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1 fl. 29 h.

Gießener Anzeiger.

Srscheiut täglich, mit Aus­nahme SonntagL.

Sri»«dttisn: 6ai|leilt»e.

8tt B. 9h. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Nr. ZGN. SiMstag den 10. Mai Z82Z.

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Die Umgcstaltung

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r der Münzreform vollständig anfwiegt. Schon die Theilung der Stimmen im jein Votum dahin abgegeben, Reichstage beweist, daß diese Frage überhaupt nicht stricte mitJa" oder Entwürfe als-Ersatz der Salzs

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6. Mai. (Münzgesetz und Staatspapiergeldfrage.) In der

Berlin

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en Sitzung des Bundesrathes, in welcher die ganze Tagesordnung erle- würdigen Empfanges für die hohen Corporalionen eine Extrasumme bewilligte.

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mene Danknotengesetz. Bezüglich des Staatspapiergeldes hielten die Regierun­gen fest, daß dasselbe eine andere Behandlung al? die Banknoten erfordere, daß die Höhe der Appoints den Bedürfnissen des Verkehrs entspreche, beispielsweise kleine Papiergeldzeichen für den Postanweisnngsverkehr unentbehrlich seien. Rach langer Debatte, in welcher Finanzminisier Camphausen gleichfalls für eine von der Vanknotenfrage abweichende Regelung der Staatspapiergcldfrage eintritt, wird die Vertagung der Derathung über § 18 und die zum Gesetze beantrag­ten Resolutionen beschlossen. Nächste Sitzung Montag. Wie dieSpen. Ztg." erfahrt, hat das Staatsministerium in der Tabak- und Börsensteuerfrage daß für jetzt von der Vorlegung betreffender

Wünschen des Reichstages accommodiren solle.

Auf die schließliche Entscheidung wird es von wesentlichem Einflüsse sein, ob denn ducch Einführung des Zweimarkstückes in der That ein absolut un­leidlicher Zustand geschaffen wird, insbesondere ein solcher, welcher ^ie Vortheile

gehen wird.

Bremen, 8. Mai. Auf Antrag des Bürgeramtes fand gestern eine vertrauliche Sitzung der Bürgerschaft statt, in welcher die letztere die Mitthei- lnng von dem bevorstehenden Besuch von Mitgliedern des Vundesraths und Reichstags mit größter Befriedigung entgegennahm und zur Bereitung eines

Salzsteuerfrage abzusehen sei.

9.' Mai. Bismarck's Zustimmung zu dem Gesetz über die

gleichfalls Trinksprüche aus.

Pcsth, 6. Mai. Heute hat auf der Staatsbahn unweit der hiesigen Stadt die Entgleisung eines Eisenbahnzuges stattgefunden, in Folge deren, so­weit bis jetzt verlautet, 6 Waggons zertrümmert, 2J Personen getödtet und 40 Personen verwundet sein sollen. Der Oberst, Stadthauptmann, ist mit

Die Annahme des Zweimarkstückes durch den Reichstag.

Die Annahme des Zweimarkstückes durch den Reichstag beschäftigt in diesem Momente die öffentliche Aufmerksamkeit in hervorragender Weise, und alle Parteien, gleichviel, ob Gegner oder Freunde dieser Münzsorte, stim­men in dem Wunsche überein, daß sie das Münzgesetz nicht zu Falle brin-

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Nein" beantwortet werden kann und daß deshalb für den Bundesrath mn so" weniger Grund vorhanden ist, eigensinnig auf seiner bisherigem. Meinung zu verharren. Die größte Gefahr, welche das Zweimarkstück bringt, liegt, wie dieSpen. Ztg." im Einklänge mit dem Finanzminister hervorhebt, , in der Concurrenz, welche dasselbe mit dem österreichischen Gulden zu bestehen haben wird, welcher zwar größeren Silberwerth hat, aber von den deutschen Reichs­kassen nicht als Anweisung auf zwei Mark Gold in Zahlung genommen wird. Diesem Uebelstande kann aber durch Tarifirung und durch strengen Ausschluß des österreichischen Gulden von der Annahme bei öffentlichen Kassen begegnet werden. Ist aber dem österreichischen Gulden factisch der Eintritt in das deutsche Reich verwehrt, dann fallen auch alle Einwendungen, welche gegen diesen Eindringling erhoben werden und es kommt lediglich darauf an, ob das Zweimarkstück seine Lebensfähigkeit erweist oder nicht. Ist das Letztere der Fall, so wird die Vorliebe für dasselbe im Reichstage sehr schnell und leicht zu besiegen sein. Bewährt es sich aber als nothwendige Zwischenstufe zwischen dem Ein- und Fünfmarkstücke, dann liegt für den Bundcsrath keine Veran­lassung mehr vor, seiner Abneigung gegen diese Münzsorte weitere Folge zu geben, und der Zeitraum eines Jahres wird hinrcichen, um den gegenwärtig so heftig entbrannten Streit in die vollkommenste Harmonie zu verwandeln.

