1872.
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Die Eheschließung ist Personen b-S letzten Krieges für die französisch- Regierung gemacht, Gelder unterschlagen
zu knüpfen.
Frankreich
Allgemeiner Anzeiger
Versteigerungen.
d. I-,
Küchensckrank, Kasten, eine Wanduhr, Por- traits, Rock, Hosen u. Weste, sowie ein Ueber- zieher, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 30. Januar 1872.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Semmler, Ortsgerichtsmann.
genwärtig zu Heuchelheim wohnhaft, betreibt in letzterem Orte seit 15. September v. I. eine Cigarrenfabrik mit Handel en gros unter der Firma: „Karl Braubach.
Gießen, den 24. Januar 1872.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen Dr. Muhl, Stadtrichter.
Besondere Bekanntmachung.
P ul»l icandum.
443) Im Firmenregister des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden:
Karl Braubach, Bürger zu Butzbach, ge-
Paris, 27. Jan. Zu dem am 23. in Epernay gemachten Mordanfall auf einen deutschen Soldaten gab ein Streit Veranlassung, den ein Arbeiter mit einem
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 29. Januar. Im Gegensatz zu den seitherigen MüntagShörsen, welche sich immer durch Festigkeit auszeichneten, war die heutige mehrfachen Schwankungen unterworfen, da Wien die verschiedensten Coursvariationen sandte. So balancirten Credttactien z. B. zwischen 356—3541/4—!355V«. und Lombarden, welche von der Speculation besonder- bevorzugt wurden, zwischen 225'/»—2242/4—!226—225%. Staatsbahn weniger beliebt und ftagntrend bei ca. 420. Nationalbank vernachlässigt und ohne wesentliche- Geschäft, 880. Oesterreichische Bahnen nicht besonders animirt und größtentheils unverändert. Nur Buschterader Lit. B. erfreuten sich lebhafterer Nachfrage und wurden bis 129 bezahlt, Nordwest dagegen matter, 227%. Von deutschen Bahnen die süddeutschen im Verkehr, auch Oberhessen. Prioritäten anhaltend beliebt, besonders Tlbthal und Saalbahn, auch ungar.-galizische und neue Lombarden. Banken wenig belebt. Frankfurter Bankverein etwas höher, 135. Oefterreichisch.deutsche 117%, englische Wechslerbank 753/4. In Pfandbriefen wurde Mehreres geschlossen, wie in 4procent. Meininger Prämienpfandbriefen bei 973/4—98, dann in Russen. Ferner waren heute die Pfandbriefe der fallite» sächsischen Hypothekenbank sehr gesucht und wurden selbe, soweit sie vorhanden waren, mit 33% bis 34 au- dem Markte genommen. Von Loosen waren österreichische 1860er niedriger, während in Raab-Grazern enormes Geschäft war und sich der Cours bi- 88% erhöhte, der indeß immer noch weitere Chancen deS Verdienstes bietet. Auch Donau-RegulirungSloose höher, 104%. Größerer Beachtung erfreuten sich auch ungarische und Küin-Mindener. Auf dem amerikanischen Gebiet war das Geschäft fest und lebhaft. Oregon 75%—%, alte Missouri 81%, neue Central 85%. Die definitiven Stücke der letzteren werden am 1. Februar ausgegeben. Geld flüssig, man rechnet auf einen guten Ultimo.
Italien.
Rom, 27. Jan. Die Budget-Commission hat ihre Zustimmung zu der Anleihe von 300 Millionen gegeben.
Der Cardinal-Vicar hat im Namen des Papstes gegen die Beschlagnahme der Basilika von San Vitale protestirt.
