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der Zerstörung oder der materiellen vrrtheidigung; es trifft »ns in Vorbereitung zum Kampf; aber der Kampf gilt den höchsten Eulturzwecken und die Geister brennen vor Begierde, auf einander los zu plagen, damit ter bürgerliche und conf«ssiooelle Friede durch den Siez gesichert merke; und in Deu.schlanb wie in Preußen gehen wir den Aufgaben de« neuen Jahres mit dem tröstlichen Biwvßt- sein entgegen, daß in den leitenden Sphären das klare Verständnis und der Muth der Lösung ebenso vorhanden ist wie in den weiten Kreisen der Bevölkerung.

Deutschland.

Darmstadt, 31. Decbr. Da« heute ausgeg-brne Großh. Regierungsblatt Nr. 59 enihält:

1. Gesetz, die Erhebung der Staatsauflagen in den ersten sechs Monaten des Jahres 1873 betreffend.

2. Bekanntmachung Großh. Ministerium« de« Innern, betreffend die Be­stimmung des Zcitprnk.es, von welchem an da« Gesetz vom 27. November 1872, wegen Todeserklärung von Personen, welche an dem Feldzüge der Jahre 1870 und 1871 Theil genommen haben und vermißt werben, in Wirksamkeit zu tre­ten hat.

3. Bekanntmachung Großh. Ministerium« der Finanzen, den Ausschlag der direeten Steuern und ter Be.träge zu den Kost.»' der Staat«- und Provinzial- praßen für da« Jahr 1873 betreffend.

4. Bekanntmachung desselben Ministerium«, die Steuervergutunz bei dei Ausfuhr von Bier betreffend.

5. Bekanntmachung Großh. Ministerium« der Justiz, den Vorbehalt des Widerrufs bei der Ernennung von Anwälten betreffend.

6. Ernennungen in Beziehung auf den Landtag.

7. Ermächtigung zur Annahme und zu» Tragen eine« fremden Ordens.

8. Dienstnachricht.

9. Eharakterertheilungru.

10. Dienstenthebungen. Seine Königs. Hoheit ter Grcßherzog haben aller- gnädigst geruht: am 7. Decbr. den Districtseinnehmir der DistricUeinn.hmerri Alsfeld I, Balthasar Schmidt, von der ihm auf Widerruf übertragenen N<den st.lle eine« Rendanten de« Steueramte« Alsfeld, in Folge Aufhebung dieses Amte«, mit Wirkung vom 1. Januar kommenden Jahres cn, und am 13. Decbr. den Schullehrer an ter rvang. Schule zu Lehnhcim, im Krctse Giunberg, Hein­rich Ritter, auf sein Nachsuchen und unter Vorbehalt seiner Rechte al« definitiv augeflellter Schullehrer von dar rvang. Schulstclle zu L.hnheim zu entheben.

11. Versetzung in drn Ruhestand.

Berlin, 1. Jan. Mag man in tiefer Zeit der politischen Stille,die Blicke richten, wohin man wolle, nur zwei Vorgänge sind es, die unsre Theilnahme lebhafter aui sich zu ziehen vermögen: die Allocution des Papst.s und die Gra- wont'schen Enihüllungrn. E.stere hat trotz Allem, was bisher an feindseligen Kundgebungen gegen Deutschland vom Vatikan aui geleistet ist, große Sensation erregt, sowohl in ten Kreisen der Regierung, wie dei der Bevölkerung und in der Presse. Mehrere Blätter hatten Anstand genommen, den T>xl der Anrede wöitlich wiederzugeben, und wie die aus Frankfurt a. M., Posen, Bromberg einlaufenden Nachrichten distätigen, war diese Vorsicht nur allzu berechtigt. W >r doch von Seiten der Behörden den Prrßorganrn mitgetheilt worden, daß ein Abdruck der Allocution In deutscher oder sonst dem Volke zugänglicher Sprache die Beschlagnahme nach sich ziehen wurde, und ist doch gegen dieGermania", welche den Wortlaut mitzutheilen sich beeilt hatte, bereits von der Staatsanwalt» schäft eingeschritten worden, vielleicht aber hat die« päpstliche Kriegswanisest das Gute, bah nun in Deutschland und Preußen diejenigen Maßnahmen beschleunigt werden, welche schon längst als eine Noihwrndtgkeit zur Wahrung de« Siaats- interrffes erkannt worden waren. Die Erledigung der Gcs.tzentwurse, welche von Seiten de« Eultu-menißer« bereits d.m Staat-Ministerium zur Drschlußnahmc dorgrlegt find, dürfte nun wohl in aller Schnelligkeit erfolg n. E« handelt sich dabei in erster Linie um das Gtsrtz über Ausbildung und Anstellung der katho­lischen Geistlichen und um dos Gesetz über Livilstandsregistrr und bürgerlicht Eh'schließung. Freilich scheint, nach den wibrrsprechruden Angaben hiesiger Bläi- ter zu urtheilen, ein Entschc.b in dieser Sache noch nicht erfolgt zu sein. Baid soll der Entwurf schon feit vierzehn Tagen au- dem Staatsminifterium in das Eub net de» Kaisers gelangt, bald soll da« Ministerin« selbst noch nicht schlüssig darüber geworden sein. Wir dürfen wohl abwarlrn, daß die neuesten Daheim* scheu Kundgebungen eine Beschleunigung dieser Angelegenheiten herbeisühreu »erden.

