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vertrauen. Wettere Maßregeln folgen.

Weeheel«

Aetien.

795/8

Oberhessen

5% östr. F. 8t. E. B. 366 Lombard. Bahn 220% Ludwigsh.-Bexbaoh 200%

Max bahn 145

Bayer. Ostbahn 134% Rhein-Nahebahn-Act. 54%

Hess. Ludwigsb.-Aot. 183%

Aetien.

Frankl. Bank 146

Frankf. Vereins-Kasse 166%

Darmst. Bankact. 515%

Wien Bankaotien 1046

Oest. Creditaot. 359%

Galizien 298

Sprache in allen katholischen Kirchen Polens und LitthauenS als gottesdienstliche eingesübrt werde, welche PtuS zu crtheilen sich erbietet, kümmert Rußland nicht viel. Ob die Curie wolle ober nicht, die Russificirung wird auch tu dieser Richtung unaufhaltsam vollzogen und um so rücksichtsloser durchgeführt werden, als die polnische Sprache auch in Deutschland zum Vehikel staatsfeindlicher Bestrebungen mißbraucht worden ist. In Wahrheit also hat der Papst gar nichts für die Freundschaft des Petersburger CabinttS zu bieten. Dagegen würde er durch sein Entgegenkommen da- stärkste Contingent seiner gegenwärtigen Armee, die Polen, gradezu vor den Kopf stoßen. Es ist ein Dilemma der unbequemsten Art, und weil man in Rom darüber nicht Hinwegzukommen weiß, so zerrt man die Dinge hin und her, schmeichelt jetzt den russischen Agenten, gelangt aber zu keinem definitiven Entschluß.

London, 26. Oktober. Die gesammtc englische Presse beschäftigt sich heute mit dem vom Deutschen Kaiser in der San-Juan-Frage gefällten Schiedsspruch. Mit dem Tröste, baß ber nothgedrungene Verzicht auf San Juan im Grunve, nicht viel zu bedeuten habe, steht dieTimes" ziemlich allein; wie sie sich denn auch mit ihrer eigenen Ansicht, die sie noch vor einigen Tagen geäußert, in Widerspruch setzt. Am leichtesten scheint es noch dem regierungsfreundlichenDaily Telegraph" zu werden, den Schmerz über den neuen Verlust, den England jetzt unter den Schiedsgerichten des Washingtoner Vertrages erlitten hat, zu ver- winden; er sucht die Schuld vornehmlich bet den Diplomaten von 1846, deren nun keiner mehr lebt. Er hat nicht den Schatten eines Zweifels, daß Vie deutschen Juristen und der Kaiser, der nach ihrem Rathe entschied, einen ehrlichen UrtheilSspruch abgegeben haben. Ob aber in der richtigen Weise entschieden worden sei, ist nach seiner Meinung eine andere Frage. Don dem hohen Stand- punkte civilisirter Moralität sei cs von höherer Wichtigkeit, daß die Entscheidung unparteiisch, als baß sie günstig für die Interessen Englands ausgefallen sei. Darüber könne indessen Niemand im Unklaren sein, daß die Entscheidung in der San Juan-Frage eine peinliche Thatsache für England sei, denn Amerika erhalte die Herrschaft über sämmtliche leicht schiffbare Canäle, die zu den besten Hafen von Britisch - Columbia führen. Aehnlich äußert sich dieMorning Post"; sie tadelt aber auch die heutige Regierung, daß sie sich von den Amerikanern zu einer so enggeschnürten Vertragsbestimmung verlocken ließe, die dem Schiedsrichter die Wahl zwischen nur zwei, nicht zwischen drei Canälen vorschricb. Indessen die Sache sei abgethan und man müsse sich in die Verhältnisse schicken. Die ärgerlichste Sprache führen unsere AbendblätterGlobe" undPall Mall Gazette", die über-

Local-Notiz.

