endlich hat fie beschlossen, nach besten Kräften für die Annahme de- Gesetze- Seiten- des Generalrath- zu wirken. Katholische Mitbürger! Wir richten an Euch einen loyalen Aufruf, uv- bei der Verwirklichung de- angegebenen Pro» -ramm- Hülfe zu leisten. Die Aufgabe ist schwer, der Zweck aber edel. Mit Ruhe, Festigkeit und Muth werden wir fie erfülle«, dann aber wird die so lang ersehnte Vereinigung unskrer Anhänglichkeit an die universelle Kirche und unserer Pflichten al- Bürger gegen unser einzige- Vaterland, unsere vielgeliebte Schweiz, erreicht sein.
3m Ramen der Versammlung: Reverchon, Präsident, Gavard, Seeretär.
Unter dem Generalrath ist der ganze Wahlkörper de- Canton- Genf, d. h. sämmtltche Activbürger, zu verstehen. Man zweifelt nicht, daß dem neuen katholische« Cultu-gesetz die Mehrheit derselben zu Theil werben wird.
Bern, 10. März. Die Kirchengemeinde-Virsammlung von Alten beschloß mit Linstlmmigkeit auf den Antrag de- Gemeinderaths, daß in Anbetracht der Weigerung des ChorherrnsttftS Schönenwerth, die Pfarrpfründe Alten zu besetzen, dem Regrerungsrathe von Solothurn die freie Berufung de- Pfarrer- Herzog in Crefeld als Pfarrer vo« Alten vorzuschlagen sei.
Frankreich.
Paris, 9. März. Der Pariser Berichterstatter der Ttwe- erzählt von einer Unterrebung, die er jüngst mit Herrn Thiers über die wichtige Frage gehabt, wa- auf die heutige Regierung folgen solle. „Ich fragte," bemerkt er, „den Präsidenten, warum er nicht seinen großen Einfluß in der National-Versammlung aufbiete, um einen Vice-Präsidenten ernennen zu lassen. Seine Antwort war: Je ne veux pas partager le pouvoir. Ich bemerkte, daß in Amerika ja die Möglichkeit gar nicht vorliege, daß der Vice-Präsident die Macht des Präsidenten theile oder in dieselbe eingreife. Er sei einfach der Nachfolger, der nur etwa, falls der Prästvent mit dem Tode abgeheu sollte, an seine Stelle treten würde, und man betrachte für gewöhnlich den Posten des Vlce-Präsibenten keineswegs als den Uebergang zur Präsidentenstelle. Ich vernahm indessen, baß cs einfach möglich fein würde, dergleichen in Frankreich zu versuchen. Wahrscheinlich würde da- erst- Ziel eines Vice-Präßbcnten in Frankreich sein, sich selbst eine Partei zu machen und gegen den Präsidenten zu intriguire«, ober falls er das auch nicht thäte, so würde der Präfibe«t ihm doch i«stinctmäßig wegen dergleichen beargwöhnen. Ich kam zu dem schmerzlichen Schlüsse, obschon Herr Thiers das natürlich nicht ausdrücklich gesagt, daß in Frankreich nicht genug Bürgertugend und Reinheit der Gesinnung vorhanden sei, um einen Mann ohne die größte Gefahr so hoch zu stellen. Ich war unter solchen Umständen neugierig, zu erfahren, waö der Präsident über seine Nachfolger denke, da ein einzelner Nachfolger unmöglich sei. Er nannte als seine natürlichen Nachfolger Vas Triumvirat Dufaure, Gre)y und Mac Mahon. Es ist nicht zu bezweifel«, daß unter den Umständen diese Drei das bestmögliche Triumvirat ausmachen würde«. Dufaure würde namentlich den Conservativen Vertrauen einflößen, und dann ist auch außer Thier- Nie- mand, der da- Haus so vollkommen beherrscht. Man fürchtet ihn wegen seiner beißenden Schärfe mehr als Thiers selbst, uno er ist wohl der einzige Mann in der Versammlung, dessen sich der P.äsivent nicht entledigen könnte, da er nicht wagen würde, ihn in die Opposition zu bringen. Sein einziger Fehler ist, daß er nur um einige Iü)re jünger ist als Thiers. Gröry würde ein trefflicher Genosse für Dufaure sein, sowohl wegen seiner Kenntniß und Erfahrung als Präsident der Versammlung, als wegen seines Einflusses bei brr Linken, der eben so groß ist wie Dufaure's Einfluß bet der Rechten. Das militärische Element ferner würde in Mac Mahon den besten Vertreter haben, und das schlimmste ist nur, daß diese- Triumvirat von ThierS selbst nie vorgeschlagen worden ist. Daß er einen solchen Vorschlag durchbringen würde, ist nicht im mindesten zweifelhaft, während eS mehr als fraglich ist, ob die National-Versammlung ohne ihn ver- nünftig genug wäre, die Sache vorzubringen und zu genehmigen."
