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HM Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntags.

Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Sichen.

Nr. 26. Dienstag den 30. Januar 1872.

ahP Son fWoftonor 9fn)oi/tor werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg B. 1, als auch bei allen Post- Stellungen nuf ven lyiepener zinjeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für die Monate Februar und März zu 40 fr.

Amtlicher T b e i l.

General-Versammlung des

daß durch die

mit

Stimmen,

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Zur Beglaubigung: Haberkorn-

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welchen Die xranowirtyfcyafi oerR-ruf <ÄPrr 6>irckenratb vr.Koch von Groß «Linden ernanc lieg mu uoiiwp säää ää* P® wSSre 's

» '<,»»>- »!'>!< %*J5S»TÄÖ3ä U'V.?Ä1 ÄSw, auf Betreibung von Gewerben legen sollten.

trieb der Gegenwart. Alte, vererbte Sitten, die nach und nach Ole Form langjähriger prakrisch 1 yNNO non Reisvielen nach, welcher Ertrag von gut gepfleg-

Tesarn «s

Als Ort der nächsten Versammlung wurde

Schiffend erg

bestimmt.

Hiermit wurde die Versammlung geschlossen.

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Geschehen Gießen, den 14. December 1871.

landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Gießen.

daß

Braunsteinen nach dem Bahnhofe zu fahren hatten.

solche landwirthschaftliche zweiten ^noe -r * ^heil

zu vollenden, mit deren Verrichtung man in der bequeEen Weise emen ^yei des langen und arbeitslosen Winters hatte ausfüllen können, w« dn E ; ständige Ausdrusch der Sommer- und Wmter-Erndte wahrend der J August und der ersten Hälfte des September., Dreser Ausdrusch, wohl Alle wissen und zugeben werden ^geschieht wahrend der Nachtz ux einer Zeitperiode, wo es wahrlich am Tage an Arbeit mcht fehlt. u eine derartige Nachtarbeit nur die Folge haben kann, baß diese selbst m 1! weniger als mittelmäßig versehen wird, um bann auch der darauf folg dm Tagarbeit denselben Charakter aufzudrücken. Ich habe mich oft ermn g nach dem Grunde dieser höchst merkwürdigen Einrichtung und da ich f Fragen keine Antwort erhalten konnte, so habe ich nur sie endlich selbst m der oben angeführten Vergleichung des verborgen wirkenden Magnetes $ geben und glaube nicht, daß diese Erklärung von Jemanden, der hier Eheils berechtigt ist, ernstlich bestritten werden kann. Wenn wir in diesem Herbste sahen, wie der Ausdrusch fast nur von der Maschine besorgt wurde, so s eht diese scheinbare Neuerung in durchaus keinem Widerspruche mit dem Gesag , sondernfit vielmehr nur eine Bestätigung desselben, denn es wird zugegeben

Vice-Direktor Haberkorn eröffnete die Sitzung und erklärte, Versetzung des seitherigen Direktors Freiherrn von Starck die Wahl eines anderen 1. Direktors nothwendig geworden sei und daß auch die Dienstzeit der seitherigen Aus­schuß-Mitglieder abgelaufen, daher auch die Wahl neuer Ausschuß-Mitglieder erfor­derlich fei.

Diese Wahlen wurden sofort vorgenommen, wobei der Großherzogliche Kreisrath Freiherr v. Röder mit allen gegen eine Stimme zum 1. Direktor

werden müssen, daß sehr viele Landwirthe der Maschine hätten füglich ent­behren können, wenn sie anders ihre Winterruhe durch störenden Handdrusch hätten unterbrechen wollen. Die Sitte der landwirthschaftlichen Winterruhe ist nicht durch Anwendung eines einzelnen bezüglichen Rceeptes zu beseitigen, sondern sie wird nur in Folge eines rationelleren und zeitgemäßeren Betriebes naturgemäß verschwinden. In erster Linie wird hier eine wesentliche Ver­mehrung und vernünftigere Beschaffung des Futters zu verzeichnen sein. Eine der traurigsten landwirthschaftlichen Sitten ist die in hiesiger Gegend noch allgemein übliche des Furchelns und Futtersuchens auf den Aeckern des Sommer- und Winterfeldes. Es stammt diese landwirthjchaftliche Gewohn­heit aus der Zeit, wo man den Anbau von Klee und andern Futterkräutern noch gar nicht kannte, seitdem und wo man ganze Parcellen in genügender Anzahl mit diesen bestellte, ist das Furcheln und Futtersuchen bis auf die bloße Erinnerung verschwunden. Dem 'Felddiebstahl ist mit dieser Unsitte vollständig Thür und Thor geöffnet, und außerdem ist meistens das Ergebniß dieser Futterbeschaffung für die eigentlichen Landwirthe so unbedeutend, daß es mit dem damit verbundenen Zeitaufwande in gar keinem Verhältniß steht. Häufig wird sich das Ergebniß dieser mühseligsten und zeitraubendsten Arbeit geringer stellen, als der geringste Taglohn, und dem Bedürfniß des Vieh­standes selbst wird dadurch nur in der nothdürftigsten Weise Genüge geleistet. Diese ganze Erscheinung ist, wie ich oft zu bemerken Gelegenheit hatte, eine ik.dktLchüNs.jMM tzl.Mn^beutigen Tagelöhnen, daß sie selbst nicht Behufe allsommerlich nur auf fremdem Eigenthum bewegen. Hrer wird man al o bemüht fein müssen, daß in hinreichender rwnse äi« unb vorzugswer e Luzerner (ewiger Klee) angepflanzt wird. Wird»manauch unserem Kreise allaemein in dieser Weise vorgehen, so muß die natürliche Folge eine ^er- Mehrung und bessere Fütterung des Rindviehstandes fern, in welcher Verbm- dung mir auch eine beträchtliche und lohnende Erhöhung der landwtthschaft lichen Winterthätigkeit werden auftreten sehen. Em sehr hohes Ziel fit nach dieser Seite hin in Sachsen erreicht, wo man bereits vielfach nur im Winter vermittelst Dürrfutter mit Mästung von Rindvieh sich abgiebt, weil man in dieser Weise die Arbeit während des Sommers vermindern und für ben Winter nutzbringend vermehren kann. Eine Vermehrung und Verbesserung unserer Wiesencrescenz durch richtig geleitete Ent- und Bewassermig, zreU.nach denselben Gesichtspunkten hin, und wird von den gleichen Erscheinungen aefolgt sein. Die Wiesen unseres Kreises find im Vergleich zubenen der Wetterau in einem beneidenswerthen Vortheil, die Graser nämlich find hier meistens^bester und eine Melioration ist hier viel dichter und erfolgreicher ru bewerkstelligen, weil unsere Wiesen fast durchgängig an Wasser keinen Mangel haben- Eine richtig geleitete Ent- und Bewässerung wurde wohl nach en allgemeinen Erfahrungen hierüber etwa em Drittel in Heu.und Grummet mehr liefern. Diejenigen Landwirthe, und deren find sehr viele, welche seither zu hohen Preisen Ankäufe in Heu- und Grummetgras zu machen ae/wunaen waren, würden dann das erkaufte Futter entbehren können, und demnach in der Lage sein, ihren Viehstand vermehren und auf eine höhere Swse der Ernährung bringen zu können, als -s bis letzt der Fall war.

