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Darttlstadt, 18. Febr. Dkr von dem Abg. Pfarrer Landmann in der jWcitfn Kammer eingebrachte Antrag wegen Einführung der obligatorischen Uivit- ehe nnD der Standesbuchsührung ist nunmehr in den Händen der Regierung. Derselbe findet seitens des Ober-Eonsistoriums, namentlich seitens eines geistlichen Mitglieds desselben, lebhafte Zustimmung; auch soll die Regierung bereits tb Sinverständniß erklärt haben. v
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Eheschlleßungen von Deutschen vorzunehmen unv Geburten, Heirathen und Sterbesalle von Deutschen zu beurkunden. uno vreroe»
f ... ®erHn, 17. Febr. (ie ist als gewiß zu betrachten, daß Fürst Bismarck nffrnfHrft. n»*h «vfAM.faHtk. 11«_r.. j... ßCjfbfn war, eine möglichst
off'ntlichk ur.6 ttschopstnde Untersuchung dtt Elfenbabn - «ggeltgenbtiitn tnttchle. btnfl btsttiwor tlt und In stdtr weiteren Phast, weicht dir Sache tu durchlauft, a Ltk V f mlt l-inem ganzen Ansehen nachdrücklich vertrat
Zuwldetlausende Rachrichien haben dem R-ich.kanjltr eine Handlungsweise beige' «essiu, welche eben fo weuig die selnige war, wie sie dem stillichen Ernst der Sachlage tnsprochtn haben wurde i diese Nachrichten stad vblllg au, der Lust irö*' II**’*
Ufber die unmittelbar nächsten Folgen sind wir außer Sorge. Was gewissen Persönlichkeiten begegnen wird, was nicht, fällt federleicht in die Wag- schale gegenüber den sachlichen Ergebnissen, die eintreten müssen und eintreten werben, ganz unabhängig von dem Wollen und Nichtwollen der Menschen.
Für's Erste ist nicht zu zweifeln, daß die gesammte deutsche Eisenbahnpo- litik von Neuem ernsten Prüfungen und Erwägungen unterzogen werden wird
Wer immer", sagte der belgische Finanzminister Nogler 1834, '„dae Eisenbahn besitzt, besitzt ein Monopol, und ein Monopol sollte nur in der Hand des Staa- tes sein." Auch diese Auffassung wird ihre Erwägung finden, — Lasker persön. lich scheint ja ihr zuzuneigen. Sollten aber auch die Gegenstände gegen einen ausschließlichen Staaiebau und Staatsbetrieb, wie wir glauben, das Ucbcrge- gewicht behalten - wenigstens für jetzt —, so würden sich dann doch auch für das Eoneesstonswefen nicht nur, sonvern gleichfalls für die gesetzlichen Bedingun- gen der Bildung und Verwaltung der Privatgesellschaften verstärkte Bürgschaften finden lassen -egen bas Umsichgreifen Der bloßgelegten Mißbräuche. Die Ergeb- Nisse der Untersuchung werben vielleicht über den Bereich des Eisenbahnwesens hinaustreiben und zugleich zu einer Revision der Gesetzgebung für Actiengesell- schäften nöthigen. Die Königliche Botschaft erstreckt ihr Ziel völlig eben so weit, wie der Antrag Laüker'S. Das ist bas Erste und Nächste.
