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Bonn, 26. Juli 1873.

Posen, 3. August. Erzbischof Ledochowski ist zum 8. August vor die Cnminal-Abtheilung des hiesigen Kreisgerichts geladen worden, um über die nach der Publication der Kirchengesetze vollzogene Versetzung des Geistlichen Arndt nach Filchne vernommen zu werden.

Aus Sachsen, 31. Juli, schreibt man derVossischcn Zeitung": Die Nachricht von der Verschlimmerung des Krankheitsznstandes des Königs folgte so nahe einem Bernhigungsartikel desDresdener Journals," daß sie wirklich überraschte. Jetzt ist es kein Geheimniß mehr, daß das Asthmaleiden des Königs ein unheilbares ist und in längerer oder kürzerer Frist sein Tod zu erwarten steht. Die Beängstigung des Leidenden ist so groß, daß fort und fort ein Leibarzt in seiner Umgebung sein muß, während als religiöser Bei­stand der seit Jahr und Tag nur zu oft genannte Lobredner der Jesuiten, Hofprediger Potthoff, dem Könige zur Seite steht, welchem gestern auch bereits die letzte Oelung gereicht worden. Von den telegraphisch zurückgerufenen Prin- zeil langte Prinz Georg, welcher Metz nicht erreicht hatte, bereits heute $or mittag wieder in Pillnitz an, während Kronprinz Albert nebst Gemahlin heute Nacht erwartet werden. Die heutige auf's Feierlichste vorbereitete Denkmals- Einweihung zn Ehren des sächsischen (12. deutschen) Heerkörpers auf dem Schlachtfelde von St. Privat, fand voraussichtlich unter Stellvertretung der königlichen Prinzen statt.

Dresden, 2. August, Mittags. Ein soeben aus Pillnitz eingetroffenes Bulletin lautet: Der König hat in der letzten Nacht wenig geschlafen, trotz­dem ist sein Befinden zufriedenstellend.

(EiujfanÖ.

London, 2. August. Ein Eisenbahnunfall hat in Wigan den Expreß­zug von London nach Schottland betroffen. 10 Mann wurden aetödtet, 30 verwundet.

Eine carlistische Verschwörung ist in der Havannah entdeckt und meh­rere Verhaftungen vorgenommen worden. Der Nebellenführer Cespedes ver­weigert Unterhandlungen mit Friedens-Commiffarien der Negierung. Mehrere Gefechte haben in der Nähe von Puerto Principe stattgefunden.

dmerifm.

Vus Chiwa. Der Chan führt ein ruhiges Leben in seinem Palaste zu Chiwa. Er hat den Generalen Kauffmann uud Werewkin, sowie dem Ober­sten Lomakin, mehrmals Besuche abgestattet, lebt überhaupt mit diesen Herren auf dem besten Fuße. Er gesteht es zu, daß er Jrrthümer begangen bat, schiebt die Schuld dafür jedoch seinen Rathgebern zu. Das Orenburg-Detache­ment sollte am 18. Juli ans Chiwa abinarschiren. Es werden Maßregeln ge­troffen , um die Verpstegung der Truppen zu erleichtern. Der Gesundheitszu­stand des russischen Corps wird als ein zufriedenstellender geschildert; Fieber- und Diarrhoe-Anfälle sind am häufigsten.

Regensburg, 3. August. Der Deutsche Kaiser ist Hierselbst heute Abend 7 Uhr mit Benutzung der Neumarkter Ostbahn von Nürnberg cinge- troffen und an dem geschmückten Bahnhofe von einer großen Menschenmenge aufs Lebhafteste begrüßt worden. Das Feuerwehrcorps war zur Aufrechthal­tung der Ordnung ausgerückt. Die Häuser und Straßen sind bis zum ' steige-Quartier, dem Gasthof zumGoldenen Kreuz", reich beflaggt und der begrüßenden Bevölkerung dicht besetzt. Eine Serenade mit Fackelzug stattfinden, wenn sie angenommen wird.

Aecht kölnisches Wasser von Jean Maria Farina.

Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 fr. per Glas gehorsamst Johann Maria Farina in Köln.

. Madrid, 2. August, Abends. Nach einem Telegramm aus Gibraltar find die Jnsurgentenschiffe .Almansa" undVictoria", durch ein combinirtes mgllsches und deutsches Geschwader escortirt, heute in Cartagena eingetroffen. Contreras soll sich mit dem ganzen Generalftabe an Bord desFriedrich Karl" befinden. Die FregatteVilla de Madrie" ist zu den Insurgenten überaeaan- gen, dieselbe wird von den fremden Kriegsschiffen überwacht.

