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Belgien

Wechsel.

Bayer. 5%

Spanier, neuest. 3% 31 Va

100% 953/4 963/g 97 Va

r, 4Vi°/o 1 jährige 100% n 4% 1jährige 96

Würtemb. 4%% Obi. 99%

Baden 4%% Obi. 0. E' L. 99%

Oesterr. Silberrente 63%

Papierrente 56%

Aetien.

Frankf. Bank 144

Frankl. Vereins-Kasse 136

Darrnet. Bankaot. 479

Wien Bankaktien 881

Galizien 271%

Oest. Creditact. 365 V«

100%

anderes Gesetz begründet sein werden.

Bersin, 26. Febr. Der Geburtstag des Kaisers, welcher am 22. Marz das 75. Lebensjahr überschreitet, wird bei der ganzen Armee in besonders fest­licher Weise begangen werden. In allen Garnisonen findet Revcille, Festgottce- dienst und Parade-Ausstellung, statt. Ueberall, wo Artillerie stationirt ist, giedt dieselbe zur Zeit der Parole-Ausgabe 101 Salutschüsse. Hieran schließen sich die üblichen Festmahle lsir die Offiziere und Mannhaften, Sil brr iini^rfität unD «rfloemie der Künste finden öffentliche Sitzungen statt. Von Seiten der Kom­mune sollen die Kinder in den städtischen Waisenhäusern, sowie die Hospitaliten in den von der Armen-Direction nssortirenden Hospitälern, dem städtischen Siechen- hause und dem Albeitshause festlich bewirthet werden.

Breslau, 24. Febr. Gegen Miarka und mehrere andere Ultramontanc Oberschlesiens ist eine Voruntersuchung wegen MajcstätSbeleidigung im Gange.

Posen, 24. Febr. Während gestern Polizei-Direktor Staudy eine im hie­sigen Kozmian'schen ErziehungS.Institute in großem Maßstabe ausgeführte Haus­suchung leitete, hatten sich gleichzeitig zwei Beamte der hiesigen Polizeibehörde, darunter Polizel-Inspector Schnepel, nach Schrimm begeben, woselbst im IesuUen- Kloster daselbst eingehende Recherchen angestellt und die Papiere des sich jetzt dort befindenden Prälaten Kozmian mit Beschlag belegt wurden. Auch hier in Posen sind eine große Anzahl politischer Briese gefunden worden, während sich nichts auf das Attentat Bezügliche vorfand. (Ostv. Z)

Oberaudorf (Bayern) , 26. Febr. Der erste Jnnthaler Katholikenvernn dankte in einem vorgestern an Fürst Bismarck abgegangenen Telegramm demselben als Gründer der deutschen Einigkeit, als Führer auf der Bahn nationaler Be­strebungen undVorkämpfer für Freiheit und Recht". Fürst Bismarck dankte gestern auf telegraphischem Wege für die ausgesprochenen Glückwünsche und die Bekundung landsmannschaftlicher Uebereinstimmung in Gesinnungen und Be- strebungen.

Straßburg, 23. Februar. Die Organisation der Universität ist nun so weit vorgeschritten, M in diesen Tagen die Aufstellung dcS Katalogs der Vor­lesungen für das Sommersemester in Angriff genommen werden konnte. Bei diesir Gelegenheit wurde den an die Hochschule neu berufenen Lehrernein V rzeichniß per Herren Professoren, auf deren Zusammenwirken bereits im ersten Semester zu rechnen ist", officiell übermittelt. Da zeigt sich denn, wie unzuverlässig viele Zei- tungsnachrichten über Straßburger Berufungen gewesen sind, und zum erstenmal läßt sich ein eben so authentisches als vollständiges Bild von der Besetzung der neuen Hochschule entwerfen. Die Lehrer sind nach den vier alten Fakultäten gruppirt; nur sind die Staatswissenschaften der juristischen Fakultät überwiesen. Da die Besetzung aller in Aussicht genommenen Lehrstühle bis Ostern unmöglich war, so ist der sicher zweckmäßige Weg eingeschlagen worden, gewisse Fächer ganz