Gießen, 31. Oktober. Es hat den Anschein, als wenn unsere neuliche Anmerkung zu dem Artikel von Stuttgart betr. des Zopfe- de- Nichtlaternen AnsteckenS bei Mondschein von competenter Sette doch zu sehr in'S Praktische übersetzt würde. Seit zwei Abenden ist eS nämlich bei dem jetzigen schöne Herbstwetter so finster auf den Straßen, daß man an einzelnen Stellen Gefahr laufen muß, zu caramboliren, der anderen Unannehmlichkeiten nicht zu gedenken. Abhülfe wär« doch hier sehr am Platze.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 30. Oktober. Obwohl fest, verkehrte die Börse heute doch bei niederen (Süiiqtn als gestern für Staatsbahn und Ereditactien, da die Berliner Notirungen »ickt entsprechend erschienen. Im Ganzen war Gold heute etwas williger aber immer noch theuer. Oesterreichische Nationalbankactien, welche gestern Abend bis zu 1060 bezahlt worden waren, setzten heute bedeutend niederer ein, erholten sich aber wieder bis 1050, also immer noch ca. 8 fl. höher als an gestriger Mittagsbörse. Bon anderen Banken war heute Süddeutsche Bodencredit und berliner Bankverein gesucht, während fich die andern beliebt und fest hielten. Babnactien gingen heute etwas billiger weg, während bei Prioritäten, in denen ziemlich rege« Geschäft, gute Preise bezahlt wurden. Preußische und andere Staatspapiere sehr fest, da, wie verlautet, für mehr als 7 Mill. Thaler Staatsfonds gekündigt werden sollen. Auch österr. Renten bei lebhaftem Umsatz höher bezahlt. Loose relativ still. Pfandbriefe erfreuen fich neuester Zeit wieder lebhafter Nachfrage, weshalb wir hier auf die neueste Emission von 2 Millionen Thaler 5 % Pfandbriefe der Meininger Hypo, thckenbank aufmerksam machen, die am 4. und 5. November zur Subscrtptwn gelang. Gesichert sind diese Pfandbriefe durch da- gesanimte GeselischaftSvermögen (8 Mill. Thaler bei 40% Ein­zahlung) sammt Reservefonds und durch einer dem emittirten Betrag wenigstens gleichkommenden hypothekarischer Forderung. Da die emittireude Bank überdies bei Belehnung von Grundstücken mit äußerster Vorsicht zu Werke geht und die Hinau-gabe der Pfandbriefe unter Eontrole eine- Regierung-Kommissars steht, so ist der Werth dieser Pfandbriefe alö solides Anlagepapier zweifellos.

dies nicht sonderlich deutsch-freundlich sind.

Rußland.

Petersburg. Neuerdings wird wieder viel vo l Unterhandlungen zwischen Rußland und dem Vatikan gemeldet. Der Papst sucht natürlich überall Freunde

Geldsorten. fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 4244 n doppelte 9 4345

Holl. fl. 108t. 9 5355 Ducaten . . 5 3436 20 Frankenst. 9 2122 Engi. Soter. 11 5052 Buss. Im per. 9 4345 D ollar in Gold 2 2526

H-nden Münchener Schwindel-Instituten der Adele Spttzeder und Anderer anzu- und Verbündete und möchte auch den Zaren gern zu sich hinüberziehen. Er hat - ' ' ' . ihm nur gar so wenig zu bieten. Denn die Genehmigung, daß die russische

Prioritäten.

3°/q öater. Stsb.-Prior. 57% 3% öst. s. Lombard 3% Llvorneser 38% 5% Tosoaner 60% 5% Elisabeth-Prior. 84% do. H. Emise. 84%

AnleiieiiHloone.

Darmstädter fl.50Loose 208

n »25 n 55 Kurh. 40 Thlr. Loose 72% Nassau 25 fl, 47% Braunschweiger 23 30/o Oldenburg, ä 40Thlr. 38% 40/0 bayr. Präm.-Anl. 112 % 40/0 badische Loose 110% Badische fl. 35 Loose 70% Oestr. fl. 250. 1854 92 1858r Prloritätsloose 205 1860r Loose 95 1864r 161

Frankreich.

