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Fall des Ablebens des Erzbischofs Vicari die Besetzung des hiesigen Stuh- unserem Bestreben

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Diese Vorschläge erscheinen um so beachtenswerther, als Justizrath Wie­ner von der königlichen Untersuchungscommission zur Feststellung der im Eiscn- bahnconcessionswesen hervorgetretenen Mißstände als Sachverständiger gehört worden ist.

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Erbärmlichkeit der politischen Lage zu dem verzweifelten Ausspruch:Man kann hienieden nichts Schlecht'res als ein Deutscher sein." Wie faul es auch jetzt noch nach Gründung des neuen deutschen Reichs in einzelnen Bundesstaaten aussieht, zeigte die gestrige Discussion. Wenn Sophokles meint:Nicht gebo­ren zu sein, wäre das beste Loos," so wollen wir mit dem antiken Tragiker nicht rechten. Aber daß es für einen Deutschen das schlimmste Loos ist, in Mecklenburg oder Lippe geboren zu sein, scheint auch unbestreitbar. Es giebt nichts Lammfrommeres als den Deutschen. Die Nation der Denker hat Ge­duld und Ausdauer, nicht nur in der Arbeit noch mehr im Dulden. Wie behandelt oder vielmehr mißhandelt man seit Jahrzehnten die Bewohner jener beiden Staaten, weil sie au der Verfassung festhalten, welche die Landesfürsten gegeben un) beschworen und dann gebrochen haben. Und da finden sich doch noch Leute, wie die Minister v. Bülow und Flottwell, welche deu heillosen verfassungswidrigen Zustand gut heißen, das Wohlgefallen und die landesväter- liche Fürsorge serenissimi Schwerinensis, Slrelilzensis et Lippeensis mit emphatischen Worten preisen, um alle Schuld auf die Übelberatheuen Untertha- neu zri wälzen, die in ihrem beschränktem Verstände unempfänglich siird für die Fülle der Segnungen, die sie der allerhöchsten Gnade ihrer Monarchen zu ver daiiken haben. Minister Flottwell riß bei Besprechung des Verfassungs Conflic- tes Witze, daß man sich aus dem Reichstag in eines der hiesigen Vorstadt- Theater versetzt wähnte. Die Conservativen applaudirteu, die Liberalen rufen: 5pfin! Als aber der übermüthige Junker, ermuthigt durch den Beifall seiner Gesinnungsgenossen aus der rechten Seite des Hauses, seinem Räpplein die Zügel immer mehr schießen und sich zu Insulten gegen den Abgeordneten Hanß- mann hinreißen ließ, gebot ihm Präsident Simson Einhalt durch die Bemer­kung, ein Mitglied des Reichstags würde, wenn es die Aeußeruugen des Hru. Redners gebraucht hätte, von ihm) dem Präsidenten, zur Orduung gerufen worden sein. Unter lebhafter Zustimmung ft hier politischen Freunde gab hier, auf der Abg Herz seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß Herr Flottwell eine ernste Angelegenheit in einer so wenig ernsten Weise behandelt, sich eine unverantwortliche Verhöhnung der Bevölkerung, des Staates, dessen Minister: er sei, und gleichzeitig der Vertreter , dieses Volkes erlaubt und dabei eine

kamen. Neber die Liebe des badischen Klerus zu dem Coadjutor in spe giebt übrigens die Thatsache Auskunft, daß nur in dem obscursten Winkel Badens,

gar gerichtlich zuerkannt, er verdient aber 6 Thlr. Der Maurergeselle, der sein Handwerk gelernt haben muß, verdient viel weniger, dagegen der Putzer, eine besondere Branche unter den Maurern, 4 Thlr. pro Tag, was ihnen so ge­ring scheint, daß sie jetzt mindestens 5 Thlr. verlangen wollen. Der Baumei­ster aber wird heute noch von der Regierung diätarisch mit 2 Thlr. pro Tag honorirt, obgleich er studirt und Examina bestanden hat. Der Kaufmann, wel­cher eine höhere Schule oder Gymnasium besuchte und bis zum 20.22. Jahr

getroffene Vereinbarung einseitig aufgehoben und hierdurch die Verfassung gebro­chen habe. Es sei an der Zeit, daß Mecklenburg und Lippe aufhörten, als die Stiefkinder des Reiches betrachtet zu werden, und es sei eine Pflicht des Reichstags, dafür zu sorgen, daß diesen erbärmlichen gesetz- und verfassungs­widrigen Zuständen endlich ein Ende gemacht werde- Das Ergebniß der Ab­stimmung ist bekannt. (gr. I.)