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 27. Februar. Der kleine Anlauf, den gestern die Spekulation in hausstrenver Ricktung nahm, war nicht stark genug, um die errungenen Vortheile, die freilich nicht waren, zu halten; denn schon im Abend-Privatverkel;r, noch mehr aber heute schlugen die Spielvapier'e wieder xetrogade Bewegungen ein und das Geschäft in denselben war ein relativ schwaches, nur Lombarden hielten sich sehr fest bei 217%, ebenso auch Bankaktien auf 880. Dagegen wichen kreditactien bis 364% und Staatsbahnen 412%, hingegen waren wie gestern österreichische Bahnen wieder in großem Verkehr bei durchweg höheren Koursen, besonders aber traten die speciell ungarischen Linien in den Vordergrund. Naab-Grazer Aktien, ungarisch-gali­zische und ungarische Nordost sämmtlich in lebhafter Nachfrage und wurden letztere mit 179180 qern bezahlt; man glaubt dieselben in Bälde den CourSstand der besseren garautirten österreich. ungarischen Cisenbahnactien, wie Raab-Gra;er, Donau-Drau rc. einnehmen zu sehen Auö Wien IHM man mit, daß die Gerüchte über Bauschwierigkeiten allen Grundes entbehren und wohl nur durch Verwechslungen mit der ungarischen Ostbahn hervorgerufen worden sein dürften. Dir ungarische Nordostbahn soll dagegen zum Theil schon im Betrieb sein, hiefür sehr schöne Resultate aufzuweisen haben und wohl dieses Jahr schon fertig ausgebaut werden. Die Unionbank, welche den Bau übernommen, gara"tirt die Jntercalarzinseu. Oesterreichische Nordwest und Galizier ebenfalls gesucht. Auch ein Posten Lündenburger Aktien ward umgesetzt. Banken still, aber fest. Die heute mit 106 zur Einführung gelangten Aktien der hiesigenDeutschen Handelsgesellschaft" wurden willig ausgenommen und mit % P^cent Superagio gehandelt. Loose lebhafter als die letzten Tage, namentlich waren Raab-Grazer und die kleineren Sorten gesucht und höher, wie. Meininger und Mailänder lO.FrancS. Von Staatspapieren waren österreichische Silber- und Papierrcnte in lebhafterem Umsatz. Württembergische 5procentige und 1871er Russen am Markt. Von Amerikanern 1881er begehrt und höher. Geldstand gut und find Piolongationösätze bis jetzt ganz normal. Napoleons bet fester Tendenz,stark im Handel.

Geldwerten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 57%58% Pistolen . . 9 4143

doppelte 9 4143 Holl, fl- lOSt. 9 5355 Dacaten . . 5 3234 20 Frankenst. 9 21%22% Sngl. Sover. 11 49- 51 Rnss. Imper. 9 41 43 Dollar in Gold 2 26%27%

Abend wieder abreist.

Antwerpen, 27. Febr. Die lärmenden Kundgebungen von Volkshaufea dauerten gestern Abend fort. In einer von der liberalen Partei berufenen Der- Sammlung wurde die Aufhebung des FremvengesetzeS gefordert. Em Volks- Haufe zog, die Marseillaise singend, unter Exceffm vor die Wohnung des Bürger­meisters. _________

Brüssel, 26. Febr. In Antwerpen wurde der Graf Chambord heute beim Ausgang zur Kirche mit dem Rufe:Es lebe der König von Frankreich!" em­pfangen. Der Oberst der Bürgergarde beschwert sich, daß die Polizei bewaff­neten Banden mit weißer Fahne Auszüge in den Straß n gestatte. Die Bürger haben den Staatsprocurator benachrichtigt, sie würden Angesichts dieser Vorgänge nur noch bewaffnet ausgehen. Die Aufregung ist sehr groß.

Brüssel, 27. Febr. In ter Deputirtenkammer bestätigte aus Anlaß der Interpellation Couvreur der Minister des Auswärtigen die heute Morgen erfolgte Abreise des Grafen Chambord. Die Debatte dauert fort.

Antwerpen, 25. Febr. Der abendliche Straßentumult, welcher sich nun schon verschiedene Male wiederholt hat, nahm gestern einen ernsteren Charakter an, und wenn der Graf Chambord seinen Aufenthalt noch etwas verlängert, so konnte leicht die sonst so ordentliche und ruhige Stadt Antwerpen der Schauplatz sehr unliebsamer Ereignisse werden. Die Proklamation des Stadtrathes hat nichts genutzt; gestern Abend war die Volksmenge auf dem grünen Platze und Um- gegend noch größer wie vorher, und es ist an mehreren Stellen zu Raufereien und Schlägen gekommen. Das Meeting in dem (Safe des Arcades war sehr be­sucht und es wurde eine Resolution formulirt, gemäß welcher die Demonstrationen gegen die Anwesenheit desConspirateurS" fortgesetzt toercen sollen, jedoch auf friedliche Weise und ohne Verletzung der Gesetze. Rach diesem Beschlüsse begaben sich die Versammelten auf dte Place Verte, wo sich bereits Tauiende von Reu- , gierigen befanden. Man fang die Marseillaise und rief:A bas Chambord!

