seines Glaube»- scceptiren könne, seine Zustimmung geben sollte. Außer der gemeinschaftlichen Adresse au das Herrenhaus habe er seinerseits ein besondere» Schreiben an das Preußische Staatswiuisterium gerichtet, worin er darauf Hinweise, daß er, falls jene Gesetzentwürfe wirklich Gesetzeskraft erlangen sollten, sich gezwungen sehe» werde, in entschiedene Opposition gegen die Regierung zu treten. Schließlich sprach der Erzbischof die Hoffnung aus, daß nicht bloS die Geistlichkeit, sondern auch die gesammte katholische Bevölkerung ihn unterstützen werde, und deshalb nehme er auch kühn den Kampf auf, den man der Kirche erklärt habe." Berlin, 1. Febr. Die „Nat.-Ztg." urtheilt über die jüngste Ketteler'sche ProgramwS.Broschüre: „Bischof Kettrler ist nicht ein Politiker, sondern er ist ein ganz gewöhnlicher Demagoge, und zwar, weil er zugleich religiöse und Wirth- schaftliche Hetzerei treibt, ein noch schlimmerer und gefährlicherer Demagoge, als Lassalle z. B. einer war. Der Bischof klagt seine Gegner, welche er ganz will- kürlich „Liberalismus" benamst, der NeligionShctzerei au (S. 28), während sein ganzes Treiben Religionshetzerei ist und als solche auch iu dieser Schrift hervortritt. Denn es ist Religionshetzerei, wenn er unter Verhältnissen, wie sie in Deutschland sind, fort und fort die letzten drei Jahrhunderte als die Zeit unseres geistigen, politisches und moralischen Verfalls schildert und die Reformation als den Ausgangspunkt dieser Aera des Verfalls. Es ist Religionshetzerei, wenn er die von ihm anerkannte günstige Stellung der Katholiken in Preußen auf Rechnung der Dortrefstichkeit des katholischen Volkes setzt, und wenn er das ganze katholische Volk tu Deutschland zur Bildung einer einzigen politischen Partei auffordert, weil von dem protestantischem Kaiserthum Unterdrückung der katholischen Religion befürchtet werden müsse. Und um diese Religionshetzerei wirksamer betreiben zu können, greift der Bischof zu den gemeinsten Mitteln der Gocialdcma- gogie. Der Bischof ist gewissenlos genug, bet der Ausmalung seines Bildes von
Amerika.
Newyork, 31. Jan. In Bezug auf die aufständischen Modoc - Indianer im Oregoagtbirte wird gemrlvet, daß dieselben zu Unterhandlungen mit den Be- borden der Vereinigten Staaten geneigt sind. — In dem Betrugsproceffe gegen Tweed hat sich die Jury nicht einigen können und das Verfahren eingestellt U-ber tiefen Ausgang de« Processi« herrscht allgemeine Enlrüssung.
Local-Notiz.
Gießen, 4. Februar. Zuverlässigen Nachrichten zufolge, findet morgen Mittwoch, um 2 Uhr Nachmittags im Gasthof zum Rappen dahier eine Sen fammlung der bei der Abschaffung der Weinsteuer betheiliqten Angehörigen unserer Provinz statt und soll hier die auch in den anderen zwei Provinzen zur Unterschrift cireulirende Petition an die Ständekammer zur Be- nrthung und bezw. Unterschrift vorgelegt werden. Eine recht umiassende Betherilgung der Interessenten unserer Stadt wäre höchst erwünscht.
(Eingesandt.)
Wir glauben, dar Publikum noch ausdrücklich auf das in dieser Nummer enthaltene Programm des nächsten Donnerstag stattfindenden Concertes des Concert- oerems aufmerk.am machen zu sollen. Neben dem Auftreten einer sehr namhaften Künstlerin aus der Harfe, einem Instrumente, das man nur äußerst selten mit einiger Vollkommenheit spielen zu Horen Gelegenheit hat, wird namentlich das Wiederer- schemen des Männerquartetts vom frankfurter Sängerkranz von allen Denen mit Freuden begrüßt werden, welche dessen vorzüglichen Leistungen in einem jetzt gerade vor einem Jahr stattgehabten Verems-Concerte so reichen Beifall gespendet haben
Temperatur tu Gießen, Januar 1873 :
Wseheel."
