Horiront verwandelt sich ganz und gar, wenn der weltliche Arm die deutschen « * Hofaeriwtsratbs renn Dr. Bindewald ihren Anfang nehmen, weshalb in der
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Karl Heinrich Schwan, Liqueurhändler in Gießen, Johannes Köhler IV., Bürgermeister in Langsdorf, Leonhard Wentzel, Oeconom in Nieder Erlenbach, Andreas Ströbel, Müller in Klein-Karben.
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Conrad Ludwig Uhl, Gaflwirth in Nidda, Georg Sack, Metzger in Gießen, Jakob Schuch, Oekonom in Kaichen, Friedrich Zöller, Leinwandhändler in Schlitz, Ludwig Hoffmann, Pachter in Hof Gill (Muschenheim), Georg Buderus, Bergräth tu Hlrzenhain, Adolph von Harnier, Gutsbesitzer in Echzell, Heinrich Langbetnrich, Fabrikant in Schlitz, Georg Stoll VI., Landwirth in Echzell, Heinrich Schillmqer, Müller in Queckborn, Jobanu Adam Schmidt, Müller in Schotten, Emil Roth, Buchhändler in Gießen, Georg Heinrich Sckomber, Elletiwaarenhändler daselbst,
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Angelegenheit am Einfachsten erklären läßt.
Bill in gen, 26. Mai 1872.
I. Ergänzungs-Geschworene.
1) Dr. Johann Baptist Wetter, Professor,
2) August Noll, Bäcker,
3) Dr. Ludwig Lembke, Professor,
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unter dem Vorsitze des zum Präsidenten de- Schwurgerichtshofs bestimmten Großherzoglichen Hof- gerichtsrath« Herrn Kornmcsser beziehunaSweise des zu dessen Stellvertreter ernannten Groß«
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Simon Reiß, Branntw'inhändler, Friedrich Emil LooS, Ellenwaarenhändler, Ludwig Scheid, Cigarrenfabrikant, sämmtlich in Gießen.
II. Haupt-Geschworene.
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23) Johannes Schudt, Müller tn Muschenheim,
24) Karl Friedrich, Mineralwasserhändler in Groß Karben, Johannes Pröscher V., Metzger in Schotten, Simon Gottschalk, Ellenwaarenhändler in Altenstadt,
1) Wilhelm Lenz, Landwirth in Bauernheim,
2) Louis Labroiffe, HofgerichtSadvocat in Gießen,
3) Adolph Stöpler, Fabrikant in Lauterbach,
4) Wilhelm Fink, Kaufmann tn Bildet,
5) Adam Fischer II., Müller in Hutzdorf,
6) Eduard Eigenbrod, Kämmerdirector in Schlitz,
7) Johannes Lang II., Eisenhändler in Stockbausen, Kreis Lauterbach, Johannes Lind IX. Landwirth in Gonterskirchen,
'LMiyelm Bogeley, Zeugfabrikant in Alsfeld,
Erwiderung.
Als mir der „Gießener Anzeiger" vom 11. Mat l. I. zu Gesicht kam, war ich im ersie« Augenblick im Zweifel, ob auf den Artikel — Villingen, 7. Mai 1872 — so viel Werth zu legen sei, daß man überhaupt darauf antworten solle. Dem Einsender, dem LandtagSabgeordneien und Bürgermeister Zimmer gegenüber würde ich mir diese Mühe sicherlich erspart haben; dm Publikum gegenüber fühle ich mich dagegen verpflichtet, den oben genannten Artikel, soweit er »i< vielbesprochene Heimathschein-Angelegeuheck betrifft, zu berichtigen. Ich bin in der Lage, dieAn- gaben deS Bürgermeisters Zimmer in Ihrem geschätzten Blatte durch daffelbe Actenstück widerlegen zu können, auf welches er sich unbegreiflicherweise zu berufen wagt. In seinem Berichte ar. Großherzogliches KreiSamt Nidda sagt Bürgermeister Zimmer wörtlich: „wir haben nicht tl< geringste Veranlassung, demselben (nämlich dem zu Besuch Anwesenden) tlt itßCttb einet üöcifc durch polizeiliche Anordnungen lästig zu werden.- In seinem Artikel vom 7. Mai sucht er in dir^ctem Widerspruch hiermit, zu beweisen, daß er allerdings Ber- anlassung zu polizeilicher Belästigung gehabt habe.