Dellerreich.

Wien, 6. Mai. Vom Handelsminister wurde heute Abend zu Ehren sämmtlicher bei der Weltausstellung fungirender höherer Beamten und Com- missäre ein Banket gegeben, zu welchem gegen 400 Gäste geladen waren und an welchem auch der Reichsfinanzminister Holzgethan, sowie die cisleithanischen Minister Lasser, Glaser, Unger, de Pretis, Horst, die Präsidenten des Reichs- raths und des Abgeordnetenhauses Schmerling und Hopfen und die Präsiden­ten undDMitglieder der ausländischen Commissionen für die Weltausstellung Theil nahmen. Bei demselben brachte der Präsident der Central-Commission des deutschen Reiches, Ministerialdirector Moser, den ersten Toast auf den Kaiser von Oesterreich aus, den der Handelsminister Banhans mit einem Trink­spruche auf die Souveräne des Auslandes und die Regierungen aller an der Weltausstellung betheiligten Staaten und die Vertreter derselben erwiderte. Der engsische General Commissär Earl Cowper, der Vorstand der französischen Commission du Sommerard und der Amerikaner Bayard Taylor brachten

Civilehe und die Civilstandsregister ist neuerlich constatirt.

Köln, 9. Mai. DieKölnische Volkszeitung" veröffentlicht das Send­schreiben der (am Grabe des h. Bonifacius) in Fulda versammelten Bischöfe vom 2. Mai d. I. Es ist unterzeichnet von den Erzbischöfen und Bischöfen von Köln, ©liefen, Breslau, Limburg, Fulda, Mainz, Paderborn, Trier, Osna­brück, Freiburg, Ermland, Münster, Hildesheim und dem Vertreter des Bischofs von Kulm und ermahnt vorzüglich zum Gebete.

Leipzig, 9. Mai. Der Vorstand des Buchdrucker-Vereins hat in sei­ner gestrigen Sitzung folgenden Beschluß gefaßt: Der von der Leipziger Delegirten-Versammlung am 1. Mai vereinbarte Tarif bedarf in Vergleichung desselben mit dem in Weimar aufgestellten Tarif und den Beschlüssen der außerordentlichen General-Versammlung vom 24. März einer weiteren Beschluß- nahme durch die außerordentliche General-Versammlung am 10. Mai nicht, hat vielmehr sofort in Wirksamkeit zu treten und ist überall einzusühren.

Fulda, 3. Mai. Nach verbürgter Mittheilung erfolgte in der Bischofs- Conferenz die Abfassung eines gemeinschaftlichen Ausschreibens an den Diöcesau- Clerus, welches demselben in den nächsten Tagen durch die Dekanate zu-

-resperiode einer Erhöhung nicht mehr unterzogen werden: damit verbietet sich jand) von selbst die alsbaldige Erhöhung des Zolles auf importirten Tabak. iDer Erlaß eines Gesetzes, welches für einen entfernteren Termin die Erhöhung des Eingangszolles auf Tabak festsetzte, würde aber nur das Signal zu einem noch großartigeren Import geben, als er bis jetzt stattgefunden hat. Schon gegenwärtig sind außerordentlich starke Vorräthe von Tabak in den Zollverein eingeführt worden, um der gefürchteten Zollerhöhung zu entgehen. Die Spe- culation hat sich jedoch, wie es scheint, zur Zeit in ihren eigenen Netzen gefan­gen und es darf als ein eigenthümliches Zeichen betrachtet werden, daß von Seiten solcher Interessenten Schriftstücke an den Reichstag gelangen, welche die

