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borene Directrice ici. Es läßt sich da gar nichts darüber schreiben, man muß selbst sehen, mit entgegengerreten, wie in der Becker'schen Ausführung; hier erscheinen sie wie von mildem Son- welcher Eleganz und Noutinc der Taktstock geschwungen wird und welche Präcisität im ganzen nenlicht durchleuchtet. — Durch ein Studium und Zusammenüben von wahrhaft aufopferndem Orchester herrscht. Es war ein guter Gedanke von Herrn Wenzel: die Direktion zu veranlassen, Fleiße haben die vier Künstler sich diese schwierigen Compositionen so zu eigen gemacht, daß
Lokal-Notiz.
Gießen, 4. November. Das gestern Abend stattgefundene Concert des ersten europäischen Damenorchesters in Wenzels Garten war bis zum Erdrücken besetzt. War nun die Situation durch die große Hitze im Saale, sowie die Enge etwas ungemütblich, so wurden wir für diese Unbequemlichkeit doch reichlich durch die Leistungen beregten Orchesters entschädigt. Schon der Anblick der Damen in ihrer unisonen Garderobe, welche an Eleganz nichts zu wünschen übrig ließ, gewährte dem .'-eschauer einen Genuß. Wenn nun, wie hier, der Reiz der
„Held des Tages ist gegenwärtig (1^68) der „Florentiner Quartettverein, " bestehend aus den Herren Jean Becker, Enrico Masi, Luigi Chiostri und Fr. Hilpert. —
Florenz übt das Recht der Taufe eigentlich nur als die Statte der ersten Vereinigung dieser vier Musiker. Das Wesentlichste, höchste und tiefste Stimme, also Kopf und Fuß des Quartetts, ist deutsch: Becker aus Mannheim und Hilpert aus Nürnberg. Den beiden Italienern in der Mitte gebührt das nicht geringe Verdienst vollständiger Assimilirung.
Am Morgen nach der ersten Production des Becker'schen Quartetts zeigte sich in allen Wiener Blättern eine so erfreuliche Uebereiustimmung bezüglich der Vortrefflichkeit dieser Leistungen, daß die zweite und dritte Soiröe bei gedrängt vollem Saale stattfanden.
Und wahrlich, ein so vollkommener Musikgenuß zählt zu den seltenen Festen. - Was das Florentiner Quartett auch immer vortrage, es ist in den reinen, goldenen Strom der Schönheit getaucht. —
Zunächst frapptrt den Hörer der Zauber des Wobllautcs, die „materielle" Schönheit des Tones möchten wir sagen, bestände sie nicht gerade in dem gänzlichen Abstreifen alles Materiellen. Wir hören den reinen, absolut schönen Ton, ohne an seinem Entstehungsjammer durch Roßhaar, Holz und Darmsaiten gemahnt zu werden. —
„Klangschönheit! Ist denn das gar so viel? Verstellt sich die nicht von selbst?" hören wir mitunter fragen. Man sollte cs glauben, und doch ist dieser Vorzug bei einem Saitenquartett nichts viel häufiger, als Die Vollkommenheit der Stimme und Intonation beim Sänger.
Vorerst besitzen die vier Künstler wunderschöne Stimmen, und zwar aus den geheimntß- o ollen Werkstätten von Joseph Guarneri, Amati und Maggini; sodann verstehen sie aber auch zu singen. — Der Zusammenklang dieser vier Instrumente, der im leisesten Geflüster wie im <&turm des Fortissimo wie aus einem Bo- gen quillt, hat etwas Zauberhaftes. Man denke dabei nicht an irgend ein kokettes Raffinement; wir hören durchweg einen reifen, gesunden, männlichen Ton, einen reifen, gesunden, männlichen Vortrag. Die „Florentiner" liefern den besten Beweis — und man hält illn lei-
(Eingesandt.)
Florentiner Quartett.
lieber die Kunstvollendung des Becker'schen Quartetts, welches den hiesigen Musikfreunden Mittwoch den 5. d. Mts im Leib'schen Saale einen reinen Hollen Genuß bereiten wird, sagt Eduard Hanslick in seinen Kritiken und Schilderungen aus dem Wiener Musikleben:
England.
