Einzelbild herunterladen

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Siessen

flhf 69

Samstag den 22. März.

Gießen, den 21. März 1873.

?ak-, Inster- und I

rtrfi'ftbttäinme. |

ment

« t *29

ter

Gnesen, 16. März. DerPos. Ztg." schreibt man:Nicht nur bei der Heritralkasse des erzbischöflichen Eonsistor^umS, sondern auch bet der Kassenver- tnnlinnn hp<X hioOn^n fnftnn 11«____

gjr.116'

Prck« vierteljährig 1 fl. 12fr. mit Brtnzertohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 |L 39 fr.

Altung des hiestgen katholischen Waisenhauses sollen Unterschlagungen vorgekom MN sein. Darüber ist zwischen dem (Sunonicus Dulinski und dem Erzbischof Grasen Letochowski ein Briefwechsel geführt worden, worin der genannte Dom- ^. welcher seiner Zeit von dem Erzbischof gemaßregelt wurde, sehr gravirende Enthüllungen über eine dritte Person gemacht zu haben scheint. Die darauf er- M^enen Antwortschreiben des Erzbischofs und d,e Eopieen der Dulinskt'fchen Krie-fe sind vor einigen Tagen von dem hiesigen Staatsanwalt mit Beschlag be- Ugl worden."

Straßburg, 20. März. Der General'Bicar Rapp, welcher inzwischen hier- rückgetrvrt war, ist heute Mittag in Folge drs Ausweisungsbefehls abge- DieStraßd. Ztg." bestätigt, daß die Behörde erst zur Ausweisung ge-

Großherzogliches Universitäts-Gericht. H a b e r k o r n.

1873,

färlHcn ist, nachdem der Bischof von Straßburg abgelehnt hatte, Remedur eintreten zu lassen. Dasselbe Blatt meint, dem Ausgewiesenen werde mit Rück­sicht auf die zu AmtL'handen gekommenen Schriftstücke eine Reklamation gegen die Ausweisungsmaßregel schwerlich opportun erscheinen.

Krankreich.

Deutschland.

Darmstadt, 17. März. Der Thierschutzverein für das Großherzogthuw Peß'rn hat sich gestern hier im Saale der Freimaurer-Loge constituirt.

Herr Direktor v. Rueff war von dem Württemberger, Herr Eckert von dem Frankfurter und Herr Batz von dem Offenbacher Verein zu dieser Feier delcgirt.

Die Versammlung und die Ehrengäste wurden von Hofrath Dr. Künzel begiüßt. Hieraus durch denselben der Zweck der Versammlung motivirt, das Streben der concurrirenden Vereine, die namhaft gemacht wurden, und die humane Aufgabe des Thierfchutzcs erläutert. Es wurde besonders hervorgehoben, daß namentlich die Lehrer geeignet seien, diese Aufgabe zu unterstützen und darau; hivzuwirlen,daß eine sorgfältige, mit Geist ur.d Gemüth aufgesaßte Kennrniß der Thiere und drS Thierlebens eines der vorzüglichsten Mittel gegen Thmquäle- re« wird", nach dem Aussprüche eine; um seiner Kenntnisse und Humanität willen hochgeschätzten Lehrers der Naturwissenschaft. Nach diesir Einleitung wurde die Zahl der bereits angen eldelen Miiglreder bekannt gemacht und von Herrn Stabs vilkrinärarzt Dr. Zimmer dre Anmeldungen von Büdingen, an deren Spitze der 8M Benno steht, nachträglich überreicht.

Das Präsidium wurde nunmehr auf Vorschlag von Dr. Künzel von der Versammlung Herrn Professor Dr. Pflug von Gießen übertragen und schritt aus bissen Einladung die Versammlung zur Berathung der Statuten, von welchen bereits ein Entwurf vorlag. Die Bcrcthung, an welcher sich die Herren Dr. Zim­mer, Dr. v. Rueff, Dr. Künzel, Herr Domänenrath Schenk, Dr. Hercher von Groß-Umstadt, Dr. Rothermel von Groß-Gerau rc. und namentlich Geb. Rath Wenkelstadt betheiligten, war eine sehr gründliche und die im Entwurf vorlie- zevden Statuten wesentlich umgestaltende.

