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Samstag den 16. August
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des erzbischöflichen Mobiliars durch die Negierung veranlaßt worden sei, vergißt, daß der Erzbischof eine Summe von 18,000 Thlrn. jährlich zu verzehre.-, hat. Wie eingebildet die Clerisei ist, beweist der Prälat-Correspondent des Czas. Er sagt: „Die Form der Vorladung des Erzbischofs unterschied sich durch nichts von den Wischen, durch welche die Polizei oder das Criminalge- richt solche vorzuladen pflegt, die wegen Diebstahls oder anderer crimineller Vergehen vorgeladen werden." Sollte das Gericht dem Gesetzesübertreter Grasen Ledochowski vielleicht eine auf weißem Atlas gedruckte Vorladung durch eine Deputation der Gerichtsbeamten überreichen lassen?"
Posen, 14. August. Ter Landrath Schopis hat dem Geistlichen Krnska in Kröben und dem Vicar Bößler in Strzelce eröffnet, daß die Regierung die denselben von dem Erzbischof eigenmächtig übertragenen geistlichen Aemter nicht anerkenne, und lade er sie daher zu einer Vernehmung am 22 d. Mts. vor.
Stettin, 11. August. Heute ist der Anfang mit dem Abbruch unserer Festungswerke gemacht. Eine Anzahl Militärsträflinge ist auf der Südseite des Berliner Thores mit dem Abbrechen der Festungsmauer beschäftigt, um die dort sehr enge Passage zu erbreitern. Vor dem Königsthore haben die Entfestigungsarbeiten ebenfalls begonnen. Ferner werden die Wälle hinter und neben der Wache abgetragen, so daß dann dadurch eine directe gerade Verbindung mit den Anlagen hergestcllt wird Eine weitere Entfestigung nach dieser Seite wird, wie die „N. St. Ztg. meldet, den Terrain-Käufern überlassen werden.
Leipzig, 13. August. Der siebente deutsche Protestantcutag ist heute Vormittag in der Aula der Universität eröffnet worden. Als Theilnehmer waren u. A. die Prediger Richter und Thomas aus Berlin, Fretwel, der Vertreter der British and Foreign Unitarian Association in London und Delegirte
nach Friedberg zu richten sind. Gießen, den 13. August 1873.
aus Chicago und New-Dork anwesend. Den Vorsitz führte Professor Räbrger aus Breslau. Auf der Tagesordnung stand die Verhandlung über die Folgen der Einführung der Civilehe. Nach längeren Debatten wurden fünf Thesen angenommen, in denen die Versammlung die Einführung der obligatorischen Civilehe als uothwendig anerkannte und darauf den geschäftsführenden Ausschuß beantragte, weitere Schritte nach dieser Richtung hin zu thuu. Ein zahlreiches Publikum wohnte den Verhandlungen bei.
Leipzig, 14. August. Die heutigen Verhandlungen des Protestauten- tages wurden wiederum durch einen Gottesdienst in der Nicolaikirche eingeleitet. Die Predigt wurde vom Pfarrer Heinrich Lang (Zürich) über Psalm 119 V. 52 gehalten. Gegen 11 a/2 wurden in der Universitäts-Aula die Verhandlungen über die evangelisch-protestantische Kirchen-Verfassung fortgesetzt. Das Referat batte Prof. Holtzmann (Heidelberg) an Stelle des erkrankten Prof. Bluntschli übernommen. °Die aufgestellten 14 Thesen wurden nach längerer Debatte, an der sich mehrere Redner betheiligten, mit großer Majorität angenommen. Schließlich sprach der Vorsitzende Prof. Räbiger dem Rathe der Stadt Leipzig und dem Leipziger Protestantenverein den Dank des Protestantentages für ihr freundliches Entgegenkommen aus und schloß die Versammlung um 3y4 Uhr.
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Bekanntmachu n g.
Es wird hiermit zur Kenntniß der Angehörigen des Kreises gebracht, daß Vorstellungen an Seine Königliche Hoheit den Großherzog bis auf Weiteres
Deutsch tand.
Königsberg, 13. August. Unter den Schiffsbewohnern zeigt sich seit gestern die Cholera in erheblichem Umfange. Desgleichen hat die Epidemie feit gestern in unserer Stadt sehr zugenommen. Es erkrankten nach dem amtlichen Bericht gestern 45 Personen, von denen 25 gestorben.