Berlin, 2. Jan. DieProv.-Ecrresp.", an da« ganze Verhalten der päpstlichen Kurie während de« Jayre,laufe« erinnernd, sagt:Da« Auftreten des Papste« zrichnet der Regierung klar den Weg zur Re»elang der kirchlichen Angelegenheiten vor. Je weniger unter ven obwaltenden Verhältn ffen an eine Verständigung mit de» päpstlichen Stuhle zu denken ist, desto unabweisbarer tritt die staatlich: Rothwendigkeit hervor, durch unzweifelhafte und unantastbare Gr- setze.brstlwwungen die Grenzen der geistlichen Rechte und Befugnisse in jeder Be­ziehung klar f.stzustellrn." DieProv.-Eorresp." wiederholt in einem anderen Artikel:Das Ministerium Roon, in welchem Fürst Bismarck als Mitglied verbleibt, kann und soll nicht« anderes sein, als die Fortführung des Ministe­riums Bls.i.rck in demselben Geiste und derselben Richtung." Dieselbe bestähgi den erfieulichen Fortschritt in der Reconvalrscenz des Kronprinzen. Die Heu. k'geProv.-Eornsp." melket die Ernennung des nunmehrigen Miuifterpräsidenien Grafen Roon zum General - Fcldrnaischall, sowie die Ernennung des General- Lieuicnauts v. Kameke bei seinem Eintritt in das Kriegsmiaistrr um zum pe - fchcn Staatswrn per. Dasselbe Blatt bringt die Mittheilung, daß der Kaiser beim Empfange des btaatsminifteriums am N'Ujahrstage an den Fürsten ©ii? naitf folgende Worte gerichtet habe:Ich habe in Ihrer Stellung Aenderu^. gen vornehmen muffen, die mir schwer gewoiden sind; es mußt« ober geschehen, um Sie zu erhalt.n." Zu« Grasen Roon gewendet h^be der Kaiser geäußert: Dass lbe gilt von Ihnen", woiauf er jedem Minister die Hank gereicht und f.e aus^esordert habe, ihm auch fernerhin ihren Beistand zu leihen. DerStaat- Anzeiger' vom hrnt.gen T-ge reiöffentlicht da« Handschreiben des Kaisers, durch welches Gras Roon zum Felkmarichall ernannt werd. DerStaats-Anzeiger", bringt |t:ntr di« Ern.nvuvg des Grasen Roon zum Präsidenten des preußisches Staat-Ministerium«, sowie t«e Ernenuung des General« t. Kameke zum zweit n Ehef der Atmee- Verwaltung unter Enthrbung dcff ldrn von der Stellung nl« General-Jnspecteur des Jngenieur-Eor^s und unter Lcileihung de« Ranges und

Titels als preußischer Staatsminister. Der Kaiser hat die projechrte Fahrt nach Potsdam zur Gerächt,ißfeier des Sterbetages Friedrich Wilhelms IV. wegen dringender Geschäfte au gegeben Irr Kaiser arbeitete mit dem znm General- Feld Marschall ernannten Grafen Roon, dem General-Lieutenant v. Kameke und dem Obersten v. Abedpll.