Paris, 26. Oktober. Die Zahlungen des französischen Staatsschatzes an - den deutschen geschehen, wie dieTemps" vernimmt, von vierzehn zu vierzehn Tagen in Posten von 100 Millionen in Wechsel; der Finanzminister soll in diesem Augenblick nahezu 500 Millionen in Tratten für diesen Zweck in seinem Porte- feuille haben. Heute, den 26. Oktober, ist eS 191 Jahre her, daß die sieg- reichen Truppen Ludwig XIV. in Straßburg eingezogen. Aus Anlaß dieses Jahrestages wurde in der Notre-Dame - Kirche eine Messe gelesen, welcher, wie derCourricr de France" meldet, viele in Paris weilende Elsässer bei- wohnten.^ ^ct. DasBien Public" bezeichnet als dringendste Bera- thungsgegenstände der Nationalversammlung nach Erledigung des Budgets die definitive Constitutrung der Republik, Präsidentschaft ThierS auf 4 bis 5 Jahre mit Wiederwählbarkeit, Ernennung eines Vicepräsidenten, Errichtung einer zweiten Kammer und endlich ein Wahlgesetz, welches die Ausübung des Wahlrechtes an ein Lebensalter von 25 Jahren knüpft. DieAgence Havas" meldet: Ein Brief des Ministers des Acußeren, Grafen R^musat, anläßlich der Frage, ob Elsässer und Lothringer, welche für die französische Nationalität optirt und ihr Dom.cil nach Frankreich verlegt haben, die Eigenschaft als Franzosen verlieren, wenn sie für einen Augenblick (momenlan&nenl) nach Elsaß-Lothringen zurückkehren, sagt- Ich wüßte nicht, daß die deutsche Regierung eine solche Auffassung zur Richtschnur ihres Verfahrens gemacht hätte. Diejenigen, welche in regelrechter Weise optirt haben, behalten immer die Eigenschaft als Franzosen, nur können sie sich, wenn sie nach Elsaß-Lothringen zurückkehren, ohne sich den Vorschriften der deutschen Dehö»dcn zu fügen, mehr oder weniger ernsten Unannehmlichkeiten auSsetzen. Gegenüber der Zeitungsmittheilung, wonach das Schatzdepartement der Unionsregierung die Erhebung einer Abgabe von 10 pCt. ad valorcm aller Waaren nichtfranzöstfchcn Ursprungs, welche in französischen Schiffen eingeführt würden, angeordnet hätte, gibt der amerikanische Consul in einer heute ver- öffentlichten Zuschrift die Erklärung ab, daß die Nachricht falsch sei, da nur der Congreß berechtigt sei, Abgaben zu beschließen, der Zusammentritt desselben aber erst Ende December erfolge.

England.

BfirsennachrichteB.

24. Octber 1872.

Preuss. 4%% Obllg. 103 Frankf. 3%% Obi. 87% Nass. 4% 0/0 Obi. 99% Kurhess. 4°/o 94% Gr. Hess. 5% Obi. » n 4% 98% » 3%°/o n 95

Bayer. 5% 100%

n 4% 0/0 1jährige 100% , 40/g 1jährige 93%

Würtemb. 4%% Obi. 99% Baden 4%% Obi. 0. E. L. 99% Oesterr. Silberrente 65% Papierrente 61%

Spanier, neuest. 9% 30 Amerik. Bonds 1881r 98%

» n 1882r 96%

1885r 97%

1887r 96%

Amsterdam

k. 8.

98%

Augsburg

k. S.

100

Berlin

k. 8.

104%

Bremen

k. 8.

175%

Brüssel

k. 8.

93%

Hamburg

k. 8.

87%

Leipzig

k. 8.

105

London

k. 8.

118%

Lyon

k. 8.

Paris

k. 8.

92%

Wien

k. 8.

108%

ditto

m. 8.

1083/fl

ditto

1. 8.

108

Disconto

5°/9

Hhemetuct Anreiaer.

Besondere Bekanntmachung.

Oberhessische Eisenbahnen.