Posen, 12. August. Die „Ostd. Ztg." schreibt: „Wir berichteten seiner Zeit aus sehr sicherer Duelle, daß der Erzbischof das hiesige Domkapitel zu einer außerordentlichen Berathung zusammenberufeit und daß sich während derselben eine starke Meinungsverschiedenheit herausgestellt habe. Der Vertraute des Domcapitels, der „Kuryer Poznanski", dementirtc damals die Nachricht „auf Grund eingegangener Informationen", und bewies haarklein,. daß eine Sitzung des Domcapitels gar nicht stattsinden konnte, weil einige Prälaten im Bade sind. Es hat sich nun herausgestellt, daß der „Kuryer Poznanski" beauftragt gewesen sein mußte, eine falsche Nachricht in die Welt zu schreiben! Dem Krakauer Czas wird nämlich von seinem wohlbekannten, der erzbischöflichen Curie nahestehenden Correspondenten n uterin 4. d. Mts lnitgetheilt, doch eine solche Berathung stattgefunden hat und daß es sich hauptsächlich um die Entscheidung der Frage handelt, ob der Herr Primas es für angemessen hält, der Vorladung vor Gericht zu folgen und vor Gericht zu erscheinen. In dieser Hinsicht nun sollten die Meinungen im Schooße des Capitels getheilt sein. Die eine Partei behauptet, daß der Primas nach dem Beispiele des Erzbischofs von Dublin, Cullen, vor den Schranken des Gerichts erscheinen und seine Gewalt verteidigen müsse; die andere dagegen war der Ansicht, daß er die Competenz des Gerichtes nicht anerkennen dürfe. Beide Meinungen haben, vom kirchlichen Standpunkte aus betrachtet, ihre rechtliche Begründung. Der Erzbischof kann nämlich die Competenz des Gerichtes bestreiten, weil er nach dem Memoriale aus Fulda die neuen Gesetze nicht anerkannt hat; er kann aber auch die factische Lage annehmen, ohne seinen Attributionen und Rechten zu entsagen, ja, sogar nm sie zu vertheidigen. Der Erzbischof soll sich überhaupt der Meinung anschließen, daß er nur gezwungen vor^Gericht erscheinen dürfe. Wird die Regierung es wagen, diesen äußersten Schritt zu thuu und den Herrn Ledochowski gefänglich einziehen, oder wird sie ihn in contumaciam zu Geldstrafen verurtheilen? Der Correspondent des Czas meint nun, daß, wenn der letztere Fall eintreten sollte, die Execution bald fruchtlos, ab- laufen dürfte, da die Möbel des Erzbischofs und seine Kutschen nicht über 4000 Thlr. werth sein sollen, und daß, wenn diese zu „Coutributionen sur die Regierung" erschöpft sein werden, erst die persönliche „Verfolgung" eintreten dürfte. Der Correspondent, welcher durchblicken läßt, daß die Schätzung
Frankreich.
Paris, 13 August. Der ständige Ausschuß hat sich heute versammelt und beschlossen, daß, falls die Einberufung der Nationalversammlung zur Berathung gestellt werden sollte, mindestens 20 Mitglieder anwesend sein müßten. Mahy (von der Linken) interpellirt den Minister des Innern wegen des gegen den Jndnstriel Alsacien erlassenen Verbotes. Beule antwortete, das Blatt habe falsche Nachrichten gebracht und da es deshalb nicht gerichtlich verfolgt werden könne, weil es außer Landes erscheine, so sei nichts übrig geblieben, als es vom französischen Gebiete anszuschließen. Mahy interpellirte ferner den Herzog von Broglie wegen der Worte, die dieser in Lyon bei dem Festmahle gesprochen hat. Der Herzog erwiderte, man könne ihn wegen öffentlicher Handlungen, aber nicht wegen Privatgespräche, welche die Zeitungen nacherzählen, zur Rede stellen. Buffet bat, unfruchtbaren Streit zu vermeiden, und hob die Sitzung auf.
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Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder.
Spanien.
Madrid, '1. August. Nach all' den Erpressungen, Brandstiftungen und Morothateu, deren sich die Rebellen von Alcoy, Malaga, Sevilla, Cadiz, Valencia und Cartagena schuldig gemacht, stellte die Minderheit der Cortes au die Regierung das Ansinnen, eine allgemeine Begnadigung für die Theu- nehmer an dem Cantonal-Ausstande eintreten zu lassen. Nur unter dieser Bedingung wolle die Minderheit sich an der gestern eingcleiteten Berathung über den Verfassungsentwurf betheiligen. Der Vorstand der Partei hat mit Castelar und (Servern eine Unterredung gehabt, damit diese beiden der Regterung jenen Antrag übermitteln sollten. Castelar aber mochte sich nicht zum Ueberbrmger einer solchen Forderung hergeben, zumal da die Negierung fest entschlossen sei, sie abzulehnen. Und allerdings, wenn Salmeron auch nur den geringsten Begriff von den Pflichten einer Negierung gegen das Land hat, Jo darf es ihm nicht einfallen, jene Amnestie und damit für die schändlichsten Frevelthaten, die unter dem Deckmantel eines politischen Kampfes verübt werden, auch in die Zukunft hinein einen Freibrief gewähren. Was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig, und wer bürgt dafür, daß dieses die letzten Aufstände sind, welche die Republik Spanien erleben wird? Es ist natürlich, daß die Minderheit der Cortes eine Amnestie für ihre Gesinnungsgenossen verlangt; aber lieber sollte die Negierung, wenn es nicht anders ginge, auf tue Berathung des Verfassungsentwurss verzichten, als sie unter den von den Unversöhnlichen gestellten Bedingungen vor sich gehen zu lassen.
Madrid, 14. August. Aus Hendaye wird vom 13. August berichtet: ■ Ein Dampfer traf gestern in den Gewässern von Fuenterrabia ein und ging , heute früh wieder in See, nachdem er während der Nacht seine Ladung von Waffen und Munitionen ausgeschifft hatte. Man sah heute früh in der Um > gebung von Fnenterrabia eine Anzahl Carlisten zu Fuß und zu Pferde und 15 bis 20 Wagen; der Transport muß ohne Hinderniß vor sick) gegangen : sein, da man von hier keinen Schuß fallen hörte. Während der Nacht hörte - man einige Schüsse in der Gegend von San Marcial." Seitdem ist telegra-