undA bas la Calottc! Gleich darauf aber kam eine geidjloflene Bande von Anhängern des klerikalen Zükels auf den Platz, die denLeeuw van Vlaanderen sang und mit Stockschlägen über die Gegner des Grafen Chambord herfiel. ES gab eine Prügelei, in der Taverne Alfacienne wurden die Fenster eingeworfen; Dann schritt die Gendarmerie ein und räumte den ganzen Platz, wobei verschiedene Personen beschädigt kurven und der Capitän der Gendarmerie einen heftigen Steinwurf auf die Brust erhielt, so daß er fortgeschafft werden mußte. Vor dem Gafd de l'Empereur auf der Place de Meir kam eS ebenfalls zu Schlägereien. Auch vor dem Hause des Bürgermeisters van Put wurde vcmonstrirt; ein Vocks- Haufe brüllte und pfiff und sang die Marsetllaije, kurz, der Pobel trieb (ein Spiel nach Herzenslust. Man behauptet, daß die Bande, wrlche die Prügeleien begann, von dem klerikalen Zirkel dazu ungestillt und besoldet gewesen sei. Heute ist es ruhig, aber man fluchtet neuen Tumult für heute Abmd und hat Verstärkung der Gendarmerie von Brüssel koaimm lassen. Inzwischen folgen sich am Hofe von Henri V. die Deputationen und Vorstellungen. Heute kam eine Deputation aus Lille von etwa zweihundert Personen, welche sogleich empfangen wurde und heute

1 DieGermania" widerspricht der Angabe, daß Herr Kozmian Jesuit sei. Derselbe sei vielmehr Weltpriester, früher mit einer Baronesse ChlapowSki ver- heirathet gewesen und nach deren Tove in den Priesterstand getreten.

Berlin, 26. Febr. Die römische Curie setzt, wie verlautet, die Bemühungen fort, von dem Concordat von 1801 für Elsaß - Lothringen so viel oder so wenig zu retten, wie nur irgend möglich. Das Angebot, das Concordat als rechts­gültig anzuerkennen, trotz des Antoneüi'schen Schreibens, ist ohne Erfolg geblieben. Die Reichsregierung halt daran fest, daß in Folge des Antonellckjchen Schreibens das Concordat von 1801 mit dem Tage, wo das Gesetz, betreffend die Vereinigung Elsaß-Lothnngens mit dem Deutschen Reiche, in Kraft getreten ist, jede Gütig- feit verloren hat, daß aber die organischen Artikel, welche bekanntlich den Inhalt eines Gesetzes bilden (vom Jahre 1802) in Kraft bleiben, bis dieselben auf ein

Westerwelle ist das außereheliche Kind einer polnischen Gräfin und eines belgischen EtelmanneS, und wurde in Luckenwalde geboren. Seme Eltern lernte er nie kennen, sondern wurde als Säugling schon einem Vormunde in Pflege ge- ( geben, der ihn erst nach langem Proceß an den damaligen Briefträger Westerwelle berausgab, welcher ihn, selbst kinderlos, an Kindesstatt annahm und dafür von brm Vater eine Geldsumme erhielt. Da dte Mutter unter einem fremden Namen sich bei der Geburt versteckt hatte, und auch der natürliche Vater seinen Namen verborgen halten mußte, so machte der Proceß viel Aussehen und erregte die all- gemeinste Neugierde. Weil man nichts Bestimmtes erfuhr, erging man sich in allen möglichen Vermuthungen und Schlüffen, brachte hohe Personen, geheime Ge­sellschaften rc. damit in Verbindung. Alle Auskultatoren des Stadtgerichtes haben stets die Acten dieses ProceffeS aus Neugierde durchforscht. Seinen Adoptiv- ©Item, deren Namen er angenommen, machte der junge Westerwelle wenig Freude. Er war nicht fleißig, lernte wenig, zeigte anstatt Frömmigkeit nur Leichtsinn und schlechte Sitten. Der Vater war deshalb ganz zufrieden, als der Sohn ihn 1867 verlüß. In Rom bei den Zuaven soll er sich jedoch besser als bisher geführt haben. Die preußische Militärbehörde hatte ihn für dienstuntauglich erklärt, was nicht zu verwundern ist, wenn man den schwächlichen Körperbau und das furcht­same, unmännliche Auftreten des jungen Westerwelle nur einmal steht. Das un­vermeidliche Terzerol besitzt der Bursche schon seit Jahren.^ Er kam aus Ein­ladung der Frau Westerwelle, welche ihn immer noch beschützte, am Donnerstag in voriger Woche hier an und wurde am folgenden Tage, also am 16. Febr.. verhaftet. Gegen seinen Adoptivvater war er seit Jahren sehr aufgebracht, weil Itkttret ihm fein Hehl au« seiner sehr gee-ch'ferligten Unzufriedenheit machie. Die Poliiei hat am Donnerstag (22. Febr.) in der Wohnung des Küsters Westerwelle ben Bri-f mit Beschlag belegt, durch welchen Frau Westerwelle den armen Tropi ringe,äsen, noch einmal hieher zu kommen, um eine B-rsohnung mit seinem Vater