Die Mittel nun, toelte dazu dienen müssen, das polizeiliche Einschreiten als eine Pflihl erscheinen zu lassen, wahrend doch vorher jede Veranlassung dazu amtlich geleugnet worden, werien auf die ganze Sache ein eigentbümlicheS Licht. Es wäre schon an und für sich unanständig gewesen, die höchst betrübenden Umstände des verlebten Pfarrers Sellheim in eine Angelegenheit hereinzuziehen, mit der sie nicht das Geringste zu thun haben; aber diese Verhältnisse tn einer st zweideutigen Weise zu besprechen, daß Fernstehenden zu allerlei Vermuthungen Raum gegeben wird, das ist geradezu unverantwortlich. Die Familie Sellheim hat die von dem Hospital Hofheim an sie gemachten Ansprüche in einer Weise befriedigt, daß hieraus durchaus kein Grund z° irgend einer Verdächtigung hergenvmmen werden kann. Nach dem hier in Betracht kommende» Regulativ nämlich konnte von Seiten de« Hospitals an die Gemeinde gar keine Anforderung für Verpflegung des verlebten Pfarrers Sellheim gestellt werden, und von Seiten der Familie ig dies selbstverständlich noch viel weniger geschehen. Muß man unter solchen Umständen nicht fragen, was will denn eigentlich der Bürgermeister Zimmer mit solchen halbversteckten Andeutungen?
Wir überlassen eS jedem Denkenden, sich ein Urtheil darüber zu bilden, ob alle die vorgebrachten Gründe, welche die polizeilichen Anordnungen deS Bürgermeisters Zimmer rechtfertige» sollen, in Wahrheit diesem Zwecke dienen, oder ob nicht vielmehr in der Veröffentlichung diese» Artikels vom 7. Mai eine Rücksichtslosigkeit hervorleuchtrt, auS der sich auch die Heimathschem-
heute stattgehabten öffentlichen Sitzung G-oßh-rzogl.chen HofqerichtS dahier die AuSloosung der Haupt- und Ergänzungsgeschworenen tn folgender Reihenfolge vorgenommen wurde:
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4) Dr. Weltmann, Gymnasiallehrer,
5) August Wteffeii, Bauaccessist,
6) Friedrich Tertor, Bierbrauer,
7) Theodor Wortmann, Ortsgerichtsvorsteher,
8) Dr. Karl Zöppritz, Professor,
9) Eduard Thorwart, HofgerichtSadvocat,
10)
11)
12)
Deutschland.
Berlin, 27. Mat. Zuverlässigem Vernehmen nach beabsichtigen einige bayerische Abgeordnete, falls im Reichstage noch einmal die religiöse Frage in die Verhandlungen hereingezogen werden sollte, die Aufmerksamkeit auf speciell bayerische Zustände zu richten und besonders die verschiedenartigen Regieruogs- entschliehungen in Betreff der Altkatholiken und der Uederlaffung von Kirchen an dieselben zur Sprache zu bringen.
Berlin, 28. Mai. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, daß einem Gerüchte zufolge der Armeebischof Namszanowski vom Amte suspendirt wor- den sei.
Berlin, 28. Mai. Das italienische Kronprinzenpaar traf 21/2 Uhr Nachmittags Hierselbst ein. Daffelbe wurde am Bahnhof von dem Kaiser, dem Kronprinzen , dem Prinzen Friedrich Karl und einer Anzahl Notablitäten von Auszeichnung unter militärischen Ehrenbezeigungen empfangen. Der Kaiser selbst geleitete die hohen Gäste nach dem kaiserlichen Schlosse.
