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AuS Vaden, 8. August. Der Frkf. Ztg. wird über den traurige»
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^ttlda, 10. August. Bischof Köii hat, wie der
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Theil werden lassen Auch wir unsererseits kennen sowohl den Führer der Compagnie als seine beiden Kameraben als umsichtige und gegen ihre Untergebenen rücksichtsvolle Officiere, die gewiß nichts außer Acht ließen, um den Marsch glücklich durchzuführen. Die allgemeine mib spccielle Marschordnung, wie sie überhaupt und für die jeweilige Marschroute insbesondere vorgeschrieben ist, hatten sie hierbei freilich aus's genaueste einzuhalten. Wie weit solche für niilitärische Bewegungen in der wasser- und schatteiiarmeu Rauhcnalp mit der Leistungsfähigkeit militärischer Mannschaften in Harmonie stand, muß dem Urtheil der Sachverständigen und der Zeugen überlassen bleiben. Merkwürdig ist und bleibt, daß man durch die Vorgänge von Seban nicht wenigstens dahin belehrt war, isolirt marschireuden Truppen Aerzte mitzugebeu, daß vielmehr der für Hohenzollern bestimmte Arzt, wie ich von sehr unterrichteter Seite erfahren, mit einem andern, acht Mal stärkeren Trlippentheil desselben Regiments mar- schirte, jo daß diese Truppe (zwei Bataillone) drei Aerzte bei sich hatte. Der Regiments- und Oberstabsarzt ist hier nicht einmal einbegriffen; denn nach teil genauesten Informationen wirb derselbe nicht zum Manöver beigezogen, fonbern verbleibt in seinem Garnisonsorte. Jebeufalls barf man aus biesen Umstänbeu folgern, baß bas etwaige ober wahrscheinliche Bebürsniß ber Truppen bcS Regiments an ärztlichen Personen unb an ärztlicher Hülse nicht gehörig in'ö Auge gefaßt würbe. Während in den Garnisonen häufig Ueberfluß an Militärärzten ist, glaubt man sie beim gefährlichen Marschiren in jetziger heißer Jahreszeit entbehren zu können. Freilich, nachdem die roscnfelder Katastrophe einmal passirt war, hat man gleich sich beeilt, einen Arzt an jene Compagnie abzuschicken! So unzart solche Bemerkungen wie die obigen manchen Militärmachthaber auch berühren mögen, so schuldet man sie doch dem öffentlichen Urtheil. Wir wollen sie der Oeffentlichkeit um so weniger vorenthaltcn, । als dieser Weg vielleicht am meisten geeignet ist, nach gewissen Seiten (wenig- • stens im Frieden) so viel Respect vor Menschenleben einzuflößen, als das Civil- stras-Gesetzbuch sonsten von einem jeden gewöhnlichen Sterblichen — und dies
Sot\ tfoii des ja» katholischen Dewenier ] uitiiN'1111 Seminars j
Bewilligung erreichen läßt?
Natürlich weiß der Verfasser dieses unter dem Titel: Ein neuer Weg zum Himmel" geschriebenen Brandbriefs, daß der Staat die kirchlichen Sacra- mente Jeden genießen und spenden und von der Wirkung derselben glauben läßt, was er will und was die katholiche Kiiche irgend gestattet und lehrt. Aber wieder zeigt sich in wahrhaft cyntscher Weise, was diese Kirche unter der von ihr gewollten Freiheit vom Staate versteht. Ihre geistlichen Acte sollen nicht blos solche, sondern auch bcn Staat verpflichtende sein, diese ist in die Rolle eines dienenden Gliedes gewiesen. Wen die katholische Kirche traut, den muß ohne Weiteres auch der Staat als verehelicht anerkeu neu und selbst die Taufe, die doch nur deu Act der Aufnahme in die Kirchen gemeiuschfft darstellt, soll auch den Staat und die bürgerliche Gesellschaft binden! Für solche Ansprüche, meine ich denn doch, ist das preußische und deutsche Volk nicht mehr hinreichend empfänglich. Im paritätischen Staate der deutschen Nation weiß Jeder, daß zur bürgerlichen Ordnung Staat und Kirche zusammenznwiiken haben und das Volk wird sich von denen abwenden, welche rücksichtslos die Allgewalt des einen Faktor über den anderen durchführen wollen.
