Gießener Anzeiger
f
Herrn
Mnzeige- und Amtsblatt für den Areis Hiessen.
Samstag den U. Juni
Nr. 180.
1893.
I5rfd?eint täglich, mir PW nähme Sonntags.
Gxvedttton: Eanzletber^.
QtL B. Nr- 1
ran*e, in
9kt» vtertrljäh^g 1 fL 12 h. mit Bringrrlohn. Durch die Post Liegen vierteljährig 1 n 29 h.
5 maßgebend Paglich als
1 ^e Zeitlin-
l u
Nürnberg,
n 5-2-3° 0. = is und franco.
leditioo von Braunschweig e Verbindungen uffentliehung von etliche Zeitungen
hier
! „Figaro“
ger“, „Berliner 14, .Capitalist“, richer Presie“,
hrplan:
r-Lahn.
Ließen n<4:
11« Vom- Lbds- 2179W Sonn V- W Nachts.
i Porm- W rjj* Nachts.
MbA
Gieße» ««*;
W « ** klbtvds-.zMgs. dAids-
Nachln- k,Ws- 0 » -iso Nach"'- Lonv- d > os nii- ° '
ießen von:
S 12'°* Nochl^ LÄ--M
■ ? ■/-' Nachte-
' rNS 7^ * i N^
Deutschland.
j Wir wollen hier nicht anzuführen unterlassen, daß der Kaiser sich des besten Aussehens erfreute, uild daß neben ihm und dem Großfürsten auch die
in Darmstadt anwesenden
len
auch Se Königl. Hoheit der Großherzog, der Großfürst-Thronfolger und an-,werth diese materiellen Erleichterungen sind, die Presse weist es weit von sich, ■ dere unter den anwesenden Fürstlichkeiten mit dem Schah Begrüßungen. die^Beseitigung längst als ungerecht anerkannter Lasten dt.rch eine unwürdige
Der Zug in welchem sich der persische Monarch befand, setzte sich darauf rechtlose Stellung zu erkaufen. Ihre tdeale Aufgabe der freunuthigen Bein der Richtung nach Heidelberg in Bewegung. Der Kaiser von Rußland, so- sprechung öffentlicher Zustände steht ihr höher als materielle Vortheile. Die
.wie der Großfürst - Thronfolger mit Gemahlin und Se. König!. Hoheit der Erklärung fordert alle deutschen Redactionen zum Beitritt auf.
... v' . . oha,. ■ c ztt. .1........r.-.f.,... (X ai.i.iS An WAohn 19 sWm Itnfnv OXitinv Fipv nnrptrvt nitrm nip rHihnrnrnoimi-
Berlin,, 12. Mai.
Unser Kaiser, der bereits durch die außerordentli-
jugendlich schöne Erscheinung der zum ersten Male Kaiser!. Schwiegertochter die Blicke auf sich zog.
Die Erscheinung des Schahs von Persien ist
in den Gemeinden des Kreises Lindenfels.
Darmstadt, 11. Juni. Heute Nachmittag um halb 3 Uhr fand die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers von Rußland zum Besuche beim Großher- zoglichen Hof und die Begegnung des Kaisers und Sr. Majestät des Schahs von Persien auf dem hiesigen Bahnhofe statt. Der Kaiser von Rußland, sowie Ihre Kaiser!. Hoheiten der Großfürst-Thronfolger und die Großfürstin Cesa-
Großherzog mit den anwesenden Mitgliedern des Großherzoglichen Hauses be gaben sich, von dem anwesenden Publikum mit begeisterten Hochrufen begrüßt, zu Wagen in das Großherzogliche Residenzschloß, woselbst die Allerhöchsten Herrschaften das Diner einnahmen.