London, 31. October. Eine Behauptung des „Monde", daß Pros. Döllinger sich endlich dem heiligen Vater unterworfen und sich daher von der altkatholischen Bewegung ganz und gar losgesagt habe, war auch in englische Blätter übergegangen. Ein Freund des Altkatbolicismus hat sich in Folge dessen an den Professor Huber in München um Auskunft gewandt und von diesem die Antwort erhalten: „Ich beeile mich, Ihnen aus Dr. Döllingcr's eigenem Munde die Erklärung mitzutheilen, daß das Gerücht von seiner Unterwerfung eine alberne Erfindung ist. Döllinger steht so fest und entschieden wie nur je auf dem Standpunkte der Opposition gegen den Vaticanismus Da er jedoch fortwährend mit literarischen Arbeiten beschäftigt ist, so bleibt ihm keine Zeit, sich mit der praktischen Leitung der altkatholischen Bewegung zu befassen oder allen Congressen beizuwohnen." Der Empfänger hat diese Mittheilung durch eine Zuschrift an die „Times" der Oeffentlichkeit übergeben.
London, 1 November Wie ein vor dem Lord Mayor verhandelter Proceß ergibt, hat der Carlistenkrieg das englische Korkgeschäft zerrüttet Ein Korkarbeiter, wegen einer Schuld von 80 L. verklagt, entschuldigte seine Zah- lungsnnfähigkeit durch den Stillstand seines Geschäfts aus vollständigem Mangel an Material. Für den hier zur Bearbeitung beliebten Kork gict es nur eine Bezugsquelle, und das ist gerade der Theil von Spanien, welchen die Carlisten inne haben. Natürlich ist von dort nichts zu beziehen.
Dänemark.
Kopenhagen, 2. November. Heute wurde der Socialisten - Führer Pihl wegen eines Aufrufs im „Socialist" und mit Bezug aus den Strafgesetz Paragraphen, betr. Drohungen gegen den König, verhaftet.
Vermischtes.
Rom, 25. Oct. Fanfulla schreibt: Die letzte und hoffentlich allerletzte Aufhebung des Jesuitenordens oder wenigstens die Auflösung der Gesellschaft Jesu in Nom ist ein so interessantes Ereigniß, daß es unseren Lesern vielleicht angenehm ist, wenn wir noch einige Einzelheiten daraus nachtragen. Als die Deligirten der LiquidationS - Commission dem Haupthause der Gesellschaft Jesu und Residenz des Generals des Ordens, dem Jesukloster auf der Piazza Venezia, ihren ersten Besuch machten, war Pater Beckx entweder abwesend, oder ließ sich wenigstens nicht sehen. Als sie aber am folgenden Tage wieder kamen, um das Inventar nachzusehen, fanden sie den General in feiner Wohnung. Diese besteht aus einem Vorzimmer, worin der ihn bedienende Laienbruder schläft, aus einem Studienzimmer und einer Schlafkammer, die sich in ihrer Einfachheit von der der anderen Väter der Gesellschaft Jesu nur dadurch unterscheidet, daß sie einen Klingelzug und einen Fußteppich vor dem Bette hat. Der General empfing die Deligirten in seinem Studienzimmer höflich und ohne alle Affectativn. Als der Notar Bobbio ihn fragte, ob er seinen Pensionsbrief in Empfang nehmen wollte, antwortete der General mit einem einfachen Ja und unterzeichnete ihn, wie auch alle anderen Väter der Gesellschaft gethan hatten. Hierauf bat er um die Erlaubniß, ein Bücherbrett, das in eine der Wände seines Studlenzimrners eingemauert ist, mitnehmen zu dürfen, was ihm auch zugesagt wurde. Die Assessoren der Gesellschaft, nämlich diejenigen Väter, welche die verschiedenen Nationen im Ordcnsrathe vertreten, wollen die Bücher rnitnehrnen, die sie auf ihren Zimmern haben, weil dieselben, wie sie sagen, nicht dem Orden gehören, sondern ihr Privateigenthum sind. Der englische Assessor behauptet das z. V. von einer Bibliothek von 5 — 600 kostbaren Bänden, welche er theils gekauft, thcils von seinen Freunden in England zum Geschenk bekommen haben will. Diese Frage ist von der Liquidations-Commission noch eben so wenig gelost, wie die andere, was aus der Bibliothek werden soll, die von der Herzogin von Sachsen herrührt. Sie enthält nur seltene und sehr kostbare Werke, welche ihr zweiter Gemahl, der Cavaliere de Rossi, ein leidenschaftlicher Bücherfreund, angesaminclt hat. Bei seinem Tode vermachte er seine Bibliothek der Herzogin und diese vererbte sie hernach den Jesuiten, aber mit der Bedingung, daß sie bei der Auflösung der Gesellschaft Jesu in das Eigenthum des Kaisers von Oesterreich übergehen soll. Die Jesuiten möchten sie aber gern mit nach der Villa Mon- dragone bei Frascati nehmen, wo sic als Weltgeistliche und Gäste des Fürsten Borghese ihren Wohnsitz aufschlagen werden. — Gestern 1 Uhr Nachmittags hat der Canonicus Lauri die Kirche und Sacristei des Jesuklosters als neuer Rector derselben in Besitz genommen.
— Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung hat kürzlich in einem schwachen Augenblicke, von Reliquien redend, erzählt, irgendwo werde bas „Gerippe" des Christkindes aufbewahrt! Das wäre denn freilich die sonderbarste aller Reliquien, durch die selbst das Stück von der ägyptischen Finsterniß, das zu Dobberon in einem verschlossenen Kasten aus bewahrt wird, in den Schatten gestellt würde. Aber wo befindet sich Denn diese Reliquie? Diese Frage richtete die „Germania" an das Blatt, das diese Erzählung gebracht hatte und wiederholte die Frage unerbittlich, ohne daß die Norddeutsche Allgemeine Zeitung anders als ausweichende und verlegene Antworten zu erteilen wußte. Endlich nach fünfmaliger vergeblicher Anfrage schreibt die „Germania": „Wir haben nun die Nordd. Allg. Z. lange genug an Der Angel (jerumgejerrt — aus purem Mitleid wollen wir sie jetzt nicht mehr länger zappeln lassen. Deßhalb eine kleine Enthüllung: Nicht das „Gerippe" des Christkindes wird gezeigt, sondern die „Krippe", und zwar zu Rom in der Kirche zu Sta. Maria ad praesepe. Wahrscheinlich hatte irgend ein deutsches Blatt vor einigen Wochen in Folge eines Druckfehlers das „Gerippe" statt der „Krippe" aufs Tapet gebracht."
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Aus Hattersheim wird dem „N. M- A." gemeldet: Ein Müllerbursche aus Marxheim, welcher auf einer benachbarten Mühle bei Hattersheim arbeitete, hatte sich am verfloßenen Sonntag, es war gerade Kirchweihe in seinem Ort, nach Hause begeben. Derselbe war einer der fidelsten und flottesten Burschen im ganzen Ort Die Mädel waren ihm auch alle gut, und jede liebte es, wenn der schmucke junge Mann ihr den Arm zum Tanze reichte. Bis spät in der Nacht währte das tolle Treiben, es wurde wacker gezecht. Der Tag graute schon, als sich der Bursche mit schwerem Kopfe vom Tanzboden schlich, um nach der Mühle und seiner Arbeit zu gehen. Glücklich langte der Müllerbursche zur Mühle, öffnete die Thüre, betrat den noch dunklen Gang, kam aber, wahrscheinlich in Folge des genossenen Weines, einem Rav Der Mühle zu nahe. — Ein Schrei und lebend in Fetzen zerrissen, hingen die Korpertheile deS Burschen im Mühlwerk. Die Theilnahme um diesen braven Menschen ist allgemein.
Königsberg. Einem hiesigen Rentner widerfuhr vor kurzer Zeit eine sehr unangenehme Ueberraschung. Seine Ehefrau holte nämlich aus gutem Verwahrsam ein Päckchen hervor und machte dasselbe ihrem Gemahl mit den Worten zum Präsent: „Sich, das habe ich in fünf Jahren haushälterisch erspart, nimm es jetzt und verwende es für deine Gesundheit " Gerührt öffnet er die Umhüllung und findet — 280 Thlr. in Zwanzigthalernoten Der verstorbenen Königsberger Privatbank. Die Aermste hatte nie Zeitungen gelesen, hatte nie mit ihrem Manne über die Privatbank gesprochen und war daher wie vom Blitz getroffen, als sie erfuhr, daß die noch ausstehenden Noten bereits längst ungültig geworden sind.
— (Eine Krach-Anccdote) — nicht neu, aber gut — erzählt man sich im Geburtslande des Krachs. Bei einem Provinzkaufmann, der zahlungsunfähig wurde, hatte ein Pcster College 2000 fl. zu fordern. Es kam ein Ausgleich zu Stande, wonach obige Summe in vier Raten bezahlt werden sollte. Schon die erste Rate wurde nicht eingehalten; auf einen Mahnbrief des Pestcr Kaufmanns antwortete nun Der Provinzler: „Ich habe nie auch nur einen Augenblick an die Möglichkeit geglaubt, auf Deine Forderung auch nur einen Kreuzer zurückzahlen zu können, aber ich wußte, daß Dir der Verlust von 2000 ft. sehr empfindlich sei und dachte, es werde Dir leichter fallen, das Geld in vier Raten zu verlieren."
ganzen Rechten, und man erwarte, daß die unentschlossenen Conservativen sich derselben anschließen werden.
Paris, 1. November. Broglie hat im heutigen Ministerrath den Entwurf der Botschaft Mac Mahon's vorgetragen; derselbe wurde im Allgemeinen gebilligt.
