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nach der bestehenden Gesetzgebung des Staats gerade entgegenwirken wollen; 3) solche, welche dr-rcb ihre Form au und für sich als ungehörig erscheinen."

Von dem Umfange des Schadens, welchen die Sturmfluth vom 12./13. d. M. angerichtet hat, mag man sich ein Bild aus der Mittheilung derFlensb. Nordd. Zeitung machen, wonach die bisherigen Ermittelungen allein im Kreise Flensburg ergeben haben, daß derselbe auf über 3/4 Million Tbaler zu schätzen ist. An der durch die Sturmfluth vom 13. d. M. zerstörten Bahnstrecke zwischen Greifs­wald und Miltzow wird nach derNeuen Stettiner Zeitung" ununterbrochen gearbeitet und sind von Stralsund aus 600, von Greifswald aus 300 Arbeiter fortd.'uernd an der Wiederherstellung thätig. Wie erheblich die von der Fluth angerichteten Verwüstungen waren, mag unter Anderem daraus erhelle», daß auf Strecken von etwa 50 Schritt der Bahnkörper so vollständig weggeriffen, daß die untereinander verbundenen Schienen mit bin daranhängenden Schwellen theilweise 5 Fuß hoch frei in der Lust schwebten. Die Wiederherstcllungsarbciten find indeß bereits soweit gediehen, daß man meinte, heute bereits die Locomotive bis an den Ryk gehen lassen zu können. Wcnn nicht besondere Hindernisse sich entgcgen- steliev, ist zu hoffen, daß die Bahn bis zum 1. December wieder in Betrieb gesetzt werden wird.

Berlin, 26. Novbr. Der Kronprinz benachrichtigte hiesige Landtags nit- glieder von der fortschreitenden Besserung in seinem Befinden und seinem vcm- riächstigeu Eintreffen in Berlin. Derselbe fordert zu sofortiger Errichtung eines Central-Unterstützungsvereins für fäwmtliche Heimgesuchle an der Ostseeküste auf. Der Kronprinz verheißt, nc-ch seiner Rückkehr an den Vereins-Arbeiten mit voll- sten Kräften Thei! zu nehmen. Drr Präsident des Abgeordnetenhauses hat bereits eine bezügliche Vorbesprechung eingeleitet.

Berlin, 26. Novbr. Die motivirte Tagesordnung des Abgeordnetenhauses über den Reicheusperger'schen Antrag wird lauten: 1) Das Abgeordnetenhaus hat zur Zett keine Veranlassung, über dogmatische Streitfragen eine Entscheidung zu treffen. 2) Durch Regierungs-Anordnung ist der Zwangsunterricht Wollwann'c beseitigt. Eine Resolution, betr. den Ausschluß Ordensgeistlicher vom Schul­unterricht, ertheilt dem Cultusmiuistrr ein Vertrauensvotum.

Karlsruhe, 26. November. Die Kronprinzessin des deutschen Reiches und von Preußen ist mit ihren beiden jüngsten Kindern aus der Schweiz hier eingetroffcn.

Regensburg, 27. Novbr. Der Jesuit Meschemoser wurde, weil er auf der Durchreise, obwohl er ausgcwiesen ist, hier übernachtete, vom Stadtgericht gestern zu 3 Tagen Arrest verurthellt.

