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der Anlagekosten zu übernehmen, in den Befitz einer vollständig unabhängigen und wenigstens für den Güterverkehr sehr wohl brauchbaren Linie zwischen Berlin und Köln gelangen.

Die Kosten der Bahn Berlin-Wetzlar betragen ind. einer Summe von 6,000,000 Thlr. für Betriebsmittel 50,750,000 Thlr., d. L pro Meile 838,000 Thlr. Dabet ist angenommen, daß von Berlin bi- Oberhonr, also auf der für die Richtung nach Frankfurt a. M. und Wetzlar gemeinschaftlichen Strecke der Unter- und Oberbau sofort zweigeleistg, von Oberhone aus dagegen vorläufig nur der Unterbau zweigeleistg, der Oberbau eingeleistg angelegt wird. Ferner ist angenommen, daß es vorerst möglich fein wird, die Strecke der Main-Wefer-Bahn Von Treysa nach Kirchhain ohne Vermehrung der Geleise mitzubenutzeo. Die Höhe der Kosten ist einmal es gilt dies allgemein auch für die weiter folgen­den Bahnen durch die in neuerer Zeit außerordentlich gesteigerte« Lohnsätze, sowie die erhöhten Preise des Grund und Bodens und der Naturalien, insbesondere der Schienen und Schwellen, zum anderen dadurch bedingt, daß die Bahn auf weite Strecken schwieriges GebirgSterrain durchschneiket und selbst diesseits der Elbe im sogenannten hohen Flämming bedeutende Planungsarbeiten erfordert. Abgesehen hiervon find außer dem Elbstrom eine Reihe wehr oder minder bedeuten­der Flusse zu überschreiten, sowie bei Berlin und anderen Orten kostspielige Bahn- hofSanlagen herzuftellen.

Deutschland.

Darmstadt, 28. Decbr. DieDarmst. Ztg." bezeichnet die Nachricht, daß das Ministerium mit einer Revifiou, bezw. Umarbeitung der Verfassung be­schäftigt sei, als völlig grundlos.