Italien.
Rom, 7. März. Die „Italienischen Nachrichten" schreiben: „Gestern früh hat der Papst ein chiffrirte Depesche von Don Carlos erhalten, in welcher ihm dieser anzeigt, daß seine Truppen bei Irun einen großen Sieg erfochten haben. Der Papst hat den Inhalt der Depesche sofort in den clericalen Kreisen verbreiten lassen und eine andere chiffrirte Depesche an Don Carlos abgehrn lassen."
Spanien.
Madrid. Die neuesten Nachrichten aus Spanien schildern eine rührende Dersöhnungscomödie, die am Sonnabend von der Regierung und der Kammer gespielt wurde. HauptacteurS waren die beiden Präsidenten, Kammer - Präsident und RetzicrnngS-Präfident. Nachdem noch kurz vorher die Rede von Staatsstreich und Bürgerkrieg gewesen, gewährten die beiden Präsidenten den schönen Anblick zweier Patrioten, von denen keiner seiner Sache sicher war, und die deshalb ein lebendes Bild nach Schiller'- Bürgschaft darstellten:
den Armen logen sich Beide, Und weinen vor Schmerzen und Freude."
Dabei wächst den Herren die carlistische Bewegung immer drohender über den Kopf. Zugleich ergiebt sich aber auch aus dieser Nachricht, daß die Be- mühungen, eine Ausgleichung zwischen den Ministern und der Cortesmajorität herbeizusühren, gescheitert sind, was jedenfalls den Carlisten zu Gute kommen wird, vo« deren Operationen, beiläufig bemerkt, neuere Miktheilungc« nicht vor- liegen. Die Gefahr der carlistischen Bewegung wird übrigens gegenwärtig auch von Blättern wie die „Republ-que Fran^ise" eingestanden.
— Der Herzog von Aosta ist mit seiner Familie auf dem heimischen italienischen Boden angekommen und in Genua von Behörden uno Volk freudig und mit g^wiß aufrichtigen Sympathien begrüßt worden. Die Rechtfertigung seines Entschlusses, dem spanischen Throne zu entsagen, wird von den Spaniern selbst übernommen, die es darauf anlegen, zu beweisen, baß sie unfähig sind, ein ver- fassung-mäßige- Regiment zu ertragen.
Madrid, 8. März. Das Gerücht, die Carlisten hielten Pamplona belagert, ist falsch. Ja man könnte, wie widerspruchsvoll es klingen mag, mit viel grö- ßerer Glaubwürdigkeit behaupten, daß die Festung von den Carlisten schon einge- nommen, als daß sie nur belagert wäre. Wenn die in der Stabt zahlreich wohnenden Anhänger des Prätendenten mit einer draußen umherfchwe.fendtn Bande einen Han', streich verabredet hätten, so wäre eine Einnahme durch Ueberroschung nicht gerade unmöglich gewesen; wie aber die ungeordneten Schaareu der Carli- sten, selbst wenn fie sich hin und wieder in der Umgegend zu zeigen wagen, ohne'
Entfaltung von tüchtiger Artillerie die Festung-wälle und gar die auf der Höhe drohende und sehr feste Citadelle belagert halten sollten, ist gar nicht vorstellbar. Ueberdie- hat ja der General Pavia bei seinen militärischen Spaziergänge« i« der Umgegend von Pamplona de« angeblich herangerückten Feind nie anszufinde« vermocht. Im ganzen Navarra sollen sich in-gesammt 3000 Carlisten befinde«, welche ihr Dasein der Schnelligkeit verdanke«, womit fie den Truppen au-zuweichen wissen. Ein Theil der Bande ist statt mit Gewehre«, mit Stöcken bewaffnet, die c.n der Spitze ein Bayonnet tragen. Damit nimmt man keine Festungen. Die bekanntesten Führer Dorregaray, Olla, Rada stehe« in der Nähe der Grenze; Serveta mit 250 Mann im Vaztan-Thale. Zn ihrer Erwartung, nach der Abreise Amabeo'S die Solvaten zu König Karl VII. hecüberziehen zu können, sehen die Berather de- Prätendenten fich gründlich getäuscht; nirgendwo gelingt e- ihnen, Ueberläufer anzulocken. Der General Nouvilas ist dieser Tage in Logroni angekommen, wohin ihm Pavia entgegengegangen war, um ihm das Commando zu übergeben; er wird es hoffentlich an Energie nicht fehlen lassen, um dem bösartigen uno doch so erbärmlichen Treiben der Carlisten in den nördlichen Provinzen ein Ende zu machen.
