Gießener Anzeiger
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1873.
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Prei-1 vierteljährig 1 fl- 12 ft. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
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Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
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welche covfesfiovslose Cowmunalschulen seien, v. Rabenau interpellirt die Regierung, ob eine Untersuchung wegen der bet dem Bau der Oberhessischeu Bahn vorgekowmeven Unterschletfe angeordnet sei.
Darmstadt, 21. Flbr. Die Abgeortuetenkammer hat die von der Regie- ruvg vorgelegte landständische Geschäftsordnung mit den von dem Ausschüsse vor- geschlagenev Modificotivnen und redactionilleu Aenderungen sugenomme«.
Berlin, 19. Febr. Die heutige „Nat.-Ztg." schreibt mit Bezug auf die durch de» Lasker'schen Antrag angeregten Fragen: „Staat und Grundbesitz werben nimmermehr wit den Großhernn des Handels und der Industrie coneurrtren können, und deshalb müsse» Beamte und Großgrundbesitzer von vornherei« auf den Derfuch dieser Eoncurrenz verzichten. Dieses Bewußtsein fehlt namentlich viel zu sehr den höheren Beamten in unseren großen Städten, die iw Wetteifer mit der Börse, und, indem Jeder den Andern an Luxus des gesellschaftlichen Verkehrs und äußeren Auftretens zu überbieten sucht, sich zu Grunde richten. Und dieser Zug zu einem unberechtigten Luxus wird in diesen Kreisen leider den Kindern heutzutage schon vielfach absichtlich anerzogen. Dank dem Leichtsinn der Mütter und der moralischen Schwäche der Ehemänner, in diesen Kreisen werden die Kinder, namentlich die Töchter, zur Blasirtheit in der Jugend und zu unglücklichen und unbrauchbaren Existenzen in späteren Jahren erzogen. Da- sociale Leben unserer Beamtenkreise hat sich in feinem äußeren Auftreten in den letzten dreißig Jahren in einer Werse verändert, die zu dem Steigen der Gehälter nicht in dem richtigen Derhältniß steht. Die in Beamtenkreisen Heranwachsende Generation und das Staatsleben wird bitter hierunter zu leiden haben, wenn nicht bessere Einsicht sich wieder geltend wacht und die Verhältnisse sich wieder zurecht rücken." Von dem (bei Fran- Duncker erschienenen) Sondersbbrucke der Rede Lasker'- vom 7. Februar wit der zugehörigen Minister-Rede erschien bereits die fünfte Austage.
Berlin, 19. Febr. Die Großh. Hess. Regierung hat bei dem Reichskanzler den früher gegen den vormaligen deutschen Bund gerichteten Anspruch des foße* nannten Mainzer UntverfitätSfond- auf EntschäbigungSzahlung für gelvisse Gebäude, seiche früher diesem Fonds entzogen sind und sich jetzt im besitz der Festung Mainz befinden, gegen dos Reich geltend gemacht. Das Reichskanzler- amt erachtet den Anspruch nicht als begründet und hat die Anerkennung desselben dem Bunbesraih überlassen. Die Angelegenheit ist jetzt dem Justtzausschuß des-
Paris, 18. Febr. An der Börse war das Gerücht verbreitet, daß zwi- schen Frankreich und Deutschland heute ein Vertrag abgeschlossen worden fet, t>em infolge die Räumung de- Gebietes im Mai beginnen und Enve Juni vollständig beendet sein soll. Die Renten waren in Folge dessen äußerst fest. Laut Aoenir National hat sich übrigen- der Finanzminister beim Empfange, der vor zwei Tagen beim Saine - Peäfecten stattfanv, in Vieser Hinsicht folgendermaßen auSgevruckt : Die vierte Milliarde wird Juni vollständig bezahlt sein. Dieses unterliegt keinem Zweifel, denn die Regierung besitzt schon jetzt die zur Bezahlung nothwendlgen Gelber und Wechsel. Was die fünfte Milliarde anbelangt, so seien Sie ohne Unruhe: die Dinge werden einen schnelleren Fortgang haben, als man erwarte» konnte. Die Geschicklichkeit des Herrn Thiers triumphirt über Schwierigkeiten, welche den Kühnsten unüberwindlich vorgekommen waren."