1
Amsterdam k. 8.
k. 8.
k.
Portugal
metyr ausländische Beamte zur Wiederaufnahme des Betriebes heranziehen.
8.
8.
8.
983/« 9t
Augsburg Berlin Bremen Brüssel Hamburg Leipzig London Lyon Paria Wien ditto ditto
Disconto
k. 8.
k. Z.
m. 8.
1. 8.
4%
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2,49 „
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„ Papierrente 62 */4 Spanier, neuest. 3% 26-</8 Amerik. Bonds 188ir 101
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Geldwerten» kl. kr.
Pr. Friedrdor 9 57—58 Pistolen . . 9 39 — 41 „ doppelte 9 39—41
Holl. fl. 108t. 9 52 -54 Duoaien . . 5 31—33 20 Frankenet. 9 20—21 EngL Borer. 11 47—49 .Rusa. Im per. 9 40 —42 Dollar ipQo'd 2 24*/2 25*/8
dem „modernen Staat" (S. 32) wörtlich zu schreiben : „Von seiner Herrschaft ist nur die Geldmacht ausgenommen, welcher das Recht zugestanden wird, das Volk, das arbeitet, den kleinen Mann, auszubeuten mit seinem Körper, seiner Gesundheit, seinem Gewissen, seinem Weibe und seinen Kindern." Er redet in der oberflächlichen Weise von den Anschuldigungen und Heilmitteln der Sociali- sten und erhebt sich zu dem im Munde eines Bischofs absolut unentschuldbaren und frivolen frommen Wunsch (S. 76): „Vielleicht wird einmal die Interna- tionale in Gottes Hand die Zuchtruthe sein, um die moderne Gesellschaft dieser unermeßlichen Corruption wegen, wie sie es verdient, z« züchtigen und sie von derselben zu säubern." Er redet in der unsinnigsten Weise über stehende Heere und für Herabsetzung des Militär-Etats (S. 78), obwohl er nicht ohne Behagen zu Anfang die Aussicht auf den „nächsten Krieg in fünf Jahren ausmalt, wo Deutschland voraussichtlich nicht wieder so günstige Verhältnisse", wie im Jahre 1870 finden »erde. (S. 17, 18)."
Berlin, 2. Febr. Die Eisenbahn-Commission des Abgeordnetenhauses empfiehlt einstimmig die Erbauung der Moselbahn Oderlahnstein-Trier bis zur Reichs- grenze bei Sierk für 20,750,000 Thlr., wobei in Folge von Petitionen der Städte Wittlich, Bernkastel und Trarbach zugleich empfohlen wird, die Staars- regterung aufznsordern, Stichbahnen nach genannte« Bahnen auszuführen. Zur Befriedigung der Eisenbahnansprüche der Ostprovinzen wurde ein bezüglicher Antrag eingebracht.
Leipzig, 1. Februar. Die Buchdruckergehilfe», welche gekündigt hatten, stelle« mir dem heutigen Tage die Arbeit ein. Die vereinigten Buchdruckereibefitzer haben i» Gemäßheit ihres am 28. v. M. gefaßten Beschlusses eben so heute allen Buchdruckergehilsen gekündigt, welche noch VebandSmitglieder sind.
Oesterreich.
Wien, 1. Februar. Die hier erscheinende „Gazette des EtrangerS" bringt ein Telegramm aus Konstantinopel vom gestrigen Tage, noch welchem am Hofe des Sultans die Reise desselben zur bevorstehenden Wiener Weltausstellung ernst- ltch erwogen wird. I« Fall der Reise deabstchtige der Sultan für die Zeit seiner Abwesenheit von Konstantinopel seinen ältesten Sohn Jussas Jzzedin zum Regenten einzusetzen und würde diese Combination als ein Vorläufer zu der demnächst erfolgenden Proclamation dieses Prinzen zum Thronerben angesehen.
Frankreich.