Die Versammlung berief zu dem Vorsitz des Vereins den Herrn v. d. Ea prllen, Excevenz, und die Herren Geh. Rath Wendelsti-dt und Oberst Klingel- Höfer als Stellvertreter. Es wurden ferner in bas Bureau gewählt die Herren Stobequa, tiermeister Köhler, F. Wittich, Professor Pflug, Hofrath D>. flünjrl, A. Jacobi, Stabsveterinararzt Zimmer mit dem Rechte der Cooptation, lvw^e be chloff.n wurde, im Sommer eine G-ncralversammlung zu berufen, welche len Ausschuß wählt.

Am Sch-uffe der fast vierstündigen Versammlung drückt der Vorsitzende, Hirr Pflug, den Herren Delegirten fremder Vereine, wie allen Erfchrenenen für He Ausdauer bei den Heuerlichen Debatten den Dank aus und schließt die Der- smmlung, welche den Standpunkt wahrte, daß Thierschutz^relne Vereine se-n bollen zur Veredlung, Humanisirung und Hebung des Menschengeschlechts, aller- iiligs mit b.foncertr Beziehung auf die Thierwelt und in diesem Sinne begrüßen dir diesen Verein mit der ihm gebührenden Sympathie!

Würfelzucker und llft gest. Raffinade.

Korkstopfcn m allen Sorten.

Pans, 18. März. Die gestrige Abendgesellschaft bei ThierS war stark b- sucht. Der Präsident zeigte sich äußerst gesprächig und machte über den Abschluß dts Raumungsvertrages, sowie über die Bezahlung der 1500 Millionen sehr off« »herzige Mittheilungen. Er erzählte, daß von deutscher Seite zuerst Schwic- ; r8fciten ökwacht v orden seien, als ob man die Sache hätte in die Länge ziehrn wollen. Was Belfort betreffe, so habe sich Fürst Bismarck versöhnlich, sogar nachgiebig gez-igt. Uehr die Bezahlung der 1500 Millionen braucht «an sich Herrn Thiers zufolge feine Sorge zu machen. Er sei so sicher, sagte er, d»e ^gegangenen Verpflichtungen -»füllen zu können, als wenn er das Geld in dir Tasche habe. Die Maßregeln, die er ergriffen, seien derart, daß Frankreich die Zahlungen machen könne, ohne in die mindeste Verlegenheit zu gerathen. Im Augenblicke habe die Regierung für M-llionen Wechsel auf die ersten Bankhäuser der Welt. V rmöge der Baarvonäthe des Staatsschatzes und der Zahlungen, zu welchen sich die Bank verpflichtet, könne die Regierung auf weitere 350 Millio- nen rechnen, so daß nur noch 400 Millionen zu decken seien. Die Baisse der Bor,e hat Thiers nicht überrascht; die Geschäftswelt habe nur die finanziellen Lasten in'ö Auge^ gefaßt, die aber wegen der getroffenen Vorsichtsmaßregeln nicht fo schwer fein würden. Wenn letztere bekannt wären, so würde jener Eindruck schnell verwischt sein, lieber die Auflösung der Kammer drückte er sich zurückhal- frnber aus. Die Regierung habe sich mit dieser Frage noch nicht beschäftigt. Die Kammer habe vor ihrer Trennung noch das Budget, die Armke-Organisation, die drei konstitutionellen Gesetzentwürfe zu berathen, welche Arbeiten noch durch v!e Ferien unterbrochen würden. Auf das Budget übergehend, bemerkte er, daß seit dem Januar die Stevern besser einkommen. Zugleich wies er darauf hin, M das Ausfuhrgeschäft ausgezeichnet gehe und das Geld, welches Frankreich zu bezahlen habe, auf diesem Wege bald zurückkehren werde.

Heute, als am Jahrestage des Ausbruchs »es kommunistischen Ausstan­des, haben die Behörden einige Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Eine Störung der Ruhe ist jedoch nicht vorauSzusehen.