vollständig zu besetzen und gewisse andere für den Sommer ganz unvertreten zu lassen. Schon daraus, daß jenes Verzeichniß 5 Theologen, 8 Juristen, 9 Me- diciner und 14 Mitglieder der philosophisch-naturwissenschaftlichen Facultät nament­lich aufführt, und ferner die Besetzung einiger weiteren Stühle auf Ostern in sichere Aussicht stellt, geht hervor, daß nur eine relativ geringe Anzahl von Fächern im nächsten Sommer noch unvertreten sein wird. Erst im Herbste sollen besetzt werden die staatswiffcnschast'.ichen Fächer, die Stühle für Völkerrecht und franzö­sisches Civ'lrecht, für orientalische, romanische und altdeutsche Philologie, Archäologie, Astronomie, Astrophysik und mathematische Physik. Mit großer Freude begrüßt wir die ehrwürdigen Vertreter protestantischer Theologie, die, schon Miiglüter der Univelsität vor 1870, auch der neuen Hochschule zur Z erde gereichen werden, wogegen die noch in Straßburg gebliebenen wenigen Mitglieder ter medicinischen^ Facaliät zwar die angtfangrnen Collegien fi'r die aus französischer Z it hier t) r»( blirbcnm Student-n vollenden werd n, aber zur neuen Universität noch nicht inj ein bestimmtes Ver.Mtniß getreten sind.

Amerik. Bonds 188 Ir

« n 1882r

_ 1885r

1887r

Actien.

5% östr. F. St. E. B. 413 Lombard. Bahn 217% Ludwigsh.-Bexbaoh 204 Maxbahn 149%

Bayer. O&tbahn 154 Rheiu-Nahebahn-Aot.

Hess. Ludwigsb.-Aot. 190%

Oberhessen 88%

""Prioritäten.

3% öster. Stsb.-Pricr. 60% 3% öst. s. Lombard 86 3% Livorneser 39% 5% Toscaner 61%

5% Elisabeth.-Prior. 84% do. II. Ernis«. 82%________

Änielieiisiooae.

Kurh. 40 Thlr. Loose 72 Nassau 25 fl. 48

4% bayr. Präm.-Anl. 117 Ansbacher 7 fl. 13% 4% badische T. oose 114% Badische fl. 35 Loose 71% 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 40 Uestr. fl. 250 v. 1854 83% 1858r Prioritätsloose 194 1860r Loose 91% 1864r 155 ,

Braunschweiger 20% Stadt Florenz 85

Borscnnachrichteu.

27. Februar 1872.

Preuss. 4%% Oblig. 103%

Frankf. 3%% Obi. 88%

Nass. 4%° q Obi. 99%

Kurhiiss. 4% n 94

Gr. Hess. 5% Obi. 102% n 40/0 n 97-/4

n n 3 Va% » 92

Amsterdam k. 8. 99

Augsburg

k. 3.

99%

Berlin

k. S.

105

Bremen

k. 8.

96

Brüssel

k. 8.

93%

Hamburg

L 8.

88%

104%

Leipzig

k. 8.

London

k. 3.

118%

Lyon

k. 8.

93%

Paris

k. 8.

93 Vs

Wien

k. 8.

104%

ditto

m. 8.

ditto Disc-onto

1. 8.

3% %