w Das Andere wird hoffentlich eine verschärfte Auffassung der erforderlichen Reinheit und Ehrenhaftigkeit des deutschen Parlamentarismus fein. Eine deutsche Volksvertretung muß ein Gerichtshof sein, der selbst über den Verdacht der ve- stechlichkeit erhaben ist. Einem Abgeordneten ziemt die Annahme von Nebenstel- i lunflen nicht, die den Ruf seiner Unabhängigkeit gefährden, die die Gründe seines Redens oder Schweigens, feiner Abstimmung mit Ja ober Nein in persönlichen > Hintergebanki n vermuthcn lassen. Die Nation muß bas Vertrauen Haden können, | M Klagen, die sie gegen die Ucbermacht großer Finanz-Gesellschaften zu erheben I *at' die sie zu ihrem Schutze gegen Ausbeutung und Prellerei verlangt, i
von den Männern ihrer Wahl mit einer Loyalität ausgenommen und abgestellt, I mit einem Richtercrnste behandelt werben, die künftig gUich bei Den Ausstellungen ! der Wahl-Eandidaten nut dem gewiffenhastesten Ernste in's Auge gefaßt werben j muß. Die Untersuchung, Die aus dem Anträge Laske.'s hervvrgehen wird, mag ! für manchen Einzelnen höchst peinliche Folgen haben. Der Weckruf KtWhr’fl ist 6» f ™ 9iflt,un llrrichtct, die Nation hat auf ihn zu antworten; selbst in ihrem selbst- , bewußten Erwachen hat derselbe sein Ziel erreicht. (Jf. Z^g ) \
Berlin, 17. Febr. Der Zudrang zu der Sitzung des Abgeordnetenhauses “,or fn tV nur lammtliche Tribünen, sondern auch alle Eorrtbore, die auf Drn Sitzungssaal munden, waren überfüllt, so baß Der Verkehr Der Be. r.c lerPaher mit Den Zeitungsboten theilweise völlig unt?rbroch7n wir Dabü haben die Bediensteten Des Hauses Die größte Mühe, Den Zuorang neuer Men- ftbtamafftn in da» Han« abjutoebrtn; statt dt« üblichen tintn Schutzmann« gt. nugtn btutt btrtn Vitt kaum, die paffagt auf htm Zrottoir de« Dbnhofspiatz^« frtijuialttn. E« wird »on vfficibftr Stile jttzt btrvvrgthobtn, daß bei etr Eat- (4ti6utig über das Cerbolten der Regierung die sehr energische Stellung de« 5°" '*4 flr°Ä,r Bedeutung und Wirkung gerne-
" fcl- ®tr Äinl« fuU 16 str eine „Regentenpflicht" erklärt haben, der bffent- lltbeti Meinung In Bezug auf die angeregten gragen volle Äenugthuung tu geben, ®el4e nur in der unter Mitwirkung der Lande.vertretung »orjunebmenben Klar' Mung der Verhallnistr und notbigenfall« ihrer Remedur ,u finden sei. «uch der votidtlsminister selbst soll ganz entschieden auf Einsetzung einer Sptrial-Lommis. fion gedrungen haben, „weil er e« für eine Ehrenpflicht hält, daü bei feinem Hne'r M fl|'nt31^!t 1 «^-nwartigen Wirktnsfpbäre auch nicht der Schein
einer Betitilrachtlgung awtltcher Undebolsenheit auf dieselbe geworfen werden könnr.» hfr Ma» ■£’nrirn^“Ä»" “ta' t’r“t,,r alebl Berliner Bries l verständliche Andeutungen. Er meint, der Mann wesst tu viel
Wtheimnlfft au« früheren Zeiten! *
B'8;" ?br', ist da» Vroject, in Westphalen eine grobe Kriegswaffensabrik nach amertkantschrrn Muster ,u elabliren, in «ubstcht aenom- ^~n ni®,r “uf *tr Bafi« eine« bekannten grossen Werke« an der Ruhr. (Sollte darunter da« Kruppsche Etablissement ju verstechen fein?)
17er*"’’ 18' «dgeordnetenbau«. Wahl zweier Mitglieder für die 2tC3( r t' “*un0«; aotnmi,fion. Bel der Wahl der ersten Mitglieder erhalten u. da '8,1 ®llB"en : Lu«'er 176, Wedell-Behlingsdorf 51, Malllnck- rodt 49. Die übrigen Summen sind «erspllttert. L.«ker Ist somit gewählt und erklärt, anjunehmen. Bei der gtveiten Wahl erhalten von 311 Stimmen: Kol- folgt tic engere“ to^bi ^aU'"‘,rpbt 60' Wedell 49, Elsner v. (Lronow 2. Es ^0. Jan. Angeblich au« guterQuelle schöpft einCorreftton- ent be« „Vsalj. (Jur." bie Nachricht: „dass der nationale und freigeflnnte «oju- ' ^erstlleutenant Sauer, feiner Stellung enlboben und nach re u . *1*' Ca6 l'rntr die Entlassung des gleichgcstanten
Eab netsseeretär« ». Eisenhart stündlich erwartet wird. Diese Boegänge (den al« «orläufer einer Wendung der politischen Berhältnifft in ,u betrachten." ? be«Dbtrfllltutenuut« Sauer ha, e« nach dem „Nürnb. Eorr."