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Zur Erzielung des unerwarteten Resultates der Abstimmung wirkten Jirtuofin r namentlich zwei Dinge zusammen: die Spaltung der national-liberalen Partei V und die Abwesenheit vieler Mitglieder der Rechten. Die Theilung der national , liberalen Stimmen hätte bei stärkerer Präsenz der Deputirten nicht den Aus- schlag gegeben, im Zusammenhänge aber mit dem zweiten Momente fiel sie

unterbreitet habe

(Tabakssteuer.) Das Project der Tabakssteuer-Erhöhung darf man r

für dieses Jahr wohl als vertagt betrachten. Die Besteuerung des einheimi- Aerzten an den Schauplatz des Unglucksfalles abgegangen, auch von anderen scheu Tabaks, schreibt man derMgd. Z.," kann in der gegenwärtigen Iah-1Seiten war sofort Hülfe zur Stelle.

jüngsten Sitzung des Bundesrathes, in welcher die ganze Tagesordnung erle digt worden, kam es bei der Berathung über das Münzgesetz zu sehr interes­santen Debatten über die Staatspapiergeldfrage. Mit Preußen, welches ca. 20 Millionen Papiergeld hat, waren, wie man hört, die Staaten, die wenig oder gar kein Papiergeld haben, für die Anträge des Reichstages; Bayern war bereit, darauf einzugehen, wenn man den Minimal-Betrag derCassenscheine von WO Mark auf 50 Herabseyen wollte. Sachsen dagegen legte heftigen Widerspruch ein, der begreiflich wird, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Sachsen 13 Millionen Staatspapiergeld, 20 Millionen Banknoten und 500,000 Thlr. Eisenbahngeld hat. Der Vertreter der Reichs-Finanzverwaltung zeigte sich geneigt, diesem Umstande vollkommen Rechnung zu tragen, und ein Ent gegenkommen des Reiches durch Gewährung von Vorschüssen für das Ueber- gangsstadium vorzuschlagen; doch auch darauf wollte Sachsen nicht eingehen, und so wird denn diese ablehnende Richtung in den bevorstehenden Reichstags- debatten selbstständig zum Ausdruck gelangen. Die Ausprägung von Zwei­markstücken wird vom Bundesrath abgelehnt, den übrigen Anträgen des Reichs­tages aber im Großen und Ganzen zugestimmt werden. Aus parlamenta­rischen Kreisen hört man inzwischen, daß der Reichstags-Abgeordnete Professor Dr. Tellkampf aus Breslau auf Grund der in zweiter Lesung des MünzgesetzeS genehmigten Beschlüsse des Reichstages ein weltumfassendes vollständiges Bank­gesetz bereits formulirt und dasselbe zunächst den Fractionen zur Begutachtung

augenblickliche Erhöhung der Tabaksabgaben demgemäß befürworten.

Berlin, 8. ai. Der Reichstag setzte heute die dritte Berathung des Münzgesetzes fort. Die §§ 3 biS 11 und 14 bis 17 wurden ohne Dis- ! entscheidend in's Gewicht. Von den 302 Mitgliedern des Reichstages bethei-Icussion unverändert, die §§ 12 und 13 mit redactionellcn Amendements von ligten sich nur 232 an der Abstimmung, und die Majorität betrug nur 28zBamberger angenommen. Zu § 18 erklärte Staatsminister Delbrück das Ein- Stimmen! verständniß der Bundesregierungen mit der Einziehung der Banknoten, wenn

Da wir jedoch vor einer vollendeten Thatsache stehen, so fragt es sich, der Einriehungstermin über den 1 Januar 1875 hinaus angemessen verlän- auf welche Weise die schädlichen Folgen derselben abgeschwächt werden können- gert werde, sowie deren Ersatz durch Hundertbanknoten Die Umgcstaltung Es ist ohne Weiteres anzunehmen, daß die Bundesregierungen sämmtlich von der Banknoten erheische Zeit, ebenso das vom Bnndesrathe in Angriff genom- der unbedingten Nothwendigkeit der Münzreform durchdrungen sind und daß sie deshalb nur im äußersten Nothfalle auf die schnelle Regelung dieser Ange­legenheit verzichten werden. Daß dem so ist, wird durch die Nachricht bestä­tigt, daß der Buudesrath erst nach Beendigung der dritten Lesung darüber Beschluß fassen wird, ob er an seinem früheren Votum festhalten ober sich den

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