Einzelbild herunterladen

Barzim bei Soldau, 1. August 1873. Der verehrten Redaction möchte

Aour.

Ri. So

N-chefort's $ Äitet Abschi'?

Prag S"cr[dmmlin^ trs Schulgell unb Palacky mter Ohm yeM

Ä"1 staf

Aenitenz e un* M

zehn Milliarden gefordert haben.

Der Jrrrhum war übrigens verzeihlich genug. Nach deutschem Maßstabe war die Summe von fünf Milliarden so ungeheuer, daß man sie nicht ohne ein unheimliches Gefühl aussprach. Die Franzosen selbst, wie gesagt, wußten nicht, wie leicht sie diese Milliarden aufbringen konnten. In der Geschichte gab es keine Präcedenzfälle, nach denen man sich richten konnte. Die letzten Beispiele, aus der napoleonischen Periode, fielen in eine Zeit, wo Geldwerth und Wohlstand ganz andere waren, als heutzutage. Man rechnete wohl nach, was Napoleon nach der Schlacht bei Jena von Preußen erpreßt hatte, und wandte dies, im Verhältnis; der Bevölkerung auf Frankreich an. Aber der Vergleich hinkte stets. Die Lage der Dinge war in beiden Fällen durchaus verschieden; die Erpressungen Napoleon's bestanden zum Theil in Naturalien; die Zahlungsfähigkeit Preußens im Jahre 1806 mit derjenigen des heutigen Frankreichs zu vergleichen, war gar nicht möglich. Man kann sich sehr wohl denken, daß Kaiser Wilhelm und Fürst Bismarck sich scheuten, in Ermangelung sicherer Rechnungsgrundlagen, über die Ziffer von fünf Milliarden hinauszu­greifen, welche damals noch für die Phantasie etwas Erschreckendes hatte, selbst wenn sie das Gefühl gehabt hätten, daß diese Summe nicht ausreiche, allen Schaden zu decken und Frankreich auf Jahre hinaus zu lähmen.

Jetzt ist die große Liquidation zwischen den beiden Nationen ausgeführt und abgeschlossen. Noch im vorigen Sommer hielt die französische Regierung es für gerathen, sich eine Erstreckung der Zahlungsfrist bis zum März 1875 auszubcdingen. Ein halbes Jahr lang hat jetzt Frankreich täglich im Durch­schnitt 2i/3 Millionen Thaler entrichtet. In der Thet, wenn man im Anfang des Krieges gesagt hat: Deutschland wußte nicht wie stark es sei, so kann man jetzt nach dem Abschlüsse der Kriegesrechnung sagen: Frankreich wußte nicht wie reich es sei.

Von Herzen gratuliren wir den Soldaten, welche die Uebereinkunft vom 15. März jetzt in die Heimath zurückführt. Sie haben eine undankbare und gehässige Aufgabe rühmlichst erfüllt, unter Verhältnissen, die kaum minder schwie­rig waren, als diejenigen des Krieges. Inmitten einer erbitterten, unberechen­baren Bevölkerung haben sie zwei Jahre lang die Ehre ihrer Fahne aufrecht erhalten durch strenge Zucht, unerschütterliche Ruhe, und es solgt ihnen das unverwerfliche Zeugniß ihrer Feinde, die nicht im Stande gewesen sind, ihnen einen Mißbrauch der Gewalt nachzuweisen.

j.jr jL/iuip1' gestern beeilt Siebenen et'

Andenken hi lei'm 3 l Mim Cavc mi. Als v jagte man h mancher cort Mn, als k svndern von tnd) die W Ostung Bels ter deutschen in Wndesla Ünlüntzsi iao iber den de wären fie n MM/

Pari teil ber frc tob dort gefi lchen Prinzen sanfter Lejlo M der Man

in der! Rtoetteriinmi " a«ch aüjäbi

F* ftCflCll ,ab Woß iD|

Beliehenen und die Osficierstellvertreter Anfangs 15, dann 5 Frcs. tägliche Portionsgelder erhielten. Eine Zahlung der doppelten Löhnung neben den Portionsgeldern an die Osficierstellvertreter war bestimmt, ist aber nicht bei allen Truppen erfolgt. Da hierüber mehrfache Beschwerden einliefen, hat auf eine Anfrage das Obcr-Commando der Occupations-Armee unter'm 15. Juli 1872 bestimmt:daß, wo eine Zahlung der doppelten Löhnung neben den Portionsgeldern stattgefunden, solche belassen werden, eine nachträgliche Zah­lung aber nicht stattfinden darf." Der Unterzeichnete hat allein für seine Per­son ca. 60 Tblr. cingebüßt und mit ihm fünf Kameraden seines Bataillons. Die geehrte Redaktion wird jetzt wohl keinen Zweifel haben, daß so colossale Ersparnisse haben gemacht werden können, die jetzt an Officiere und Mann­

gen theologischen Fakultät wieder mehr Anziehungskraft gewinnen, während diese jetzt in so bedenklichem Grade gemindert ist."