Alle Militär-Commandanten haben Befehl erhalten, auf's Entschlossenste zu handeln, falls die Ruhe gestöit werden sollte In republikanischen Kreisen herrscht deshalb der Glaube, daß Unruhen hervorgerufen werden sollen, um den Royalisten neues Ansehen zu verleihen.
— Der Plan, Mac Mahon zum Dictator zu machen, soll auf Widerstand bei den Orleanisten stoßen, welche den Herzog von Aumale an die Spitze der Regierung stellen wollen.
Paris, 2. November. Im gestrigen Ministerrathe fand die erste Lesung eines von Broglie aufgestellten Entwurfes der von Mac Mahon an die Nationalversammlung zu richtenden Botschaft statt. Der Entwurf legt die Noth- wendigkeit dar, das jetzige Provisorium ungesäumt zu consolidiren, aber der Nationalversammlung die Initiative anheimzugeben. Die Linke macht große Anstrengungen, das linke Centrum für die Wahl Grsvy's zum Präsidenten der Nationalversammlung zu gewinnen und dadurch sofort die conservatlve Majorität zu sprengen. — versichert, daß demnächst ein Bries des Grafen von Paris veröffentlicht werden soll, welcher auf der Unterwerfung unter das Familienhaupr beharrte, aber die Verschiedenheit der Anschauungen betonte.
Paris, 3. November. Grövy schlägt die Kammer-Präsidentschaft aus Die Oppsition ist unentschlossen, ob sie Enthaltung üben oder die Candidatur Martel's oder Demassy's aufstellen soll. Die Minorität gegen Buffet vergrößert sich.
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Neuheit hinzutritt, so ist man dadurch doppelt gefesselt. Was die Leistungen Der Damen als „o.v.v......n UI|UI| vni oqnm ot-um» — »uv man yan inn ui-
Künstlerinnen betrifft, so war das Urtheil der Besucher einstimmig im Lobe derselben. Dieser noch hie und Da für nothw endig — Daß man mit Geist und Empfindung vortragen könne,
beiden Solo-Piücen waren so zu sagen etwas WunDervollcs, namentlich das Violin-Solo von ohne jemals zu schnarren oder zu winseln.
Frl. Pauline Jewe lieber das Dirigiren von Frau Amann-Weinlich können wir uns nur mit Wie für ihre TonbilDung das erste Princip Schönheit ist, so für ihren Vortrag
dem Urtheil der „Leipzig. Jll. Ztg." einverstanden erklären, Daß Frau Amann-Weinlich eine ge- Klarheit. — Beethoven's Quartette sind uns niemals so durchsichtig und verständlich
Judieit
Nom, 3. November Der Minister hat beschloffen, dem Staatsrathe den Protest der Jesuiten gegen die Expropriation deö Collegiums Nomanum zur Prüfung zu unterbreiten.
Spaniern
Madrid, 31. Ocrober. Das spanische Geschwader kreuzt vor Cartagena. Die belagernden Truppen erhielten eine Verstärkung von angeblich 5000 Mann. Del Balso, Präsident der cartagenischen Junta, ist unter der Anklage des Verraths verhaftet worden. Galvez hat wieder den Oberbefehl übernommen.
— Aus carliftischer Quelle wird gemeldet, daß Don Carlos unpäßlich in Estella weilt. Don Alfons und Dona Blanca befinden sich bei ihm. Die Bildung neuer Bataillone, sowie die Vorbereitungen zu einer Expedition nach' Arragonien, die Caballos commandiren würde, schreiten vorwärts. Die Unterhandlungen, welche indirect zwischen dem königlichen Hauptquartier und dem General Cabrera statlfinden, um diesen zu bewegen, nach Spanien zu kommen, gehen ei> em günstigen Abschluß entgegen. (?) Mehrere alte Carlisten-Generale, die den großen Carlistenkrieg mitgemacht, sind an der Grenze angekommen, um, sich unter seine Befehle zu stellen.
Madrid, 1. November. Das deutsche Geschwader ist von Malaga nach Cartagena abgegangen. In Cartagena sind Demoralisation und Disci- plin-Mangel auf das §öd)flc gestiegen. Die Galeeren-Sclaven überwachen auf's Aufmerksamste die Führer der Bewegung, fürchtend, von ihnen verlassen zu werden.
Franyais" versichert, volle Einheit herrsche in dersdaß ein zweites Concert stattfindet, es wird dadurch dem Publikum nochmals Gelegenheit geboten, - - • - * - ~ - einen Genuß zu haben, wie er so bald nicht wieoer zu genießen fein dürfte.