Paris, 31. Jan. Die Orleans-Eisenbahn macht bekannt, daß sie in Folge des Aufstandes in Spanten keine Waaren mehr für dieses Land annimmt. — Heute war Ministerrath. Man beschäftigte sich mit der Zusammensetzung des Kriegsgerichts über Bazaine. Wie es heißt, sollen die Namen der Generale, welche dasselbe bilden, übermorgen im offiziellen Blatt erscheinen. — Die Dreißiger- < Cowuusfion trat heute nicht zusammen, da die DiScujston über Lyon nicht beendet ist. — Aus einem Artikel des Bien Public geht hervor, daß Thiers in der In- terpellationöfrage nicht nachgeben, sondern die Sache vor die Kammer bringen w»ll, wenn die Commission nicht nachgibt. Laut „National" rechnet Thiers mit Sicherheit darauf, daß 100 Mitglieder der Rechten gegen die Commission stimmen werden, »enn diese auf ihrem Widerstande beharrt. In Betreff der Zweiten Kammer scheint sich Thiers mit der platonischen Erklärung, welche die Commission in dieser Beziehung abgegeben hat, auch nicht begnügen zu wollen.
Spanien.
Madrid, 30. Januar. Heute Nachmittag 5 Uhr fand die officielle vor- | stellung des neu geborenen Prinzen dem vorgeschriebenen Ceremonnll gemäß vor i veu spanischen hohen Würdenträgern statt. Am Abend waren die öffentlichen Gebäude illuminirt. Sagasta und Deputirte der konservativen Partei halten sich zur Beglückwünschung nach dem königlichen Palast begehen. Die Taufe des königl. Prinzen ist auf den 2. Februar festgefitzt worden, derselbe soll die Namen Louis Amadeus Joseph Maria Ferdinand Franz erhalten. — Die Nordeisenbahn nimmt weder Passagiere noch Waaren für Alsasua und andere Stationen der baskischen Provinzen au.
Aesfiea, 5% öde?. F* St. K. B. 357 Lombard. Bahn — Ludwigah. -BexLaefa — Max bahn — Bayer. Oatbahn 130 Rbein-Nahebahn-Aci. 101 Hess. Ludwigeb.-Aet. lu23/4 Oberbeaaen „ 77'/,
Pviodtftten.
3% östor. Steb.-Prior. 593/4 3% öet. s. Lombard — 3% Livorneaer 37 5% Tosoaner 59‘/4 5% Eilsabeth.-PrLir. 841/4 do. n. Emiss. 821/3
AnlebenNloose.
Darmstädter fl.SOLoose 2063/4 » »25 „ 60
Korb. 40 Thhr. Looes 721/4 Nassau 25 fl. — Braun ach weiger — 3% Oldenburg. *40Thlr 3<M/2 ! 4% bayr. Prüm.-An! 116'/4 J 4u/o batbsohe Loose 114 Badische fl. 35 Loose 71 Oestr. fl. 250 ▼. 1854 95 7, 1858r PrioritÜfsiooae 20öl/a I86ür Loose 973/4 t864r w 166'/,
nieberfte..............
mlttitre..............
Mittel 1863 ..............
Mittel früherer Jahre überhaupt.........
höchste.................
Niederschlag: an 11 Tagen..........
„ im Mittel früherer Jahre: an 16 Tagen . .