444) Donnerstag den 1. Februar Nachmittags 2 Uhr,
soll in dem Pfandhauslocale dahier eine Nähmaschine, Schränke, eine Commode,
Wien, 25. Jan. Cardinal Antonelli hat den hier accreditirten päpstlichen Nuneius, wie der P. Ll. meldet, angewiesen, sich auch in seinen geschäftlichen Be- Ziehungen alle jene Reserven aufzuerlege», welche die Trauer über die Gefangennahme seine- Souverains ihm als dem Vertreter desselben auferlege; doch beschränkte man sich in Wien daraus, von dieser Erklärung wie von einer einfachen Absage höflichst Notiz zu nehmen, ohne daran irgend welche politische Erörterung
hältnissen mehr in Einklang steht. Da es indessen bei Anschließung an das sran- rösische Recht nicht wohl zu vermeiden fein würde, nach dessen Vorgänge (Art. 145) Dispensationen zuzulassen, so hat der Entwurf, um nicht die gesetzliche Regel durch Gestattung von Ausnahmen zu durchbrechen, es vorgezogen, an der Altersbestim- muna des Landrechts festzuhalten.
München, 27. Jan. Der Antrag der Ultramontanen auf Verfassungs- Verletzung in Sachen des Bischofs von Augsburg ist in der Abgeordnetenkammer mit 76 gegen 76 Stimmen abgelehnt worden. (Nach der Geschäftsordnung des bayerischen Landtags gibt nämlich nicht der Präsident den Stichentscheid bet Stimmengleichheit, sondern der Antrag gilt für abgelehnt und darf erst in der nächsten Session der Kammer wieder eingebracht werden. D. Red.)
München, 27. Jan. Abgeordnetenkammer. Debatte über die Beschwerde des Bischofs von Augsburg. Cultusminister v. Lutz vertheidigt in mehr als zweistündiger Rede die Verfassungsmäßigkeit des Regierungsstandpunktes, insbesondere die niemals unterbrochen oder aufgehoben gewesene Gültigkeit des Placets. Nachdem beide Referenten Namens der Ausschußminorität und -Majorität gesprochen, ergreift der Ministerpräsident, Graf Hegnenberg, das Wort. Bei der sodann erfolgenden Abstimmung wird der Beschwerde-Antrag verworfen.
München 38. Jan. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer gaben die überfüllten Galleries ihre Freude über das Resultat der Abstimmung (Ablehnung der Beschwerde des Bischofs von Augsburg) durch laute wiederholte Bravos zu erkennen. Von der Rechten stimmten Bezirksamtmann Maier und Bürgermeister Prestele gegen den Majoritätsantrag. Der zur liberalen Partei gehörige kranke Abgeordnete Julius Müller ließ sich in den Sitzungssaal tragen, um mit derselben zu stimmen.
Tübingen 29. Jan. Der Privatdocent der Philosophie Dr. Liebmann hat einen Ruf als Professor der Philosophie an der Universität Straßburg an-
g^no^Straßburg, 25. Jan. Die Reichsregierung hat folgendes Rundschreiben an die Handelskammern in Elsaß-Lothringen ergehen lassen:
Mit dem 1. Januar d. I. ist Elsaß-Lothringen in das deutsche Zoll- und Handelsgebiet, und damit in die Verträge eingetreten, welche zwischen den dieses Zoll- und Handelsgebiet bildenden Staaten und anderen Staaten bestehen. Diese Thatsache ist den Regierungen der europäischen Staaten, mit welchen derart ge Verträge abgeschlossen sind und zu welchen Elsaß-Lothringen in näheren Handels- und Verkehrsbeziehungen steht, nämlich Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Oesterreich, Bit Schweiz, Italien und Spanien, durch die fatferl. Missionen notl- ficiit worden, und es ist ein Einwand Dagegen bisher nicht erhoben, noch zu erwarten- Es folgt daraus, baß die Angehörigen von Elsaß-Lothringen im Handel«, und Schiffsahrtsverkehr mit den BectragSstaaten sich der gleichen Vorrechte zu erfreuen haben werden, wie die Angehörigen der übrigen deutschen Staaten, anderer- seit« aber auch, baß bie Angehörigen der VertragSstaaten in Elsaß-Lothringen ble gleiche Behandlung und die gleichen Begünstigungen beanspruchen können, welche ihnen bie Verträge in den übrigen deutschen Staaten sichern. Da» Reich»- kanzler-Amt. gez. Delbrück.