Berlin, 9. August. Vom Reichstag sind dieser Tage die letzt»» Druck­sachen aus der vorigen Sitzungsperiode an die Abgeordneten versandt worden: die letzten stenographischen Berichte, Register u. s. w. Wie gewöhnlich liegt auch ein Sprechregister bei, das immerhin einiges Interesse gewährt. Delbrück, der fleißige und fast alle Materien umfassende Arbeiter im Reichskanzleramt, ist weitaus auch im Reichstag der am meisten Angespannte, mit 123 Reden. Bismarck erscheint 43 Mal, Michaelis 27 Mal, die beiden Militärs Kameke und Voigt-Rhetz je 14 Mal. Unter den Abgeordneten nimmt wieder Lasker die erste Stelle ein: 97; ibm zunächst Frhr. v. Hoverbeck mit 83 und Windt- horst (Mevpen) mit 75. Bamberger hat sich hauptsächlich durch das Münz gesetz zu 64 Reden erhoben. Nun folgen Richter mit 51, Gumbrecht mit 47, Miquel 37, M. Mohl 37, Braun (Gera) 31, Neichcnssperger (Crefeld) 29, Mösle 27, v Benda, v. Helldorf, v. Kardorff, v. Stauffenberg je 24, Frie­denthal und Halder je 21, v. Zedlitz, v. Lenthe je 20, Ackermann 18, Löwe und Schleiden 17, Stephani und Dernburg 16, Sombart und Lesse 15, Loe 14, Völk 13 u. s. w. Ueberhaupt haben 161 Abgeordnete gesprochen.

Königsberg, 8. August. ImN. Elbcrf. Anz." findet sich ein recht

schäften vertheilt werden sollen, die nur zum Theil ihr Gut und Blut für die wichtige Sache einsetzten, während wir, die Krieger, denen es verkürzt ist, uns mit der Verfügung vom 15. Juli 1872 begnügen müssen. Die verehrte Re­daction, wie überhaupt die gejammte Presse nimmt so lebhaften Antheil an der in Aussicht stehenden Vertheilung der sog Ersparnisse, daß ich nicht umhin kann, diesen Fall Wohldersclben mitzutheilen. Vielleicht wäre es doch möglich, auf diesem WegeJedem das Seine" zu geben. Achtungsvoll ergebenst Wolle, Res.-Feldwebel vom Hannov. Jäger-Bataillon Nr. 10.

Man darf begierig sein, zu erfahren, ob denn dies Schreiben ganz wir­kungslos bleiben wird.

Königsberg, 9. . ugust Das Generalcommando des ersten Armee- eoips macht bekannt, daß die zu den Manöverübuugen zusammengezogenen Truppen nicht in der Dtadt, sondern in deren Umgegend cinqnartirt werden. Das Ostpreußische Jäger-Bataillon No. 1 (Draunsberg) ist von der Theil- nahme an den Truppenübungen ganz und gar dispensirt.

Bonn, 10. August. Bei Gelegenheit der morgen in Rotterdam vor sich gehenden Cousecration des altkatholischen Bischofs Reinkens wird dieser einen längeren Hirtenbrief publiciren, worin u. A. kirchliche und politische Noth- i!»endigkert und Berechtigung des Altkatholicismus eine wiederholte Beweissüh- >ung erhalten werden- Wie man mir mittheilt, soll das umfangreiche Akten­stück auch als Broschüre in vielen lebenden Sprachen erscheinen.

Stettin, 10. August. Der King Oskar, von Quebeck angekommen, passirte den Lloyd-DampferArndt" am 23. Juli unter 46° 10' Nord 45° 0,3' West; derArndt" war auf dem Wege nach New-Iork und hatte am 14. Juli seine Schraube verloren. An Bord war Alles wohl.