Pans, 19. März. D«S amtliche Blatt veröffentlicht das Gesetz mit der Constitution Broglie. Bon beute ab darf also der Präsident unter der Beobach­tung von chinesischen Formalitäten in der Kammer erscheinen. Zugleich veröffent­licht das Amtsblatt die am Montag angenommene Dankadresse an ThierS. 3n der Provinz hat die Nachricht von dem RäumungSvertrage große Begeisterung erregt; an vielen Orten, u. a. in Orleans, wurde illumimrt. In den von den deutschen Truppen noch besetzten Depart'Ments ging es nach Erhalt der Räu- mungsnachricht etwas stürmisch zu.Bicn Public" schreibt darüber:Einige ...... !--*- »> , wo sich die Freude zu laut

kund gab, zwischen de» Bewohnern und den deutschen Truppen statt. Offiktere wurden besonders stark mitgenommen. Die deutsche Behörde, welche den Gefüh­len, die sich in einem solchen Augenblick Luft machten, Rechnung trug, suchte nur Vie Gemüther zu beruhigen."

.. Bekanntmachung,

V.e gesetzlichen Forderungen an Studirende aus dem Winter-Semester 1872/73 betreffend.

qr . l diesem Sernester entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis den 5. April d mittelst fvecificirtcr Wimmln 3r jugeiikfenc^SoTjiig^ BerlUren.8 W 3' werden, widrigenfalls dieselben den ihnen^durch 2kt. 136 der DiseipUnar - Statuten

Der Geburtstag des Kaisers von Deutschland wird in den noch besetz­ten Departements feierlich begangen werden. General v. Manteuffel hat jedoch die Illumination und Feuerwerk verboten, nur di« üblichen Kanonensalvea wer­den abgefeuert werden.

Paris, 20. März. Anläßlich des neuen Räumungs-Vertrages fanden nur in Nancy anti-deutsche Kundgebungen statt. Zwei Personen, welche deutsche Ossi- ciere insultirten, wurden verhaftet. Gutem Vernehmen nach hat die Regierung in Sötte spanischer Reklamationen besohlen, laß jetzt der Befehl vom Oktober 1872, welcher Don Carlos vom sranzösitchen Gebiete ausweist, ausgeführt werde. Die Regierung reclamtrte ihrerseits lebhaft in Madrid wegen der französischen Untertanen von Znsu.genten zngesügten Gewalt.

Cngland.

London, 20. März. Man versichert, daß Gladstone diesen Abend im Un- terhause anzeigen wird, daß er das Portefeuille behalte, und ebenso seine Colle-

ei Sfeu'b Ungt*

1 - ^"uneen an.

Julienne

MNtZianzvsinsuvM trauter).

Johannisbeeren» und :mbeeten;®elee.

!*-

amb- äwctschen.

i8ohnen. und «'»lenmehl.

üfelmandeln, ^afelrofinen, Haselnüsse, Cittonen, Zangen, Lliven, »mviAnonS und Trüffeln.

Htliena,

Berlin, 19. März. Das Mün^gkfetz ist heute an die Abgeordneten ver­gilt worden. Es wird also einen der ersten Gegenstände der Brrathung Sei- lins des Reichstages bilden. Da es keinen einzigen Punkt enthält, der einen ---------*-uv

siinkipiellen Widerspruch der Majorität Hervorrufen könnte, so wird diese Münzfrage Laufereien fanden in den besetzten Departements vchrscheiulich wer.jger Schwierigkeiten machen, als in der vorige» Session.

Berlin, 20. März. DerStern Correspondenz" zufolge hat der Bundes. mH den Antrag Württembergs, die Kosten für Ausrüstung der Armee mit neuen Hlwehren und Geschützen, für die Neuformation und für bauliche Einrichtungen -als Reichsfachen anzufehen und aus Reichsmitteln zu bereiten, abgelehnt.

J ^4ent, reell: rühin- durch r- (1314)

Erscheint täglich, mit Sn«, nähme Eonntazs.

Expedition: Eanzleibora, 8it. D. Nr. 1.