Madrid, 3. August. Aus Anlaß einer Manifestation gegen die Regie­rung, welche die hiesigen Intransigenten, die Abhaltung eines Meetings gegen dle Carlrsten vorgebend, verunstalten wollten, kam es zu einem Tumult und Handgemenge, indem in dem Augenblicke, als der Zug der Intransigenten sich nach dem Prado in Bewegung setzte, tooii einigen Personen gegen die rothe Fahne protestirt wurde. Das Volk zerriß die Banner und zerstreute die Mani­estanten. _ Vor Valencia wird das Bombardement von drei verschiedenen Punk­ten fortgesetzt, die Belagerungs-Batterien rückten vor. Man erwartet Verstär­kungen aus Aragonien, um alsdann zum Sturm zu schreiten. i-Die Insurgenten haben die Insel San Fernando (auf deren äußersten Spitze Cadix 'liegt) geräumt uiib die Truppen die Insel sofort besetzt. Von den letzteren werden Anstalten zum Angriff auf Cadix getroffen.

Gibraltar, 2. August. Die deutsche PanzerfregatteFriedrich Karl" zwang gestern mit der englischen PanzerfregatteSwiftsure" die Jnsurgenten- FregattenVictoria" undAlmansa", welche behufs Geld-Erpressung das offene Almeria bombardirten, nach Cartagena zurückzukehren, wo sie blokirt gehalten werden. Contreras bleibt bis jetzt auf Weiteres an Bord des Friedrich Karl."

Paris, 1. August. In Epinal, das von den deutschen Truppen Dienstag geräumt worden ist, herrscht seitdem große Erregung. Die Behörden suchten nämlich auf alle mögliche Weise die thieristischen und republikanischen Demonstrationen zn verhindern. Besonders groß war die Erregung gestern. Es hieß nämlich, daß ein Jäger-Bataillon eintreffen würde, und die ganze Stadt strömte nach dem Eisenbahnhof, um die Truppen zu empfangen. Die Männer trugen Fahnen, die Frauen und Mädchen Blumensträuße, die sie den Soldaten überreichen wollten, uud der Maire und die Gemeinderäthe befanden sich unter der Menge. Als der Zug eintraf, befanden sich die Soldaten nicht darin. Die Enttäuschung der Menge war groß. Der Maire gab nun, um dieselbe zu beruhigen, der Mnsikbande den Befehl, patriotische Märsche aufzu­spielen. Der Präfect wollte dieses nicht dulden; man hörte aber nicht aus ihn und die Menge durchzog, mir der Musikbande an der Spitze, die Straßen der Stadt. Die Erregung nahm zu, als man nun erfuhr, daß der Maire, welchen der Präfect grob behandelt, weil er sich zur Eisenbahn begeben hatte, seine Entlassung gefordert, und es wäre wahrscheinlich zu tollen Scenen ge­kommen, wenn die Behörde, die wohl eingesehen, daß sie zu weit gegangen, sich nicht dazu entschlossen hätte, den Bewohnern zu wissen zu thun, daß die Truppen in der Nacht ankommen würden. Die halbe Stadt wartete nun an der Eisenbahn, und als das Jäger-Bataillon endlich eintraf, wurde es mit größter Begeisterung ausgenommen und die Hochs auf Thiers und die Republik wollten gar kein Ende nehmen. Nicht so klug wie der Präfect in Epinal be­trug sich der Unter-Präfect in Raon l'Etape. Derselbe wollte schlechterdings keine Kundgebungen zu Gunsten von Thiers dulden und machte selbst in Be­gleitung eines Gensd'armen - Officiers die Runde durch den Ort. Die Sache wäre ihm beinahe sehr schlecht bekommen, denn als er eineVive Thiers!" rufende Gruppe auseinander sprengen wollte, erhielt er eine tüchtige Tracht Prügel und der Gensd'armerie-Officier wurde zu Boden geworfen. In Toul herrschte gestern auch großer Jubel. Die Behörden ließen dort die Leute frei gewähren. Gleich nach dem Abmarsch der Truppen sandte man eine von 800 Personen unterzeichnete Adresse an Thiers. Dieselbe lautet:Toul 31. Juli, 7 Uhr Morgens. Herr Deputirter! Wir würden undankbar sein, wenn wir Ihnen heute nicht sagen wollten, die Stadt Toul ist frei; möge Ihr Patrio-!

n-. 2 Mehrere Straßen Sevillas wurden vor dem

Einmarsch der Truppen geplündert. Valencia befindet sich noch in der Gewalt urff$n^Ur?entT ®raunba hcck seine Uebergabe angeboten. Mehrere Krieqs- schlffe werden heute aus der Havanna erwartet. 9