Posen, 8. August, Abends. Auch iin Kreise Posen ist einem ohne Genehmigung der Staatsbehörde eingesetzten Dorfgeistlichen im Auftrage des Oberpräsidenten durch den Landrath eröffnet worden, daß er bei Strafe keine kirchlichen Handlungen verrichten dürfe, daß alle von ihm vollzogenen derartigen Handlungen ungiltig und die von ihm eingesegneten Ehen Concubinaten gleich zu achten seien.

Posen, 9. August, Morgens. Das Schreiben des Erzbischofs Ledo- chowski auf die Vorladung des Kreisgerichts in der Angelegenheit des Prob- stes Arndt in Filehne lautet: Auf die Vorladung des Königlichen Kreisgerichts, Abtheilung für Strafsachen, vom 1. d. zum Termin den 8. d. beeile ich mich ergebenst anzuzeigen, daß die canonische Institution eines Geistlichen zu einer Probstei ausschließlich ein kirchlicher Act ist, zu dessen Vollziehung jeder Diö- cesanbischof nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet ist. Aus diesem Grunde ist cs mir nicht möglich, in dieser sowie in jeder Sache, welche aus­schließlich kirchlicher und geistlicher Natur ist, die Competeuz einer anderen Behörde, als die des heiligen apostolischen Stuhls, zur Ausführung meiner Bischöflichen Verpflichtungen anzuerkennen. In Folge dessen gestattet es mein Gewissen nicht, in dem angesetzten Termine zu erscheinen, um mich wegen der in Wirklichkeit vollzogenen Institution des bisherigen Vicars Anton Arndt aus Czaruikau als Probst zu Filehne ohne vorherige Benachrichtigung des Ober- Präsidenten zu verantworten. Was die allegirten Paragraphen des jüngst über diese Materie erlassenen Gesetzes anlangt, so mag mir gestattet werden, zu erklären, daß ich zugleich mit sämmtlichen andern Bischöfen der Monarchie noch ror Rcchtsgiltigkcit der betreffenden Gesetze nicht verfehlt habe, an competenter Stelle dar inf aufmerksam zu niachen, daß das besagte Gesetz mit den Grund­sätzen und Dogmen der katholischen Kirche unvereinbar sei. Nach seiner Publi- cation habe ich zugleich mit dem ganzen Episcopat der K. K. Negierung meine Erklärung abgegeben, daß ick, ohne schwere Verletzung meiner Verpflichtungen gegen Gott und gegen die Kirche, an der Ausführung dieser Gesetze mich nicht betheiligen könne. Posen, den 6. August 1873. Der Erzbischof von Gnesen und Posen. Miecislaus.

Fulda, 10. August.Regens, mach' die Klappe zu, es kommt ein Dele- girter!" So hatte Bischof Kött vor einigen Wochen seinem Factotum, dem Seminariumsvorsteher Dr. Komp, commandirt, als- der Regierungscommissar Mittler von Kassel im Auftruge des Ober-Präsidiums unter Berufung auf den § 9 des Gesetzes vom 11. Mai 1873 Auskunft über die Hausordnung lind Disciplin im hiesigen Knabenseminare verlangte. Mit höhnischem Grin­sen wurde dem Genannten wie seinen Collegen, dem Schulreferenten Ernst, die Thüre vor der Nase zugeschlageu, und der als Erzjesuit bekannte Regens Komp entblödete sich überdies nicht, den Negierungsbeamten, welche in der wohlwol­lendsten Absicht auf die nothweudigen Folge« einer fortgesetzt renitenten Hal­tung hingewieseu, den Vorwurf in's Gesicht zu schleudern,die Herren verlang­ten ja von ihm, dem Regens, eine durchaus jesuitische Handlung." Auf dies ebenso ungesetzliche als anmaßliche Gebahren unserer Klerisei hat denn die Staatsbehörde eine gebührende Antwort ertheilt und auf völlig gesetzlichem Wege die Schließung der Anstalt verfügt, deren heillose Wirtschaft nun ein­mal der Kritik der Negierung entzogen werden soll. Kaum ist der bezügliche Beschluß dem Bischöfe notificirt, so schreien die Priester Mord und Zeter über

t. Inns V

' V||p -Uink

k.5 Madri E® fcle

gliche A

"Wen, b.

? ta. D

«bi«

»5$

ki, hM («»' DieriinW* ebne ein £ circn kann.