Berlin, 16. Mai. In der heutigen Sitzung des Reichstags wurde die Gesetzvorlage über die Gründung und Verwaltung des Reichs-Jnvalidcnfonds in dritter Lesung im Wesentlichen nach deu Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt. Ein vom Abg. Meyer gestelltes und vom Staatsminister Delbrück befürwortetes Amendemeut zu § 9, welches den früher beschloffenen Ausschluß der Communalpapiere aus der Reihe der Effecten, in denen die Anlage des Jnvalidensonds erfolgen kann, beseitigt, wird in namentlicher Abstimmung mit

Gibt da nicht die Verwerthung von Muskeln und Knochen gegenüber gei­stiger Thätigkeit viel zu bedenken und sollten solche Anomalien wirklich ohne Consequenzen für die Zukunft sein?

Magdeburg, 17. Mai. Heute früh 6 Uhr brach in dem provisori­schen Empfangs-Güterschuppen der Leipzig-Halberstädter Eisenbahn auf dem Central-Bahnhofe Feuer aus; es gelang indeß, desselben bald Herr zu werden und ist der Betrieb ungestört.

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Darmstadt, 15. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 23 enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Ehe­schließung der Israeliten in deu Provinzen Starkenburg und Oberhessen, ins­besondere die Dispensation von der Verwandtschaft betreffend.

allen Angriffen zu widerstreben." (Stürmischer Beifall.) l. nachdem im Laufe der Berathung Fürst

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London, 17. Mai. Der Herzog von Edinburgh scheint auf seiner con- tinentaleu Reise, von welcher kaum mehr bekannt geworden war, als Abreise und Rückkunft, jene Plane in der That verfolgt zu haben, auf welche die allge­meine Vermuthnng gerichtet war. So schreibt denn auch ein neapolitanischer Berichterstatter derTimes" aus Sorrent:Nach Allem, was hier von Mund

Schweiz.

Bern, 17. Mai. Die Studiencommission von St. Gallen hat die von dem Bischöfe Greith beantragte Trennung der Andachtsübung der katholischen und protestantischen Seminarzöglinge abgewiesen. Die freisinnigen Katholiken St. Gallens beschlossen ein Daukesvorum au den Schulrath für sein Vorgehen iu der Unfehlbarkeits-Angelegenheit.

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Paris, 17. Mai. Die Demission der Minister Goulard und Jules Simon ist angenommen und Casimir Perier zum Minister des Innern ernannt worden. Es gilt als sehr wahrscheinlich, daß Verenger zum Unterrichtsminister und Märtel zum Cultusminister ernannt werden.

Spanien.

Perpignan, 17. Mai. Das carlistische Organ'Drapeau Fran^ais" tpeilt mit, Don Carlos habe in der Nacht vom 14. zum 15. d. Mts. noch Navarra übertreten und das Commando der königlichen Armee von 1500 (?) Mann übernehmen wollen, um mit derselben zu siegen oder zu sterben. Fer­ner meldet das Blatt, daß Don Carlos eine Anleihe von 400 Millionen Realen mit einem englischen Consortium abgeschlossen habe.

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Tauberbischofsheim-Walldürn, seine Wahl zum Reichstag mit vieler Mühe zu Stande kam. Hr. Moufang kam später als die Freiburger Aussicht verschwun­den war, unter die Candidaten für den Trierer Stuhl, um es in dieser Gegend auch nur im Kreise Mayen zu einem mühsam errungenen Reichstags-Mandatz.......___7...v ...... ivv|ii iv mov uiu u

Zu bringen. Die Differenzen in Rom wurden zunächst durch die Erkeuntniß auf Kostender Ettern"'in dHLehreerhalten worden,'^ft"zufrl^n"^enn^er^mit

veranlaßt, daß der Bischof von Mainz mehr Egoismus durchblicken ließ, als 1 Thlr. pro Tag vorerst sichere Stellung hat. Der Beamte, sei er Subaltern-

der Curie zuträglich schien für ihren Einfluß in den deutschen Angelegenheiten oder studirter, hat viele Jahre der Militärpflicht, des Studiums der diätari- und daß sie von seiner Demllth wie von seiner Geschicklichkeit keinen Gewinn schen Beschäftigung rc. hinter sich, ehe er 1 bis 2 Thlr pro Taa sein nennt für ihr Ansehen erwartete. Die bekannten Vorgänge im Reichstag, bei denen Nun der Docent, Professor, Lehrer, Arzt u. s. w., wie lange dauert es wobl'

der Bischof noch entschiedener den Kürzeren zog, haben die Wärme seiner römi- ehe solche die 365 Tage des Jahres mit 2, 3, 4, 5, 6 multipliciren können?

