für uns so gut wie nicht vorhanden.

Großbauer: Ein Theil unserer heutigen Erndte wird uns durch die übermäßigen Forderungen der Taglöhner, der andere durch die unerschwing­lichen Steuern aller Art und die hohe Pacht verloren gehen.

Rentier: Zwei Drittel unseres Capitals ist dahin; die Zinscoupons werden nicht bezahlt und wir haben nicht von der Hand in den Muud zu leben.

Geistliche: Wir gehen zu Grunde; seit Jahren bekommen wir kein Gehalt; wir leben kümmerlich von Stolgebührcn und Almosen, die nicht ein­mal zum täglichen Brod reichen. Es ist fast überflüssig, daß man uns noch dazu mit dem Tode bedroht.

Kaufmann: Von Geschäften keine Rede; Bürgerkrieg auf dem Lande und Anarchie in den Städten; verdient wird nichts und wer noch über Capi­tal verfügt, muß es aufzehren.

Rechts anwalt: Processe gibt's nicht mehr, seit die Parteien ihre Streitigkeiten mit dem Messer oder dem Revolver ausmachen. Für uns ist das der Ruin.

Notar: Contracte werden nicht mehr abgeschlossen, Niemand kauft, 'Niemand verkauft, und wir sind auf Testamente beschränkt.

Richter: Niemand gehorcht uns, und die Gemeinderäthe, die sich als Souveraine fühlen, erlauben uns nicht, Recht zu sprechen. Das Beste wäre, unsere Aemter ganz aufzuheben.

Officier: Der Soldat gehorcht uns nicht, ermordet uns aber dafür. Kriegs-Artikel sind nicht. Unser Ansehen ist dahin und wir müffen uns den bewaffneten Horden fügen; zu Officieren werden Civilisten ernannt; eine Armee existirt nicht mehr.

Capitän zur See: Ohne Colonieen keine Geschwader, ohne Aus­hebung keine Matrosen; die Flotte ist todr.

Kleinbauer: Für die Tagelöhner fällt noch ein Geringes ab; aber wir werden in diesem Jahre zu Grunde gerichtet, denn die Arbeiter nehmen uns unsere Ochsen und unsere Erndte ab.

Krämer: Verkauft wird nichts, denn der L-chmuggel ist überall einge­rissen, und in den beständigen Unruhen und Kämpfen fiiib unsere Läden schwer gefährdet. Wir müssen sie aufgeben, wenn wir nur etwas retten wollen.

Fremder Tagelöhner: Welche Ungerechtigkeit, daß man uns die Arbeit abschneidet, durch die wir für unsere armen Familien ein Stück Brod für den Winter verdienen wollen! Sind wir etwa keine Spanier?

Alter Tagelöhner: Mit der unnatürlichen Lohnsteigerung, die wir der Internationale zu verdanken haben, ist für uns alte Leute, die wir früher nach unseren Kräften verdienten, nichts mehr zu erschwingen, denn während wir den festgesetzten Lohnsatz nicht erreichen können, verhindert mau uns, für einen geringern zu arbeiten. Ist das die bundesstaatliche Republik?

Schmuggler: Das Handwerk ist ruinirt, da Alles sich jetzt auf unsere Beschäftigung wirft.

Föderalistischer, aber nicht internationalistischer Bürgermelfter: Mlt diesem verfluchten Internationalisten - Club, der nur die eingezogenen Steuern abnimmt, kann ich weder die Verwaltung führen noch Recht sprechen, wenn ich nicht eine Fliutenkugel riskireu will. Ich werde meinen Amtsstab bei erster Gelegenheit abgcbeu, denn das Beispiel von Malaga hat nichts Verlockendes für mich. .

Ein ilicht internationalistischer Club-Präsident: Die Internationale compromitrirt uns, und am Ende schneiden wir uns unter einander die Hälse ab. Ich muß ihnen das Feld überlassen. .

Bettler: Mit dieser verdammten Revolution gibt kem Mensch uns

und diese muß gerügt werde«, wo sie zu so traurigen Folgen geführt hat. D ...----- -----7 ........>------<

Der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft ist die Erlaubniß zur gen Zuständen entwirft. Man könnte sagen, diese Schilderung sei nur oem Anfertigung der generellen Vorarbeiten für verschiedene im Kreise Wetzlar zur Hasse gegen die republikanische Regierung entfloßen, aber wie druckt sich denn Verbindung der Hauptsörderpunkte voli Erzen mit der Deutz-Gießener Bahn pro-die entgegengesetzte Partei, diejenige, denen die bisherigen Regierungen noch jectirte Secundärbahneu, sowie für eine Bahn von Wetzlar nach Friedberg itickt republikanisch, föderalistisch^ und sociali^stisch ^genug uber^me^^age