Mi Dr. v. Dc vom 26-v-

AuS

Dfulschland.

Darmstadt, 8. August. Gestern traf die Exkaiserin Eugenie mit dem Schnellzug 4. 35 der Main-Neckarbahn hier ein und reiste mit dem anschließen­den Courierzug der Ludwigsbahn rheinabwärts weiter. Der kaiserliche Prinz begleitete sie nicht. Professor Kohlrausch, Lehrer der Physik am hiesigen Polytechnikum, hat einen Ruf nach Rostock erhalten. Die neuerbaute Syna­goge der orthodoxen israelitischen Gemeinde soll am Abend des 15. d. Mts. etugeweiht werden. Die Oberstudiendirection hat für dieses Jahr zum ersten- male eine osficielle Maturitätsprüfung, welche beim Bestehen zum Eintritt in das hiesige Polytechnikum berechtigt, angeordnet. In den letzten Tagen traf bei der hiesigen Hauptstaatvkasse wiederum eine sehr bedeutende, unserem Lande zugewiesene Rate französischer Kriegsentschädigungsgelder, über 1 Million, ein. Die Regierung hat die Polizeibehörden bedeutet, daß das Terminiren der Kapuziner verboten sei, und letztere eintretenden Falls zur Anzeige zu brin­gen und zu strafen seien.

Berlin, 8. August. DieAllg. evang. Kircheuztg." macht die Mitthei­lung, daß die hiesige theologische Fakultät in ihrer Majorität Herrn Professor Theodor Keim, bisher in Zürich, dem Minister für die zu besetzende Professur für neutcstameutliche Exegese vorgeschlagen hat.Keim, der übrigens mit Ab­lauf dieses Sommerhalbjahrcs Zürich verläßt und nach Gießen übersiedelt, hat sich bekanntlich durch seine drei Werke über das Leben Jesu als eine hervor­ragende Autorität auf dem Gebiete der neutestameutlichen Kritik erwiesen und hat in Zürich eine große Anziehungskraft auf die Studirenden, namentlich auch für solche aus Deutschland, bewährt. Eine durch und durch pectorale Natur, ist ihm in hervorragender Weise das eigen, was die streng Orthodoxen ge­wöhnlich einenlebendigen Glauben" neunen, aber als nur ihnen ausschließlich zugehörig in Anspruch nehmen. Sicher würde Herr Professor Keim der diesi-

isf!

brecher nicht allein den Ersatz des angerichteten Schadens, sondern auch außer- Barzim bei Soldau, 1. August 1873. Der verehrten Redaction möchte dem noch eine Buße aufzuerlegen, welche auf längere Zeit ihn finanziell un- ich zu dem Artikelüber Ersparnisse der Occupatioustruppen in Frankreich, die fähig zur Kriegführung mache. Wir sehen jetzt, daß die deutschen Staats- zur Vertheilung kommen sollen", Folgendes ergebenst mit der Bitte mittheilen, männer die Leistungsfähigkeit Frankreichs richtiger beurtheilten, als die weisen diese meine auf Wahrheit beruhende Mittheilung angänglichen Falls zu über-

Mäuner derCity" und die Gelehrten derTimes", und daß. wenn sie irrten, nehmen. Nach dem Friedensschluffe wurden die "Verpflegungsgelder der Mann- thr Jrrthum nicht in einer Überschätzung, sondern in einer Unterschätzung lag. schäften auf das Doppelte erhöht, während die Officiere, die mit Officierstelle Hätten sie gewußt, was sie heute wissen, so würden sie nicht fünf, sondern Beliehenen und die Osficierstellvertreter Anfangs 15, dann 5 Frcs. tägliche

Königsberg, 8. August. ImN. Elbcrf. Anz." findet sick ein rccht,dieungerechte Maßregel," welche darauf hinausgehe, die Diöcese ihrer Seel- interessantcs Schreiben eines bei den Ersparnissen des Generals v. Manteuffel sorger zu berauben, die Pfarrstellen verwaisen zu lasten und dergleichen mehr, betheiligten Feldwtbels, welches die Art der mehrbesprochenen Ersparnisse etwasDer Bischof selbst, welcher erst in der Nichtbeachtung des Gesetzes den König beleuchtet und also lautet: ibeleidigte, will sich jetzt, nachdem die im Gesetze selbst augedrohten Folgen der