Wiesbaden, 31. Decbr. Gestern Abend 11 Uhr erfolgte nnerwartet der Schluß der Spielbank. In den letzten acht Tagen w r der Zntrilt zu den Spielsälen nnr noch gegen auf den Namen lautende Erntriitskanen gestattet; trotzdem war der Zutzrang fo stark, daß gestern keine neue Karteu »ehr ausge- neben werden konnten. Die ganze Hombnrger Sp elgesellschaft hatte sich in aller Eile noch hierher g.wandt, sah ßch aber tn ihren Hoffnungen getäuscht, vor und in dm Sälen warm zahlreiche Schutzleute und Knrfaal - Brdienßete postirt und es herrschte bei Handhabung der Ordnung sch., seit geraumer Zeit im sehr abgekürztes Verfahren, Vas heißt Jeder, der irgendwie Seanval machte, wurde ohne we.t re Umstande vor die Thüre gesetzt. So verlies denn der ltgte Glncks- tag, die kleinen Zänkereien abgerechnet, welche täglich vorzukemmen pflegten, ganz in gewohnter Ordnung. Heute Moegm veikündeten Placate urbi et orbi, tafe die letzte Spielbank in Deutschland aufgehört habe zu existiren. Unsere Stadt ist bei dem bevrul,ng«vollen Ereignisse sehr ruhig geblieben; die mristen Leute wußten heute noch gar nicht, daß die Katastrophe vorüber war. Zur ge­bührenden Verherrlichung de« weltgeschrLtlichrn Momente« hatte der Kursaal- Kaprümeister auch noch da« Reich der Tone in Aufregung versetzt und zwei Tänze, die letzten Glück«stunven" unddie Glücksgöttin" betitelt, componirt.

Aus btm Elsass. Unsere geheim« ultrav.ontane Presse hat es neuerdings zu Leipungen gebracht, de an Preußenhaß all.« Dagewkiene weit hinter sich zurucklassen, und denen gegenüber selbst die Sprache de«Vaterland" noch al- salonfähig erscheinen muß. Der in Straßburg erscheinendeNirkerrh. Kurier" veröffentlicht gegenwärtig i» Feuilleton zur Belustigung seiner Leser eine solche ihm zugefaudte französische Schmähschrift, die aus d.r Druckerei derLigue c'Älsace" herzuruhren sLeint. Hier nur einige P.oben dieser Polemik, wobei *ir das Beste anstand-h.lber verschweigen muffen.InKurier- ist der feile Vertreter dieser despotischen, ehrgeizigen, lügnerischen, heuchlerischen, pharisäischen, unsittlichen und ehrlosen Politik, welche rie preußische heißt... der Vertreter dieser Soldatenaristokratie, deren Hochmuth und Frechheit ohne Grenzen ist, dieser grausamrn und bluteürstigrn Räuber, di. duwu avfingen, daß sie denDeut' fchen Orccn" beraubten, der Kirche ihre Gütet, Oezierteich, Polen und Schweden ihre schönsten Provinzen stahlen. Nach kurzer Zeit sie in unsere» Elsaß