ertheilt worden. < 2 c 2 ?" 2 *

len. Vor Allem spricht sich die Adreffe gegen Einführung von Communal-s Berlin, 23. Juli. Die Serviszulage für die Lehrer höherer Unterrichts­schulen aus, welche nie dem religiösen Bekenntnisse entsprechende Erziehung bie-^Anstalten ist bewilligt. Directoren und Oberlehrer reihen sich in Tarifklaffe 3, tin könnten und durch welche der religiöse Friede nicht gefördert, sondern gefalle übrigen in Klasse 4 ein. stört werde. Ferner verwirft die Adresse das im Entwürfe ausgesprochene Princip des staatlichen Schulmonopols und sieht eine Verletzung der Rechte der Eltern hinsichtlich der Freiheit der Erziehung ihrer Kinder auch darin, daß der Entwurf religiösen Orden das Recht zu unterrichten und zu erziehen ver­boten wissen will. Ebensowenig einverstanden ist die Adresse mit der geplanten Bildung der zur Leitung des Dolksschulwesens berufenen Behörden, wodurch das Recht der Kirche, welche nach göttlichem Gesetze und nach geltenden Staats­verträgen ein Mitaussichtsrecht über die Schule besitze, verletzt werde.

Darmstadt, 23. Juli. Der Kaiser von Rußland ist heute Morgen w- Vv««öv.. w*.

gegen 10 Uhr über Berlin nach Warschau abgereist, woselbst, dem Vernehmen>lung brachte Millaud eine Interpellation wegen der über die Lyoner Journale nach, eine mehrtägige Truppen-Jnspection stattfinden soll. -- «'-«»-ft- ~....... * - *

Berlin, 22. Juli. Trotz der vielen Unglücksfälle, welche in neuerer Zeit auf den Deutschen Eisenbahnen vorgekommen, hat man noch Nichts davon gehört oder gelesen, ob auf Grund des Reichsgesetzes wegen der Haftpflicht der Eisenbahnen Schadenersatzklagen bereits anhängig gemacht worden sind. Es dürfte deshalb nothwendig sein, aus dieses jedenfalls wirksamste Mittel gegen fahrlässige Eisenbahnverwaltungen hinzuweisen, damit auf dessen allseitige Anwendung nicht nur den durch solche Fahrlässigkeit Verletzten die ihnen zuste hende und vom Gesetze zugebilligte Entschädigung wirklich zu Gute komme, sondern damit auch die Eisenbahnverwaltungen, durch die Furcht vor den dadurch ihnen drohenden Vermögensverlusten zu größerer Vorsicht und Gewissenhaftig­keit in dem Betriebe der Bahnen angefeuert werden. Sobald durch einens Unglücksfall auf einer Eisenbahn Personen verletzt oder getödtet worden sind, haben im ersteren Falle die betreffenden Personen selbst, im anderen diejenigen, die durch einen solchen Todesfall ihren gesetzlichen Ernährer verloren, also Frauen, Kinder, Leibzüchter u. s. w. ganz einfach bei dem zuständigen Gerichte aus Grund des erwähnten Gesetzes Klage zu erheben, die jeder Anwalt gern für sie machen wird, da die Vorschriften des Gesetzes sowohl wegen des Klage­grundes, als auch wegen der Legitimation zur Klage äußerst klar und präcis finb* Zu dem Tagesthema der Eisenbahnunfälle äußert sich übrigens noch dieBreslauer Zeitung" in einem längeren, etwas scharfen aber wohl interes- sirenden Artikel, aus welchem hier das Hauptsächliche Platz finden möge. Die Zeitung sucht die Wurzel dieses Uebels darin, daß den Eisenbahn-Directoren jedes Bewußtsein einer Verantwortlichkeit mangelt und meint: Ereignet sich ein Unfall auf der Eisenbahn, so leitet die Direction eine Untersuchung ein. Was heißt das? die präsumtiv Hauptschuldigen, diejenigen, welche die Pflicht der Beaufsichtigung vernachlässigt haben, geben sich Mühe, die Schuld auf irgend ein untergeordnetes Individuum, einen Zugführer oder Weichensteller abzulen­ken und ihre eigene Mitschuld möglichst zu bemänteln. Von den Resultaten dieserUntersuchung" erfährt später die Staatsanwaltschaft so viel, als der Eifenbahn-Direction gutdünkt, und das Publikum noch weniger. Es ist schlecht­hin nothwendig, daß jeder Eisenbahnunfall eine öffentliche gerichtliche Vorunter­suchung zur Folge hat, bei welcher die Direction Rede darüber steht, weswegen das Unglück nicht vermieden werden konnte. Kommen jetzt bei der durch die Verwaltung angeordneten Untersuchung Dinge zum Vorschein, welche das Licht des Tages scheuen, so erfährt das Publikum nie ein Sterbenswörtchen von der ganzen Angelegenheit. Im Juli entgleist auf der Oberschlesischen Bahn unter den möglichst auffälligen Umständen an einer schadhaften Stelle bei Schebitz ein Zug; die Direction benutzte die damalige Aufregung der Kriegszeit, die Angelegenheit mit Schweigen zu umhüllen. Die Presse stellte unmittelbar nach dem Ereigniß und später wiederholt die Aufforderung, Auskunft zu geben. Die Direction antwortete mit Stillschweigen und wir kennen keine Instanz,