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24. Mai.

Zwillinge gegen ein Mädchen zu vertauschen. Anerbietungen richte man an die Expedition

dem College« zu Hülfe, um das traurige Opfer Der Wissenschaft zu retten.

(Pr. Bl.)

Vermischtes.

Wilhelm Klee am Markt.

bei

hatten sich nämlich allenthalben verabredet, die Bäckerßjungen, sofern sie nur neumodische Waare führten, einfach nicht einzulassen, und, wie verabredet, so geschah cs. Die Jungen trugen schließ­lich ihre Last wieder nach Hause, um ihren Meistern damit die Lehre klar zu machen, daß bei vem Bäckergeschäft nicht blos der Bäcker, sondern auch das Publikum betheiligt ist, und daß, was sogar in Frankfurt von den Bäckermeistern als undurchführbar abgelehnt worden ist, sich hier zu Lande auch nicht kurzer Hand nach dem Wunsche Einzelner in Scene setzen läßt. Uebri- gcns liefern einzelne Bäcker ruhig die Einkreuzer-Waarc fort, und wahrlich nicht zu ihrem Schaven. Auch ist eine großartige Actienbäckcrei in Aussicht, wenn die Bäcker nicht völlig nachgeben.

LVartenburg, 1. September. In unserem Städtchen von etwa 4000 Einwohnern herrscht die Cholera seit einigen Wochen in wahrhaft schreckenerrcgender Weise. Es hat Tage gegeben mit über 20, durchschnittlich mit 15 Sterbefällen, und rafft die Seuche auch hier be­sonders arme Leute und Kinder fort. Vielfach sind, um Ansammlungen großer Menschenmafsen in Cholera-Orten zu vermeiden und der Ansteckung vorzubeugen, die Jahrmärkte aufgehoben; hier hatte zum vorigen Freitage die katholische Geistlichkeit zur Vertreibung der Krankheit einen

Stuttgart. Eine ausgezeichnete Früh-Kartoffel, welcke allen Landwirthen zu empfeh­len ist, wuroc dieses Jahr durch den hiesigen Handelsgärtner Gottlob Psitzer von Amerika ein­geführt. Der Name derselben istEarly Rose."

* Dr. Obermcycr in Berlin, Assistent bei Prof. Wilms, einer der gesuchtesten praktischen Acrzte, der sich insbesondere um die Theorie des Flechtentyphus große Verdienste erworben, wollte seine Forschungen über den Charakter und die Heilmethode der herrschenden Cholera dadurch erweitern, daß er Experimente an seiner eigenen Person anftellte. Zu diesem Ende nahm er eine Injektion des Blutes von einem Cholerakranken an sich selbst vor, erkrankte an der Cholera und nach siebenstündigen Leiden war er tobt. Eine große Anzahl von Aerzten eilte

* Bischof Martin von Paderborn sagt In dem so eben veröffentlichten Hirtenbrief, worin er die päpstlich angeordneten Gebete für die Kirche für seine Diöcese auf den 2. Nov. festsetzt: Seit den Tagen eines Diokletian haben wir eine so heftige Verfolgung des Namens Jesu Christi nicht gesehen."

verlange für jetzt nicht mehr.

Das BlattNovell de Lot et de Garonne" ist wegen eines Artlkels, worin die Auflösung Der Nationalversammlung verlangt wird, vor Gericht ge-

geisterunq empfangen worden.

Am nächsten Montag beginnt die jährliche Wallfahrt nach St. Cloud

besonderen Cholera-Feiertag angeordnet, zu dem viel Volk, natürlich mit Opfern, zusammen­strömte , und als besonders wirksam das Barfußgehen während der Procession und der Feier­lichkeit (die Kirche ist ausgefliest) angewiesen I Es war der Tag kühl und regnerisch und die Folgen zeigten sich, wie zu erwarten, in vermehrten Erkrankungen. (Und die städtischen Behör­den duldeten diesen Unfug?)

reichischeu Kaisers, ist nach Frohsdorf abgegangen.

Thiers ist in Interlaken am 1. September angekommen und nut Be-

Gedächtnißkrone for den Johannchrrstian Zacharies Seines eitern Haus Verlies Lernte in der mahelitzer Mühl; Wo es ihm auch gut gcfiehl, Ach da war das Unglück da Daß er kam den rad zu nah, Dies Zermalt, ihn ganz und gahr, Da er noch nicht sechzehn Jahr, Ach das, macht uns Eltern schmertz. Der uns martert seel und Herz Eintausend und achthudert dreizehn Könnt, uns all um weinen reizen am virzchnten Juli war, ob gedachter auf der parr; Hingung d>'c Zeit, schnel kam der todt. omensch, bedenk, ker dich Zu gott.