schen Beziehungen noch mehr herabgestimmt. L * c - - -

Berlin, 15. Mai. Ueber fünf Stunden beschäftigte sich gestern der Reichstag mit den constitutionellen Musterstaateu Mecklenburg und Lippe-Det­mold. Der Dichter Platen verflieg sich eil.stmals in seinem Unmuth über die

umgreifen im badischen Untcrrhein-Kreis (1855) nahmen aber theilweis einen den Geist, tefp. geistige Arbeit höher zu bezahlen als die des Handlangers' komischen Anstrich an. So zog er z. B. in Mannheim bei großer Theilnahm- und zwar deshalb, weil geistige Thätigkeit nur durch jahrelanges Studium mit losigkeit der Bebölkernng in einem Vierspänner ein, auf den Sattelpferdcn zwei großem Kostcnaufwande zu erwerben ist, während ordinäre Handarbeit nichts Reitknechte im englischen Jockey-Costüm, schmutziger, abgetragener und abge- als die Nahrung des Körpers erfordert. Heute droht es anders zu werden nutzte! noch als die Kutsche. Die Sache war bereits so weit gediehen, daß einem Stcinträger sind 5 Thlr. pro Tag als Aequivalent seiner Thätigkeit so- einzelne Versetzungen von Pfarrern ans der einen in die andere Diöcesc vor-jgar gerichtlich zuerkannt, er verdient aber 6 Thlr. Der Maureraeielle der fein

2. Uebersicht der für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestrei- 128 gegen 15 Stimmen angenommen. Bei der darauf folgenden Berathung tuug von Communal-Vedurfnissen tn den Gemeinden des Krems Brugen. be8 Jahresberichts über die Verwaltung Elsaß-Lothriges erklärt der Reichs-

Bekanntmachung Gr°ßherv>gltchen Kretsamts Lauterbach dre Umlagen tcilljlcr gürft Bismarck dem Abg. Wind,horst gegenüber,Die Dictatur end gt zur Bestreitung der Israel,ü,scheu Religions - Gemeinde zu Crainfeld, ttn Kreise am Januar 1874, wem, der Reichstag nichts Anderes beschließt. Ueber die Lauterbach, sur 1872/73 betrestend. künftigen Verhältnisse wird dem Reichstag eine besondere Vorlage -ugehen.

Ordensverleihung. Ich verspreche mir von dem Zusammensitzeu der Elsässer mit uns im Reichstage

5. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden. ein gutes Verhältniß, zur Enttäuschung derjenigen Parteien, welche das Geqen- Darmstadt, 17. Mai. Im Laufe des Sommer finden in Oberhessen theil hoffe,,. Die Niederhaltung der französischen Sympathien ist in dem Nivellements nnd Recognoscirungs-Arbeiten von den Topographen des großen Lande, welches wir zur Sicherung unserer seit 200 Jahren bedrohten Grenzen Generalstabs unter Leitung des Obersten Zimmeimami vom Generalstab statt, erworben haben, nothwendig. Die Maßregeln gegen die katholischen Elemente Der Ausschuß der Landessynode wird voraussichtlich die Begutachtung des finb durch ultramontane Agitationen herbeigeführt.' Die Wirksamkeit der Schul- Verfassungs-Entwurfs noch im Laufe dieses Monats zum Ab,chluß bringen brüder ist nach Ansicht der Negierung viel schlimmer, als der Lehrermangel können. selbst. Jedes Losreißen von Altem und Verbinden mit Neuem hat Bitterkeiten

Mainz, 15. Mai. Die in der Fehde Friedberg-Ketteler nun actenmä- Wir Norddeutschen sind auch im Gewinnen von Sympathien nicht sehr geschickt ßig bestätigte Aspiration des Letzteren auf den Freiburger Stuhl ist nur ein, aber wir wollen Elsaß-Lothringen möglichst wenig wehe thu. Zweifel,, Sie wenn auch der hauptsächlichste, Theil eines ganzen Planes,ach welchem für nicht au unserer Geschicklichkeit, an unserer Ausdauer, an unserem Muthe und den Fall des Ablebens des Erzbischofs Vicari die Besetzung des hiesigen Stuh. unserem Bestreben, allen Angriffen zu widerstreben." (Stürmischer Beifall) leS ganz auf demselben Wege wie die deS Freiburger durch Hru. v. Ketteler Das Haus vertagte sich bis morgen, nachdem im Laufe der Berathung Fürst mit Hru. Moufang erfolgt wäre. Die factische Coadjutur des Ersteren in Bismarck noch mitgetheilt hatte, daß über die von einem Vorredner gewünschte der Erzdiöeese und der Diöcesc Freiburg war in ersterer längst an den bekann- Competenz-Beschränkung der Kriegsgerichte bezüglich allerichtpolitischen Ber­ten gegen die geltende,, Staatsgesetze gerichteten, von Ketteler veranlaßten demon- gehe,, bereits eine Vorlage vorbereitet werde. DerReichs-Anzeiger" publi- strativen Vereinigungen der Bischöfe der oberrheinische» Kirche,iprovinz erkenn- cirt das Beamten-Serviegesetz.

bar; in letzterer wußte er gewisse Pastoral-Functionen zu erlangen. Seine Fir- Berlin, 17. Mai. Ehedem war es Usus, schreibt dasFremde-Bl.".