Paris, 19. Febr. Laut „Avenir National", welches häufig Negierungs- mittheilungeu enthält, soll bis Ende Mai die vierte Milliarde bezahlt sein. Zu dieser Zeit würde Der Staatsschatz 750 Millionen für die fünfte Milliarde de- sitzen, so daß nur für 250 Millionen Garanlieen nöthig wären. Am 15. August spätestens werbe kein deutscher Soldat mehr in Frankreich sein. „Bien Public schreibt jedoch in minder bestimmtem Tone: ^Man spricht viel von der Befreiung unseres Gebietes. Obgleich man hoffen kann, daß keine Schwierigkeit sich erh^ den wird, läßt sich doch unmöglich em bestimmter Zeitpunkt feststcllen. Sicherlich wird aber das laufende Jahr nicht vorübrrgehen, ohne daß dieses glückliche Er- eigniß vollbrachte Thatsache geworden ist."
Spanien.
Madrid, 20. Febr. Nach einer Depesche aus Berlin ist die deutsche Re- gierung entschlossen, die spanische Republik anzueikennen, sobald ihr das Rund-
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selben überwiesen worden.
Thorn, 19. Febr. Z» der heutigen CopernicuS - Feier waren zahlreiche Vertreter der Wissenschaft aus Deutschland und Italien eingetroffen. Aus New- york war UnterstaatS-Srcretär Thompson gekommen. Der Regierung-- Präsident v. Eulenburg war auch erschienen. Die Polen hatten eine Separat-Feier unter Leitung des Herrenhaus-Mitgliedes v. SlaSki.
Thorn, 20. Febr. Die gestrige CopernicuS-Feier wurde des MorgenS durch einen Choral yom Rathhausthurm eingeläutet. Der eigentliche Fest-Act, welcher mit einem Chorgrsang eröffnet wurde, sand im Rathhaus. Saale statt, woselbst mehrere Reden gehalten wurden. Hierauf folgte das Festdiner im Artus- Hofe, woran 300 Personen theilnahwen. Abend- fand eine Illumination der ganzen Stadt, sowie ein Festball im RathhauS - Saale, statt. Als Deputirte waren anwesend Occiono aus Rom, Professor Pelliziono aus Bologna; ferner die Proftsioren Caspary aus Königsberg, Galle und Caro aus Breslau, Bruhns aus Leipzig, Casack und Bail aus Danzig und Knoblauch aus Halle.
Frankreich.
Samstag den 22. Februar
Darmstadt, 20. Febr. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wur- den Interpellationen des Abg. Matthy über Erbauung einer Bahn Mannheim. « Rosenthal und des Abgeordneten Schaum über Wetterführung der oberhrs-
1 Men Bahne«, ein Antrag Möllinger's, die Regierung möge auf Einführung
S von Schiedsgerichten im ganzen Reich hinwirken, eiugebracht. Den ®e9enftanD I Tagesordnung bildet die neue Geschäftsordnung. Ueber das Gesetz im AU- gemeinen sprach der Abg. v. Rabenau, welcher wünschte, daß dasselbe in zwei | Theile, den eigentlichen GesetzeStheil und ein Reglement zerlegt wurde. Avg. Dernburg, als Berichterstatter, erklärte, dieser Weg habe zu große Schwierigkeiten | gehabt, der Ausschuß habe daher möglichst alle rein reglementare Bestimmungen | au-geschieden, um der Kammer in ihrer neueren Geschäftsführung vollf Freiheit i iu lassen. Die darauf folgende artckelweise Berathung dkS Gesetzes gab nur bet einzelnen Punkten Anlaß zur Debatte, zunächst bei Artikel 7 und 8 des Ent- | Vu,fs. Die Mehrheit des Ausschusses hatte hier den Wegfall der vorläufigen i Wahlprüfungen beantragt, dafür erklärt sich der Abg. Frank »wogegen der Ab- -L geordnete Dumont sich für Beibehaltung der vorläufigen Wahlprufungen des | Regierungsentwurfs auSfpricht, und wie der Ausschuß die destaittve Wahlprufung vor für solche Wahlen wünscht, die in den ersten 14 Tagen nach Eröffnung der I Kammer beanstandet werben. Mmisterialrath Hallwachs rertheidigt den Regie- tz rungssntwurs der den Bestimmungen des Reichstags und des preußischen Abge-
® ordne enhauses entspreche. Nachdem Abg. Becker gegen, v. Rabenau für den
Regiä-rngsentwurf gesprochen, rechtfertigt Abg. Dernburg de« Ausschußantrag, der noch )erschiedenen Bemerkungen Der Abgg. Königer, GolDmann, Hrank und -^rn. bura mit allen gegen 9 Stimmen angenommen wurde. Eine zwischen de« »v- ordneten Dumont, Metz, Matthy, Flank, Goldmann und Dernburg geführte ^DiScusfion nurDc durch Art. 15 veranlaßt, welcher über die Ausgaben der Kam- mer handelt und wobei sich die Kammer-dahin enischiev, die Regierungsvorlage, wonach der Präsident der Kammer über Die Ausgaben zur Deckuug Der Bedürfnisse derselben innerhalb des gesetzlich festzusteüenden Voranschlags beschließt, anzu- nehmen, einen von dem Ausschuß beantragten Zusatz über Aufstelling eines Bor- üvschlagS seitens der Kammer aber abzulehnen.