Oesterreich.
der Mitl-'ilben Wirthsch'st verschieden- JaeassoS vor. Ein bi« jetzt noch unbe- deutschen Soldaten .n einem Wirthshause hatte. Ersterer verließ in Folge de«. kann^?-1nbividuum da» st» in seiner Nähe herumtrieb, verfolgte ihn bi« in die selben mit drei seiner Kameraden da« Local, um seinem Gegner auf der Straße h,, nolte'ntn Luft" und brachte ihm mit der Rückseite eine« schweren aufzupaffen. Ein anderer deutscher Soldat wurde von den Arbeitern für den ge- m H . , , sllaa auf d-n Hinterkops bei, in Folge dessen das Opfer betäubt halten, mit welchem sie Streit hatten, und sie fielen über ihn her und verwun- . £L ’fci? %«f|lä"b«T“n53 «it eta« eÄim« rn -a. 700 fl. Die deten ihn. Die Wunde de« Soldaten soll glücklicher Weis, nicht erheblich sein.
zu -öDvtn i r fein Die vier Arbeiter wurden verhaftet.
Verwundung I 9 । I • sHbgeorl)nekn^aufe eingebrachte Eni- Die Appellationskammer der Zuchtpolizeigerichte hat heute ihr Urtheil in
tij'efrbe« betreffend da» zur Eheschließung erforderliche Lebensalter, der Sache des ehemaligen französischen Consuls in Newyork, Place, gesprochen, wurf eines i t • 11 Derselbe war bekanntlich angrklagt, bei den Gewehrankaufen, welche er wahrend
lauf gnir gniibelm rc Einriaer Paragraph. Die Eheschließung ist Personen des letzten Krieges für die französische Regierung gemacht, Gelder unterschlagen
männlichen Geschl-ckts nicht v°? rem vollendeten achtzehnten, Personen weiblichen zu haben. In erster Instanz freigesprochen »»urth-ilt- ihn die Appellation«.
Geschlecht« ^cht vor ^dem^vollenveten vierzehnten Lebensjahre gestattet. Alle ent- kamm-r zu zwei JahrenG-sängniß und 2000 Fr^ Geldstrafe.
^aenstch nd?u oder ein höhere» Lebensalter erheischenden Vorschristen, insbesondere Ein schrecklicher Eisenbahn-Unfall ereignete sich au, der Lpon-Mars-iller Eisen- dr? 66 des Anhänge» zum Allgemeinen Landrecht und die Artikel 144 und bahn. Die Depesche, welche die Eisenbahn - Verwaltung darüber veröffentlichen 145 de» Rheinischen Civil-GesetzbucheS, sind aufgedoben. Urkundlich rc. -aßt, lautet: „Die Bruck, von Braque ist von dem W>ffrr(Var) hinweggeuffen
145 °e» W n |» Altersbestimmungen sind tje des Allg. Landrechts. Der im worden. Ich habe mich nach der Bruck, begeben, um den Zug 492 anzuhalten.
6eä Appellation« - Gerichtshofes zu Köln geltende Code civil Artikel 144 Unmöglich, da die Landstraße überschwemmt war; ich stellte vre, Manner auf, um stimmt in er/ercr Beziehung mit dem Landrecht überein, gestattet dagegen dem den Zug durch Signale zu warnen. Unmöglich, zu telegraphiren. Ungeachtet Ei Arn Geschleckt Vie Verhcirathung erst mit zurückgelegtem fünfzehnten Leben», der Vorsichtsmaßregeln, kam der Zug Mit ganzer Dampfkrast an und stürzte in S 3nÄ^ten Äeb’ete 6« Monarchie, dem Geltungsbereiche de« den Fluß; ich organisire die Hülfe." So die Depesche der Gesellschaft Di- Gemeinen Recht» , fehl- -s hierüber an einer gleichmäßigen Bestimmung. Da» Brücke von Braque liegt ganz m der Nahe von Aatibe«. Der verunglückte Zug S»e und ianoni ch: Recht lassen die Fähigkeit zur Eheschließung mit der Gc- kam von N-zza, da» er gegen 6 Uhr Abend» verlassen, und mußte um 6 Uhr sch0ch?