chen Anstrengungen der jüngsten Wochen und in Folge einer Erkältung etwas angegriffen war, ist, wie die „Prov.-Corr." hervorhebt, durch die beiden Trauer- fälle, welche das Königshaus betroffen haben, lebhaft berührt worden. Im
Gießen, 14. Juni. Die Hoffnung, daß das Großherzogthum außer den schon empfangenen Millionen aus der französischen Kriegökosteuentschädigung noch weitere erhebliche Summen erhalten werde, scheint nicht in Erfüllung gehen zu wollen. Nach der neuesten Vorlage des Bundesrathes an den Reichstag vom 29. Mai: „Gesetzes-Entwurf über den Antheil des ehemaligen norddeutschen Bundes an der französischen Kriegskostenentschädigung", bleiben für die Staaten des gedachten Bundes nach Abzug aller Kriegskosten, der sog. Netablissementsgelder (d. h. der zur Wiederherstellung der vollen Kriegsbereitschaft der Truppen erforderlichen Gelder) und anderer Ausgaben nur
weglichkeit hin, sondern ebenso sehr auf Freundlichkeit und Güte. Von apathischem Wesen war nichts zu bemerken. Fast fortdauernd erhellte ein freundliches Lächeln sein Gesicht. Das letztere ist von orientalischem Typus, mit stark gebogener Nase und einem langen schwarzen Schnurrbart. Der Schah führt eine goldene Brille, welche er mit einer schwarzen Schnur an seiner Mütze befestigt hat. Er trug einen schwarzen bis zu den Knieen reichenden Rock, dessen vordere Seite und dessen umgelegter Kragen reich mit Silber gestickt und mit zahlreichen Edelsteinen aller Art geschmückt sind, von denen: besonders zwei nebeneiliander herlaufende Reihen grüner Steine von ziemlicher Größe weithin sichtbar waren. Die Beinkleider waren von weißer Farbe. Den Säbel, welcher in Berlin so viel Aufsehen erregt hatte, hatte der Schah abgelegt. Das Haupt bedeckte die gleiche Schaffcllmütze, welche auch bei dem gesammteu Gefolge zu erblicken war. Von diesem hatte die Mehrzahl europäische Röcke, dagegen bemerkte man auch einige mit orientalisch reicherer Kleidung. Durchgängig sahen die Perser, welche an den Wagenfenstern erschienen oder ausgestiegen waren, recht intelligent aus und sie schienen theilweise sehr aufgeräumter Stimmung zu sein. In dem Train des Schahs befanden sich der General v. Doyen und andere preußische Offiziere.
Wie man uns erzählt, sprach sich der Schah dem Kaiser von Rußland gegenüber sehr anerkennend über die ihm in Deutschland gewordene Aufnahme aus
Darmstadt, 12. Juni. Seitens Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen ist eine Vorlage wegen Verlängerung des Finanzgesetzes auf die letzten sechs Monate des Jahres 1873 an die zweite Kammer der Stände des Groß- herzogthums ergangen.
"Holzheim bei Lieh, 13. Juni. Ein gestern Nachmittags 5 Uhr, von Westen heranziehendes schweres Wetter hat unseren lechzenden Fluren einen durchweichenden Regen gebracht, dagegen durch einen zündenden Blitzstrahl eine achtbare Familie des Dorfs in Todesgefahr versetzt. Der Blitz schlug in das neben dem Pfarrhaus gelegene Haus des Schneiders Joh. Zeiß VII. Die ganze Giebelseite wurde zertrümmert, aus den Balken Stücke von Mannsdicke und Länge losgerissen, 4 Fenster zerschlagen, eine am Fenster stehende Tasse durchlöchert, ebenso ein in derNähe liegendes Heftchen, die Fensterrahmen versengt, die Wandbekleidung und vieles Fachwerk herunter- und durchgeschlagen. Das Ehepaar Zeiß, einige Enkelkinder und der von Rockenberg zu Besuch anwesende, von hier gebürtige Peter Bingel wurden zu Boden geworfen, die Frau an der Hand, das älteste Enkelkind am ganzen Körper, der Besuch am stärksten im Rücken und an dem einen Arm verletzt resp. momentan gelähmt und Bingel mit dem Stuhl, worauf er, an die Wand gelehnt, saß, einen Fuß weit in die Stube gerückt. Die in der Mitte der Stube an der Wiege des kleinen Kindes sitzende Schwiegertochter blieb mit ihren beiden kleinsten Kindern völlig unversehrt, war jedoch gleichfalls kurze Zeit betäubt. Zwei in der Nähe der Thüre sitzende, aus einem anderen Hause zu Besuch anwesende Enkel waren gleichfalls nur betäubt.
Berlin, 12. Juni. Sämmtliche hiesige Nedacteure, ausgenommen die
48,664,364 Thlr. zur Verkeilung übrig. Nach der Bevölkerung Nordheffens (der Provinz Oberhessen) in 1871 berechnet, kommen davon auf 246,733 See- 409,245 Thlr. Von dieser Summe gehen jedoch ab:
eine ohne Zweifel gewinnende. Seine Eesichtszüge weisen nicht allein auf Intelligenz und geistige Be-
i) diejenigen Beträge, welche für die Gewährung von Beihülfen an Reservisten und Landwehrleute in Nordhessen von Preußen während des französischen Krieges geleistet worden sind;
2) diejenigen Beträge, welche als Retablissementsgelder für die 25. (hessische) ■ Division besonders aufzuwenden sind und nach der Militärconvention vom 13. Juni 1871 von dem Großherzogthum Hessen allein getragen ! werden müssen.