(N. Frkf. Pr.)
Bonn, 11. August. In einem Hirtenbrief des altkatholischen Bischofs Reinkens bespricht derselbe die Situation der Altkatholikeu und die Aufgabe des Bischofs. Bezüglich des bischöflichen Amtes heißt es: dasselbe sei kein Privilegium einer kleinen Anzahl von Bevorzugten, sondern ein Dienst für die Gläubigen; zu dem bischöflichen Amte gehöre auch, Gehorsam gegen die weit liehe Obrigkeit als religiöse Pflicht des Gewissens wegen zu lehren, ein Bischof, welcher das nicht thue, übe Verrat!) an seinem Amte.
mit Recht — verlangt."
Dcfleureidj.
Wie»», 9. August. Mit einem Schwall von Sonnen-Orden verschwand gestern der Schah iu-Schah und mit ihm kehrte auch Baron Reuter der österreichischen Hauptstadt den Rücken. Seine Versuche, in Wien für die persischen lluternehmungen das nöthigc .Kleingeld aufzntretben, scheinen nicht voni glücklichsten Erfolge gekrönt worden zu sein- In Negierungskreisen, die er häufig srequeutirte, ließ man es zwar an Schutz-Zusagen für seine civilisatorischen Strebungen und Plane nicht fehlen. Mau versprach sogar, den Gesandten in Teheran, Grasen Dubsky, eigens in diesem Sinne zu inftruiren, damit er namentlich in allen den Fragen Herrn Reuter zur Seite stehe, in denen ein „russisches Interesse" durch seine Unternehmungen nicht gefährdet erscheine. Dagegen entzog man sich mit stark betonter Geflissentlichkeit jeder Behandlung der finanziellen Seite dieser Projekte.
Frankreich.
Paris. Unter den auswärtigen politischen Nachrichten nimmt die Fusionsgcschichte der beiden um die Französische Künigskrone rivalisirenden Prinzen vom ersten und zweiten Geblüt noch immer die hervorragendste Stelle ein. Ein gut Theil des ihr zugeschriebeuen Interesses muß jedoch der politischen saison morlc zugeschrieben werden. Die Fusion muß eben über die Dürre der
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Jett hinweghelfen. Daß diese Farce in irgend einer Weise auf die definitive Entscheidung der Regierungssorm Frankreichs irgend welchen Einfluß haben könnte, ist auch nicht tm Entferntesten anzunehmen. Es hat sich Nichts geän- dirt, höchstens zählt Frankreich einen Orleanistcu weniger. Ein günstiges Resultat, wenn auch wider Willen ber Urheber, hat biese Fusion jeboch bereits gezeitigt; sie hat nämlich bie Contrefusion ber beiben republikanischen Präten- beiiten, Thiers unb Gambetta, zu Wege gebracht. Die vereinigten republikanischen Parteien bewähren burch ihre würdige, ruhige Haltung ein ihren Gegnern sehr bedenkliches Gefühl der Sicherh.it. Die Bonapartisten allein schäumen vor Wnth und drohen ihren mit Broglie geschlossenen Pact aufzukündigen. In einer Erörterung brr Lage ber Parteien in Frankreich im gegemvärtigen Augenblicke spricht etn Französischer Pariser Corrcspoubent ber „Times" bie Muthmaßung aus, baß es der Nationalversammlung nicht ohne einen Kampf gelingen werde, eine definitive Regierungsform zu bilden. „Es giebt" — sagt er „in der Kammer allerdings nicht weniger als drei Parteien, die darin interessirt sind, daß die Kammer sich nicht auflöse, ohne nur irgend etwas ge- gr indet zu haben. In erster Reihe sind es die Bonapartisten, die etwa 30 Mitglieder in der Kammer zählen und