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ürpedinon: Ca nz letber«, Llt. v. Nr. 1.
Anzeige- und Mntsbkatt für den Kreis Hiessen.
Nr. 210.Dienstag vcu 9. September IS73.
Ämlficher Tflxit.
Betreffend: Die Abhaltung eines Zeichnen-Cursus für Lehrer. Gießen, am 5. September 1873.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großhersoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Auf Veranlassung des Vereins für Verbreitung vou Volksbildung in Darmstadt wird, am 24. September d. I. beginneud, unter Leituug des Herrn Professors Kump a wiederum ein zehntägiger Zeichnen - Cursus für Lehrer in Darmstadt abgehalten werden. Bei der großen Bedeutung des Zeichnens für den AEsunterricht, und zumal das Zeichnen als obligatorischer Lehrgegenstand für sammtliche Volksschulen in Aussicht genommen ist, kann es nur sehr erwünscht sem, wenn sich Lehrer durch Theilnahme an diesem Unterrichte in der Fertigkeit des Zeichnens weiter ausbilden und sich zur Ertheilung von Zeichnen- "Nterricht bester befähigen. Damit aber den Lehrern die Möglichkeit gegeben wird, sich an diesem und beziehungsweise den noch weiter abgehalten werdenden Zeichnen-Cursus zu betheiligen, erscheint es nöthig, daß denselben zur Bestreitung der Kosten des Aufenthalts in Darmstadt aus Gemeindemitteln eine entsprechende Unterstützung (25—30 fl.) gewährt werde. Wir empfehlen Ihnen an Sie gelangende Gesuche um Verwilligung derartiger Subventionen sofort der Beschlußnahme des Gemeinderaths zu unterbreiten und sodann an uns einzusenden.
v. Röder.
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Zwischen diesen beiden, auf ähnliche Weise neuerftandenen Reichen ist ein Bund
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Darmstadt, 8. September, Vormittags.
40 Häuser, sowie viele Scheunen und Stallungen,
Mainz, 7. September. Dem hier erscheinenden „Israelit" wird aus
hierher zurückkehren, Von den früher verbreiteten Angaben, wonach der Reichs-
hat sich in der Provinz Preußen geltend gemacht. — Fürst Bismarck hat sich gestern Morgen nach Varzin begeben. Man sagt, er werde erst im Spätherbst
Im Laufe dieses Monats unternimmt Victor Emanuel eine Reise an die Höfe von Wien und Berlin. Selbstverständlich besindet sich in feinem Gefolge der italienische Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Wenn mau irgend einem Fürstenbesuch eine politische Bedeutung beizulegen berechtigt ist, so trifft das bei den Besuchen Victor Emanuel's in Wien und Berlin zu. Die Anwesenheit des Königs von Italien in Wien könnte allenfalls noch der Weltausstellung zugeschrieben werden , während der Besuch in Berlin, wenn man eben die Wahrheit nicht sagen will, nur als ein Act conventioneller Höflichkeit zu bezeichnen ist. Victor Emanuel hat unseres Erachtens auch gegen andere Staaten couveutionelle Rücksichten zu nehmen, namentlich gegen Frankreich, durch dessen Zulassung und Mitwirkung die italienische Einheit mit einziger Ausnahme vou Rom zu Stande gekommen ist. Es scheint nun schon von keiner geringen Bedeutung, daß der König von Italien die conv entionellen Rücksichten gegen Frankreich der couventionellen Höflichkeit gegen das Deutsche Reich opfert.
®icfot Emanuel s Steifen» Zwischen diesen beiden, auf ähnliche Weise neuerftandenen Reichen ist ein Bund
Die Zusammenkünfte einzelner Monarchen, die persönlichen Gefühle von niß gegen den Ultramontanismns nur naturgemäß; der Ultramontanismus ist Monarchen gegen einander, haben heute nicht mehr den Einfluß auf die große gegenwärtig durch Frankreich politisch verkörpert.
Politik, wie früher. Und doch würde man heute uoch Unrecht thun, die Be- Für Oesterreich würde es von unberechenbarem Vortheile fein, wenn die
. , , v .. Für Oesterreich würde es von unberechenbarem Vortheile sein, wenn die
deutung von Monarchen - Entrevues zu unterschätzen. Die gekrönten Häupter Begegnung der Monarchen Franz Joseph und Victor Emanuel zu aufrichtigem werden auf ihren Besuchsreisen, abgesehen von dem üblichen Hofstaat, auch Meinungsaustausch, zu freundlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten führte, von ihren Ministern der auswärtigen Angelegenheiten begleitet; wenn dann, Das heutige Italien ist das handgreifliche Hiuderniß für ein Papstthum mit bei Gelegenheit einer Fürstenzusammeukunft über das Schicksal der Völker be-. weltlicher Macht, mit Italien also kann der Ultramontanismus nie paktiren. schlossen wird, so sind die Potentaten wie immer durch ihre verantwortlichen Wenn nicht alle Zeichen trügen, so ist auch Deutschland nicht der Boden, wo Minister gedeckt. der Ultramontanismus einen Verbündeten findet. Oesterreich indeß ist von der
streitenden Kirche noch nicht aufgegeben, die Jesuiten und ihre Emissäre sind noch unablässig bemüht, Oesterreich in ihren Schlingen zu sangen, auf daß das unheilschwangere Bündniß „Oesterreich und Frankreich" als Contremine gegen eine Deutsch-Italienische Allianz zu Stande kommt. Wenn nun Kaiser Franz Joseph als zweitältester Sohn der allein seligmachenden Kirche den Muth besitzt, Victor Emanuel, den excommunicirten, den vom Papste verfluchten, den von den Frommen verabscheuten König von Italien als Freund und Cousin in seiner Hauptstadt zu empfangen, so ist das schon ein recht dicker Strich, der den Ultramontanen durch die Rechnung gemacht wird.