Bromberg. Die Noth an der Ostsee stellt sich als immer größer heraus, je mehr Detail aus einzelnen Orten bekannt wird. So heißt es in einem Briefe einer Dame aus Barth in Neuvorpommern:Das war eine SchreckenSnacht (vom 12. bis 13. November) und ein Unglückstag, und hätte der Sturm noch einige Stunden länger angehalteu, wer weiß, wo und wie wir dann ein Ende ge­nommen. Jetzt sind wir, in der Mitte der Stadt wohnend, noch verschont geblieben, aber die Vorstädte und die Leute an der Mauer sind auch stark heimgesucht. Alle Scheunen haben ebenfalls unter Wasser gestanden und müssen jetzt geräumt werden, damit der Inhalt sich nicht entzündet, der stellenweise schon sehr heiß ist. So wandert, da der Regen gar nicht nachläßt, viel schönes Korn und Futter, dos viel Geld bringen sollte, in die Dunggrube. Getreide, Kartoffeln und Heizungs- material ist viel verloren, und dazu diese naffe Witterung, bei der es kaus> noch Tag wird uno nicht getrocknet werden kann. Wir Barther sind verhältnißmaßig noch gut weggekommen gegen unsere Nachbarn auf dem Dars. Dort steht es zu traurig, und was hier irgend Wohnung bekommen kann, flüchtet hieher. Manche wohlhabende Leute find in 24 Stunden arm und obdachlos geworden und schauen trostlos in die Zukunft. Ginge es zum Frühling, so wäre es lange nicht so schlimm wie jetzt, dem Winter entgegn. Könnt Ihr von den reichen Rheinlän­dern nicht für uns einige milde Gaben erbitten? Wenn es nur für unseren kleinen Verein (gemeint ist der seit langer Zeit in Barth bestehende'hverein", der ßch zur Aufgabe macht, arme Frauen und Kinder zu unterstützrn) wäre; wir möchten gern etwas warme Kleidung für den Winter beschaffen, haben aber so wenig Geld."

Belgien.

Brüssel, 26. Novbr. DieUnion" von VervierS constatirt, daß der Bischof von Lüttich die belgischen Pfarrer in den an der deutschen Grenze lie­genden Dörfern, wo Plattdeutsch gesprochen wird, durch deutsche Jesuiten ersetzt.

Brüssel, 26. Novbr. Nach Berichten derJnd^pendance belge" aus Ver­sailles wäre die Rechte entschlossen, auf ihrer feindseligen Haltuug gegen Thiers zu beharren. Die Parteiführer sollen sich schon mit der Eventualität der Demission ThierS' beschäftigen und General Changarnier als Nachfolger in Aussicht nehmen. Als Minister seien der Herzog v. Audiffret - PaSquier, Ernoul, der Herzog v. Broglie und Desjardins vorgeschlagen. *

Frankreich.

Lösung der in der Botschaft angeregten Fragen wird nicht vorgeschlagen. Der Bericht wird morgen der Nationalversammlung vorgelegt werden. Ueber den Ausgang der Krise laufen die widersprechendsten Gerüchte um.

Versailles, 26. Novbr. DieAgence Havar" meldet: Thiers und die Commission halten au ihren divergirenden Ansichten fest. Die Situation ist ernst. Trotzdem ist noch nicht alle Hoffnung auf ein Arrangement verloren.

Versailles, 26. Novbr., Abends. In der Nationalversammlung wird der Bericht Batbie's über den Antrag Kerdrel verlesen. Derselbe hebt die Verdienste des Präsidenten hervor und leugnet, demselben feindlich gesinnt zu sein. Er er­klärt, die Conservativen könnten aber die Gründung einer conservativen Republik nicht unterstützen, so lange die Regierung mit den Radicalen, den geschworenen Feinden der öffentlichen Ordnung, den Erben der Commune, paktire. Vcrant« wortlichkeit der Minister sei die Hauptsache. Die Nationalversammlung habe ThierS gegenüber, der die Frage der Ministerverantwortlichkeit in eine Frage über den Fortbestand der jetzigen Regierung verwandele, nicht die genügende Freiheit der Entschließung. Die Gründung einer zweiten Kammer sei gleichbedeutend mit dem politischen Testamente der Versammlung. Die Majorität der Commission wolle die Frage, ob Republik oder Monarchie, jetzt nicht zum Austrage bringen, aber sie protestire gegen die steigende Fluth demagogischer Barbarei. Die Com­mission beantragt die Ernennung einer Commission von 15 Mitgliedern zur Aus- a.beitung eines Gefttzentwurfes über die Ministerverantwortlichkeit. Die Dis- cusfion über diesen Antrag wird von der Versammlung auf den 28. November festgesetzt.