die sehr wohl wissen, daß diese Nationalversammlung nicht das Kaiserreich gründen werde. Was sie wollen, ist die Verlängerung ber Vollmacht beö Marschalls Mac Mahon um wenigstens fünf Jahre, so baß der Kaiser!. Prinz ohne Vormund zurückkehren mag, denn es ist gewiß, baß ein Prätenbent, mit einem klaren Wege vor sich unb nngefesselt durch eine Regentschaft ober einen Vormund, allein im Stande ist, sich zu einem gegebenen Moment einer disponiblen Regierung zu bemächtigen. Die Conservativen erwidern zwar, daß nichts beweise, daß jene fünf Negierungsjahre nothwendigerweise dem Kaiserreich nutzenbringend sein würden. Aber die Bona- partisten verlangen Zeit, ohne diese Thesis zu discuttren, und denken ohne Zweifel, sic werden im Stande sein, guten Gebrauch davon zu machen. Was die Rabicalen betrifft, so wollen sie nichts davon hören, daß diese Kammer eine Verfassung entwerfe, da sie wissen, daß dieselbe zu ihrem Nachtheile sein würde Sic wollen, daß die Kammer prompt aufgelöst werde, ehe die Reactiou Zeit hätte, die Adern des Wahlkörpcrs zu dcfiltrircn, und sie sind überzeugt, daß sic eine große Majorität davontragen würden, wenn die Wahlen prompt ft-ulbd, 10. August. Bischof Kütt hat, wie der „Nat.-Ztg." mitge-fgehalten werden. Endlich wollen die puren Legitimisten, die Doctrinen ihres theilt wird, officikll erklärt, daß er jedem Candidateu ber Theologie, der auf Chefs adoptireud, nicht, daß die Nationalversammlung eine Verfassung entwerfe, einer Universität studirt hat, fortan die Ordination verweigern werde. iveil sie deren Reckt, dies zu thun, nicht mehr als die Radicalen anerkennen;
Den Abschluß der Ausschußberathungen bildete ein zwischen den Ausschußmü- aliedcrn dem Präsidium der Synode und den Vertretern des Kirchenregimeuts Vorfall bei Rosenfeld von „beachtenswerther Sette geschneben- und der Synode gemeinschaftliches Mittagsmahl im Darmstädter Hof, bei Versicherungen der Soldaten selbst so wie laut den Zeitungscorrespondenzen aus welchem — was als Reichen der versöhnlichen Stimmung beider Theile Her-Rosenfeld, welche füglich als der Ausdruck der öffentlicheu Meinung daselbst voraehoben zu werden^verdient, unter andern der Berichterstatter der Majori- betrachtet werden können, trifft den Führer der Abtheilung keine Schuld; ja, tät ein Hoch aus die Minorität ausbrachte. — Während sich der Gesammt- r hatte ihr auf dem Marsche alle nur denkbaren zulässigen Erleichterungen zu ertrag aus Stempelpapter, Stempelmarken und Spiclkartenstempel 1871 nur auf 554,984 st. stellte, hat er sich nach den jetzt abgeschlossenen Bececknungen l tm vorigen Jahre auf 648,044 fl., also um nahezu 100,000 st.; erhöht. f Eineu Ausfall ergibt dagegen die Hundesteuer pro 1872 gegen 1871. Sm 1 letzteren Jahre ertrug sie 48,557 fl-, während sie v. I. sich nur auf 48 123 fl. i stellte. Aus dem ersterwähnten Resultat bezüglich des Stempels ergibt sich, daß die zweite Kammer, alö sie 630,000 fl.» statt 590,000 fl., wie die Regier rung wollte, tu das Eiunahme-Budget ausnahm, noch erheblich unter ber jetzt sestgesteltteu Einnahme pro 1872 verblieben ist. — Als Referent über bas Volksschulgesetz in ber ersten Kammer ist Graf Görtz ernannt.