Die Ermittlung und Feststellung dieser Beträge ist noch Vorbehalten. ' Höchst wahrscheinlich werden dieselben den Betrag von 400,000 Thlr. überstei- ' gen und Hessen zu den Netaölissementsgeldern seiner Division noch eine erheb- 1 liche Summe zuzulegen haben. Zu einer Steuererleichterung wird es demnach schwerlich kommen. :
Darmstadt, 11. Juni. Durch Allerhöchstes Decret vom 30. v. Mts. 1 wurde der Großherzogliche Hofgerichts-Präsident Dr. Georg Krug auf'sein Nachsuchen, unter Bezeigung der Allerhöchsten vollen Zufriedenheit mit seiner ‘ langjährigen, treuen und eifrigen Dienstführung in den Ruhestand versetzt. Bei \ diesem Anlaß haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog dem Präsidenten Krug ' in Rücksicht auf sein nahezu fünfzigjähriges Dienstalter und auf die von ihm stets bewiesenen loyalen Gesinnungen das Eomthurkreuz I. Classe des Verdienst- | Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen geruht.
Darmstadt, 11. Juni. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 27 enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ober - Konsistoriums, die Ergebnisse der Verwaltung der allgemeinen geistlichen Wittwenkasse vom Jahr 1871 6cfr.
Die Einnahme beträgt 158,177 st. 9 fr. Die Ausgabe 132,810 fl. 45 kr. (Darunter 59,698 fl. 7 fr. Wittwenpensionen und 67,600 fl. neu ausgeliehene Kapitalien.) Verglichen bleibt Rest 25,366 fl. 24 fr. und dieser be- < steht: 1) liquidirten Ausständen mit 587 fl. 37 fr., 2) in baarem Vorrathe 1 mit 24,778 fl. 46 fr., zusammen 25,366 fl. 24 fr.
2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1873 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Comnumal-Bedürfnissen
Iretona trafen zuerst, von Stuttgart kommend, in einem Extrazuge auf demsdeö „Staats-Anzeigers- , der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", der „Kreuz- Bahnhöfe ein und wurden von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog und densZeitung" und der „Post", beschlossen einen Protest gegen den Reichspreßgesetz- Prinzen Carl, Ludwig und Wilhelm, sowie von dem Grafen Schönberg mit Entwurf. Die Erklärung richtet sich gegen die unveränderte Beibehaltung der Gemahlin empfangen. Wie seine Gäste, so war auch Se. Königl. Hoheit im'polizeilichen Beschlagnahme und findet die Definition der Vergehen und Ver- Avilanzuge. Der kaiserl. russische Gesandte Graf v. Osten-Sacken, sowie derchrechen nicht begrenzt genug, glaubt vielmehr, daß die statt dessen aufgestellten Legationssecretär Fürst Baratow, waren gleichfalls in Erwartung des Kaisers allgemeinen Sätze nach subjectiver Willkür gedeutet werden könnten. Die Beim Bahnhof anwesend. stimmungen über die Verantwortlichkeit des Redacteurs widersprächen allen
Sofort nach der Einfahrt des kaiserl. Trains fuhr der Extrazug des strafrechtlichen Grundsätzen, welche zur Strafbarkeit den dolus oder eine schuld- Schahs von Persien auf dem dem Perron des Bahnhofes abgekehrten Geleise volle Fahrlässigkeit verlangen. Die deutsche Presse, ihres täglich wachsenden ein und hielt dem südlichen Pavillon des Bahnhofs-Gebäudes gegenüber. Der Einflusses wohl bewußt, will nicht Straflosigkeit für ein veröffentlichtes freies Kaiser von Rußland der an dem nördlichen Pavillon, wo sich die Großher- Wort, wenn dasselbe wirklich straffällig ist, sie will strenger Verantwortung vor zoalichen Gemächer 'befinden, seinen Wagen verlassen hatte, schritt an der den allgemeinen Strafgesetzen sich nicht entziehen, aber protestiren muß sie gegen Waqenreihe des Zuges mit welchem er gekommen war, her, und den PerronlAusnahme-Bestimmungen, deren maßlose Vielseitigkeit und Dehnbarkeit eme mtlana auf den Wagen des Beherrschers von Persien zu. Der letztere stieg, pruste und wissenschaftliche Erörterung allgemeiner Wahrheiten auch die patriotisches er dieses bemerkte aus und trat auf das vordere Cchienengelcise, auf^wohlgemeinteste Beleuchtung öffentlicher Zustände Tag für Tag, wo nicht der welchem sich nunmehr die beiden Monarchen begrüßten. Der Händedruck, mit.Vernichtung, doch der Verfolgung durch die Organe einer unberechenbaren welchem sie sich bewillkommneten, wie die nachfolgende, auf französisch geführtes Administration nach deren Ermessen aussetzen würde. Man bietet m dem Ent- Unterredung trugen gleichmäßig das Gepräge des Herzlichen. Ebenso wechselten wurf die Aufhebung der Stempelsteuer und der Cautionen. eo wunschens-