kein Gelb, keine Wälder, ja keine Gebäude mehr ubny Jj^n. Alles wird tn Wüsten oder Kasernen verwandelt." In diesem Tone geht .v purch die ganze Broschüre. Dazwischen erglänzt von Zeit zt^ Zeit da« Bild ifri mit dem Heiligenschein des Martyriums umg den. tl« der letzte und einzige Verlheidiger der heilig:, Jungfrau wird Frankreich nach kurzer Ern.edrigungs' zeit wieder zu Ehren und Ansehen gelangen und siegreich in bas unglückliche Elsaß einziehrn. Ich hatte Sie mit diesem Unsinn verschont, wenn derselbe nicht im ganzen Elsaß v«s größte Auiseheu her,erg.rufen hätte, und Ihnen be- weiß, wie dick die Farben aufgetragen werden muff.n, um manche unserer fran­zösisch gesinnten Liberalen einigermaßen zu ernüchtern und über die saubere Ge­sellschaft auszuklären, in die sie sich an« blinder Anthipathte gegen Dentfchland verirrt haben. DerKurte»" hat durch einfache Veröffentlichung dieser Fle­geleien der guten Sache den Dienst geleistet, auch noch die letzte, anständigen Lrnte au« den Reihen derPreußenhaff.r" zu vertreiben. Die Pnffe derLigue c'Alsace^ scheint übrigen« seit einiger Zeit Tag und Nacht z, arbeitrn. Ein in den Dörfern de« Unter-Elsaffe« plötzlich bekaart gewordenes Pasquill versucht es, die Bauern zur Empörung aufzuwiegeln, und eine ankere Schmahschr.ft ward in Hunderten von Epcmplaren sämmtlichen Kreisdirectoren und höh.rin Beamten uberjchtckt. (g. Z.)

Frankreich.

Paris, 31. Decbr. DieUnion" veroffenillcht eine Privat-Depksche, nach wilcher Jnsant Alphons von Bourdon heute den Oberbefehl über die karltstischen Streitkräfte in öatalomrn übernommen hat.

Irr Ehauo-nismn« treibt wieder ge Luftwurzeln, auch in den höhere» militärischen Kre.sen; za, »an erzählt sich in Paris, der Krieg-minister Eissey vabe üch neuerdings nach dem Stande der Befestigung-Werke von Lurernburg er­kundigen lassen. In Offic erskreisen hört mm äußern, der nächste Revaachezng müsse durch Beigien gehen e. s. w. Aus vergleichen Gerede ist nun allerding»

nicht viel zu g«b<a, doch thun wir deffelben Erwähnung, damit man in Belgien

und Holland solche Fälle nicht allz, sehr aus den Augen verliere. Uns find

obig. Mitthrilnngen auf veranlassuog unserer kürzlich gemachten Bemerkung, die

Pause te den tunrrrn französischen W.rren werde zur Auffrischung des Ehanvi- ni-mus brnutzt, zugrsankt worden. (jt jrg.j

Paris, 31. D»cbr. LautTemps" begibt sich Graf vallier, Bevollmäch­tigter beim deutschen Haup.'quartier, m.t einer Mission nach leutschland. Die deutschen Behörden habrn das Erfcheinrn eines französischen politischrn Bl ttes, welches in Belfort erscheinen sollte, untersagt. S.e hatten zuerst die Ermächti­gung ertheilt, dieselbe tb^r später zurückgezogen.

Aus Montböliard mrlvrt man, daß alle Juden von den Listen der Ge» schworrnrn und von jenen der notabeln Kaufleute, welche die Richter der Han­delskammer zu wählen haben, grstrichrn worven find. (Unglaublich.)

England.

Die rnglische Presse widmet seit einiaer Zeit drn Fortschritten der russischen Armee in Aßen eine ganz besondere Aufmrrk-amkcit. In tiefer Bez'ehung liegt uns heut da Artik.l derMoruing Post" vor, dessen politisch sehr bedrutsamen Inhalt wir unsern Lesern nicht vorrnthatten dürfen. von der Meinung aus- gehend, daß wenn Kh.va noch nicht gefallen sei, es zum Miadcstcn keinem Zweifel unterliege, daß dessen Schicksal blos eine Frage der Zeit, Zit siche ltch iw kommrn« den Frnhjahr eatjchicden werten dürfte, empfiehlt das Blatt der indischen Re- gierung, ihr Haus gegen das Erscheinen einer lang vorau-gesehenen Envrntualität in Ortr.ung zu bringen, un: g<ht dann an die Erörterung der Frage, oo die allgeme.n für nethwenvi» gehaltene klare Definition der tnr.sch-nsiatiichm Grenze mit des Zustimmung und Lnerkmuung Rußland« oder ganz nnabhäagig von lrtzierr» vorgtnowmen werten solle. Im Widerspruche mit den Ansichten der ^Time«" gelangt diePost" zu dem Schluff,, daß ichon ter bloße Anschein eines gemeinschaftlichen Handelns mit Rußland nicht allein nutzlos, sonder» absolut