Darmstadt, 29. Decbr. Obwohl noch immer einige Wahlen zu unserer zweiten Kammer zurückstehen, so läßt sich doch die Haltung derselben schon ziem- lich genau als eine besonnen-liberale bezeichnen, mit welcher oaS Ministerium, wenn es irgend will, in allen Fragen eine Verständigung nicht schwer erzielen kann. Die hesstsche Fortschrittspartei gebietet in der Kammer über eine zweifel- lose Majorität, selbst wenn die kleine Mittelfraction fich noch uw einige Mitglie- der vermehren sollte. Daß die weitaus überwiegende Mehrheit einer politischen Körperschaft die Leitung der Geschäfte in der Hand behält, ist eine ebenso aner­kannte parlamentarische Uebuug als nothwendige Rücksicht auf die Wähler, so daß die Empfindlichkeit über Nichtheranziehen der Mittelfraction bet Besetzung des Präfidentenstuhles, wie fie sich in nicht sehr taktvoller Weise in einem Frankfurter Blatt zu erkennen gab, kaum begreiflich ist. Wir möchten sehr bezweifeln, ob die Confervattv-Liberalen, Ultramontanen oder Demokraten sich Fortschrittsmän­ner zu Präsidenten auserlesen hätten, wenn fie die Mehrheit der Kammer bilden würden. UrbrkgenS ist bei Wahl der Ausschüsse allen Parteien und Fraktionen mit Ausnahme der bis jetzt aus drei Mitgliedern bestehenden Ultramontancn genügend Rechnung getragen und find alle brauchbaren Kräfte derselben her- beigezogen worden, ja in einem der Ausschüsse wurde sogar cin Conseivativ- Liberaler zum Vorfitzenden gewählt, eine Concesßo», die im umgekehrten Falle schwerlich zu erwarten gewesen wäre. Dieses Entgegenkommen Seitens der Kam- mermehrhcit hat seinen Grund in dem Bestreben, ein Zusammengehen aller wohl­meinende» Elemente der Kammer zu erzielen, um endlich mit den dringend nöthi- gen Reformen vorwärts zu kommen und den Landtag zu dem zu machen, was er fein soll, aber seither nicht war, zu einer das Wohl des Volkes wirklich für- dervdern Institution. Bet der von der Mehrheit durch ihr Eingehen auf die sechsmonatliche Steuerprorogation und die Beantwortung der Thronrede hinläng­lich betätigte« versöhnlichen Gesinnung sollte man auch aus der anderen Seite Alle- vermeiden, was die Schärfe des Parteiwesens wieder hervorzukehren geeignet ist. So halten wir es z. B. für durchaus verkehrt und böswillig, daß in eini­gen Blättern, so derFrankfurter Presse", Darmstädter Eorreftondenten die alten Rährchen wieder ««fttschen und den Abgeordneten Metz als den Tyrannen der Fortschrittspartei, dem diese vollständig unterworfen sei und blindlings folgen müsse, darstellen. Unter den Abgeordneten, welche der national-liberalen Parin augehören, finden sich durchaus keine, die, unbeschadet der Uebereinstimmung und Dtsciplin, ohne die kcine Partei bestehen oder etwas erreichen kann, sich irgend einem Zwange unterwerfen oder ihre Selbstständigkeit beschränken lassen, wie sehr sie auch die Verdienste des Abgeordneten Metz anerkennen; aber auch dieser selbst ist sehr weit davon entfernt, sich eine Herrschaft über seine Gesinnungsgenossen anzumaßen, wie namentlich die neuen Kammermttglieder, welche seither dem Par- teiwesen ferne standen und die vielleicht mit einigen Vorurtheilen nach Darmstadt kamen, anerkennen werden. Solche Ausstreuungen und Verdächtigungen verfolgen offenbar den Zweck, ängstliche Gemüther zu erschreckm und Z rwürfmsse innerhalb der liberalen Partei hervorzurufen. Wir denken indessen, daß die Zeit der Ein- schüchterung, der Jntrigue und politischen Demoralisation für unser Land vorüber ist und daß die Rückfälle in die bösen Gewohnheiten des verflossenen Systems aufhören werden, sobald man überall im Lande gewahrt, daß ein neuer Geist die Rkgierungsmaschine treibt, daß die Volksvertretung die Regierung in allen frei- finnigen Maßregeln offen und loyal unterstützen, aber ihr ebenso offrn entgegen- treten wird, wenn sie dieses i« Interesse des Reichs und der Freiheit des Volkes für geboten erachten sollte. (D. Pr.)

Berlin, 25. Decbr. Die Prägung der Reichsgoldmünzen m der hiesigen königlichen Münze dürfte doch diejenigen, welche dem preußischen Centralisattons- principe die Engherzigkeit zum Vorwurf machen, thatsachlich widerlegen. Es werden nicht nur Zwanzigwarkstücke mit den Köpfen der größeren BunveSpoten- taten, sowie mit jenen der kleineren geprägt, sondern auch kopflose, und was noch schlimmer, republikanische der Stadt Hamburg mit den drei Thürmen. Außerhalb des deutschen Reiches werden die gute« Leute allerdings beim An­blicke solcher Goldmünzen, auf welchen sie das Bildniß des deutschen Kaisers er­warteten, ihre eigenen Köpfe über die Einigkeit Deutschlands schütteln. Deshalb und aus anderweitigen Gründen wird, wie dieElberf. Ztg." hört, diese Ange­legenheit im Saale am Dönhofsplatz? zur Sprache gelangen. Die Regierung mag allerdings erwidern, baß Hamburg seine drei Thürme in Dresden prägen lassen kann, wenn Berlin solches refüsirt. Aber damit ist dem Einheitspriucipe doch Gewalt angethan und die Sache wird jedenfalls im Reichstage zum Aus-

Gießen das Lahnthal schneidet und Wetzlar durch eine an Terrainschwierigkeiten reiche, das Großh. Hess. Gebiet gänzlich umgehende Durchkreuzung des Gebirges zwifchen Marburg und Wetzlar zu erreiche» strebt. Man scheint die große stra­tegische Linie Eydtkuhnen-Metz ganz und gar auf preußischem Territorium und in preußischer Hand haben zu wollcn. So war z. B. Seitens der preußischen Res­sortminister die Betheiligung des Reichs bei dem Bau der strategisch wichtigen Strecke Eoblenz-Trier (Mssel-Dahn) befürwortet worden. Der Reichkanzler hat iudeß wie man derA. Ztg." andeutet diesen Vorschläge» gegenüber eine abwehrende Haltung eingenommen, namentlich mit Rücksicht auf die Eonsequenzen, welche eine Bethciligung des Reiches an dem Bau einer ausschließlich auf preußi­schem Gebiete laufenden Bah« haben könnte.