Versailles, 27. Novbr. DieAgence Havas" meldet: Der Ministerrath wird heute über die Beschlüsse berathen, welche der Bericht Batbie'S nach sich ziehen soll. Die vertraulichen Besprechungen zum Zwecke einer Verständigung haben nicht aufgehört. ThierS wird der morgigen Sitzung wahrscheinlich bei» wohnen. Ueberall herrscht vollständige Ruhe.

Amerika.

Washington, 26. Novbr. Die britischen Truppen haben am 22. d. MtS. San Juan geräumt. Die gemischte britisch - amerikanische Commission wies den britischen Entschädigungsanspruch (10 Mill. Dollars) zurück. Die Botschaft des Präsidenten wird die auswärtige Politik und die Beziehungen zu den fremden Mächten in sehr ausführlicher Weise besprechen.

(Eingesandt.)

Zur Landtagswahl.

Die Thatsache, daß eine Differenz zwischen dem Cornitö der liberalen Par- thei für Oberhcssen und dem Landes - Comitö der FortschrittSparthei besteht, ist für viele Wähler gerade nicht erfreulich.

In der Voraussetzung, daß die näheren Umstände dieser Spaltung hin­länglich bekannt, und daß unserem Comitö die besten Absichten für provin­zielle Wohlfahrt zu Grunde lagen, muß doch den Wählern in Oberhessen auch die Frage zur Prüfung auheimgegeben werden:ob unserem Comitö kein Ein- verständniß mit dem Landes-Eomits möglich gewesen, und ob unser Comitö hier hinsichtlich der provinziellen Jntereffen auch zweckmäßig und politisch gehandelt hat?"

Das Programm, welches das Landes - Comitä erlassen, weicht wesentlich nicht von dem, welches unser Comii6 ausgegeben hat, ab; in Bezug auf liberale Reformen in nationaler und reichsfreundlicher Politik und in kirchlichen Fragen besteht kein Unterschied. Also bleibt nur die Wahrung der provinziellen In­teressen, welche durch Aufstellung heiwathlicher Candidaten eine gewisse Garantie erhalten sollte.

Wäre dieses wohl nicht im Einversta'ndniß mit dem Landes-Comit6 möglich gewesen, ohne daß Gefahr vorhanden, daß die Abgeordneten d m Partheizwang verfallen? Es ist ja doch jo natürlich, daß man Leute aus den heimarhlichen Bezirken bevorzugt, weil diese die Bedürfnisse besser kennen und verstehen. Durch das Fernbleiben unseres Provinzial. Comit^'s ist ab.r Oberheffen in eine Sonderstellung gedrängt worden, deren Tragweite zu beleuchten hier am Platze fein dürfte.

Nach der Strömung zu urtheilen, worin die Wahlbcwegung sich befindet, steht zu hoffen, daß fast in ollen Theilen des Großherzogthums die liberalen Candidaten gewählt werden, und dadurch eine Kammer zu Stande kommt, die unsere jetzige Regierung auf dem Wege fortschrittlicher Reformen von allgemeiner Bedeutung auf das Nachdrücklichste unterstützen und in allen diesen Fragen eine große Einmüthigkcit zeigen wird.

Anders wird es sich aber verhalten, wenn in der Kammer rein provinzielle Jntereffen zur Verhandlung kommen: die in allgemein politischer Beziehung stets einmüthige Kammer wird sich alsdann in Partheien spalten, von denen jede ihre speciellen Interessen zu vertreten hat.

Ob man wohl alsdann vergessen wird, daß Oberhessen eine Sonderstellung eingenommen und Abgeordnete gesandt hat, die unter dem Einflüsse derselben gewählt sind? Und wenn bei solchen Verhandlungen Starkenburg und Rhcin- h ssen durch Compromiffe vorher geeinigt, die oberhcssischen Interessen den Ober- Hessen allein zu vertreten überläßt? Sind dann di-odeihessischln Abgeordneten auch immer allein im Stande, für rein vberhessische Jnteresien die