».r .nWf?i?f n ’n n* “‘V *“ "Ur eln Derüch. Ist, wird noch abzu- warten sein. Unmöglich wäre es allen Anzeichen nach nicht. Daß etwas Ent- scheidende« im Werk ist, beweist der uitgewöbnlich rege Verkehr de« König« Lud- wig mit Dem Ministerium. Wie wenn Das in einem konstitutionellen Staat etwa» befouDereS wäre, berichten bayerische Blätter mit einer gewissen Befriedigung, Daß ber königliche Einsiedler von Berg und Hohenschwangau am 13. Abends den Justizministcr v. Faustlc und Den Eultusminißer Dr. v. Lutz zu sich befchieben “n.b 1>rrjt,‘n Staatswinistern mrhrere Stunden konfertrt habe. Ja Die
^taatsgeschafte scheinen auf einmal so dringend geworden zu sein, Daß der König nach e ncm Telegramm au» München sogar in der Nacht vom 14. auf 15. Febr?
^«mC tbint fia,lcß<mü,lficr »• »'«'d tu fich beschled. 3n nationale. Inter»ssc hoffen vir einstweilen, Daß Da nichts berathen worDen ist, worüber bes- er Der Schleier Der Nacht gedeckt bliebe. Nach Sigls „Vaterland" zu urtheilen, ?,Ü(n dCm m Obrn berührten „Wendung" noch gute Wege Ja einer pefstmisttfchen Anwandlung seufzt es: Eine neue kgl. bayerische M.ntsterkrtse wäre in sicherer Aussicht, wenn paffende Minister gesunden würden. Dieselben sollen uicht preußisch, aber um kitneu Preis „ultramontan" sein. Ach, die bösen Ultea- wontanen! Auf die Weise wird also alles wieber hübsch beim Alten bleiben, bis wieder eine neue „wunderbare Wendung" eintrttt, d. h. wenn die bayerische Tra- gikowodte unter sothanen Umständen überhaupt noch lange fortdauert.
^e SSf11' 14; ^tbr" 3« Lage tn Bayern schreibt man der„Spen. Z.": „Die pibtzlichc Versetzung des kgl. Flügrladjutanten Oberstlieutenant v. Sauer flU C " vun Unsnade «ufgefaßt und wegen der üdri- prononctrten nationalen Gesinnung des gedachten Osstciers als airticulanflisches Symptom gedeutet werben. Beide- ist aber durchaus falsch. $Crr n<4>t <n Ungnade gefallen und die particularistifchc Strömung
augenblicklich eher in der Abnahme begriffen. Der bisherige Fiugeladjutant des Königs ist einfach deßhalb in die Artillerie uub zwar tn bas 2. Feldartillerte- ”®lmnrn l°ruckverfetzt worben, um Den ihm lange fremdgewordeuen yractifchen Lteost wieder kennen zu lernen und sich dadurch zur späteren Uederaahme eines ,u (je|^^öcn Derselbe hat eine außerordeatltch schnelle
.k gemacht, tm gewöhnlichen Turnus wäre er erst Hauptmann. Auch von
evncrete Krankheit ausnahmsweise geboten waren; »
ftaDe alle Medicinkosten erstattet verlangt werben, ucni» «uiwenvung erwelslich nothwendtg war. — Nachdem eine bayerische Eisenbahn.Eowpagnte in Ingolstadt |ebll»er Worten, Deren Zusammensetzung nach Analogie der für da- preußische Ai enbahnbataillon gegebenen Bestimmung geregelt ist, hat das Neich-kanzl«,.«.,^ nnter« 8. d M. verkündet, daß die Besngntß zur «nerk unung der Unubkömm, u YttOn Ossicieren und Mannschaften de- Beurlaubtenstandes erwähnter Etsen- bahn-Eompagnte für den Mobilmachungsfall, fo wie zur Entscheidung auf d e
0fg,n vte Eiuberusn.ig zu Übungszwecken dem bayerischea'tet glauben. Ches des Jngenieurtorps und Anfpecteur der Festungen zusteht. — Dem kaiser-!