1813."

Wohl zu beachten.

Profesior Bock in Leipzig veröffentlicht folgenden Rath bei der Cholera:Der Unter­zeichnete glaubt in Folge seiner Erfahrungen in der Cholera (im Warschauer und Leipziger Krankenhause) im Stande zu sein, seinen Mitmenschen einen Rath zu ertheilen, der sie in vie­len Fällen gegen die Cbolera zu schützen vermag. Dem Verfasser hat sich nämlich während seines Umgehens mit Tausenden von Cholcrakranken und mit Angehörigen von an Cholera Ver­storbenen die Bemerkung aufgedrängt, daß keiner der Kranken und Verstorbenen in gesunden Tagen auf das Warmhalten des Bauches, zumal in der Nacht die gehörige Sorgfalt verwendet hatte und daß, wer dies gethan hatte (durch Leibbinde, Pflaster) von der Cholera nicht hetmgesucht wor­den war. Es ist hierbei aber wohl zu beachten, daß der Bauch stets, und ganz besonders in der Nacht warm gehalten werden muß, daß die Leibbinde nicht zeitweilig abgenommen werden und daß sie sich vom Bauche nicht nach oben und unten verschieben darf. Wie schnell das Kaltwerden des Bauches Durchfall erzeugen kann, mag man doch an sich probiren uno daß dieses Kaltwerden bei kleinen Kindern die tövtliche Kindercholera (den Brechdurchfall) veranlaßt, ist leider den Müttern noch viel zu unbekannt."

stellt worden. ,

LautOrdre" hat Mac Mahon die Einladung nach Wien wegen der ernsten ihm obliegenden Pflichten abgelehnt.

Der Herzog von Aleu^on, Sohn Nemours' und Schwager des öster-

bei Paris.

Paris, 4. September. DieOpinion Nationale" schreibt:In un­seren militärischen Kreisen beschäftigt mau sich ziemlich lebhaft mit den Nacht manövern, welcke die deutsche Armee seit einiger Zeit macht. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Preußen ihre Vortheile über uns hauptsächlich der Schlau­heit verdanken, uns immer, sei es Betreffs des Handwerkszeugs, sei es Betreffs der militärischen Strategie, voraus gewesen zu sein. Heute, wo wir au un­seren Kanonen arbeiten, mühen sie sich ab, um uns eine neue Ueöerraschung zu bereiten. Nachtmanöver gegen Truppen, die so leicht erregbar sind, wie die unseren, würden eine ernsthafte Gefahr darbietcn, welche die Aufmerksam­keit der conlpetenten Personen auf sich lenken muß." Diese Note enthüllt ein Geheimniß, über das sich die Bewohner der Umgegend von Paris schon län­gere Zeit den Kopf zerbrechen. Die Truppen der Versailles - Paris - Armee machen nämlich schon seit mehreren Monaten jede Nacht Märsche und andere Uebungen. Man glaubt allgemein, daß cs sich darum handle, die Truppen

(Engfanö.

London, ö. September. Am 29. v. Mts. versuchte Don Carlos den Ebro zu überschreiten, wurde aber daran von den Freiwilligen aus Viana ver­hindert, bis zwei Colonuen von Bregua's Truppen ankamen und ihn mit Elio und Dorregaray nach Santa Cruz de Campezu drängten. Santa Pau hat Murieta besetzt und mit einer anderen Colonne, die von Maesta vorging, vereint die Carlisten nach den Amescuas zurückgedrängt. Tolosa ist stark be­festigt ; auch San Sebastian gilt vor den Carlisten für sicher. Auf den San Gregorio-Bergen wird, trotz der carlistischen Bewegung, das republikanische Lager schnell und tüchtig befestigt. Espartero soll Artillerie - Osficiere zum Dienst unter der Negierung aufgefordert haben. Am Sonntag fanden in Vit- toria viele Verhaftungen statt. Die Gefängnisse sind mit Carlisten gefüllt.

Spanien.

Perpignan, 6. September. Aus Barcelona wird vom 4. Septem­ber gemeldet, daß der Carlisten - Chef Cercos mit 600 Mann die gegen ihn von Tarragona und Neus gesaudten Negierungs - Truppen in zwei Treffen ge­schlagen habe, und der Oberst der letzteren gefallen sei. In Neus herrsche große Bestürzung.