c 2. August. Der cantonale Aufstand nimmt den Charakter

R?«?/ d?ru«g an. Die großen Excesse haben viele Republikaner von guten Absichten bewogen, sich auf die andere Seite zu schlagen. Die Führer der Q3e= WfTeiüfÄl' ff«1"* ^"teurer- Die Regierung, unterstützt durch die Cortes, ist fist entschlossen, gegen die Absolutisten und gegen die Demagogen zu kämpfen. - Die Bemannung der Fregatte Carmen, 600 Matrosen und 80 Officiere hat geschworen, zu sterben oder die meuterischen Schiffe zu ihrer Pflicht urück- zufuhren. Sre wird morgen von Ferrol auslaufen. Ein Teleqrannn an die Regierung, datirt aus Malaga von gestern Abend, besagt, daß ein Han- delsd^npfer die Nachricht überbringe, daß die Commandanten des deutschen englischen und französischen Geschwaders vor Malaga eine Besprechung mit Contreras gehabt hätten, welcher sich an Bord der Almansa befand und Ma- laga zu bombardiren drohte. Die Befehlshaber verlangten von Contreras, daß

rebelllschen Schiffe nach Cartagena zurückschicke, und hielten ihn, bis sein Beffhl ausgefuhrt sein wird, als Geißel zurück.

k ojw 2 August. Aus Cartagena werden Streitigkeiten zwischen der Rebellen-Regierung und dem Wohlfahrts-Ausschüsse gemeldet; das Volk ist entmuthigt. Barcia hat, damit der Fall von Sevilla nicht bekannt werde einen Sendling nach Palma geschickt, der alle ankommenden Leitungen zu ver­brennen hatte. Es fehlt den Rebellen ganz und gar an Matrosen. Die Mann schast der Numancia besteht aus 100 Sträflingen. Die meuterische Fregatte Almansa ist in den Hafen von Malaga eingelaufen, wohin ihr die deutschen ^chlfloFriedrich Karl" undElisabeth" folgten. Die Deutschen schickten ein Boot zu der Almansa, und diese verließ augenblicklich den Hafen in östlicher Richtung^ Man glaubt, die Deutschen hätten die Almansa weggenommen.

Dcaorrd, 2. Angust. In der heiltigen Cortessitzung wurde Seitens des Ministeriums ein Telegramm verlesen, wonach der DampferVigilante" an Spanien zurückgegeben iind Contreras von den Commandanten der fremden Kriegsschiffe zur Sicherung der von ihnen verlangten Rückkehr der Jnsurqenten- schlffe von Malaga nach Cartagena als Geißel zurückbehalten worden ist. Das Vorgehen der fremden Kriegsschiffe bei der J.ihaftnahme Contreras' erfolgte nach vorgängiger Verständigung unter den Commandanten des englischen, fran­zösischen und deutschen Geschwaders.

Aufgabe an die Syn°d°l.R-PrLs-utanzh°r-n, die staatliche Anerke,wenig in den tismus während langer Jahr-och den Eindruck unserer Dankbarkeit und übrigen Landern herbeizufuhren, an die Gemeinden und Vereine, die Constitui- serer ganzen Ergebenheit empfangen" ^anrvarkeit und

rung in der Weise vorzunehmen, wie solche durch dieProvisorischen Bestim­mungen" angebahnt ist ui d in der dem Congresse vorzulegendenSynodal- und Gemeinde-Ordnung" ausgesührt wird. Um für Beides die Grundlage zu haben, ersuche ich im Auftrage der Synodal-Repräseiitanz: 1) alle Vereine und Gemeinden ist Baiern, Baden und dem Großherzogthum Hessen, sobald als möglich mir ein Verzeichnis eilizusenden, in welchem die Zahl der selbstständigen männlichen Mitglieder, die Zahl aller durch dieselben repräsentirten Personen und womöglich auch angegeben ist, in welcher Weise sich die Mitglieder auf die gesellschaftlichen Classen vertheilen; 2) alle Vereine (Gemeinden) in Preu­ßen, sobald als möglich einen förmlichen Gemeindebeschluß zu fassen über die beabsichtigte Anstellung der Pfarrer und Hülfsgeistlichen, welche sie bereits fac- tisch haben, und diesen Beschluß in authentischer Form an mich einzusenden. Auf diese Art wird ermöglicht werden, sofort nach der staatlichen Anerkennung des Bischofs die weiteren Schritte vorzunehmen, um die thatsächlichen Verhält­nisse zu rechtlich anerkannten zu gestalten. Ich füge die Bemerkung bei, daß es am Besten wäre, wenn von allen Gemeinden und Vereinen in ganz Deutsch­land ein namentliches Verzeichniß aller männlichen selbstständigen Mitglieder (§ 12 letzter Absatz derProvisor. Best."), in welchem bei jedem die Zahl der altkatholischen Familienmitglieder u. s. w. aufgeführt ist, angefertigt und mir zugesendet würde. Es brauchte alsdann für Feststellung der Delegirten zur nächsten ersten Synode bis zum 1. Mai lediglich eine Bekanntgabe der Änderungen (Zuwachs, Ausfall) zu erfolgen. Im Hinblicke aus unser eigenes Interesse bedarf es wohl kaum der dringlichen Bitte um möglichst rasche und erschöpfende Erfüllung des gestellten Ansuchens.