Ueber den Besuch Victor Emanuel's in Berlin zucken die Päpstlichen nur die Achseln, was verschlägt es, ein Ketzer besucht den andern. Daß aber dieser König von Italien es wagt, Franz Joseph, eine Säule der römischen Kirche, gerade jetzt zu besuchen, daß der katholische Kaiser von Oesterreich den Besuch gestattet, das ist zuviel! Darüber erhebt die ultramoutane Presse in Oesterreich ein Wuthgeheul. Wenn diese Sorte Vaterlandsfreunde für das Land Etwas gefährlich finden, dann muß das Land sich freuen, wenn es dennoch geschieht. Oesterreich kann sich gratuliren, wenn durch den Besuch Victor Emanuel's in Wien das von den Ultramontanen geplante Ocsterreichisch-Fran- zösische Bündniß abgewendet wird. Wenn wir an einen Kampf zwischen den beiden namhaft gemachten Coalitionen denken — wir wollen uns kein Urtheil über das bessere Kriegsmaterial auf der einen oder auf der andern Seite erlauben — der Ausgang kann nicht zweifelhaft fein; die Einen kämpfen unter der Aegide der Aufklärung mit der Strömung des Zeitgeistes, die Andern
staateu Europas, welche vou dem Ultramontanismus und von Frankreich die kanzler den Kaiser nach Wien begleiten sollte, ist es ganz still geworden. Die . feindseligste Gesinnung, vielleicht auch die nächste Gefahr zu erwarten haben.'übrigen Mitglieder des preußischen Staats-Ministeriums, welche jetzt sämmtlich
Indeß der Besuch in Berlin trägt auch einen demonstrativen Charakter gegen die gegenwärtige Regierung Frankreichs. Victor Emanuel tritt ungern aus feiner gewohnten Ruhe heraus, er hat mit peinlicher Sorgfalt seit Jahren Alles vermieden, was der auswärtigen Politik Italiens einen ausgesprochenen Charakter hätte verleihen können. Wenn nun der König von Italien die Gegenwart für die passende Zeit hält, aus der bis jetzt gewissenhaft beobachteten Reserve herauszutreten, so kann ihn zu diesem Entschluß nur die Wendung der französischen Politik seit dem 24. Mai d. I. bewogen haben. König Victor *** vi* m«. v» viivuunia w» viv «u
Emanuel fürchtet das ultramontane Frankreich. Die „Republ. Fran^aise" über-'unter dem Banner der Finsterniß mit dem Segen des fluchenden Papstes, treibt jedenfalls, wenn sie behauptet, daß nach einer eventuellen Throuoccupa- tion Seitens des Grafen Chambord dieser um Auerkeuuung des heutigen Italiens ersucht werden, daß dann der französische König von Gottes Gnaden diese Anerkennung verweigern würde und daß endlich so der Krieg zwischen Italien und' l ,
Frankreich unvermeidlich geworden sei. So schnell dürfte wahrscheinlich dieKine heftige Feuersbrunst. 2 Eutwickeluug nicht sein. | sind abgebrannt. Zwei Häuser brennen noch, eins wurde niedergerisjen.
Ebeusvwenig jedoch erscheint es zweifelhaft, daß von allen Regierungö-i Mainz, 7. September. Dem hier erscheinenden „Israelit" wird aus formen in Frankreich die theokratische Monarchie unter Henri V. am ersten auf Jerusalem berichtet.' Vom kais. Deutschen auswärtigen Amte in Berlin sind den Gedanken verfallen muß, deu ruinirten Lorbecrkrauz und die verschwundene in Safet und in Tiberias zwei Israeliten als Cousular-Agenten angestellt Glorie in einem Feldzuge gegen Italien wieder auszubessern. Daß in einem worden. Es sind die ersten Juden, die in Palästina von Seiten des Deut- ftriege zwischen diesen beiden Mächten der französische Aar oder das Lilienbau- scheu Reiches ein solches Amt bekleiden.
ner sich als das stärkere erweisen muß, kann ebenfalls nicht in Abrede gestellt' Berlin, 5. September. Die preußische Regierung ist jetzt darauf werden.^ Wir fiudeu es nun ganz natürlich, daß Victor Emanuel sich seines bedacht, eine hinreichende Zahl von Aerzten in diejenigen Landestheile zu sen- stillen Partners von 1870—71 erinnert, durch dessen Mitwirkung ihm die Be-den, welche besonders von der Cholera heimgesucht sind. Es haben sich bereits setzung und Behauptung Roms überhaupt ermöglicht wurde. zahlreiche quaUficirtc Personen gemeldet. Die betreffenden Aerzte erhalten die
Der ftönig von Italien darf kein Bedenken tragen, dem ultramontanen Reisekosten und täglich 5 Thaler Diäten. Ein besonders großes Bedürfniß Frankreich gegenüber eines Bundesgenossen sieh zu versichern, welche dem kriegslustigen Frankreich als warnendes Wahrzeichen das Schwert von Sedan ent- flegenhalten kann. Ueberhanpt sind Deutschland und Italien diejenigen Großstaaten Europas, welche vou dem Ultramontanismris und von Frankreich die
In Bensheim wüthet