Die von der Regierung in Art. 17 vorgeschlagene Bestimmung, baß fortan Verhandlungen über Gesetzentwürfe stenographirt, in allen Fallen aber die Kammer darüber beschließen soll, ob stenographische Nieder,chnft zu erfolge«. hat oder nicht, wurde von dem Ausschuß dahin abgeaudert, daß »ie seither die ganzen vexhanblongkn stenographirt werden sollen, welchem^ Antrag Vie Kammer tete. Der Regierungsantrag, die Namen der fehlenden Abgeordneten in den Protokollen zu nennen, wurde von den Abgeordnete« v. Rabenau Frank als eine ungehörige Censur der Abgeordneten bekämpft, von Dumont und Grerm aber vertheivigt, da die Abgeorbueten selbst und die Mahler ein großes Jnteress« daran haben könne«, zu constatiren, wer in gewiffen Sitzungen ön^en^ und öh gefaßten Beschlüssen mitgewirkt hab,. Die Kammer entheb sich für den Antrag beS Beschlusses, wonach Die Namen der anwesenden Mitglieder in Den Protokoll!» aufgmommen werde» sollen.
Darmstadt, 20. Fedr. D-r Abg. Fehr. Rabenau hat folgende Jnteepella- Hon über die Oberdessische Eisenbahn gestellt:
Durch die Zeitungen läuft folgender Artikel, welcher auf Unter schleife bri I der Concefsionirung, deztv. Erbauung der Ob-rh-sfisch-u Eisenbahn htudeatel, und bei Gelegenheit de? Bllbget-B-rathungen eine Erörterung dt-ft« G-s-»stand-«tn Aussicht S-llt: »„Auch >» anocre» Residenzen hat man »ersucht, in die Dtrous berg'schen Bahnen -inzulenk-n. Ueber der Entstehung V.r Ob-,h°sfifch°» Gs-n. bahn schwebt »och immer -in -bstisch-- Dunkel; aller» die Sage, datz »lese m> (T, dem GOdbeutel gewisser Leute in sehr naher Beziehung gestanden, und dass ga manches Goldstuckchcn in die Geldbeutel gesprungen, wohin es ergenlllch »ich, g- w b”rt ich!,», mehr «rl- Sage zu sein, und -- wäre an »er Z-tt, dass »ersucht wu-oe. auch drese wunde Srelle bl-ss.ul.g-n und ohne Erdarmen zu behandeim broI; S*«! Die verfehlte Anlage und Aussührung der B.hn, die rn dre Millionen 8-b°n". r,rf,r Ersparnisse, welche Einzelne am Baucaprial gemacht haben, der wahrhaft ung
heuerlrche Zinsen-Zuschuß, den d-r hessische Staat in Folg« davon geben must, sind Dinge, welche sich »on einander nicht trennen lassen, unD wir »off-», Cafe Die äBuö/d'SÖeratbuna Anlaß geben wird, auch hier tn das Nest zu stechen, m w-lch^ d!! goldenen Ei-r gelegt Word.» sind."" Da« Land ha. eia selbst.-°-n.
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suchusi« festzustellen, wenn die« nicht bereit« gefchehen üa ch-
nete erlaubt sich an grossh. Ministerium die "S'benste An -g . ob ° ' b-zugl ch Th-,bestand »on Seite» der grosih. Staaisr.gierung bereit« f-stg-st-lli nn°, »»- rrt M | henden Fall,, welche« dieser Thatbestand ist; »-r»-.n-n°-n Fall«, ob -me Urne.
' Erste । fnchung zur Feststellung dies-« Thatbestandes angeordnet werden will.
Darmstadt 2t Febr. In der heutigen Sitzung der Abgeordne -nkam--r interpellirte d-r Abg. Schröder di- Regierung, ob und welche Matzr-g-ln st- zur
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