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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen

Mittwoch imt 2-8; Februar

Nr. SL

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1812.

Pf»nd 32,

der Jnfalliblen trat, damit er sich hinterdrein die Mühe sparen könne.

Man kennt weder seine Eltern noch seine Nationalität, doch soll er von

geboren.

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Mitt in keinem Lande mehr gute Jamnale gibt, al« in Italien. Auch ihr seinem Polen abstammen, ter ihn dort erziehen ließ. Hier hat Westerwelle nur bei in Venedig habt ein gute«, ich sede e« bisweilen, e« ist wirklich gut." Nach Polen verkehrt und flch l>/3 Jahr im Penstonat von Kozmian befunden. Sie tiefen Worten stellte der Patriarch den Redaeteur de«Dirrtlo Cattolieo" mit hiesigeGermania" schreibt:Was der betreffende Apotheker er ist von hoch- den Worten vor:Hier, heil. Vater, ist der Redaeteur des Journals, auf welches adeligen Eltern außer der Ehe geboren in Posen geäußert hat, wiff-n wir

nicht. Nur so viel wissen wir, daß er das nicht ist, worauf die Behörde so

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mich ent-- soll dies olste habe bedeutend abatt von

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Preis vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.

St. Peter im Jubel dröhnten, erschollen schon die ersten fernen Wetterschiäge dies- seits der Alpen; auch dort war die Stunde eines Weltgerichts gekommen. In athemloser Hast eilten die Bischöfe nach Hause, die einen nach Frankreich und die anderen auf die deutsche Erde, es war für wochenlang vergessen, daß die Welt einen unfehlbaren Gebieter hatte.

Für Wochen aber, nicht für länger. Noch während das Herz des deutschen Volkes in den Mühen des Kampfes rang, traten die geistlichen Führer vor dieses Herz mit ihren folternden Fragen. Das war der Patriotismysi der deutschen Biichöf ihr Gewissen sprach nichts dagegen- denn Rom Hatte gesprochen. Seine Befehle zu vollziehen, vaS war ihr nächstes und ihr tülchtitzstls Aqit; sie erklärten dem Staate den Krieg in einem Augenblick der höchsten Gefahr, und stellten wohl noch gar ihre Handlungsweise als einen Act der Selbstverwaltung hin. Aber gottlob, wir wissen denHenker" vom Märtyrer zu unterscheiden; wir wissen, daß es auch in den Geschicken des Ganzen den Trost dir Vergel­tung gibt. /.

Der Kampf, den sie herausbeschworen, ist noch in seinen Anfängen begriffen, aber dennoch läßt sich das Ende unschwer Vorhersagen. Dieselbe Hcrrschgier, welche Frankreich in dcn Kampf getrieben, der gleiche Größenwahn und die gleiche Fäulniß herrschten in Rom, dem kirchlichen Babylon-, und die Geschichte hat ge­zeigt, wie sie mit diesen Sünden ins Gericht geht, wenn sie sich zu geschichtlichen Faktoren verallgemeinert haben. Ob jenes Geschlecht, welches die Schlacht bei

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großes Gewicht legt: daß er nämlich keinfanatischer Katholik" ist. Das könig­liche Polizei-Präsidium weiß zunächst selbst schon für seinenFanatismus" keinen anderen Beweis anzuführen, als seine Dienstzeit bei den päpstlichen Zuaven und feinen Aufenthalt beim Prälaten Kozmian in Posen. Wir haben nun selbstver­ständlich nicht unterlassen, bei der St. HedivigSgeistlichkeit noch nähere Erkundi­gungen über denFanatismus" des rc. einzuzichen, und erjuhren hierauf, daß derselbe ein sehr leichtsinniger Bursche sei, der schon vielfach Anlaß zu Klagen ge­geben habe. Noch mehr. Der Adoptivvater des Genannten, der Küster von St. Hedwig, ist in unserem Redactionslocal erschienen und erklärte, daß er mit feinem Sohne" schon seit dem Jahre 1867 nichts mehr zu thun habe, und daß, als derselbe seit Jahren in voriger Woche wieder in seiner Wohnung erschien, er den Gruß desSohnes" absichtlich nicht erwiderte, und seitdem bis heutigen Tages ihn noch vor Gesicht bekommen soll."