Darmstadt. Von verschiedenen Seilen, ist jetzt die erfreuliche Wahrnehmung zu ver zeichnen, daß gegen die Verfälschung von Lebensrnitteln, als Bier, Wurst re. polizeilich vorge­gangen wirb. Es ist auch wahrlich hohe Zeit, daß biesem schänblichen Treiben einmal entgegen getreten wirb, was aber nur erfolgreich geschehen kann, wenn bas Publikum selbst babei mit wirkt. Ist eS nicht empörenb zu lesen, baß, wie bas letzter Tage hier geschehen, ein Solda wegen Genuß schlechten Bieres crirankce? Wer wirb solchem Betrüge, solcher Versünbigung an beT Gesundheit noch länger müssig zusehen wollen! Nicht nur gestraft, auch geächtet In der öffentlichen Meinung gehören alle die, welche zu ihrer Bereicherung das schimpfliche und gefähr­liche Mittel nicht scheuen, nothwenbige Lebensbebürfniffe zu verfälschen.

Aus Eberhcsfcn. Die diesjährige Generalversammlung des lanbwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen soll am 15. September l. I in Butzbach stattnnben und mit derselben zugleich eine Ausschußsitzung verbunden werben. Dle Tagesvrbnung für die erstere umfaßt die Erstattung des Rechenschaftsberichts; die Erfolge der neuesten Gesetzgebung im Großherzogthum über Zusammensetzung der Grundstücke; Gründung einer Landes-Creditkasse, Cultur und Ver- e

wertbung der Zuckerrübe in Oberhessen; Einführung landwirthsch. Nebengewerbe; Reformen in' bftCtC fÜt (likUt's Allt*

der Zoll- und Steuergesetzgebung im Interesse der Landwirthschaft; Preise der lanow. Pro-' O 7 ,. . ,

bucte; Wahl der Präsidenten und des Ausschusses für die Jahre 1874-76 re. Zu der MUl(U), C0lN - MlNdeNkt lUlb Oberhessisch? ElsenbahN , fütVlC Generalversammlung haben auch Nichtmitglieder Zutritt und dürfte dieselbe bet der Wichtigkeit L»' fi..v ...

und Bedeutung der Verhandlungsgegenstände sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen haben. 0^11111ljlllv OdDCU

* Die Franzosen machen fick den so gesunkenen Silberwerth zu Nutzen, kaufen bie' österreichischen Silbcrgulben zu dem billigsten Cours von 94 -95 pCt. an, schmelzen sie ein,

bieses Blattes.

* Haust du meinen Gulden, hau' ich deinen Thaler! Don mehreren aus Oesterreich zurückkehrcnden Rcisenben wirb die interessante Thatsache berichtet, baß man dort beginnt, den preußischen resp. deutschen Thaler nur mit 28 Sgr. zu nehmen.

51 (Kirchbosspoesie.) Was für elende Reimerei auf manchen Gebächtnißtafcln auf Kirch­höfen und in Kirchen zu finden ist, davon nachstchenbes ergötzliche Beispiel. In der Kirche zu Petersborf bei Briesen l./M., findet sich folgende, wahrscheinlich von einem Tischler, dem Ver­fertiger der Gedächtnißtafel, herrührende Inschrift, die wir wortgetreu wiedergeben:

licken Blntie ersckeinen Larcourt reift aeaeil Mitte dieses Monats ab. Die^ münzen sie, da sie gleiche Legierung wie die französischen Fünffrankenstücke haben, zu letztgenann- Uchen Blatte erlernen. , jpaxrouu 2 ter Geldsorte um und zahlen dieselben als Kriegsschuld an die preußischen Caffen, die keinen

Ernennung des Herzogs von Decazes Klon -<)0tsck)aster n Lo 0 v Grund haben, die Annahme zu verweigern, da die Zahlung der 5 Milliarden ausdrücklich in

scheinlich im Ministerrathe Samstag oder Mittwoch unterzeichnet werden. I französischem Gelbe ausbedungen ist. Diese ganz einfache Manipulation ist ein Factum, woran

__ Der Broalie'sche Fran^ais widerlegt die Gerüchte, daß die Regierung sich nicht zweifeln läßt und welches die Leipziger Banquiers bestätigen können, da sie große rnr Linken binneiae ' die Reaierllna siehe vollständig fest auf dem Boden des Summen österreichischer Silbergulden nach Frankfurt a. M. senden, von wo sie ihren Weg in zur Unten y^nneige^ vie jugitning JJ.......cm.:^.;^Jbie französischen Münzen finden. Weil der Bedarf nun sehr groß ist, bat der Cours der Sil-

letzten Tagen eine Steigerung auf 97s19 Sgr. erfahren.