Paris, 24. Novbr. Selbst wenn, wie es jetzt den Anschein hat, die Ker- drel-Commission mit einem gegen ThierS gerichteten Anträge vor die Kammer tritt, so hält man hier den Sieg des Herrn ThierS für sicher, da man annimmt, daß im letzten Augenblick der vernünftigere Theil deS rechten Centrums sich für ihn entscheidet und der Präsident eine hinreichende Majorität erhält. Uebrigens behauptet man in den parlamentarischen Kreisen schon heute, ThierS sei der Ma­jorität sicher, wenn er die Vertrauensfrage ausstelle. Sein Muth wird durch die zahllosen Adressen erhöht, welche fortwährend aus allen Theilen des Landes ein- treffen, um sich für seine Botschaft zu erklären und ihn aufzumuntern, den roya­listischen Parteien nicht nachzugeben. Daß die Regierung diese Adressen hervor^ gerufen habe, ist ein ganz grundloses Geschwätz. Die eiste ging bekanntlich von dem Gemeinderath von Reims aus, wo man für den Präsidenten besonders be­geistert war, da gerade die Räumung der Stadt stattgefunden hatte, und die übrigen Gemeinveräihe und Körperschaften ahmten das Beispiel n^ch. Das Bien Public stellt es ouf's Energischste in Abrede, daß die Regierung den Präfecten den Befehl ertheilt habe, diese Kundgebungen zu begünstigen.

Versailles, 25. Novbr. Batbie hat in der Commission für den Antrag Kerdrel dm MajoritätSb>richt vo^gelesen, welcher den Beschluß der Dringlichkeit der Niedersetzung einer Commission von 15 Mitgliedern zur Vorbereitung eines Gefttzentwurfes über die Ministerveranlwortlichkcit empfichlt. Der Bericht spricht die Unstatthaftigkeit einer Antwort auf die Botschaft aus, welche dadurch motivirt Wird, daß Thiers nur Delegirter der Nationalversammlung sei. Irgendwelche

in der Kammer zu erringen?

Das parlamentarische geben besteht aus Cowpromiffen, und nur durch gegenseitige Zugeständnisse werden auch gegenseitige Interessen gewahrt.

Loettl-Notiz.

Gießen, 28. November. Vorgestern hat die hiesige Polizei abermals einen fremden vagabundirenden Gauner abgefaßt. Er hatte viele Schmucksachen bei sich, die er zum Theil hier veräußert hat. Eine goldene Damen - Uhr, eine goldene Kette, 2 goldene Medaillons und 2 Brochen in Etuis hatte er in Kassel gestohlen; wo er die übrigen Schmucksachen annectirt hat, weiß man noch nicht. Der Gauner, der, wohl aus Vorsicht, keinerlei Schriften bet sich führt, nennt sich Fritz Becker aus London; er spricht aber auch deutsch im silefischen Dialect. Sein wahrer Name und seine Heimath werden wohl noch festgestellt werden können.

Für die Ueberschwemmten der Ost- und Nordsee

sind bei uns eingegangen: Hr. Buchhändler W. Ferber 5 fl.; Hr. Fabrikant Bender 10 fl.; Hr. Sckulinspector Vigelius 1 fl. 45 fr.; N. N. zu G. 30 fr.; Hr. Stabsquartier- meister Kalbfleisch 1 fl. Summa 18 fl. 15 fr-

Um weitere Gaben bittet dringend Die Exped. des Gießruer Anzeigers-

in wl* 11 kosten, wenn llchcs Gesch und ohne Nei

zwar °>^ ' fest«, lchnft' in Folg- ew Mren^/ pituß- Sa£ ver^" fitfi zwischen at hervor- ziemlich fest. Priorität611 'n Richtung. An richt zuruchnwl Dividente von $(nin^anf, - bondS fest- S, «iedri.nr. - __

Besondere Bek

Zur Bezahl den bei der f angelegten Kc Jahres fällig Termine sestges

1) Diensta 2) Mittwo 3) Donne, 4) Samsü 5) Dienste 6) Mittw!

7) Donne 8) Samst 9) Dienst 10) Mittw 11) Donne 12) ©arnfta 13) Diensta 11) Freitag 15) Samsta 16) Monta, 17) Dienste Die Jnteres fordert, die a Empfang zu n zeigung der (g, -Zugleich nii: Donnerstag f< tlftntm b übrigen Za, bestimmt sind.

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