niehr unb besseres Futter, stärkerer und besser gepflegter Viehstand, reichlichere Düngung der Aecker, und die landwirtschaftliche Wmterruhe wird nur noch in der Erinnerung fortleben können rc.

ratb vr.Koch von Groß «Linden erklärte sich mtt demVor- frprr Wen er Kak von SteiN-

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nborn folgenden Vor­

gewählt wurde. . .

Derselbe dankte der Versammlung für das ihm durch die Wahl bewiesene Ver­trauen und sprach die Hoffnung aus, daß er in seinem Bestreben, die Interessen der Landwirthschaft und des landwirthschaftlichen Bezirksvereins so viel in seinen Kräften stehe, zu fördern, von dem Ausschuß werde unterstützt werden. Zugleich bat derselbe den Großherzoglichen Regierungsrath Haberkorn, den Vorsitz in der heutigen Ver­sammlung noch fortzuführen, wozu sich dieser bereit erklärte.

Zu Ausschuß-Mitgliedern wurden gewählt:

1) Bürgermeister Weigel zu Klein-Linden

2) Lehrer Schlapp zu Rödgen

3) Adalbert Freiherr v. Rabenau zu Friedelhausen

4) Bürgermeister Lang zu Wieseck "'i Verwalter Krebs zu Neuhof Sekretär Gros zu Arnsburg Professor Pflug zu Gießen

Bürger inciftcr Gcißlcr flu fvßui Bürgermeister Horn zu Steinbach

I Bürgermeister Vogt zu Gießen i Dr. Gros zu Colnhausen > Bürgermeister Juderthal zu Rödgen Hierauf hielt Herr Pfarrer Dr. Müller von Watze trag über die Winterbeschäftigung der Landwirthe: .

9Die gedeihlichere Entwickelung der Landwirthschaft fallt rn, die- Zeit von 1830 an, als sie in social-politischer Beziehung von den Fesseln der früheren Verioden befreit wurde, ihre Zehnten rc. um mäßigen Preis abgelost werben tonnten unb gleichzeitig die Einwirkung der Wissenschaft, vorzugswetse der Naturwissenschaften, sie aus einer ererbten Lebensgewohnheit, er bloßen Sitte zu einem angeseheneren und viel geachteten auf Erkenntmß und Wissen­schaft gestellten freien Lebensberufe umgestaltete. Die social-politische Befreiung verdankt die Landwirthschaft nicht sich selbst, sondern ^°her gebildeten P - sönlichkeiten aus anderen Berufsklassen, und ebenso fit ihr die sie vollständig umgestaltende Wissenschaft von außen gebracht worden- Aus diesen beiden Gründen werden wir es uns zu erklären haben, daß die Landwirthschaft im Großen und Ganzen den beiden ihr von außen gebrachten Momenten noch nickt vollständig gerecht geworden ist, oder mit andern Worten, daß wir die Landwirthe ganzer Distrikte noch auf der landwirthschaftlichen Sitte fiehend finden, während der fernerstehende sich wohl zu dem Glauben-berechtig wähnte, statt der gedankenlosen, einer ganz andern- Zeitperrod '/"^tommenden Sitte die klare Erkenntniß der Gegenwart und ihrer gebieterischen Anforde- kungen^^wirken und walten zu sehew Eine solche Sitte ist es auch, wahrend der Wintermonate frei von aller anstrengenden Arbeit sem zu wollen, um ein beschauliches Stillleben zu führen, wie es mit den Bedingungen, uE welchen b ers ist scknn längst der Berus