Berlin, 28. Decbr. DieNordd. Allg. Ztg." erklärt in einem Cvmmu- nt'qud »ur Berichtigung der Londoner Nachricht über ein gemeinschaftliches Vor­gehen der Vertreter Deutschlands, Oesterreichs und Rußlands zu Athen in der Laurion Frage. Hier liegen keine Nachrichten vor, ob Seitens Rußlands und Oesterreichs Schritte geschehen sind. Sicher ist, daß Deutschland feinen derarti­gen Schritt gethan hat.

Berlin, 28. Decbr. DieNordd. Allg. Ztg." führt in einem Art kel über die päpstliche Allocution aus, der darin kundgegebene Eynismus gegenüber dem deutschen Reiche und dem Kaiser dürfe nicht ungerügt bleiben.Indem wir uns sagen, daß die Ehrenkränkung des Kaisers eine um so unverzeihlichere Be­leidigung der deutschen Nation enthält, je höher die Autorität dessen ist, der seinen religiösen Beruf in so unerhörter Weise zur Herabsetzung der Obrigkeit, welche die Gewalt von Gott hat, zu mißbrauchen sich nicht entblödet, beschwich­tigt unsere moralische Entrüstung über eine so kolossale Unverschämtheit, «ur das Bewußtsein von der unabweiölichen Nothwenvigkeit, daß im Wege der Gesetzge­bung unverzüglich die Grenzen gesteckt werde» zwischen Staat und Kirche."

Frankreich.

Paris, 25. Decbr. Das Unglück macht die Menschen wach und für hohe Gedanken zugänglich! meint La Räpudlique Franyaise bet Erwähnung des Festes, das gestern in Alcazar z« Gunsten der armen Kinder vonunseren theuren Mit­bürgern von Elsaß-Lothringen" veranstaltet worden war. Natürlich spielt der unerbittliche Sieger" in diesen HerzenSergießungen eine Rolle, und es fehlt nicht an frommen Wünschen, wie dieser:Elsaß-Lothringen, theure Provinzen, wie viel Wünsche wurden laut, um euch einst wtedcrzusehen, frei und wieder ver­einigt mit dem großen Vatcrlande, das stark und gerecht wir zu gründen glau­ben im republikanischen Frieden ... Hoffnung !" Die ganze gezwungene Heuche­lei des französischen Chauvinismus liegt in diesen gezierten und geschraubten Phrasen; ob es aber anständig und klug ist, gerade zur Weihnachtszeit das deutsche Volk so keck daran zu erinnern, daß man auf Friedensbruch und Zurück­eroberung sinnt, wollen wir unerörtert lassen. Le Bien Publ c bcschästigt ßch mit Gramont'S Versuche, sich wieder wichtig zu machen. Daß Gramont be­hauptet, Beust und Andraffy hätte« ihm gesagt:Oesterreich hält Frankreichs Sache für die (einige und wird zum Erfolge seiner Waffen in de» Grenzen des Möglichen beitragen", erscheint dem Organe des Herrn Thier- als eine auswei­chende Antwort, wenn es nicht geradezu ein Spott und Hohn sei; aber daß ein Mensch, der doch einmal Minister gewesen, so albern sei, auf solche in den Wind gesprochene allgemeine RcdenSart Gewicht zu legen, das sei das Merkwürdige an der Sache. Die Friedfertigkeit, welche Napoleon III. (eit 1866 zur Schau trug, war übrigens nicht ehrlicher und nicht erheuchelter, als diejenige ist, die von den franzofifchen Parteien, die nach dem Sturze de- KaiserthumS sich i» Versailles raufen, zur Schau getragen wird; Deutschland weiß, was es im guten und im schlimmen Sinne davon zu halte» und was es zu thun hat, um nicht überrascht zu werden. ÜebrigenS wird vom Eleru« eine chauvinistische Be­wegung in Scene gesetzt, über welche da- ultramontane UniverS an der Spitze seiner Weihnachtsnummer i« einem Aufruf zu Wallfahrten nach St. Ge»?viöve folgende Aufschlüsse gibt:Nach den bewunderungswürdigen Demonstrationen, die unlängst in La Palette, in Lourdes und in Auray stattfanden, schien c- an­gezeigt, daß Paris auch nicht mehr zurückbliebe und daß die Havptstadt von Frankreich gleichfalls ihre Wallfahr zur heilige« Genovefa, der Schvtzpatronin von Paris und Frankreich, organisire.. .. Ach, wir sind immer noch bedroht und in Gefahr einer Invasion, die noch viel gräßlicher ist, als die der Hunnen! Die Barbaren find vor unseren Thoren und in unseren Mauern; über das ganze französische Land bin richten die revolutionären Fluthcn ihre Verwüstungen an, und diese täglich arger werdende Gefahr kommt zu der Angst hinzu, die jede- französische Herz empfinden muß, wenn es daran denkt, daß unser Boden vom Fremdlinge zertreten wird. Es ist daher nöthig, daß jede» Tag die beständigere, festere und, um cs kurz zu sagen, die hartnäckigere Bitte zu Gott «nv seinen Heiligen aufstrige. Da der Himmel seit den zwei Jahren, daß PiuS IX. ge­fangen und Frankreich in Trauer ist, gegen unsere Gebete taub zu fein scheint, so müssen wir noch lauter schreien, um wie im Sturme die gemeinsame Befreiung der Kirche und ihrer ältesten Tochter zu erobern."