Madrid, io. März. Wie verlautet, will der Präsident seine Functionen al- Vorsitzender der Nationalversammlung niederlegen. — Die Carlisten Haden dnen Biaduct der Nordeisenbahn zerstört, einen Eisenbahnzug angehalten und Postsendungen, darunter of>icielle Correspondenz, mit Beschlag belegt. Die Ver- Hindun?, mit Frankreich ist unterbrochen.
Barcelona, io. März. Die gestrigen Manifestationen hatten theil- die Internationale, theil- Föderalisten, theils Soldaten zu Urhebern. Der Provin- zial-Ausschuß hat beschlossen, die Soldaten zu entlassen und sie al- Freiwillige gegen die Carlisten wieder anzuwerben.
England.
London, 7. März. Der Strike in Süd-Wale- geht nach vielwöchentlichem Kampfe und Hunger seinem Ende entgegen. Ein allgemeines Einverständniß ist nicht erzielt, aber truppenweise lassen die Arbeiter die von der Union noch immer hoch gehaltene Fahne de- Widerstände- im Stich:. Die Dowlal-'schen Eisenarbeiter habe« sich jetzt auch zur Wiederaufnahme ver Arbeit bereit erklärt, und Da für sie Kohlenvorräthe genug da sind, so haben die Aussichten der Kriegs» Partei wieder bedeutend verloren, und die Uebergabe dc- letzten Truppentheils ist nur noch eine Frage der Zeit. Der Strike war verhängnlßvoll genug; 60,000 meist auf ihre tägliche Arbeit angewiesene Leute haben zwei Monate die Hände in Den Schooß gelegt und über 300,000 Menschen hatten unmittelbar zu leiden. Sympathie fanden sie weder beim großen Publikum, noch in der Presse, eben so wenig wie seiner Zeit die Bäcker, welche London aushungern, die Gasheizer, welche Die Millionenstadt in Finsterniß hüllen wollten. Der Strike in Süd-Wales berührte Die Lebensinteressen des ganze« Landes. Die Kohlenpreise erreichten eine früher nie für möglich gehaltene Höhe und machten es den Aermeren unmöglich, die zur Arbeit, ja zum Leven nöthige Wärme fich zu verschaffen. Die Kohlen» Grubenarbeiter feierte«, 50,000 Eisenarbeiter mußten ihnen folgen, die Geschäftsleute in Süd-Wales hatten keine zahlungsfähigen Abnehmer. Daher der Mangel an Sympathie von Seiten des Publikums.
London, 10. März. Rach Bericht von der afrikanische« Westküste bedrohen die Ashantee's die Städte auf der Küste mit Krieg. Die Ashantee's erkennen das Recht Holland-, Elwina an England abzutreten, nicht an und bereiten sich vor, die Landschaft zu vertheidigen.
— Ein Hirtenbrief des Cardinals Cullen verwirft die irische Erziehung-» bill und fordert den Clerus auf, gegen denselben bei dem Parlament zu petitio» niren. — Man erwartet, daß der Strike der Kohlenarbeiter in Sud-Wale- bald zu Ende gehen werde. Heute hat die Arbeit in mehreren Zechen wieder begonnen.
— Die „Times" meldet aus Berlin, daß Die Unterhandlungen mit Frank» reich in befrieDigender Weise fortdauern, obgleich Deutschland sich weigert, Belfort und Umgegend vor Der vollständigen Zahlung Der Kriegsentschädigung zu räumen.
Rußland.
Petersburg, 10. März. Die Ankunft des deutschen Kaisers ist endgültig auf Den 1. Mai festgesetzt. Fürst Bismarck und Graf Moltke werden Den Kaiser begleiten. Das in Warschau garnisonirenDe Regiment „König von Preußen" hat bereits Befehl zum Aufbruch nach hier erhalten.
Amerika.
New-Jork, 9. März. In Portoriko ist Die Republik ohne alle Ruhestörung proclamirt worDen.
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11. März 1873.
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Darnuit. Bankact. 4837s
Wien Bankacden 1050
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Darmstädter fl.50Loose — , »25 „ 587e
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Nassau 25 fl. 48
Wecäfceel. .Lwterdam k. ö. 98 Augsburg k. 8. 100 Berlin k. 8. 1047g Bremen k. 8. 1057s Brüssel k. S. 937< Hamburg k. 3. 105 Leipzig k. 8. 105 London k. 8. 118
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Pari» k. 8. 939278
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Braunschweiger 257g 30/o Oldenburg, ä 40Thlr. 30 40/0 bayr. Präm.-Anl. 1137g 4% badische Loose 1133/4 Badische fl. 35 Loose — Oestr. fl. 250 v, 1854 96 1858r Priorität») oose — 1860t Loose 97 V4 1864r „ 17373
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