Berlin, 25. Febr. Neber die Person des vermeintlichenAttentäters" Wester­welle werden der Voss. Ztg. von wohlunterrichteter Sette folgende Mittheilungen gemacht:

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntags.

Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.

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Deutschland.

Darmstadt, 25. Februar. Dieser Tage soll in unserer zweiten Kammer über das Budget ter polytechnischen Schule Beschluß gefaßt werden. Die Re» gierungSforderung beträgt 58,365 fl. Der Ausschuß beantragt, statt dessen nur 50,600 fl. zu bewilligen. Der betreffende Äericht gibt nicht durchweg Zeugniß von Sachkenntniß, zumal im Punkte Der Vorschläge, durch welche eine Vermin­derung der Ausgaben erzielt werden soll. So sollen z. B. dieniederen Natur­wissenschaften" ausgefchieden und an die Realschulen verwiesen werten. Was ist wohl unter diesem Begriff zu verstehen? Die Majorität, von der Ansicht aus­gehend,daß eine polytechnische Schule stets nur zur Ertheilung einer einseitigen Bildung befähigt sein soll und kann", ist sogar zu dem Anträge gelangt, bei der Verwilligung für die polytechnische Schule von der Voraussetzung auszugeben, daß der polytechnischen Schule die Berechtigung zur Abhaltung der zur Vor­bereitung für den Staatsdienst nöthigen Facultätsprüsungen für die höheren Staatsämter, sowie eine Aufsicht oder sonstige Einwirkung auf die Realschulen nicht übertragen werde." (F.J.) '

Darmstadt, 27. Febr. Die Eröffnung des Interimstheaters, welche sich seither in Folge langsamen Voranschreitens der Bauarbeiten fortdauernd verzögerte, soll nunmehr, zufolge einer gestern den einschlägigen Behörden kundgegebenen Weisung des Großherzogs,unbedingt" am künftigen Sonntag, 3. März, statt­finden. (F. I )

Berlin, 23. Febr. Wie man der Kreuzztg. aus Posen mittheilt, soll die Untersuchung gegen den hier verhafteten Adoptivsohn des Küsters an der Hedwigs- kirche größere Dimensionen annehmen. Emil Westerwelle ist in Luckenwalde 1845

Ein Tagebuch vom römischen Concil.

(Schluß.)

Jetzt, wo die entscheidenden Augenblicke nahten, zeigte sich erst die ganze bitterliche Armuth des deutschen EpiscopatS, der unter feinemCharacter" nichts begriff, als die Bischofswürde. Sie waren zum Concil gegangen, und kaum ein einziger von ihnen kannte auch nur die Geschichte des vorigen Concils (von Trient); nichtsdestoweniger sprach Bischof Dinkel:Wir brauchen keine Theologen," und Herr v. Scherr war von jeher der Meinung, daß ihm nichts verhaßter sei, als ein gelehrter Geistlicher (obgleich sich sonst die Gegensätze anzuziehen pflegen). In den bittersten Ausdrücken schmähte Melchers von Köln über die theologische Facultät in München, und dennoch kannte er außer Döllinger kaum einen einzigen Namen derselben. Wenn man ihm von Lebendigen sprach, dann srug er mit Er­staunen : wer ist der Mann? und jene, nach deren Befinden er selber sich an­gelegentlich erkundigte, waren seit langem todt. Aber gleichwohl genügte diese Einsicht in die Zustände der Münchener Facultät, um den Besuch derselben allen Thcologie-Candidaten der Kölner Diöcese zu verbieten.

Und das war die Minderheit, das waren jene, die auf Einsicht und Mäßi­gung, auf Treue und Gerechtigkeit noch den meisten Anspruch machten es waren die Deutschen! Wie mochte es nun erst mit der Mehrheit, mit Den Römlingen beschaffen sein, die aus allen Theilen Der Welt zusammeugelaufen, um Schmeiche­leien zu geben und zu empfangen, von Denen Der eine offen sich brüstete, daß er feiner Regierung principielle Opposition mache, von denen Der andere Pamphlete schrieb, und Der Dritte recht herzlich froh ist, daß er von Anfang an auf Sette'

wo Friedrich Rom verließ.