Paris, 28. Decbr. Wte man versichert, wäre die Paßangelegenhrit mit Deutschland dahin geordnet, daß der Paßzwang mit bem_ 1. Januar aufhör,n soll. Gerüchtweise verlautet, daß EourcelleS an die Stelle Bourgoine's in Rom treten werde.________________

Für die Ueberschwemmten der Ost- und Nordsee sind ferner emgegangen: Sammlung in einer Gesellschaft zu AUendorf a. o. tba. 9 fl. 42 fr.; Frau Hofg.-Rth. Krug 1 fl.; von einer lustigen Frühstücksgesellschast tn der Herbert'schen Wirtschaft a. d. Mäusdurg 1 fl. 6 fr.; von Frauen Appel- Plank 2 fl.; von einer kleinen aber heiteren Gesellschaft Unbemittelter in der Wttty Hast von A. P. in Groß-Linden 1 fl. 24 fr.; K- B- in Lich 1 fl. 45 fr.; Pfr. L- W- 2 fl-, H. G. 2 fl.; Sammlung der höheren Bürgerschule zu Lich 7 fl.; Ertrag einer Kirchen- collekte zu Lang-Göns 17 fl. 21 fr.; durchWilhelm den Kuhnen bei einem Parsorceritt im Stern gesammelt 2 fl. 30 fr.; Weihnachtsgabe des Kirchspiels Kirchberg durch Herrn Pfarrer Weicker 30 fl, in Summa 77 fl. 48 fr-, mit früherer Quittung

Die Txped. des Gießener Anzngers-

1330 fl. 37 fr.

Um weitere Gaben bittet dringend

trage gelangen müssen.

Berlin, 26. Decbr.

(E i n g e s a n d t.)

Wir hatten Gelegenheit, das Concert der Komiker Simmedinger, Oh au» und Zenkert am zweiten und dritten Feiertage auf dem Lony'schen Keller mitanM

Kg fällt allaemein auf, daß die Traciruua d r dircc-Chören und können nicht umhin, genannter Gesellschaft einige Worte des Lobes zu sagen, denn ten Eifenvahnverbindung Berlin-Wetzlar sich mit eincr gewisse« Acngstlichkeit auf A^Originellste^ aber^ rei§F r^nffurt"er Köchinnen"; auch alle einzelnen ausschließlich preußischem Gebiet hält unO z B. anstatt den leichten unD natür- $orträgc roarcn gut. Wir wünschen der Gesellschaft für ihre guten Leistungen lohnenden lichen Anschluß lahnabwärts über Gießen zu nehmen, bei Fronhausm oberhalb Erfolg.