Köln, 25. Mai. Die „Köln. Ztg." schreibt: „Wie wir vernehmen, ist über den hiesigen Garnisonpfarrer Lünnrmann für den Fall, daß er in der Garnison- kirche St. Pantaleon, die mit ministerieller Genehmigung auch von der hiesigen altkatholischen Gemeinde zum Gottesdienst benutzt wirb, weiteren katholischer. Garnison - Gottesdienst hält, auf Verordnung des Papstes von dm Feldprobs Bischof Namszanowski die Excommunication ausgesprochen." Es soll, wie dem Blatte mitgetheilt wird, für morgen der katholische GarnisowGottcSbienst suspendirt sein.
Dresden, 27. Mai. Der Wafferstanv der Elbe ist in Folge der Wolkenbrüche tn Böhmen seit gestern Abend mehr als 6 Ellen gestiegen und steht jetzt 51/2 Ellen über Null noch im Wachsen. Die Ueberschwemmung hat in den Elb- nieoerungen große Verheerungen angerichtet. Die Dampfschifffahrt ist eingestellt, da sämmtliche Landungsbrücken weggenommen sind.
Oesterreich.
Wien, 28. Mai. Die Erzherzogin Sophie ist nach langer Agonie heute früh 3 Uhr verschieden. — Zur augenblicklichen Linderung der Noth in den von der Ueberschwemmung hetwgesuchten Gegenden Böhmens spendete der Kaiser aus Prtvatmitteln zehntausend Gulden.
Wien,. 28. Mat. Die Journale veröffentlichen einen Aufruf für Böhmen. Die böhmischen Abgeordneten im Reichstag werden an die Regierung bas Ersuchen stellen, Staatsgelder zur Unterstützung der von der Ueberschwemmung Betroffenen flüssig zu machen.
Prag, 28. Mai. Der Landstrich längs der böhmischen Westbahn von Radotin bie Rokytzan sind am härtesten von der Ueberschwemmung betroffen. Man telegraphirt, baß Oie Eisenbahnverbindung unterbrochen ist und Gebäude theils von Fluthen zerrissen, theils sehr erheblich beschädigt worden sind. Die halbe Stadt Rakonitz stand unter Wasser. In den Bezirken Pobersam unv Jechnitz fand in der Nacht deS 25. auf den 26. ds. eine furchtbare Ueberschwemmung durch Wolkenbruch statt. Zahlreiche Tobte. Hundert Häuser zerstört, Grund unv Boden vernichtet. In mehreren Gemeinden nächst Saatz ebenfalls großartige Verheerung. 120 Personen tobt. Auch KarlSbab von einer Ueberschwemmung heim- gesucht. Die Tebl ist ausgetreten. In Tetschen erreichte ber Wafferstanv 153 Zoll über die Normalhöhe. Oberhalb Tiaß ebenfalls Wolkenbruch.
Frankreich.
Paris, 28. Mai. In DeputirttNkreisen wurde heute als sicher bezeichnet, daß Deutschland geneigt fei, Frankreich die Concefsion zu machn, je nach ben erfolgenden früheren Theilzahlungen ber Kriegs Kontribution auch eine entsprechende frühere Räumung des occupiiten Gebietes, welche speciell festzustellen wären, ein- treten zu lassen. Belfort und Toul würben jebenfalls bis zur Zahlung des letzten . Restes brr Kriegsschuld besetzt bleiben. __________________
Kirchenhäupter nicht unterdrücken, ihnen vielmehr bchülflich werden will, ben wohl zurückgedrängten und verstummten, aber nicht erloschenen nationalen Sinn der deutschen Geistlichkeit römisch-katholischer Confession neu zu beleben, und ihr Ge- legenheit zu geben, schöpferische Thätigkeit zu entwickeln. Wir sind darauf gefaßt, baß Die Wortführer des Ultramontanismus unseren Versuch, ihnen eine fröhliche Perspective zu öffnen, als Verlockung oder Anmaßung stolz und entrußet zurückweisen. Dennoch rechnen wir halb und halb darauf, daß nicht bloß die Hefele, Reißmann und Martin, sondern auch MelcherS jinD Scherr , besonders Ketteler und nicht minder Jörg und Majunke, sich die Dache zweimal überlegen. Over wenn sie schon zu alt sind, um noch zu bauen und zu schaffen - und wer da neulich äußerte: „Wir sind froh, daß wir einen heiligen Vater haben, welcher für uns denkt und handelt", ist in der That zu alt — so wird unter der Sonne des deutschen Reichs ein neues, helleres und entschlosseneres Geschlecht heranwachsen. Man unterschätze Die Saat Döllingers nicht. Als unmittelbar bevorstehend und ohne Weiteres ausführbar, sehen wir das so eben auf das Tapet Gebrachte durch
ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbstständig?" Unmöglich kamn unter > der hier erwähnten römisch katholischen Kirche die gesummte, um den Papst ge- . schaarte Kirche zu verstehen sein; denn was hätte die preußische VerfassungSurkunbe l mit der Kirche Italiens, Spaniens, mit der gallicanischen Kirche und sonstigen 1 Theilen Der Universalkirche zu thun? Als Häupter Der römisch-katholischen Kirchen- aesellschaft Preußens sind die Erzbischöfe von Köln, Breslau, Paderborn u. f. w. schon ost und jüngst wieder in Fulda versammelt gewesen. Daß diese preußische Kirchenaesellschast ihre Angelegenheiten nicht selbstständig verwaltet, so lange sie an der Verwaltung gar nicht Theil nimmt, alles den ihr gesetzten Bischöfen überläßt und diese Bischöfe nur den Weisungen eines auswärtigen Oberhauptes ge- horchen, sollte einleuchten. Weicht diese Auffassung des Artikels 15 von Der bis- ber landläufigen und oberflächlich hingenommenen ab, so laden wir um so mehr iur weiteren Erwägung dieses Gegenstandes ein. Was Richters Kirchenrecht gegen den Begriff einer katholischen Landeskirche sagt, wird wahrscheinlich in seiner sieben- ten Auflage von Dove präcisirt und theilweise berichtigt werben. Außerdem handelt es sich gegebenen Falls nicht um eine katholische Landeskirche in Preußen, Bayern, Württemberg unv Baden, sondern um eine Deutsche Kirche römisch-kalho- lischen Bekenntnisses, nicht nach innerlicher, aber äußerer Analogie der galltcant- schen Kirche. In Art. 16 ber preußischen Verfassung ist nur Der römisch-katholischen Kirchengesellschaft Preußens, welche ihre Angelegenheiten selbststanbtg ver- waltet, Der ungehinderte Verkehr mit ihren auswärtigen Obern zugesagt. Das sollten Die Bischöfe sich gesagt sein lassen, welche, gelöst von Dem Boden des alten feudalen Reichs, bisher unsicher zwischen der curialen Pflicht und der Neigung zu diöcesaner Unabhängigkeit schwankten, und sich dem römischen Absolutismus nur deshalb verzichtend und verzagenb in Die Arme warfen, weil sie sonst der Gewalt particularer Landesherren ohne Rcichsgröße zu verfallen fürchteten. Der
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Auch den protestantischen Religionsgesellschaften Deutschlands wird das Reich im Stande fein, Freiheit zu gewähren und Freiheit zu verschaffen. Nur wollen hier ebenfalls nicht wenige Vorbedingungen erfüllt fein. Namentlich sind erst in Preußen die Bekenntnisse zu entfesseln: sie müssen sich erst trennen Dürfen, damit sie sich suchen und die Hand reichen. Das Reich findet seine Genugthuung Darin, 1 netien verU^eßt" es sich keineswegs, den von Dem idealeren Papstthum
gehegten Ideen des VölkerbünDniffes, des Völkerschiedsgerichts und des ewigen Friedens. Aber es wird diese Ziele nicht mehr in dem Bilde vom Hirten und ber Heerde, sondern, wie Robert v. Mohl eS im ersten Theile von „Staatsrecht, Völkerrecht und Politik" scharfsinnig, groß, aber noch wenig beachtet ausführt, als Aufgabe des Völkerrechts betrachten.
Local»Notizen.
Gießen, 28. Mai. Die Sitzungen des Schwurgerichts für die Provinz Oberhessen vom 3. Quartal l. I. werden
Montag, den 1. Juli d. I,
VorniittagS 9 Uhr,