Was Dann geschah, das wissen alle. Und während noch Glocken von

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Ew. Heiligkeit anspielten."Ja, fuhr Der Papst fort, es ist gut, Ich sehe es, Ich sehe es. Oh schön, und sie möchten, daß die katholische Presse schw'ege. Ich könnte euch gewisse Herren nennen, aber ich will nicht, welche nicht erst jetzt, sondern vor wohl 10 Jahren sich mir vorstellten und mich baten, meine Autorität geltend zu machen, um Die katholische Presse zum Schweigen zu bringen, welche nach ihnen die Ursache so vieler Hebel in Der Kirche Christi ist. Wißt ihr, was ich ihnen geantwortet habe? Sehr gerne, meine Herren, wenn Sie mir Bürg­schaft leisten, Daß es von nun an kein antikatholisches Blatt mehr geben wird. Ja wohl! Die möchten anderen Den MunD' stopfen, um allein DaS Feld zu be­haupten. Ich sage nicht, Daß ein katholisches Blatt nicht manchmal ein wenig über Die Schnur hauen könne; wenn man genöthigt ist, jeden Tag zu schreiben, so ist es kein Wunder, wenn man, unversehens gepackt, seine Feder nicht jeden Augenblick vollkommen mäßigt. Oh, in unseren Tagen sind diese Journale wohl ^nothwendig und wirken viel Gutes!"

Das war die Lage der Dinge zur Mitte Mui, wo das Tagebuch abbricht,

Sedan schlug, das römische Sedan erleben wird, oder ob wir das große Werk an Kinder und Enkel hinterlassen wer möchte wagen, das zu entscheiden? Eines aber liegt uns allezeit ob, daß wir die Waffen rüsten und schärfen und jnne solche.Waffe ist dieses Buch.,

Solcher Stoff war zu allem zu gebrauchen warum solUo ^ioch"-*

länger zögern, wen sollte sie noch fürchten, wenn sie doch sah, daß jene selber sich fürchteten? Die Majorität war gerüstet,sie war wie ein Ochs, der auf ein rothes Gewand losgeht" sprach Bischof Hefele.

Mit der Ungeduld, die Den Faiseur charactensirt, trieb Veuillot, Die einfluß­reichste Feder im Vatikan, zur Entscheidung; Die Berichte, welche er DemUniverS" übersanDte, wurden ganz nervös vor Aufregung. Ja, diese Berichte sollte man lesen, eS liegt ein Hochmuth in denselben, vor dem uns Deutschen dje Sinne schwinden, und eine Leidenschaft gegen alle, Die anDerer Meinung find, Daß auch der letzte Rest von AnstanD verläugnet wirD. Dazu Die Phrase in ihrer breitesten Form unD eine Verweltlichung Der innerlichsten Dinge, vor Der uns graut ; so sind jie eine Musterkarte jener Eigenschaften, Deren Triumph bei SeDan seine Rache sand. Und neben DemUnivers" stanD dieCivilta Cattolica", und neben dieser zahllose kleinere Organe, die alle hetzten und trieben, um Daß Verhängniß zu be* schleunigen. Der Papst selber hatte weDer Kritik noch Noblesse genug, um Dieses Verfahren einzuschränken, je bunter Die Farben, Desto lauter war fein Beifall. Auf welcher geistigen Stufe er in Dieser Beziehung steht, Daß charactensirt am besten eine Unterredung, Die er am Ostersonntag mit einer Deputation von Vene- tianern hielt, unD Die nach einem hochclerikalen Organ folgenDermaßen lautet:

Betet vor allem, daß jeDer von Der erhabenen Versammlung, Die Mir be­rufen haben, Die Frucht ernte, auf welche sie gerichtet ist. Ihr müsset wissen, daß der Teufel immer bei den guten Werken seine Hand hat, und daß er sie auch in daS^Concil zu legen versucht hat, aber er ist nicht zu fürchten. Inzwischen kann Ich euch sagen, Daß Daß Concil Den Journalisten Stoff gibt, wohl oDer übel füllen sie ihre Spalten. Lügen, Uebertreibungen unD was weiß ich was aöeß muß ihnen Dienen. Glücklicherweife haben wir in Italien auch einige gute Journale, welche Daß liebel Der schlechten neutraleren, unD ich sage euch, Daß verhält-