5045) Wir bringen hiermit zur allge­meinen Kenntnis, daß der zwischen dies­seitigen Stationen und solchen der Main- Weser-Bahn seither bestandene directe Personen- und Gepäck - Verkehr mit dem 1. k. Mts. auf die Stationen: Bußbach, Bad Nauheim, Nieder-Wöllstadt und Vilbel der Main Weser-Bahn ausgedehnt wird.

Ferner werden von obengenanntem Tag^'' an zwischen den betreffenden diesseitigen Stationen und den Stationen der Main- Weser-Bahn nickt nur Schnellzugsbillete, sondern auch Billete für die gewöhnlichen Züge ausgegeben werden.

Gießen, den 26. October 1872.

Die Direktion.

Versteigerungen.

' 5039) Ein sieben Jahre altes Pferd, mit Geschirr und ganz neuem schweren Wagen, sollen Freitag den 8. November, Mittags 12 Uhr, in meiner Wobnung an den Meist­bietenden versteigert werden.

Leihgestern, 30. Oct. 1872. Georg Dern IV.

Donnerstag den 12. December d. I-, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Nathhaus die dem Heinrich Wolf und Ehefrau dahier ge­hörigen Immobilien, als: Flur Nr. üJtlftr.

%27 7 Hofraithe in der Kühgasse,

27/i73 644 Acker am Brennofen,

33/116 1 23 Acker am Nahrungsberg,

33/129 143 Acker daselbst,

öffentlich meistbietend versteigert werden-

Gießen, den 31. October 1872. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. ; (5044) Sem ml er.

Freitag den 1. November d. I., Vormittags 9 Uhr, sollen in dem Pfandlocale dahier:

2 Kleiderschränke, 1 Commode, 6 Stühle,

1 runder Tisch, 1 Küchenschrank, sodann um %10Uhr auf dahiesigem Rath­haus: ,

eine Quantität Kämme, bestehend in Horn-, Elfenbein- 'und Kautschuck- Lkämmen, Haar-, Nagel- und Staub­bürsten, sowie wohlriechendes Wasser, Pomade rc.

meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 29. October 1872.

Großherzogliches Ortsgericht Gießen.

1(5009) Semmler.

4999) Freitag den 1. November d. I., Nachmittags 2 Uhr,

sollen in der Wohnung des Hrn. Ministerial- Director Kempfs auf dem Reichensand Möbel, worunter ein großer Schreibtisch mit Aufsatz, sowie verschiedene Stahlstiche und Hausgeräthe, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 28. October 1872.

In Auftrag:

________Semmler, Ortsgerichtsmann.

Arbeitsversteigerung.

5027) Nächsten Montag den 4. Nov. l. I. Vormittags 11 Uhr,

sollen auf hiesigem Rathhause die Planir- arbeiten zur Erbauung eines Vicinalwegs nach Queckborn, veranschlagt zu 1971 fl 16 kr.. öffentlich in Accord gegeben werden.

Ettingshausen, den 28. October 1872.

Großherzoglicke Bürgermeisterei Ettingshausen.

JA.:

K- Schön, Bezirksbauaufseher.

Feilgebotenes.

Der Lahrer hinkende Bote

ist erschienen und zu haben bei

(5041) Wilh. Klee.

Herde und Defen in den verschiedensten Sorten, namentlich die sich so sehr bewährenden, in jeder Be­ziehung ausgezeichneten

Regulir - Füll - Liefen

(4869) empfiehlt I. <S. D. Bapft.

643) Thür- und Grab­schilder, sowie Klingelgriffe und Taffen werden mit beliebiger Schrift angefertiqt bei __Wilh. Balser.

g Julienne

(getrocknete Franzoscn-Suppenkräutcr) em­pfiehlt Emil Fischbach,

Seltersweg.

Verkauf.

5038) Bei Wirth Christian Schlier­bach zu Rodheim sind zu verkaufen:

zwei gute Zugpferde, das eine 7, das andere 12 Jahre alt, vier Kühe und zwei Wagen, wovon der eine 20 Ctr. wiegt.