Berlin, 10. August. In der Diöcese Fulda scheint der Kirchenconflict die schärfste Gestalt annehmeu zu wollen. Merkwürdiger Weise ist der mehr alö 80jährige Bischof 5tött gerade derjenige, welcher von allen preußischen Prä laten am wenigsten das Zeug hat, der StaatSregieruug zu trotzen und durch Trotz zu imponiren. Der alte Herr fühlt das auch sehr wohl unb weder Einsicht noch Ncigiing sind bei seinem Auftreten im Spiele. Aber gerade darum bewährt sich an ihm am schneidendsteu die Gewalt der jesuitischen Organisation, innerhalb welcher er mir ein stummes Glied ist. Gerade er muß den rücksichtslosesten Geboten den unweigerlichsten Gehorsam leisten und gerade dieses schwache Werkzeug ist auöerschn, der Welt zu zeigen, mit welcher Macht die römische Kirche alö solche zu wirken vermag. So hat denn Herr Kött aus die Schließung des Priesterseminarö mit der Anzeige an die Regierung mit Worten müssen, daß er in seiner Diöcese keinen auf den StaatSuuiversitäten vorgebildeteu Geistlichen fortan anstellen werde. Dadurch wird natürlich die Wicderbesetzuug jeder tu ber Diöcese Fulba zur Erlebigung gelangenden geist liehen Stelle unmöglich, beim ber Bischof ernennt keinen Canbidatcn, welcher den gesetzlichen Ersorderniffen an die Ausbildung ber Geistlichen entspricht unb der Staat läßt keinen anberS Vorgebildeten fein Amt mehr nehmen. Dieser Nothstanb muß ohne Zweifel zunächst sich unmittelbar gegen ben Bischof selbst kehren, gegen welchen ben § 24 bes Gesetzes vom 12. Mai 1873 aiizuwenbeu und das Verfahren auf Dienstentsetzung eiuzulciten, die StaatSregieruug mi möglich wird umgehen können. Daö Fuldaer Bisthum wird als solches ebenso zur Erledigung gebracht werden müssen, wie jetzt verschiedene Pfarreien um der Renitenz ber Bischöfe willen verwaist stehen. Die heutige „Germania" bringt aus Anlaß ber-letztem Thatsache heute wiebcr einen Hetzartikel, ber in alle Weise meine gestrige Behauptung bestätigt, daß ber Ultramontanismus bnre) die Herbeisührung von Sedisvakauzen das katholische Volk aufzustacheln bemüht ist. Denn was Anderes bedeutet eine Aussüyrung wie diese:
Katholiken! laßt Euch von dem Priester, den die Kirche eingesetzt hat, sagen: „Was Gott verbiinden hat, soll der Mensch nicht trennen 1" Laßt Euch den Segen des Priesters ertheileu, und die geweihten Ringe an die Finger stecken; es nützt Euch Alles nichts! Hat der Herr Oberpräsident nicht Ja und Amen zil diesem heiligen Bunde gesagt, dann tretet Ihr nicht in den Stand der Ehe, sondern in ein verbrecherisches Concubinat ein.
Katholiken ! Laßt Eure Kinder an heiliger Stätte taufen, aber fragt erst den Herrn Oberpräsideitten, ob er bie Taufe für giltig hält, sonst bleiben Eure Kinber im finstern Heideuthlini unb unter ber Last der Erbsüube.
Unb so geht es Euch ber Reihe nach mit allen Sakramenten, so geht es Euch sogar mit ber heil. Messe, bie ein staatliches Sacrilcgium wird, wenn der Oberpräsident den celebrirenben Priester nicht bestätigt hat.
Wißt Ihr jetzt, was eine Staatskirche zu bedeuten hat? Wißt Ihr jetzt, waS die Staatskathvliken mit ihren Adressen sagen wollen?
Der Papst soll und darf nicht nusehlbar fein, aber daö neue staatskirchliche Evangelium, welches der piotestautitche Cultusminister Dr. Falk für Euch hat ausarbetteu lassen, ist unerträglich; Nachsolger der Apostel giebt es zufolge desselben nicht, wohl aber giebt es Oberpräsidenten, Laudräthe und Gensd'ar men, die Euch, wenn Ihr eigensinnig genug seid, nach Eurer Fa<,-on selig werden zu wollen, nach Anleitung der „liberalen" Kirchengesetze in ben Himmel hinein puffen unb knuffen werben. Denn zu was wäre ber Fortschritt, wenn Ihr mit Hülfe ber Guabe erlangen wolltet, was sich boch nur mit polizeilicher
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