Aschaffenburg. DerHan. Ztg." wird von hier geschrieben: Zwischen Laufach und Aschaffenburg geriethen am 26. August auf einer nach Aschaffenburg leer zurückkehrenden Maschine der Loeomotiv-Führer und dessen Heizer über allzu schnelles Fahren in Wortwechsel, der damit endete, daß der Führer den Heizer während der Fahrt über bie Maschine auf die Bahnstrecke, warf. In Folge der dadurch erlittenen schweren Verletzungen wurde der Heizer in bas Spital nach Aschaffenburg gebracht und der Führer alsbald vom Dienste suspendirt.

Darmstadt, 1. September. Heute Morgen und schon gestern ist die allgemeine Auf­merksamkeit fast ausschließlich der Angelegenheit derZweikreuzerswecke" zugewendet gewesen. Vor ganz Kurzem hatten die hiesigen Bäckermeister einfach bekannt gemacht, daß sie von nun an nur noch Wecke für 2 Kreuzer backen würben, und gedachten, mit dieser Erklärung sei denn Alles wohl bestellt, bie Abnahme bei Waare verstehe sich ja von selbst. Nun ist aber die Sache heute ganz anders gekommen, als die Herren Bäckermeister es erwarteten. Die Hausfrauen

uivunyni. i yiui v p 1 c f |(f Aus bcmAlgüu, 2. Sept. DieNacht vom 31.August auf den l.Sept. hatJmmen-

fur einen Gewaltjtreich, welcher bcö Nc ch 3 t ) ' 0 stabt mit einer wiederholten Uebcrschwemmung durch den Steigbach bedroht. Anhaltender Regen

Üben. Wie man aus derOpuuon Nationale erfeyen kann, sinDen Diese 7cact)t' |n ^en [C^ten Tagen, der sich in der erwähnten Nacht zu starken Güssen steigerte, machte daS Manöver aber mir statt weil sie in Deutschland auch gemacht werden. Dem wilde Wasser wieder bedeutend anschwellen, und zwar in solchem Grade, daß fast alle bisher ift noch hinAUÄUfimen, daß die französische Armee gegenwärtig noch viel ange- ausgeführten Schutzarbeiten vernickrtet wurden und dieselben wieder neu begonnen werden müssen. J ' 9 9' .3JJ hnr Ma <T>;n»A In mehreren Häusern wurden bereits Vorkehrungen zmn Ausziehen getroffen. (N. 5t)

strengter arbeiten muß, als ev unter Tylers, 3 1 ) !*) * Ein altes Ehepaar in der Nähe von Sparland (Nord-Amerika) wurde, wie dieFreie

trieb, der Fall war, und dieselbe auch recht bedeutende Fortschritte tm Gxer- ^x^.. von Chicago meldet, kürzlich gesckieden. Der geschit-dene Mann hetrathete bald darauf ciren macht. bas Dienstmädchen und die geschiedene Frau trat bei dem Neuvermählten Paare als Dienst-

» ; r5' S^'nber. Der gestrig- Jahrestag der Errichtung der

Republik verlies hier und u: dm Departements sehr ruh g. Eine kleine Ruhe- folgende Offerte, unterzeichnet von einem dort sehr bekannten Bürger-An das Publikum, störung in Bordeaux wurde sofort unterdrückt. Zii Algier veraulatzten die $$ habe zu viele Knaben und keine Mädchen. Durch die Geburt von Zwillingen hat diese Radikalen Menschen - Ansammlungen und insultirten Officiere. Militär stellte Woche die Zahl meiner Jungen wieder zugcnommen. Ich beabsichtige, einen oder^alle^beide die Ordnung wieder her. In Verdun traten gestern 50 französische ~ Gensd'armen in Function. Paul Cassagnac erklärt in dem bonapartistischen OrganPays", jede Verbindung der Bonapartisten und Royalisteii sei rund­weg abgebrochen und fügt hinzu:Ihr habt den Krieg gewollt, ihr sollt ihn haben." Thiers hat auf die Adresse der Generalräthe des Departements des Vosges ein Antwortschreiben erlassen, in welchem er sagt, daß er die Dank barkeit seiner Mitbürger als die einzige Belohnung, nach der er geize, annehme. Das Land anerkenne, trotz der gegentheiligen Erklärungen seiner erbitterten Feinde, daß er (Thiers) für das Vaterland Etwas gethaii habe. Das sei hinreichender Lohn. Ob er die Provinzen besuchen werde, sei ungewiß. Die Anhänger der conservativen^Republik müßten sesthalten daran, Daß die conser- vative Republik die einzige jetzt mögliche Regierung sei, jede andere würde den Triumph einer Partei und weder unparteiisch noch friedlich und gerecht sein.