-reii- Eintreten Vielfach wird j-dock, nach Gewohnheitsrecht oder particu- 27 Minuten durch Antibes kommen. Nach anderen Berichten hatte man sofort lara-^etzUchen Bestimmungen -iss späterer Termin erfordert. Im ostrheinischen Th.il R-ttungSanstalt-n gemacht. Ungefähr 100 Arbeiter wann bei denselben beth-.ligt. de» Regierungsbezirks Koblenz -xistir-n gemäß der Mannigfaltigkeit der zu diesem Nach langen und schwierigen Nachsuchung-n gelang -S, den Loeomot.vsuhrer und Gebiete vereinigten Territorien weht weniger -iS acht da-HeirathSalt-r betreffende den Heizer so vier Reisend-, d-- all- s-chs todt wann, auszufind-n. Spater Bart ula aeleti- Die Motive bssmerken u. A.: ES läßt sich nicht »erkennen, daß sand man noch 11 oder 12 schwer verwundet- R-isend-. Man glaubt, daß die bpr Tt-rmin des Code civil von 15 Jahren mit der Sitte und den Lebensver- Zahl der Opfer 30 bi« 40 betragt. m
d" Termin des - - Paris, 28. J^n. Die Zahl der Comites für die Subscriptwn zur Be
freiung des Landes vermehrt sich. Das Unternehmen findet ziemlich lebhafte Zustimmung im Auslande und man erwartet große Resultate davon. Die Gazette de France sagt, der Graf v. Chambord würde seine Residenz näher au Frankreich verlegen, Louis Blanc hat ein Schreiben an die Wähler von Corflca veröffentlicht, worin er sich gegen die Candivatur Rouher's erklärt.
Borsennachrichten.
29. Januar 1872.
Aetlen.
5% östr. F. St. E. B. 421%
Lombard. Bahn 226
Ludwigsh.-Bexbach 199
Maxbahn 149
Bayer. Ostbahn 150%
Rhein-Nahebahn-Aot. — Hess. Ludwigsb.-Aot. 195% Oberhessen „ 85%
Wechsel.
Amsterdam k. S. 99% Augsburg k. S. 99% Berlin k. 8. 105
Bremen k. 8. 95%
Brüssel k. 8. 93
Hamburg k. 8. 87%
Leipzig k. 8. 104%
London k. 8. 118
Lyon k. 8. 92%
Paris k. 8. 92%
Wien k. 8. 102%
ditto m. 8. —
ditto 1. 8. —
Dis conto 4 %
Preuss. 4%% Oblig. 103% Frankf. 3%% Obi. 88% Nass. 4%o/o Obi. 99% Kurhess. 4% „ 93% Gr. Hess. 5% Obi. 102%
» , 4% » L7%
n n 3%% „ 92
Bayer. 5% n 100%
„ 4%% 1jährige 100%
„ 4% 1jährige 95%
Wiirtemb. 4% % Obi. 99% Baden 4%% Obi. o. E. L. 99% Oesterr. Silberrente 63%
„ Papierrente 54% Amerik. Bonds 1881r 102%
B „ 1882r 96%
„ „ 1885r 971/4
n „ 1887r 98%
Spanier, neuest. 3% 32%
Prlorit&ten.
3% öster. Stsb.-Prior. 60%
3% öst. s. Lombard 84%
3% Livorneser 39%
5% Tosoaner 62% 5% Elisabeth.-Prior. 83% do. H. Emiss. 82
Geldsorten, fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40—42 „ doppelte 9 40—42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Duoaten . . 5 31—33 20 Frankens!. 9 18—19 Engi. Sover. 11 45—47 Russ. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 24—25
Anlehensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 69% Nassau 25 fl. 48% 4% bayr. Präm.-Anl. 117 Ansbacher 7 fl. 12% 40/0 badisohe Loose 115 Badische fl- 35 Loose 72Vr 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 38'/z Oestr. fl. 250 v. 1854 85 1858r Prioritätsloose 194 1860r Loose 93 1864r „ 153
Braunschweiger 21% Stadt Florenz 85
letlen.
Frankf. Bank 140%
Frankf. Vereins-Kasse 134%
Darmst. Bankaot. 484
Wien Bankaotien 883
Galizien 273
Oest. Creditaot. 355%