Befriedigung las die Nation von dem lebhaften Beifall, den die Versammlung! lich deutschen RetchsmkntN-^.ND.nr,« k
obnt Unterfct>(cb brr 'Patltltn drn Worirn Va«l.r’« fchtnktt - „Von gtgnrrifchtr Ist fürdntn^amXiH ®'ntre*-öonful f“r 3«»an, v. Brandt,
©eite habt Ich Zuschriften mit brr Drohung rrhaltrn, man wrrdr mrint po'itl. Eh. !lirssungrn -°n Deö sch.n .ZÄ..' Ä bü^-'lich flülllgt schtn Frtundt compromittlrrn, so grosstn Srandal al, möglich machen und dafür ’ B 8 Idttn borruntbm.n a.i.-h.- —.
formen, daß möglicher Weise viele mit hineinfallen. Ich habe dieser Drohungen gespottet. Wer ein gutes Gewissen hat, braucht sich um solche Dinge nicht zu kümmern, und sollten fich unter die anständigen Männer solche eingeschltcheu haben, die nicht dahin gehören, Dann hinaus mit ihnen! Die gute Gesellschaft stößt sie aus, sie sind vergessen und die volk-moral bleibt unverletzt. So lange sie al- heimliches Gift unter Der anständigen Gesellschaft fitzen, schaden sic, darum — ausschetden." Und die VolkSpartet ist noch unverletzt.
Die Meininger Landleute, die den vbg. Lasker in den Reichstag wählten, nachdem er als Ehrenmann tn einer füt sie wichtigen Eisenbahnfrage jede Erklärung verweigerte, weil er es verschmähte, seine Wähler Durch Ve»sprechungen zu bestechen, stehen nicht vereinzelt Da. Noch lebt in unserem Volke ein gesundes Nechtsgesühl. Mögen es alle Canbidaten machen, wie es Laskir gemacht hat. UnD Jedem, Der es verDient, werden Die Redlichen sagen wie ihm: „Das ist unser Mann." Wir haben, Gott sei Dank, tn Deutschland keine Kammer, die die cpnische Frage eines Guizot: esl-co que vous vous senlcz corrompus ? mH cynischem Applaus beantworten würde, und die Lede La-ker's wird dazu bei- »ragen, daß Der abschüssige Weg, der zu solchem Wcchselverberb führt, niemals beschritten wirb.
- ^kkl'nbach, 17. Febr. Der Jesuit Zeller aus Seligenstadt hatte sich nach Ausivfung der Mainzer Ordens - Filiale nach feinem Heimathsvrte zurückbegeben unD gedachte fich da nteberzulaffen; die Regierung hat ihm aber Herbstein, Kreis rauterbuch, in Oberhessen, zum ferneren Aufenthalt angewiesen, wohin er fid »on Seligenstadt binnen 3 Tagen zu begeben hat, widrigenfalls er sich auf dem Zwang,wege dahin befördert fehen würde. — In der am 12. d. Mts. dahier avirtzsUenen Dekanats-Synode wurden als Abgeordnete zur Landes Synode er- wählt Dekan vonhard und HosgerichtS-Advocat Dr. Weber; zu Stellvertretern Pfarrer Braun und Srealfchuldirector und LandtagSabgevrdneter Gretm. Sämmt« Itche Erwählte find Hiesige und Mitglieder des Protestantenverrins.
*Ui tcr biheinprovinz ist von einer Anzahl dortiger evangelischer Geistlichen eine Eingabe an den evangelischen Ober-Kirchenrath ac- langt, die unter näherer vegrünbung die Freisprechung des Predigers I)r. Sydow und die Wiedereinsetzung in's Amt befürwortet. Das öffentliche Auftreten von ;
a ! als gegen Sydow, hat der Ober-Kirchenrath für ganz
unstatthaft erklärt. Das Bundesamt für das Hetmathswefen hat nnterm 21. ^icuji w.eocr rennen anfl^nhf 6tn0Um®rUn^fl^ ^lgestellt: Wenn eine schwere oder Negimentscommandos j
Tn , ^7 nne£ ^^wundung vorl.egt, so bedarf es nicht des spc- Earriüre gemacht tm aew
tontet k'lb'tU ist
U"6 ,ta6 n4“C"'l,d’ d" Fragt dtr «tchl.tlnbtlt E.nc^.ntn .n »i. «tlch.I ,i h ?r c Jn ^Egolstadl Anwalt bevorstehen. Das von der Reichsregterung in ven Mtlitärfraaeu rinne.
bat das ^ltene rücksichtsvolle Verfahren soll diese Uiustimmung begünstegt haben^ Bereits