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 3. Februar. Was der December und Januar nicht brachte, scheint der Faschmgemonat Februar verwirklichen zu wollen, die längst ersehnte Festigkeit hat sich Bah» gebrochen. Schon am Samstag Abend schwellte eine günstige Prise die Segel der stets steigerungsgeneigten Speculation und verdoppelte ihre Kraft in dem gestrigen Privatverkehr, wo bei anhalkender Kauflust Courfe einen nicht unbedeutenden Aufschwung nahmen. Auch heute eröffnete die Börse sehr test und gab sich noch einer günstigeren Stimmung, bei reger GeschäftSlust hin, als Wien und besonders Berlin noch animireudere festere Eoursi sandten. Der Moment, die Hausse endlich mit Nachdruck in Scene zu setzen, dürfte sehr günstig gewählt sein. Der politische Himmel ist, nachdem der russisch-englisch« Conflict seine Wirkung auf die Börse eingcbüßt und die Wiener JudustrieauSstellunq mit den mit ihr in Verbindung stehenden Confer,nzen von Fürste» und Staatsmännern die Aussicht auf eine friedliche Aera eröffnet, ziemlich wolkenlos. Auch die Lage des Geldmarkts hat sich wesentlich gebessert und befestigt und kann, nachdem die englische Benk ihren DiSconto herabgesetzt, die preußische (der neueste WochenauSweiö lautet sehr günstig), nicht langer zuruckblelbeu, da bet dem anhaltend flüssigen Geldstand DiSconto im offenen Markt ,n Berlin auf 3y4 Proc. herabgegangeu ist und hier (heute) DiSconto ca. 3i/4 Proc. steht. Außerdem herrscht sur Speculatiouö - (außer etwa Staatöbahn) und die meisten Anlagepapiere Moments» eme sehr gute Meinung vor, an der auch alle Werthe der auf solider GeschästöbasiS operirende» Bankmstltute partlcipiren. Treten also in nächster Zeit keine Momente ein, welche die Börse in politischer oder finanzieller Beziehung afficiren, so dürfte dem bisher so lustlosen Geschäft endlich d.e erwünschte Belebung zu Theil werden. Lombarde» und Ereditactien sehr gefragt, Staatsbahn eher vernachlässigt. Die Ginahmen deö südlombardischen Netzes (österr. Strecke) weisen ein Plus von fl. 74,000 nach. Lombarden fest zu 2111/2 seit gestein. Creditactiin zu 260-/° um ca ?• b^er; Staatsbahn zu 258s/8- um ca. i/8 fl. höher. Oesterr. Fonds sämmtlich unverändert' außer Papterrente 72 Proc besser. 71er französische Rente i/2 Proc. besser. Spanier beliebt' Von Bahnen Elisabeth hoher, Banken durchgehends besser und gesucht. Provinzial - DiSconto abermals ,n steigender Tendenz. Man glaubt einer weiteren Steigerung bis auf 175 entgegen Mtn zu können Deutsche Effect,nbank zu 130 gehandelt. Rheinische Effectenbank fest zu 126. Wiener Bankactren um 7 fl. höher. Amerik. Staatsfonds fest. Central-Pacific 1 Proc., South Mlflouri 1/2 Proc., Union Lastern % Proc., Oregon 1' 2 Proc. besser.
Nachschrift 23/4 Uhr: Lombarden 212, Creditactien 3607g, Staatsbahn 3587g.
.. 1015/, 4i/t °7q ijährxge 100
^lssabon, 31. Jan. In Folge eines unter den Maschinisten und Heizern Ler poltuglisischen Eisenbahn auSgedrochenen Str-kes ist die B.förderung der Gutcrzü^e eingestellt. Die Courierzüge laufen noch und werden von den ausländischen Angestellten geführt. Die Regierung wird das Einschreiten der Ge- richte ßc en die Feiernden veranlsssen. Die Eisenbahn-Gesellschaftcn wollen noch'
Aetien.
Frankf. Bank 1411/8
Frankl, Vezeins-KaaHe 1521/3
Darmet. B&nkaot. 485
Wien Bankaoden 1043
Oeat. Oredltaot. 360
Galizien 247
Wer eine Annonce
in hiesigen oder auswärtigen Blättern veröffentlichen will, erspart Mühe und Po t kosten, wenn er damit die Unterzeichneten beauftragt, deren alleiniges und ausschließliches Geschäft es ist, Anzeigen in alle Zeitungen der Welt zum Original-Koftenpreise
Unb °6nC N°b-nw°s°n au beförbern. HzgsknsteM Ä- HoglCV,
Frankfurt a. M., große GalluSftraße 1.
BöFseMÄChE-ichleä. 3. Februar 1873.
Preuse. 47g% Oblig. 102
Frankf. 37,0^ Obi. 87y,
Nasa. 47,0/q Obi. 100
Kurhees. 4% p —
Gr. Hes& 50/0 Obi. —
k. 8. 87V8 k. 8. 105
k. 8. 1187» k. 8. —
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Gießen, am Großherzogli
■ Verst Ttratz DaS Brechei und^das Zers der Staatsstra für das Jahr sowie die Anl soll an nachb wenigstforderii Mittw M in Gießen in M die Straßer die Straße M^die Straß, Mn bis Abtk ssießen bis St> Donner 97 ju Lollar in d. ton ^ndeSgrenze;
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